Anton Hanak

Wer war Anton Hanak?

Anton Hanak (Brno 22.3.1875–7.1.1934 Wien) war ein österreichischer Bildhauer des Expressionismus.

Anton Hanaks Plastik „Der brennende Mensch“ zählt zu den Ikonen der österreichischen Plastik der Moderne. Der an der Wiener Akademie ausgebildete Hanak war etwas jünger als Gustav KlimtJosef Hoffmann und Ferdinand Andri, mit denen ihn eine tiefe Freundschaft verband. Klimts Förderer, die Familien Wittgenstein und Primavesi, zählten auch zu den Unterstützern Hanaks. Mit Egon Schiele stand er in freundschaftlichem Kontakt. Wie dieser reagierte er mit Werken auf die ihn umgebende Gesellschaft, wobei seine männlichen Aktfiguren oft Ausdruck eines kraftvollen Widerstands gegen die herrschenden Verhältnisse sind. So entstand die erste Idee für „Der brennende Mensch“ am Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918.

„Vor mir liegt alles im Werden, eine verwüstete Welt; hinter mir ist alles zugrunde gegangen. Ich selbst bin verkohlt und gleiche dem Baum, in den der Blitz eingeschlagen, und der verkohlt wohl noch zum Himmel ragt. In dieser furchtbaren Stimmung habe ich meine letzte Arbeit aufgerichtet und will sie bald abschließen: den brennenden Menschen.“

So beschrieb der Bildhauer seine Motivation in einem Brief an eine Freundin. Die innere Unruhe überträgt Hanak mit Hilfe der kleinteilig bewegten Modellierung. Die überlebensgroße Figur führte schließlich 1922/23 aus. Neben der Signatur schrieb er: „Du brennest und verbrennest“. Er schuf mit dieser gleichzeitig in die Knie sinkenden und die Arme in den Himmel reckenden Figur ein Symbol für den modernen Denker, den Philosophen und Aktivisten – ein Alter Ego des Künstlers. 1925 erhielt er dafür den Grand Prix in Paris. Damit hatte sich Anton Hanak in die erste Riege der österreichischen Künstler emporgearbeitet.