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Halle (Saale) | Kunstmuseum Moritzburg: Franz Marc

Franz Marc, Der Panther, 1908, Bronze (posthumer Guss, wohl 1928), 9,5 x 12,2 x 10,3 cm (mit Sockel) (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto: Punctum/Bertram Kober)

Franz Marc, Der Panther, 1908, Bronze (posthumer Guss, wohl 1928), 9,5 x 12,2 x 10,3 cm (mit Sockel) (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto: Punctum/Bertram Kober)

Franz Marc (1880–1916), einer der führenden Vertreter des Expressionismus, strebte in Verbindung mit einer veränderten Weltsicht eine Erneuerung der Kunst an, die über die Wiedergabe des Sichtbaren hinaus reicht. Tiere galten ihm als unverfälschte Wesen und stehen im Zentrum seines Schaffens. Bekannt vor allem als Maler, hat Marc insgesamt sechszehn Plastiken und zum Teil unvollendete Skulpturen geschaffen. Besonders die drei Plastiken „Der Panther“ (1908), „Zwei Pferde“ (1908/09) und „Zwei Bären“ (1910), die zum Sammlungsbestand des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) gehören, gaben ihm klärende und richtungsweisende Impulse zu seinem von ihm selbst als „Animalisierung der Kunst“ formulierten Bestreben.

Franz Marc: Skulpturen im Kunstmuseum Moritzburg Halle

Die Kabinettausstellung konzentriert sich erstmalig auf das plastische Werk von Franz Marc und beleuchtet seine Bedeutung für das Schaffen des Künstlers. Sie bringt die bildhauerischen Werke Marcs mit kunsthandwerklichen Arbeiten und reizvollen Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafiken zusammen, die im Umfeld der plastischen Werke entstanden.

Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) besaß als erstes und einziges Museum in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg neben wichtigen Gemälden auch drei Plastiken von Franz Marc. Die Stadt Halle (Saale) erwarb sie 1930 für ihr Museum zusammen mit den Wachsmodellen der „Zwei Pferde“ und „Zwei Bären“ innerhalb eines ausgewählten Konvolutes, dessen Höhepunkt Marcs berühmtes Gemälde „Tierschicksale“ war. Damit besaß das Museum zu dieser Zeit die umfangreichste Franz-Marc-Sammlung in Deutschland.

Anders als die meisten Gemälde und Arbeiten auf Papier, die 1937 bei der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmt wurden, blieben die Plastiken dem Museum als „unbedenklich“ erhalten. Sie stehen nun zusammen mit sämtlichen anderen plastischen Versuchen, die Franz Marc in Bronze, Stein und Steinguss schuf, sowie einer Auswahl kunsthandwerklicher Arbeiten und Zeichnungen im Zentrum der Ausstellung. Neben Leihgaben aus Kochel am See, dem Lenbachhaus München und dem Schlossmuseum Murnau sowie den Werken aus dem eigenen Bestand des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) werden vor allem die aus konservatorischen Gründen nur selten ausgestellten Arbeiten auf Papier aus der Sammlung Kracht zu sehen sein.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Franz-Marc-Museum in Kochel am See.
Quelle: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Franz Marcs Skulpturen im Kunstmuseum Moritzburg: Bilder

  • Franz Marc, Schafgruppe, 1905–1907, Wachs, Holz, Eisendraht auf Platte montiert, 14,5 x 41,5 x 20 cm (Dauerleihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung, München, Schloßmuseum Murnau)
  • Franz Marc, Der Panther, 1908, Bronze (posthumer Guss, wohl 1928), 9,5 x 12,2 x 10,3 cm (mit Sockel) (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale))
  • Franz Marc, Zwei Pferde, 1908/09, Bronze (posthumer Guss, wohl 1928), 16 x 16,2 x 16,2 cm (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale))
  • Franz Marc, Zwei Bären, 1911, Bronze (posthumer Guss), 12,7 cm x 20,8 cm x 15,8 cm (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale))
  • Franz Marc, Chimäre, 1914, Kalkstein, eingelegte Augen aus ockerfarbenem Stein, 12 x 19,8 x 8-10 cm (Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner- Stiftung, München Städtische Galerie im Lenbachhaus, München)
  • Illustrierte Hallische Nachrichten, Nr. 2 (10.1.1931) (Stadtarchiv Halle)
  • Blick in den Kuppelsaal der Moritzburg mit Franz Marcs Gemälden: Eber und Sau (1913), Hirsche im Walde (1911) und Tierschicksale (1913), Fotografie nach 1930 (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt)
  • Blick in den Kuppelsaal der Moritzburg mit Franz Marcs „Weißer Katze“ (1912), Fotografie nach 1925 (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt)

Beiträge zu Franz Marc

15. Juli 2021
Franz Marc, Liegender Stier, Detail, 1913, Tempera auf Papier, 40 x 46 cm (Museum Folkwang, Essen, Foto: Jens Nober)

Essen | Museum Folkwang: Expressionismus am Folkwang Entdeckt – Verfemt – Gefeiert

Im Herbst 2022 zeichnet diese Ausstellung erstmals das besondere Verhältnis zwischen dem Museum Folkwang und den Künstler*innen des Expressionismus nach.
10. Juli 2021
Ernst Ludwig Kirchner, Vier Badende, Detail, 1909/10 (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)

Wuppertal | Von der Heydt-Museum: Brücke und Blauer Reiter Zusammenwirken der beiden Künstlergruppen

23. März 2021
Franz Marc, Blaues Pferd I, Detail, 1911 (Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Bernhard und Elly Koehler Stiftung 1965, Schenkung aus dem Nachlaß Bernhard Koehler sen., Berlin, erworben von Franz Marc)

München | Lenbachhaus: Der Blaue Reiter. Gruppendynamik

Für die Ausstellung ist der im Almanach „Der Blaue Reiter“ von 1912 verfolgte Gedanke einer Gleichberechtigung jedweder Kulturproduktion grundlegend.

Aktuelle Ausstellungen

10. Juli 2021
Yayoi Kusama, Infinity Mirrored Room – Filled with the Brilliance of Life, 2011/2017 (Tate © Yayoi Kusama)

London | Tate Modern: Yayoi Kusama. Infinity Mirror Rooms Magie - Unendlichkeit - Selbstauslöschung

Die japanische Künstlerin und Schriftstellerin Yayoi Kusama erschafft mit den „Infinity Mirror Rooms“ Kunstwerke, in die man eintreten und eintauchen kann. Zwei große Installationen – „Infinity Mirrored Room - Filled with the Brilliance of Life“ (2012) sowie „The Universe as Seen from the Stairway to Heaven” (2021) – begeistern nun ein ganzes Jahr das Publikum.
1. Juli 2021
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Frankfurt | Städel Museum: Fotografie zwischen den Weltkriegen Neu Sehen in den 1920er und 1930er Jahren

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22. Juni 2021
Bonn, Beuys - Lehmbruck

Bonn | Bundeskunsthalle: Beuys – Lehmbruck Denken ist Plastik

Im Jahr 1986 erhielt Joseph Beuys den Wilhelm-Lehmbruck-Preis. In seiner Dankesrede betont er die Bedeutung, die die Kunst des expressionistischen Bildhauers für ihn hatte. Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys geht die Ausstellung „Beuys – Lehmbruck. Denken ist Plastik“ dem Weg vom expressionistischen Bildhauer zur Sozialen Plastik nach.