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Wolfsburg | Kunstmuseum: Licht Macht! Licht! mit politischen, ökologischen oder sozialen Aussagen

Lori Hersberger, Sunset 164, 2006, Neon, schwarzes Floatglas, 1,84 x 3,68 m (Neon), Installationsmaße variabel, © Lori Hersberger Studio, Zürich, Foto: Hans-Georg Gaul, Berlin

Lori Hersberger, Sunset 164, 2006, Neon, schwarzes Floatglas, 1,84 x 3,68 m (Neon), Installationsmaße variabel, © Lori Hersberger Studio, Zürich, Foto: Hans-Georg Gaul, Berlin

Künstliches Licht galt zu Beginn der Moderne als Symbol modernen Lebens. Auch wenn ein Leben ohne künstliches Licht heute nicht mehr denkbar ist, wird es trotz technischer Weiterentwicklung und unbestreitbarer Vorteile auch mit Lichtverschmutzung und Energieverschwendung in Verbindung gebracht. Das Ausstellungs- und Publikationsprojekt „Macht! Licht!“ im Kunstmuseum Wolfsburg zeigt künstlerische Positionen, die sich bewusst auf politische, ökologische oder soziale Aussagen konzentrieren und den Einsatz von Licht – und damit auch im übertragenden Sinn den Einsatz von Ressourcen – kritisch kommentieren.

Von Platons Sonnengleichnis und dem beginnenden Christentum mit der Hoffnung auf eine Welt, in der es keine Nacht mehr geben werde, war Licht bis zum 20. Jahrhundert positiv konnotiert. Erst mit der Erfindung des elektrischen Lichts hat es eine negative Färbung erhalten. In seiner extremsten Anwendung werden Menschen sogar mit Licht misshandelt: Das psychisch wie physisch quälende Ausgeliefertsein einer ständigen Lichtquelle ist ein Mittel aus dem Arsenal der euphemistisch bezeichneten „weißen Folter“.

Macht! Licht! Im Kunstmuseum Wolfsburg

Die Ausstellung „Macht! Licht!“ sucht im wesentlichen Unterschied zu den bisher realisierten Lichtkunst-Schauen nicht das ganz große umfassende Spektrum aller möglichen Kunstwerke, in denen elektrisches Licht auf irgendeine Art zum Einsatz kommt. Vielmehr konzentriert sie sich auf solche künstlerischen Positionen, bei denen dem Licht bzw. den Lichtkunstwerken im weiteren Sinn politische, soziale, ökologische oder wirtschaftliche Aussagen zukommen. Ausgehend von ausgewählten Werken aus der Sammlung des Kunstmuseum Wolfsburg wird in der abgedunkelten Halle des Museums ein faszinierendes Spektrum an Werken der Lichtkunst präsentiert, deren konzeptuellen Reflexionsebenen sich auf folgende (gesellschafts-)politischen Bereiche fokussieren: Utopie/Dystopie; Ökologie/Biologie; Ökonomie; Gewalt/Macht; Kontrolle/Überwachung; Werbung/Manipulation; Aufklärung/Verunklärung; Grenze/Ausgrenzung; öffentlicher Raum u.a.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler

Mathis Altmann, Siegrun Appelt, Awst & Walther, Maja Bajević, Matthias Berthold, Joseph Beuys, Christian Boltanski, Monica Bonvicini, Daniel Canogar, Claire Fontaine, Jürgen & Nora Claus, Bill Culbert, Sven Drühl, Sam Durant, Olafur Eliasson, Patrick Fenech, Kendell Geers, Douglas Gordon, Tue Greenfort, Petrit Halilaj, Jeppe Hein, Georg Herold (→ Georg Herold im Kunstmuseum Bonn), Lori Hersberger, Gary Hill, Damien Hirst, Stephan Huber, Alfredo Jaar, Anne Marie Jugnet & Alain Clairet, John Knight, Brigitte Kowanz, Mischa Kuball, Dominik Lejman, Claude Lévêque, Los Carpinteros, !Mediengruppe Bitnik, Mario Merz, Tatsuo Miyajima, molitor & kuzmin, Robert Montgomery, Heike Mutter und Ulrich Genth, Maurizio Nannucci, Bruce Nauman, Warren Neidich, Nana Petzet, Daniel Pflumm, Bettina Pousttchi, Tobias Rehberger, Bernardí Roig, Gregor Schneider, Marie Sester, Paul Thek, Nasan Tur, Tim Noble & Sue Webster, Timm Ulrichs, Mariana Vassileva, Peter Weibel, Cerith Wyn Evans u. a.

Macht! Licht!: Ausstellungskatalog

Mit Beiträgen von Andreas Beitin, Holger Broeker, Jo Joelson, Annette Krop-Benesch, Christoph Markschies, Julia Otto und Michael Schwarz
gestaltet von Jan Kiesswetter, Berlin
Verlag der Buchhandlung Walther König (dt./engl.)

Kuratiert von Andreas Beitin und Holger Broeker.

Macht! Licht! im Kunstmuseum Wolfsburg: Bilder

  • Lori Hersberger, Sunset 164, 2006, Neon, schwarzes Floatglas, 1,84 x 3,68 m (Neon), Installationsmaße variabel, © Lori Hersberger Studio, Zürich, Foto: Hans-Georg Gaul, Berlin

Beiträge zu Zeitgenössische Kunst

10. Januar 2021
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22. Dezember 2020
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