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Andrea Mantegna: Biografie Wichtigster Frührenaissance-Maler in Oberitalien

Andrea Mantegna, Christus als Schmerzensmann, Detail, Kopenhagen

Andrea Mantegna, Christus als Schmerzensmann, Detail, Kopenhagen

Andrea Mantegna (um 1431–1506) ist neben seinem Schwager Giovanni Bellini der bedeutendste Maler der Frührenaissance in Oberitalien (→ Renaissance). Er arbeitete mehr als fünfzig Jahre in Mantua als Hofmaler der Gonzaga. Ausgebildet bei Francesco Squarcione, sollten doch der florentinische Bildhauer Donatello und der Maler Piero della Francesca den größten Einfluss auf seine Kunst haben. Seine frühesten Werke schuf Mantegna bereits als 17-jähriger mit der Ovetari-Kapelle. Nachdem er 1453 die Halbschwester von Giovanni Bellini geheiratet hatte, gehörte er zu einer der bedeutendsten Malerdynastien Venedigs. Dennoch entschied er sich nach Mantua zu übersiedeln, wo er die berühmte Camera degli Sposi ausmalte. Zu den bekanntesten Werken Mantegnas zählt der in extremer Verkürzung gezeigte Christus auf dem Salbstein, bekannt als „Beweinung Christi“ (um 1480, Brera).

 

Ausbildung

Ende 1430 oder wahrscheinlicher 1431 wurde Andrea Mantegna als Sohn eines Tischlers auf der Isola Mantegna (früher Isola di Carturo) bei Piazzola sul Brenta in der Provinz Padua geboren. Die Familie stammte aus einfachen ländlichen Verhältnissen. Schon in seiner frühen Kindheit musste er als Viehhirte arbeiten.

Im Alter von elf Jahren nahm ihn der Paduaner Maler Francesco Squarcione (1397–1468) in seiner Malschule auf. Zwischen 1442 und 1448 erlernte Andrea Mantegna zum einen das Malen, zum anderen nutzt sein Lehrherr Mantegnas Leistungen aus, weshalb die Beziehung 1449 im Streit endete. Ein weiterer Schüler von Squarcione war Marco Zoppo (1433–1478). Bereits während seiner Lehrzeit beeindruckte Andrea Mantegna seine Zeitgenossen mit lebensechten Porträts (verschollen)

 

Einfluss Donatellos

Ende 1443 ließ sich der florentinische Bildhauer Donatello (um 1386–1466) in Padua nieder, wo er zehn Jahre lang an einem lebensgroßen Bronzekreuz für den monumentalen Hochaltar im Santo (1446–1450) und am Reiterstandbild des Erasmo da Narni, genannt Gattamelata (1447–1453) arbeitete. Über den um zehn Jahre älteren Niccolò Pizzolo knüpfte Mantegna Verbindungen zur Werkstatt des bedeutenden Bildhauers. Mantegna wuchs in Padua mit einem ausgesprochenen Interesse für antike Skulptur und der Kunst Donatellos auf, weshalb der Florentiner als der eigentlicher Lehrmeister Mantegnas betrachtet werden kann. Weiters beeinflusste ihn vor allem der Maler und Mosaikkünstler Paolo Uccello (1397–1475), der sich um 1445 in Padua aufhielt. In diesem Umfeld entwickelte sich Mantegna zum Inbegriff des intellektuellen Künstlers des Renaissance.

 

Frühe Werke in Padua

Zwischen 1448 und 1457 hielt sich Andrea Mantegna in Padua auf. Zu seinen frühesten Werken zählt ein Altartafeln für die Kirche der heiligen Sofia in Padua, das der 17-jährige bereits selbstbewusst signierte.

Das wichtigste Werke der Paduaner Zeit ist aber die Freskenausstattung der Ovetari-Kapelle in der Eremitanikirche (1448–1457). Die Witwe des Notars Antonio Ovetari, Imperatrice Forzate, beauftragte den 17-jährigen Mantegna und Pizzolo sowie die beiden erfahrenen Maler Giovanni d‘ Alemagna und Antonio Vivarini aus Venedig mit der Ausmalung der Hälfte der Grabkapelle ihres Mannes in der Eremitanikirche. Mantegnas Beitrag fällt durch die dramatischen perspektivischen Verkürzungen und archäologisch fundierten Darstellungen klassisch antiker Szenen besonders auf. Die Szenen waren vermutlich 1457 vollendet.

Die Arbeit an den Fresken für die Ovetari-Kapelle hinderten Andrea Mantegna nicht, in Oberitalien zu reisen. 1449 Mantegna ist am Hof von Ferrara nachzuweisen, wo er Werke von Rogier van der Weyden (1399/1400–1464) und Piero della Francesca (um 1410/20–1492) sah. In diesem Jahr malte er auch ein doppelseitiges Porträt des Markgrafen Leonello d´Este, dem zukünftigen Markgraf von Ferrara (1407–1450), und dessen Kammerherren (Schatzmeister).

Nachdem Andrea Mantegna 1452 nach Padua zurückgekehrt war, stellte er seine Arbeiten an der Lünette über dem Hauptportal in der Basilica di Sant´Antonio fertig: „Die Heiligen Antonius und Bernhardin von Siena präsentieren das Christusmonogramm“ (Museo Antoniano). Ulisse degli Aleotti rühmt den Maler in einem Gedicht, was den Ruhm des Malers in Oberitalien verbreitete.

 

Andrea Mantegna und die Bellini

Wann Andrea Mantegna Kontakt zur Malerfamilie Bellini herstellte, ist nicht bekannt. Jedenfalls plante Jacopo Bellini, den vielversprechenden Maler an seine Werkstatt zu binden. Probates Mittel hierfür war, ihm seine Tochter Nicolosia Bellini zur Ehefrau zu geben. Am 25. Februar 1453 nahm Jacopo Bellini ein Darlehen auf, um die Mitgift seiner Tochter zu finanzieren. Giovanni und Gentile  Bellini, Halbbruder und Bruder der Braut, wurden dadurch mit Mantegna verschwägert. Die enge familiäre Bindung zeigt sich in den 1450er und 1460er Jahren im Frühwerk des etwas jüngeren Giovanni Bellini, der so manche Komposition des älteren Vorbildes interpretierte.

Vielleicht aus Anlass der Eheschließung oder im folgenden Jahr aufgrund der Geburt des ersten Sohnes (1454) malte Mantegna eines seiner berühmtesten Bilder: „Darbringung Christi im Tempel“ (um 1453/54, Gemäldegalerie, Berlin), das von Giovanni Bellini interpretiert wurde (Fondazione Querini Stampalia, Venedig).

 

Altäre

Mitte der 1450er Jahre hatte sich Andrea Mantegna einen Ruf als führender Maler in Oberitalien erarbeitet, sodass er zunehmend große Altarprojekte anvertraut bekam. Der San-Luca-Altar entstand 1454, gefolgt vom „Polyptychon des hl. Lukas“ für das Kloster Santa Giustina in Padua (1453–1455, Pinacoteca di Brera, Mailand). Der Markgraf von Mantua, Ludovico III. Gonzaga, berief den nun arrivierten Maler bereits 1456 auf die Stelle des Hofmalers, was dieser jedoch zurückweisen musste, da er noch am Zeno-Altar (1456/57–1459) malte und die Ovetari-Kapelle erst 1457 vollendet wurde. In der Madonnen-Darstellung des Zeno-Altars setzte Mantegna erstmals in Oberitalien die Komposition der „Sacra conversazione“ ein.

Ende Januar 1460 überwachte Andrea Mantegna die Aufstellung des San-Zeno-Altars. Sein Porträt des „Kardinal Ludovico Trevisan“ (1459/60, Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin) entstand mutmaßlich während des Kongresses von Mantua, einer von Papst Pius II. zur Ausrufung des Kreuzzugs gegen die Türken einberufenen Kirchenversammlung, die vom 27. Mai 1459 bis zum 8. Februar 1460 tagte.

 

Hofmaler in Mantua

Im Jahr 1460 verließ Andrea Mantegna Padua und zog nach an den Hof in Mantua. Für fast fünf Jahrzehnte hatte er die Stelle als Hofmaler der Gonzagas inne. Nachweislich hielt er sich am 21. Juni 1460 in Mantua auf.

Mantegna erhielt er den Auftrag für die Dekoration der Schlosskapelle (verloren, 1460–1464), Entwürfe für Wandteppiche (1465) und zahlreiche Tafelbilder, von denen kaum ein Werk heute erhalten ist. Als eines der ersten Werke in Mantua malte Mantegna 1461 ein Profilbildnis von Francesco Gonzaga, dem Sohn seines neuen Dienstherren, als dieser vom Studium in Pavia zurückkehrte (Museo Nazionale di Capodimonte, Neapel).

 

Camera degli Sposi

Sein berühmtestes Werk in Mantua ist jedoch die Ausmalung der Camera degli Sposi („Camera picta“, Zimmer des Hochzeitpaares): Mantegna malte zwischen 1465 und 1474 in die illusionistische Raumgestaltung Porträts von der Familie Gonzaga samt Hofstaat und Lieblingshund.

„Familie und Hofstaat von Ludovico III. Gonzaga” an der Nordwand der Camera degli Sposi zeigt die Versammlung der herzoglichen Familie, samt Hofbeamten, Verbündeten, Dienerschaft, Pferden und Hunden. Ludovico III. Gonzaga und dessen Ehefrau Barbara von Brandenburg sind sitzend dargestellt. Der Markgraf hat offenbar gerade einen wichtigen Brief erhalten, den er gerade aufgemacht hat, und wendet sich eine Diener zu. Diesen Brief findet man in einer weiteren Szene in der Hand von Kardinal Francesco Gonzaga, dem Sohn von Herzog Ludovico, der ihn entgegenzunehmen scheint.

In der schmalen Szene der Westwand zeigt Andrea Mantegna Diener mit Pferden und Hunden in einer fantastischen Landschaft. Hier präsentiert sich der Renaissance-Maler als Meister der Tierdarstellung und kreativer Erfinder von Landschaftshintergründen. Formal bedient sich Andrea Mantegna einer friesartigen Aufreihung der Figuren in vorderster Raumebene. Zu den überzeugendsten und auch am besten erhaltenen (!) Teilen der Freskoausstattung zählt die Decke mit den Darstellungen einiger Kaiserbüsten und dem berühmten Oculus, der von Putti in Untersicht „genutzt“ wird. Den Standpunkt der Betrachtenden in die Komposition aufzunehmen, war bereits in der Ovetari-Kapelle wichtiger Teil der Ausstattung. Hier zeigt Andrea Mantegna aber einen überzeugenden Effekt, der im Italienischen als di sotto in su (von unten nach oben) bezeichnet wird.

Auch andere raumbestimmende Elemente – wie der Kamin und die Tür – wurden in die Komposition eingebaut. So zitieren die ledernen Vorhänge der Malerei die im Einsatz befindlichen, die den Kamin zu Füßen der Familienszene verdeckten. Andrea Mantegnas „Camera degli Sposi“ ist die erste durchgängige illusionistische Dekoration der Renaissance überhaupt. Seine Darstellungen zählen zudem zu den überzeugendsten Trompe-l’œil-Bildern der italienischen Renaissancemalerei. Da die Camera degli Sposi im privaten Bereich des Palastes liegt, war sie jedoch den Blicken eines Publikums entzogen. Ähnliche Freskenzyklen schuf oder entwarf Mantegna in Mailand, Pavia und Ferrara, doch ist die Camera degli Sposi das einzige gut erhaltene Beispiel.

 

Andrea Mantegna und die Druckgrafik

In den 1470er Jahren entdeckte Andrea Mantegna die Druckgraphik und ihre Verbreitungsmöglichkeiten – vielleicht spielten aber auch handfeste ökonomische Überlegungen auch eine Rolle. Als Hofmaler bekam Mantegna seine Bezahlung nur unregelmäßig. Da das Medium Kupferstich, d. h. das Eingraben der Linien mit einem Stichel in die Platte und der Druck sehr schwierig und neu waren (→ Tiefdruck), konzentrierte sich Mantegna auf die Entwürfe. Er überwachte die Ausführung derselben durch einen Goldschmied. Zu den frühesten Werken im Kupferstich zählt vermutlich das Blatt „Die Geißelung Christi“ (um 1470–1480).

Im April 1475 schloss Mantegna einen Vertrag mit dem Goldschmied Gian Marco Cavalli (1454–1508) ab, der ab nun die Entwürfe Mantegnas als Kupferstiche ausführte. Mit einer Strafe von 100 Dukaten verpflichtete sich Cavalli, die Druckerplatten und Entwürfe niemandem zu zeigen oder unerlaubte Drucke anzufertigen. Mantegna war entschlossen, sein Monopol zu verteidigen. Als im selben Jahr ein Kupferstecher namens Simone da Reggio für andere mantuanische Künstler zu arbeiten begann, drohte Mantegna ihm unverhohlen, lies ihm auflauern und klagte ihn der sexuellen Ausschweifung an, sodass Simone aus der Stadt fliehen musste. Die Zusammenarbeit mit Cavalli ist bis 1483 nachweisbar, als dieser nach Mantegnas Entwürfen Vasen im antiken Stil für Federico I. Gonzaga (1441–1484), dem Sohn von Ludovico III. Gonzaga, anfertigte.

International berühmt wurde Andrea Mantegnas Kupferstich „Der Kampf der Seegötter” (vor 1481). Er ist auch Mantegnas größter Kupferstich. „Der Kampf der Seegötter“ war weit verbreitet und wurde häufig kopiert wie auch imitiert, darunter in Zeichnungen von Albrecht Dürer, einem Bronzerelief von Alessandro Leopardi und Anticos Gonzaga Vase.

 

Späte Werke

Der Tod von Mantegnas Ehefrau und eines ihrer drei Söhne, Bernardino, im Jahr 1470 oder 1480 traf den Künstler schwer. Die „Beweinung Christi [Cristo in scorto]“ (um 1480?, Brera) zählt zu den berühmtesten Bildern des Mantuaner Malers. Es entstand vielleicht für seine eigene Privatkapelle, da es ohne Auftrag entstand und nach seinem Tod im Atelier aufgefunden wurde. Zweifellos zeigt es am deutlichsten von allen Werken Mantegnas dessen Fähigkeit, mit Perspektive gleichsam zu spielen. Es ist beredtes Beispiel für die Verbindung von Antikenliebe und tiefer christlicher Religiosität, die einander in der italienischen Renaissance nicht widersprüchlich gegenüberstanden, sondern miteinander verbunden wurden.

Der Ruhm des Künstlers war nun so gestiegen, dass Lorenzo de‘ Medici ihn 1483 in dessen Atelier besuchte und sich bewundernd über „einige reliefierte Köpfe“ und die „Sammlung antiker Stücke“ äußerte. Offensichtlich betätigte sich Mantegna auch an Entwürfen im Stil der Antike, für die er Anschauungsmaterial und Sammelstücke in seinem Atelier verwahrte.

Zwischen 1488 und 1490 hielt sich Andrea Mantegna in Rom auf, wo er für Papst Innocenzo VIII. (1432–1492) an den Fresken der Belvedere-Kapelle im Vatikan arbeitete (1780 fielen sie einem Feuer zum Opfer).

In den letzten Jahrzehnten seines Lebens – Mantegna starb 1506 – arbeitete er an Grisaille-Gemälden: neun großen Leinwandbilder vom Triumph Cäsars, in denen er Julius Cäsars Sieg über Gallien feierte (Royal Collection). Hierbei handelt es sich um Mantegnas umfassendste Auseinandersetzung mit der antiken Welt. Ihre Funktion ist noch nicht geklärt, zumindest ein Mal wurden sie im Rahmen eines antiken Theaterstücks eingesetzt. Die monumentale „Madonna della Vittoria” (1496, Louvre) entstand, um den Sien in der Schlacht von Fornoveo (1494) zu feiern. Gianfrancesco II. Gonzaga, der Enkel seines einstigen Herrn, hatte die einfallenden Franzosen vertrieben.

Andrea Mantegna führte 1497 für Isabella d´Este (1474–1539), Ehefrau von Gianfrancesco II. Gonzaga und ab 1498 de facto Regentin von Mantua, das Gemälde „Parnass“ aus. Es war Teil eines ehrgeizigen Bilderzyklus in ihrem privaten studiolo. Weitere Gemälde wurden bei Lorenzo Costa und Perugino in Auftrag gegeben. Leonardo weigerte sich trotz mehrmaliger Anfrage; Giovanni Bellini wollte keine „istoria [Geschichte]“ liefern. Fünf Jahre später vollendet er den „Sieg der Tugenden über die Laster“ (1502) für Isabella d’Este.

 

Tod

Am 13. September 1506 verstarb Andrea Mantegna. Er wurde in der Basilica di Sant‘ Andrea in einer prächtigen Grabkapelle bestattet, die er offenbar selbst entworfen hatte. Sie war geschmückt mit seinen eigenen Gemälden und der seiner zwei Sohne sowie seiner bronzenen Porträtbüste nach antiken römischen Vorbildern mit einer Inschrift, die er vielleicht sogar selbst verfasst hatte: Darin wird Andrea Mantegna als „neuer Apelles“ gehuldigt.

Die Inschrift auf dem nach seinem Tod im Atelier gefundenen Gemälde „Der hl. Sebastian“ (Galleria Ca d‘Oro, Venedig) besagt:

„Nichts ist von Dauer außer Gott, alles Übrige ist Rauch. [Nihil stabile est nisi divinus]“

Die beiden Söhne Mantegnas, die ihren Vater überlebten, wurden keine berühmten Künstler. Seinen Posten als Hofmaler übernahm Lorenzo Costa. Aber Mantegnas bedeutenster Schüler, Correggio, schuf bedeutende Bilder der Hochrenaissance.

 

Ehefrau

  • Nicolosia Bellini (um 1429–1475/80): ⚭ 1453. Nicolosia Bellini war die Tochter der venezianischen Malers Jacopo Bellini sowie die Halbschwester von Giovanni und Gentile Bellini. Durch diese Heirat erhielt Mantegna Zugang zu den Zeichenbüchern seines Schwiegervaters und wurde als Mitglied von dessen Malerdynastie in Venedig gefördert. Da Andrea Mantegna sich nach dem Tod seiner Frau nicht wiederverheiratete, darf man davon ausgehen, dass die Ehe durchaus glücklich war.

 

Kinder

Mantegna hatte drei Söhne, die ebenfalls Maler wurden.

  • 1454 Geburt des ersten Sohnes von Andrea Mantegna
  • Bernardino

 

Schüler von Andrea Mantegna

  • Correggio (1489–1534), eigentlich Antonio da Correggio
  • Francesco Franica (1447–1517), eigentlich Francesco Raibolini
  • Giovanni Francesco Caroto (1478/82–1555)

 

Andrea Mantegna beeinflusste folgende Künstler

 

Weitere Beiträge zu Andrea Mantegna

 

Biografie von Andrea Mantegna (1431–1506)

  • Ende 1430 oder wahrscheinlicher 1431

    Andrea Mantegna wurde als Sohn eines Tischlers auf der Isola Mantegna (früher Isola di Carturo) bei Piazzola sul Brenta in der Provinz Padua geboren. Die Familie stammte aus einfachen ländlichen Verhältnissen. Schon in seiner frühen Kindheit musste er als Viehhirte arbeiten.
  • 1441

    Im Alter von zehn Jahren war Andrea Mantegna bereits Waise.
  • 1442

    Mantegna kam im Alter von elf Jahren in die Malerschule des Paduaner Maler Francesco Squarcione (1397–1468), wo er sieben Jahre blieb. Squarcione galt als mittelmäßiger Lehrer, der es sich zur Gewohnheit machte, seine begabten Schüler zu adoptieren – neben Mantegna zum Beispiel auch Marco Zoppo (1433–1478), um mit ihrer Arbeit Geld zu machen. Squarcione beeinflusste Mantegna durch sein Interesse an der Antike und den Florentiner Meistern.
  • 1440er

    Ein heute verschollenes Porträt einer Nonne, das Mantegna in den 1440er Jahren malte, machte wegen seiner lebensechten Wirkung großen Eindruck auf den mit Giovannis Vater Jacopo befreundeten venezianischen Humanisten Ulisse degli Aleotti.
  • Ende 1443

    Donatello (um 1386–1466) ließ sich in Padua nieder, wo er zehn Jahre lang an einem lebensgroßen Bronzekreuz für den monumentalen Hochaltar im Santo (1446–1450) und am Reiterstandbild des Erasmo da Narni, genannt Gattamelata (1447–1453) arbeitete. Über den um zehn Jahre älteren Niccolò Pizzolo knüpfte Mantegna Verbindungen zur Werkstatt des bedeutenden Florentiner Bildhauers. Mantegna wuchs mit der Kunst Donatellos auf, weshalb der Florentiner als der eigentlicher Lehrmeister Mantegnas betrachtet werden kann. Weiters beeinflusste ihn vor allem der Maler und Mosaikkünstler Paolo Uccello (1397–1475), der sich um 1445 in Padua aufhielt.
  • Januar 1448

    Mantegna beschuldigte seinen Lehrherrn, sich auf seine Kosten schamlos zu bereichern, und erwirkte die Aufhebung der Adoption.
  • 1448–1457

    Aufenthalt in Padua: Zu Mantegnas ersten Werken zählt ein Altartafeln für die Kirche der heiligen Sofia in Padua, das der 17-jährige signierte. Der Evangelist Markus“ (Städel Museum, Frankfurt) ist auf Leinwand gemalt. Die Witwe des Notars Antonio Ovetari, Imperatrice Forzate, beauftragte den 17-jährigen Mantegna und Pizzolo (sowie die beiden erfahrenen Maler Giovanni d‘ Alemagna und Antonio Vivarini aus Venedig) mit der Ausmalung der Hälfte der Grabkapelle ihres Mannes in der Eremitanikirche. Mantegnas Beitrag fällt durch die dramatischen perspektivischen Verkürzungen und archäologisch fundierten Darstellungen klassisch antiker Szenen besonders auf. Die Szenen waren vermutlich 1457 vollendet.
  • 1449/50

    Lünetten der Ovetari-Kapelle
  • 1449

    Mantegna ist am Hof von Ferrara nachzuweisen, wo er Werke von Rogier van der Weyden (1399/1400–1464) und Piero della Francesca (um 1410/20–1492), eigentlich Pietro do Benedetto die Franceschi, kennen lernte. Malte ein doppelseitiges Porträt des Markgrafen Leonello d´Este, dem zukünftigen Markgraf von Ferrara (1407–1450), und dessen Kammerherren (Schatzmeister).
  • 1450

    „Bildnis eines alten Mannes“ (um 1450, Museo Poldi Pezzoli, Mailand)
  • 1451

    „Der hl. Jakob vor Herodes Agrippa“ in der Ovetari-Kapelle; „Der hl. Hieronymus in der Wüste“ (1448–1451, Museu de Arte de Sao Paulo Assis Chateaubriand)
  • 1452

    Mantegna kehrte nach Padua zurück, um seine Arbeiten an der Lünette über dem Hauptportal in der Basilica di Sant´Antonio fertig zu stellen: „Die Heiligen Antonius und Bernhardin von Siena präsentieren das Christusmonogramm“ (Museo Antoniano). Ulisse degli Aleotti rühmt den Maler in einem Gedicht. „Die Anbetung der Hirten“ (um 1450–1452, The Metropolitan Museum of Art, New York).
  • 1453

    Am 25. Februar 1453 nahm Jacopo Bellini ein Darlehen auf, um die Mitgift seiner Tochter zu finanzieren: Mantegna heiratete Nicolosia Bellini, die Halbschwester von Giovanni und Gentile Bellini. Durch diese Heirat erhielt Mantegna nicht nur Zugang zu den Zeichenbüchern seines Schwiegervaters Jacopo Bellini, sondern auch zu einem neuen und noch größeren Kreis an Auftraggebern in Venedig. Der gewaltsame Tod von Niccolò Pizzolo ermöglichte, dass Mantegna allein über die Ausschmückung der Ovetari-Kapelle entscheiden konnte. Vielleicht aus Anlass der Eheschließung oder im folgenden Jahr aufgrund der Geburt des ersten Kindes malte Mantegna eines seiner berühmtesten Bilder: „Darbringung Christi im Tempel“ (um 1453/54, Gemäldegalerie, Berlin), das von Giovanni Bellini interpretiert wurde (Fondazione Querini Stampalia, Venedig).
  • 1454

    Geburt des ersten Sohnes von Andrea Mantegna. San-Luca-Altar: Der hl. Maximus (1453/54, Brera, Mailand); „Christus am Ölberg“ (1453/54, National Gallery, London); „Hl. Euphemia“ für die Kirche Santa Maria Assunta in Montepeloso (Museo di Capodimonte, Neapel); „Madonna und Kind mit Seraphim und Cherubim (Butler-Madonna)“ (um 1454, The Metropolitan Museum of Art, New York, The Friedsam Collection, Bequest of Michael Friedsam, 1931)
  • 1455

    „Polyptychon des hl. Lukas“, gemalt für das Kloster Santa Giustina in Padua (1453–1455, Pinacoteca di Brera, Mailand); „Madonna mit Kind und den heiligen Hieronymus und Ludwig von Toulouse“ (um 1455, Musée Jacquemart-André); „Der hl. Hieronymus in der Wüste“ (wohl 1453–1455, The Barber Institute of Fine Arts, Birmingham)
  • 1456

    Ludovico III. Gonzaga, Markgraf von Mantua bot Mantegna die Stelle als Hofmaler an. Der Maler schlug aus, da er am Zeno-Altar malte. „Christus am Ölberg“ (um 1455–1456, The National Gallery, London); „Die Aufnahme Mariens in den Himmel“ (um 1456, Ovetari-Kapelle, Eremitanikirche, Padua)
  • 1456/57–1459

    Mantegna malte im Auftrag des hochgebildeten, venezianischen und reformierten Benediktinerabts und päpstlichen Protonotar, Gregorio Correr (1409–1464), ein Altarbild einer „Madonna mit Engeln und Heiligen“ für die Kirche San Zeno Maggiore in Verona (Kirche San Zeno, Verona). In dem Triptychon verwendete Mantegna zum ersten Mal in der oberitalienischen Kunst das Motiv der „Sacra conversazione“. In den Predellentäfelchen stellte er Christus am Ölberg, die Kreuzigung Christi (Musee du Louvre, Paris) und die Auferstehung Christi (Musee des Beaux-Arts, Tours) dar – vor Ort befinden sich Kopien der Täfelchen.
  • 5. Januar 1457

    Schreiben, in dem der Hof zu Mantua die Genehmigung des Auftrags erteilte. Mantegna führte den San-Zeno-Altar vollständig in seiner Werkstatt in Padua aus.
  • 1457

    Vollendung der Wandmalereien in der Cappella Ovetari und deren Weihe. Die Fresken sind nur noch in Skizzen und Schwarz-Weiß-Fotografien erhalten, da ein Großteil bei einem Luftangriff am 11. März 1944 zerstört wurde. Die Skizzen zeigen eine ausgefallene Perspektive. Aus extremer Froschperspektive wird die Exekution des heiligen Jakobus gezeigt. Imperatrice Forzate verklagte Andrea Mantegna, da er nicht, wie für die „Himmelfahrt Mariens“ vereinbart zwölf, sondern nur acht Apostel rings um Maria gemalt hatte. Mantegna gewann den Rechtsstreit.
  • 1459

    Im Juli 1459 traf der San-Zeno-Altar in Verona ein. „Christus am Ölberg“ (1456–1459, Musée des Beaux-Arts, Tours)
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.