Berlin | Bröhan-Museum: BRÖHAN TOTAL! | ARTinWORDS
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Berlin | Bröhan-Museum: BRÖHAN TOTAL! Größte Sammlungspräsentation des Jugendstils

Vase, August F. Hallin (Form) / Effie Hegermann-Lindencrone (Dekor), 1896, Porzellanmanufaktur Bing & Grøndahl, Kopenhagen, Porzellan mit Unterglasurbemalung (Bröhan-Museum, Berlin, Foto: Martin Adam, Berlin)

Vase, August F. Hallin (Form) / Effie Hegermann-Lindencrone (Dekor), 1896, Porzellanmanufaktur Bing & Grøndahl, Kopenhagen, Porzellan mit Unterglasurbemalung (Bröhan-Museum, Berlin, Foto: Martin Adam, Berlin)

2021 wäre der Museumsgründer Karl H. Bröhan 100 Jahre alt geworden. Dieser runde Geburtstag gibt den Anlass zu einer groß angelegten Jubiläumsausstellung: Auf der gesamten Ausstellungsfläche wird in einer neuartigen und ungewöhnlichen Präsentation so viel wie noch nie von der Sammlung gezeigt.

Bröhan Total!

Schaudepotbereiche mit Highlights der Sammlung des Bröhan-Museums, aber auch zum Teil selten gezeigte Schätze wechseln sich ab mit Period-Rooms zum französischen Art Nouveau, zu den reformbewegten Entwürfen des deutschen Jugendstils, zum Art déco und zur funktionalistischen Formgebung der 1920er Jahre (z. B. von Max Bill). Die Gemäldebestände zur Berliner Secession, darunter Bilder von Karl Hagemeister und Walter Leistikow, werden ebenso präsentiert wie ausgefallene Sammlungsblöcke – beispielsweise Tierfiguren.

Ausgewählte Neuerwerbungen der letzten Jahre zeigen zudem die Entwicklung der Sammlung auf. Es werden Gemälde, Grafik, Möbel, Porzellan sowie Metall- und Glaskunst zu sehen sein. Anlässlich der Schau konnte das Bröhan-Museum durch eine private Spende auch ein großformatiges Gemälde von Franz Skarbina erwerben, das ebenfalls ausgestellt wird.

Zudem erhielt das Haus im Juni 2021 eine umfangreiche Schenkung aus Berliner Privatbesitz – ein privater Sammler aus Berlin-Schöneberg stiftete seine Kollektion von über 100 farbenprächtigen Gläsern des Münchner Designers Jean Beck (1862–1938) dem Museum, das ihn einst zum Sammeln inspiriert hatte. Die Gläser werden nun erstmals präsentiert. Das Phänomen der „Satellitensammlungen“ – Sammlungen, die unmittelbar vom Bröhan-Museum inspiriert sind – erkundet die Ausstellung auch noch am Beispiel zweier weiterer Kollektionen.

Kuratiert von Anna Grosskopf und Tobias Hoffmann.

Nezaket Ekici „Panta Rhei“ im Bröhan-Museum

Zum ersten Mal in der Geschichte des Bröhan-Museums findet eine Intervention von zeitgenössischer Kunst mit Werken der Sammlung statt: Die international renommierte Performancekünstlerin Nezaket Ekici wirft am 6. November 2021 einen neuen Blick auf die Sammlung – sie realisiert im Museum die Performance-Installation „Panta Rhei“, in der sie sich mit der Porzellansammlung des Bröhan-Museums auseinandersetzt.

Bröhan-Museum: Werke

  • Franz Skarbina, Der Lumpensammler Père Jean-Baptiste, 1886, Öl auf Leinwand (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Eugène Gaillard, Speisezimmer, 1899/1900, Ausführung L’Art Nouveau Bing, Paris, Nussbaumholz; Glas; Messingbeschläge; Leder, geschnitten und geprägt (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Georges de Feure, Plakat „Fonty Tous Les Soirs“, 1893–1894, Druck Lith. G. Bataille, Paris, Farblithografie (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Joan Busquets i Jané, Buffetschrank, Barcelona um 1900, Muebles Juan Busquets, Eiche, dunkel gebeizt, Türfüllungen bemalt; Spiegel; Marmorplatte; Metallbeschläge (Bröhan-Museum, Berlin): In den 1960er Jahren befand sich dieser Buffetschrank im Besitz von Salvador Dalí.
  • Paul Iribe, Liegesessel, Paris 1913, Ebenholz, lackiert; Baumwollvelourbezug (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Karl Hagemeister, Seerosen, 1902, Öl auf Leinwand (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Willy Jaeckel, Im Kaffeehaus, 1912, Öl auf Leinwand (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Walter Leistikow, Märkischer Waldsee mit zwei Birken, um 1895, Öl auf Leinwand (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Vase, August F. Hallin (Form) / Effie Hegermann-Lindencrone (Dekor), 1896, Porzellanmanufaktur Bing & Grøndahl, Kopenhagen, Porzellan mit Unterglasurbemalung (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Henry van de Velde, Kandelaberpaar, 1898/99, Messing, gegossen, versilbert (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Max Bill, Dreibeinstuhl, 1949, Möbelfabrik Horgenglarus, Glarus (CH), Buchenholz und Buchenschichtholz, lackiert (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Sven Markelius, Stapelstühle „Orkesterstolen“, 1932, Svenska Möbelfabrikerna, Bodafors (SE), Birkenholz; Birkenschichtholz (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Paul Walther, Pfefferfresser (Tukan), 1910, Königliche Porzellan-Manufaktur Meißen, Porzellan mit Unterglasurbemalung (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Vase, 1899, Glasfabrik Johann Lötz Witwe, Klostermühle, Glas mit Unterfang und Fadenauflage (Bröhan-Museum, Berlin)

Beiträge zum Jugendstil

8. Januar 2024

Chemnitz | Kunstsammlungen & Henry van de Velde Museum: Reform of Life & Henry van de Velde mittendrin Lebenslinien der Reformkunstbewegungen | 2024/25

Die Ausstellung widmet sich den Visionär:innen und Utopist:innen in der Kunst zwischen 1880 und 1930 und Henry van de Velde als einem ihrer wichtigsten Vertreter. An zwei Ausstellungsstandorten – in den Kunstsammlungen am Theaterplatz und im Henry van de Velde Museum in der Villa Esche – spürt sie den Lebenslinien der Reformkunstbewegungen zwischen Idealismus und Scheitern nach.
7. Dezember 2023

Berlin | Bröhan-Museum: Art Nouveau um 1900 Jugendstil aus Frankreich und Belgien | 2023/24

Die Ausstellung präsentiert prachtvolle Werke mit Meisterwerken aus Design und bildender Kunst, inspiriert von der Natur und ostasiatischen Vorbildern.
7. Juni 2023
Josef Hoffmann, Vase, 1913; farbloses Glas, geätzt, Bronzitdekor, Ausführung: eine böhmische Manufaktur für J. & L. Lobmeyr, Wien (© Peter Kainz/MAK)

Wien | MAK: Lobmeyr 200 Jahre schillernde Luxuswelten | 2023

Das MAK widmet dem renommierten Handwerksbetrieb eine Überblicksausstellung, in der kunstvolle Entwürfe von Architekten, exquisit ausgeführte Meisterstücke von Graveuren und Glasmaler:innen neben strahlenden Beleuchtungskörpern für berühmte Gebäude.

Aktuelle Ausstellungen

17. Mai 2024
Franz Grabmayr, Sandgrube, 1969, Öl auf Jute (ALBERTINA, Wien - Sammlung Batliner © Bildrecht, Wien 2024)

Wien | Albertina: Franz Grabmayr Farbe, Dynamik, die Kraft des Lebendigen | 2024

„Farbe, Dynamik, die Kraft des Lebendigen – das sind die Mittel meiner Bildgestaltung“, so beschreibt Franz Grabmayr seine Malerei. Aus der Nähe betrachtet gemahnen seine oft bis zu 60 kg schweren, plastischen Gemälde an abstrakte, zufällige Kompositionen. Doch sind Künstler und Werk in der Natur beheimatet.
17. Mai 2024
Jacob Matham nach Hendrick Goltzius, Der gestrandete Wal bei Berjhey, Detail, 1598 (Narodniy Galeria Prag)

Prag | Waldstein Reithalle: Von Michelangelo bis Callot Druckgrafik des Manierismus | 2024

Die Druckgrafik spielte im Manierismus eine entscheidende Rolle für die rasche Verbreitung von Motiven und Konzepten. Gleichzeitig etablierte sie sich aber auch als eigenständige künstlerische Disziplin mit technischer als auch künstlerischer Exzellenz.
16. Mai 2024
Angelika Kauffmann, Farbe – Colouring, ab 1778/vor Mai 1780, Öl/Lw, queroval, 130 x 149,5 cm (Royal Academy of Arts, London © Royal Academy of Arts, London/ Foto: John Hammond)

London | Tate Britain: Britische Künstlerinnen 1520–1920 Erfolgreiche Frauen im britischen Kunstbetrieb | 2024

Mit über 150 Werken räumt die Ausstellung mit Stereotypen über Künstlerinnen in der Kunstgeschichte auf und analysiert den steinigen Weg von Frauen in die Kunstwelt. Mit Werken von Mary Beale, Angelika Kauffmann, Elizabeth Butler und Laura Knight.