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München | Kunsthalle München: Flowers Forever Blumen in Kunst und Kultur | 2023

Flowers 2023 Kunsthalle Muenchen

Flowers 2023 Kunsthalle Muenchen

Blumen sind für Mensch und Natur von immenser Bedeutung. „Flowers Forever“ ist nun die erste Ausstellung, die sich umfassend der Kunst- und Kulturgeschichte der Blume vom Altertum bis heute widmet. Mit Gemälden, Skulpturen, Fotografien, Design, Mode, interaktiven Medieninstallationen sowie naturwissenschaftlichen Objekten präsentiert die Kunsthalle München einen faszinierenden, thematisch gestalteten Parcours: Behandelt wird die Rolle der Blume in Kunst und Wissenschaft, in Mythologien und Religionen sowie in Ökonomie, Ökologie und Politik.

Blumen in der Kunsthalle München 2023

Die Präsentation versammelt rund 170 Werke aus internationalen Sammlungen sowie eigens für die Ausstellung entstandene Installationen. Bedeutende Positionen der Kunst- und Designgeschichte treten dabei mit neu zu entdeckenden künstlerischen Ansätzen in einen fruchtbaren Dialog. Die Ausstellung zeigt Werke von Jan Brueghel dem Jüngeren, Abraham Mignon, Barbara Regina Dietzsch, Lawrence Alma-Tadema, Hannah Höch, Andreas Gursky, Miguel Chevalier, Ann Carrington, Patricia Kaersenhout, Kehinde Wiley, DRIFT und vielen weiteren Künstler:innen. Sie alle machen die facettenreiche Kulturgeschichte der Blumen auf eindrückliche Weise erlebbar.

Blumen als Inspirationsquelle

Kunst und Naturwissenschaft haben sich bei der Darstellung von Blumen stets gegenseitig inspiriert. So wurden Forschungsergebnisse in der Naturwissenschaft mit ebenso kunstvollen wie präzisen Illustrationen versehen. Die Beschäftigung mit den mannigfaltigen Erscheinungsformen von Blüten aus aller Welt regten wiederum Künstler:innen zu floralen Kreationen an, die weit über die rein botanisch korrekte Darstellung hinausgingen. Dabei reflektieren sie das Verhältnis von Kunst, Natur und Wissenschaft und feiern zugleich die Pracht und Vielfalt der Farben und Formen der Blumen.

Vom heiligen Lotus bis zur Nelkenrevolution

Blumen besitzen für uns Menschen seit jeher eine große Symbolkraft – sei es in der Mythologie und Religion, in Kunst und Literatur oder Politik. Dass sich die Sinnbilder regional unterscheiden und über die Jahrhunderte immer wieder verändert haben, zeugt davon, dass Menschen den Blumen immer wieder verschiedenste Bedeutungen zuschreiben. Dabei stehen sie unter anderem für das Leben und seine Vergänglichkeit, werden als Freundschafts- oder Liebesbeweis in der zwischenmenschlichen Kommunikation verwendet oder repräsentieren Macht und Widerstand in Politik und Gesellschaft.

Der Wert der Blumen

Mit der Tulpenmanie in den Niederlanden wurde der Handel mit Blumen im 17. Jahrhundert erstmals zum großen Spekulationsgeschäft, wovon überaus kunstfertige Möbel und Vasen, aber auch satirische Gemälde zeugen. Heute sind sowohl die Blumenzucht als auch der Handel längst global organisiert, was Künstler:innen zur Beschäftigung mit ökologischen und sozialen Fragen veranlasst. Sie konfrontieren uns mit unserem Konsumverhalten und thematisieren die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf die Umwelt. So auch die als Gemeinschaftsprojekt entstandene Installation Calyx (Blütenkelch) der britischen Künstlerin Rebecca Louise Law (*1980), die mit 200.000 getrockneten Blumen das große Finale des Parcours bildet.

Die Kunsthalle München und die britische Künstlerin Rebecca Louise Law brauchen Ihre Hilfe!

Machen Sie mit bei der großen Blumeninstallation von Rebecca Louise Law. Sammeln, Trocknen und Binden Sie 200.000 Blumen und geben diese bis zum Herbst in der Kunsthalle München ab.

Die Ausstellung wird im Rahmen des Flower Power Festivals München 2023 gezeigt.
Quelle: Kunsthalle München

Ausgestellte Künstlerinnen und Künstler (Auswahl)

Jan Brueghel der Jüngere (1601–1678), Abraham Mignon (1640–1679), Barbara Regina Dietzsch (1706–1783), Johann Joachim Kaendler (1706–1775), Dante Gabriel Rossetti (1828–1882), Lawrence Alma-Tadema (1836–1912), Émile Gallé (1846–1904), Hannah Höch (1889–1978), Owanto (*1953), Andreas Gursky (*1955), Ai Weiwei (*1957), Tamiko Thiel (*1957), Miguel Chevalier (*1959), Ann Carrington (*1962), Patricia Kaersenhout (*1966), Kehinde Wiley (*1977), Kapwani Kiwanga (*1978), Viktor&Rolf (gegründet 1993), DRIFT (gegründet 2007) und viele weitere.

FLOWERS FOREVER. Blumen in Kunst und Kultur: Ausstellungskatalog

Roger Diederen und Franziska Stöhr (Hrsg.),
mit Beiträgen von Andreas Beyer, Michael John Gorman, Gudrun Kadereit, Isabel Kranz, Inger Leemans, Randy Malamud, Silke Peters, D. Fairchild Ruggles
mit drei groß angelegten Interviews mit internationalen Expert:innen aus Botanik, Kunst, Kultur, Literatur und Wirtschaft fortsetzt und inspirierende Einblicke in die Kulturgeschichte der Blumen eröffnet. Darüber hinaus beleuchten Kurztexte die Hintergründe zu ausgewählten Objekten.
288 Seiten | 24,0x29,0 cm
ISBN 978-3-7913-7977-7
PRESTEL

Blumen 2023 in München: Bilder

  • Miguel Chevalier, Extra-Natural (Installationsansicht), 2021, Software (Cyrille Henry & Antoine Villeret, © Miguel Chevalier, VG Bild-Kunst, Bonn 2023)
  • Patricia Kaersenhout, Of Palimpsest and Erasure, 2021, Digitaldruck auf Hahnemühlepapier, 50 x 100 cm (Produziert im Auftrag des Centraal Museum Utrecht, Leihgabe der Künstlerin © Patricia Kaersenhout)
  • Ann Carrington, Delft Snowball, 2021, Löffel, Gabeln, Nägel, Silberperlen, gusseiserne Urne, 78 x 61 x 61 cm (Leihgabe der Künstlerin © Ann Carrington, VG Bild-Kunst, Bonn 2023)
  • Rebecca Louise Law, Community, 2018, Installationsansicht aus dem Toledo Museum of Art, Ohio, USA, © Rebecca Louise Law
  • Kehinde Wiley, Portrait of a Florentine Nobleman III, 2019, Öl auf Leinwand, 142 x 112 cm (Sammlung Vilsmeier – Linhares, München, © Kehinde Wiley. Courtesy of the artist and Stephen Friedman Gallery, London)
  • Ru Xiao Fan, Ode an die Meditation, Jingdezhen (Provinz Jiangxi), 2012, Seladon-Porzellan, 35 x 38 x 38 cm (Leihgabe des Künstlers © Ru Xiao Fan, VG Bild-Kunst, Bonn 2023)
  • Hannah Höch, Holland, 1942, Öl auf Leinwand, 65,5 x 71,2 cm (Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland – Sammlung Zeitgenössische Kunst, Foto: Jürgen Seidel, © Hannah Höch, VG Bild-Kunst, Bonn 2023)
  • Kristian Zahrtmann, Adam im Paradies, 1914, Öl auf Leinwand, 125 x 106 cm (Privatsammlung, Foto: Den Hirschsprungske Samling)
  • Edmond Quinter, Blumenmädchen, 1900, Farbiges Steingut, 71 x 60 x 30 cm (Stichting Gifted Art, Foto: Arend Velsink)
  • Olga Wisinger-Florian, Blühender Mohn, 1895-1900, Öl auf Pappe, 70 x 98 cm (Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien)
  • Dante Gabriel Rossetti, Venus Verticordia, 1864–1868, Öl auf Leinwand, 81,3 x 68 cm, Russell-Cotes Art Gallery & Museum
  • Lawrence Alma-Tadema, Die Rosen des Heliogabalus, 1888, Öl auf Leinwand, 132,7 x 214,4 cm (Sammlung Pérez Simón, Mexiko © Studio Sébert Photographes)
  • Sir Edward Burne-Jones und William Morris, Der Pilger im Garten oder das Herz der Rose, Entwurf vor 1896, Ausführung 1901, Wolle, Baumwollkette, Seide, 155 x 201 cm (Badisches Landesmuseum, Foto: Thomas Goldschmidt)
  • Abraham Mignon, Vase mit Blumen, ca. 1665, Öl auf Leinwand, 87,7 x 68,3 cm (Sammlung Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, Foto: Studio Tromp)
  • Jan Brueghel d. J., Satire auf die Tulpenmanie, 1640, Öl auf Leinwand, 31 x 49 cm (Frans Hals Museum, Haarlem, erworben mit Unterstützung der Rembrandt-Gesellschaft, Foto: Tom Haartsen)
  • Unbekannt (Damaskus), Verkleidungspaneel mit Blumenvase, Ende 16. Jh./Anfang 17. Jh., Kieselhaltige Keramik, bemaltes Dekor unter transparenter Glasur, 138 x 76 cm (Musée des Beaux Arts, Lyon © Lyon MBA – Foto: Louis Houdus)
  • Unbekannt (Ägypten), Stele des Nena (Detail), um 1300 v. Chr., Kalkstein, 77 x 51 x 9 cm, Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, München, ÄS 51, Foto: Roy Hessing

Aktuelle Ausstellungen

3. Februar 2023
Leonardo Bezzola, Niki de Saint Phalle, Luzern, 1969 (Kunsthaus Zürich, Foto © Nachlass Leonardo Bezzola, Werk © Niki Charitable Art Foundation / 2021, ProLitteris, Zürich)

Frankfurt | Schirn: Niki de Saint Phalle Facettenreiches Werk einer Außenseiterin | 2023

Im Frühjahr 2023 würdigt die Schirn eine der berühmtesten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts: Niki de Saint Phalle, wobei das gesellschaftskritische Potenzial ihrer Kunst im Zentrum steht.
3. Februar 2023
Flowers 2023 Kunsthalle Muenchen

München | Kunsthalle München: Flowers Forever Blumen in Kunst und Kultur | 2023

„Flowers Forever“ ist nun die erste Ausstellung, die sich umfassend der Kunst- und Kulturgeschichte der Blume vom Altertum bis heute widmet.
3. Februar 2023
Heinrich Kühn, Der Sonnenschirm, Detail, 1912, Autochrom (ALBERTINA, Wien)

Wien | Albertina modern: Piktorialismus Gleichstellung von Fotografie und Malerei | 2023

Kurz vor 1900 entwickelt sich eine Bewegung, deren Hauptanliegen die Gleichstellung der Fotografie mit der bildenden Kunst ist. Wohlhabenden Amateuren wie Heinrich Kühn unterhalten enge Beziehungen zur progressiven Kunstszene der Wiener Secession und bringen mit Hilfe aufwändiger Drucktechniken bildgewaltige, an der Malerei geschulte Kompositionen hervor.
2. Februar 2023
Kiki Kogelnik, Self Portrait, 1964. Private Collection, Courtesy of Kiki Kogelnik Foundation © Kiki Kogelnik Foundation

Wien | Kunstforum: Kiki Kogelnik Pop Art mit der Schere | 2022/23

Die bis dato größte Einzelpräsentation der in Österreich geborenen und in New York ansässigen Künstlerin Kiki Kogelnik, deren Beitrag zur "weiblichen" Pop Art Kunstgeschichte schrieb.
31. Januar 2023
Faith Ringgold 2023 Musee Picasso Paris

Paris | Musée Picasso Paris: Faith Ringgold Black is beautiful | 2023

Ringgold führt durch ihre Neuinterpretationen der Geschichte der modernen Kunst einen plastischen und kritischen Dialog mit der Pariser Künstlerszene des frühen 20. Jahrhunderts, insbesondere mit Picasso und seinen „Demoiselles d’Avignon“.
28. Januar 2023
Joan Miró, Verbrannte Leinwand 2, 1973, Acryl auf geschnittener und verbrannter Leinwand, 130 x 195 cm (Fundació Joan Miró, Barcelona, Dauerleihgabe aus Privatbesitz © Photo: Joan Ramon Bonet © Successió Miró / 2022, ProLitteris, Zurich)

Bern | Zentrum Paul Klee: Joan Miró Neue Horizonte | 2023

Miró, ein großer Bewunderer Paul Klees, wurde nie müde, seine eigene künstlerische Praxis zu hinterfragen und stets neue Techniken und Materialien auszuprobieren.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.