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10 Dinge, die man über Claes Oldenburg wissen sollte „The Store“, „Mouse Museum“ und gigantische Skulpturen im öffentlichen Raum

Claes Oldenburg, Coosje van Bruggen, Spoonbridge and Cherry, 1985, Walker Art Center’s Minneapolis Sculpture Garden, Minnesota (Foto: m01229, via Flickr)

Claes Oldenburg, Coosje van Bruggen, Spoonbridge and Cherry, 1985, Walker Art Center’s Minneapolis Sculpture Garden, Minnesota (Foto: m01229, via Flickr)

Claes Oldenburg (* 1929) ist einer der bedeutendsten Vertreter der amerikanischen Pop Art und entwickelte in Ausstellungen mit Andy Warhol oder Roy Lichtenstein in den 1960ern einen neuen Typus an Skulpturen, so genannte Soft Sculptures.

 

Claes Oldenburgs weiche Skulpturen veränderten das Medium

Claes Oldenburg wurde mit so genannten Soft Sculptures bekannt, die er ab 1957 aus gestopften Nylonstrümpfen herstellte. Das frei hängende, ehemals unbetitelte Objekt wird heute als „Sausage“ bezeichnet und besteht aus Frauenstrümpfen, die er mit Zeitungspapier ausstopfte. Claes Oldenburg nähte die Objekte nicht selbst, sondern überließ seiner ersten Ehefrau Patty Mucha (verheiratet 1960–1970) den Werkprozess.

Die Idee zu den Soft Sculptures kam Claes Oldenburg als er Objekte für seine Happenings und Environments, eigentlich sorgfältig ausgearbeitete Bühnenbilder, benötigte. In den frühen 1960ern stellte er riesige Kuchen und Burger aus bemalter Leinwand her. Von diesen leitete er ausgeklügelte Haushaltsobjekte wie Fächer und Lichtschalter ab. Das Besondere an den Soft Sculptures war, dass sie weich und leicht waren und zudem über keine feste Form verfügten. Ihre Gestalt war provisorisch und konnte jederzeit verändert werden. Daraus resultierten unendlich viele Variationen. Dazu weckten sie Assoziationen mit Körperteilen und sollten so die Vorstellungskraft des Publikums anregen.

Zudem arbeitete Claes Oldenburg mit bemaltem Gips, was seinen Skulpturen auch den Charakter des Fragilen verlieh. Nicht hart oder schwer sollten seine Skulpturen sein, sondern verformbar und leicht. Außerdem wandte sich Oldenburg den „einfachen Dingen des Alltags“ zu. Er bezeichnete sich selbst als „Stilllebenmaler, der die Stadt als Tischtuch“ benutzte. Diese Kunstwerke bot er in einem Laden an, den er 1961 in der Lower East Side Manhattans eröffnete.

 

Oldenburgs berühmtestes Werk: „The Store“ (1961)

Im Dezember 1961 eröffnete Claes Oldenburg für einen Monat die Ausstellung „The Store” in der 107 East/2nd Street und führte damit den Geschäftsladen in die Kunst ein.1 Hier verkaufte er „Store“-Objekte, die heute als „mediale Hybride“ zwischen Skulptur und Malerei gedeutete werden. Desgleichen lassen sich die Objekte mit Ready Mades Marcel Duchamps und der Objektkunst des Surrealismus in Verbindung bringen. Claes Oldenburg betonte jedoch immer die „Aktivität der Herstellung“2, womit er sich von anderen Künstlern der Pop Art unterschied. Für Claes Oldenburg war dennoch nicht nur das Objekt als unabhängiges Werk, sondern auch der performative Kontext seiner Arbeiten wichtig.

„Ich bin für Gütesiegel-A-Kunst, Listenpreis-Kunst, […] Kauf- und Spar-Kunst, kochfertige Kunst, […] Apfelkunst, Putenkunst, Tortenkunst, Kekskunst.“3

Damit reagierte Claes Oldenburg radikal auf die in den Museen „angebetete“ Hochkultur und „einzigartiger Meisterwerke“ der amerikanischen Nachkriegskunst. Dieser stand der Supermarkt als Ort der Massenproduktion und schriller Vermarktung diametral gegenüber. Als junger, aufstrebender Künstler musste sich Oldenburg mit dem Kunstmarkt auseinandersetzen und bot dem Publikum in „The Store“ eine satirisch überzeichnete Supermarkt-Ästhetik, die er zudem literarisch unterstrich. Die Kunstgalerie und das Kunstmuseum paraphrasiert als Supermarkt, in dem bekannte Verkaufsargumente wie niedriger Preis oder hohe Qualität auch für das „Kunst-Ding“ angewandt werden. Das schloss sogar Papier-Geld mit ein.

 

Fantasiebegabtes Kind und Ausbildung

Der am 28. Januar 1928 in Stockholm als Sohn eines schwedischen Diplomaten geborene Claes Oldenburg wuchs in New York und Rye (1930–1933) sowie Oslo (1933–1936) und Chicago (1936–1946) auf. In Chicago besuchte er die Latin School of Chicago. Oldeburgs Vater arbeitete in Chiacgo als Generalkonsul von Schweden in den USA. Auch heute noch bezeichnet der Künstler die Stadt als jenen Ort, wo er und sein Bruder zu „Amerikanern“ wurden.

Bereits als privilegiertes Kind konnte sich Claes Oldenburg eine Fantasiewelt aufbauen: Er zeichnete das Land Neubern, gelegen in der Südsee, mit all seinen Bewohnern, Städten, seiner Armee und seinen Flugzeugen. Oldenburgs Talent zu zeichnen, brachte ihm bald Aufmerksamkeit und Anerkennung, doch er wollte diesen Weg professionell gehen.

Zwischen 1946 und 1950 studierte Claes Oldenburg englische Literatur und Kunstgeschichte an der Yale University in New Haven. Danach besuchte er bis 1954 einige Kurse an der School of the Art Institute of Chicago. Während seiner Studienzeit arbeitete Oldenburg als Reporter im Büro der City News in Chicago. Er zählt zu den seltenen Begabungen, die sich in vielen verschiedenen Medien und „Sprachen“ ausdrücken könnten.

 

Erstes Atelier, erste Ausstellungen

Im Jahr 1953 bezog Claes Oldenburg sein erstes eigenes Atelier. Finanziert hat er es mit einem Teilzeitjob in der Bibliothek des Copper Union Museum for the arts of Decoration. Hier vertiefte er selbständig sein Wissen über die Entwicklung der Kunst. Noch im selben Jahr konnte Oldenburg erstmals im Chicagoer Club St. Elmo eine Ausstellung mit satirischen Zeichnungen ausrichten, in denen er sich auch mit dem Abstrakten Expressionismus auseinandersetzte. Dass er dennoch der sichtbaren Welt verhaftet blieb, zeigt Oldenburgs Unbehagen an der Erhabenheit und Distanz der Nachkriegsabstraktion. Stattdessen zog er es vor, sich nicht mit dem Alltag, besser der zeitgenössischen Dingwelt zu beschäftigen. Auf dem 57th Street Art Fair verkaufte Claes Oldenburg erstmals fünf seiner Objekte für den Preis von $ 25.

Drei Jahre später übersiedelte Claes Oldenburg nach New York, wo er Künstler wie Allan Kaprow, Jim Dine (→ Jim Dine: Selbstbildnisse), Red Grooms, Lucas Samaras und George Segal kennenlernte. Die Happening-Künstler und späteren Verfechter der Pop Art öffneten Claes Oldenburg den Weg zur Collage und Objektkunst, der Assemblage und der Installation. Bis zu diesem Zeitpunkt war er nur als Zeichner in Erscheinung getreten. Um 1960 war er zum Plastiker gereift und stellte Skulpturen aus Karton, Zeitungspapier (Papiermaschee) und Leinen her. Eine erste Präsentation von Objekten Oldenburgs fand im Mai 1959 in der Judson Gallery am Washington Square statt. Hier stellte er bereits Objekte aus, der er aus gipsgetränkter Leinwand und Email-Farbe über Hasendraht modellierte.

 

Durchbruch und die Documenta

Den nationalen Durchbruch feierte Claes Oldenburg in den Jahren 1960/61 mit der Solo-Ausstellung in der Reuben Gallery („The Street“), Ausstellungsbeteiligungen an „New Forms–New Media“ und „Environments. Situations, Spaces“ in der Martha Jackson Gallery sowie der Eröffnung der Ausstellung „The Store“ in der 107 East/2nd Street.

Im Jahr 1964 übernahmen Sidney Janis und Ileana Sonnabend die Vertretung von Claes Oldenburg. Im gleichen Jahr war er auf der XXXII. (32.) Biennale von Venedig zu sehen. Es folgten Einladungen zur documenta 4 (1968), Documenta 5 (1972), Documenta 6 (1977) und den Skulptur Projekte Münster („Giant Pool Balls“, 1977) wie der Documenta 7 (die zwölf Meter hohe „Spitzhacke“, 1982). Für die Documenta 6 schuf Claes Oldenburg „The Mouse Museum“ (1965/77), in dem er Objekte zum Thema Maus in einem Mickey-Mouse-geformten Ausstellungsraum sammelte.

 

„Mouse Museum“

Das „Mouse Museum“ enthält gefundene, gekaufte, von Reisen mitgebrachte Souvenirs, Krimskrams, Spielzeug, Atelierobjekte und Fragmente, wie z.B. die von Oldenburg entworfenen für Happenings bestimmten Objekte. Diese 385 Objekte und Werke wurden von Claes Oldenburg in einer Performance in Vitrinen arrangiert.4

Die Form des „Mouse Museum“ basiert auf Claes Oldenburgs „Geometric Mouse“, der Verbindung einer frühen Filmkamera und der stilisierten Zeichentrick-Maus. Von oben betrachtet, ist der Galerieraum aus zwei Kreisen, einem Rechteck und einer organischen Form zusammenstellt. Letztere lässt sich als eine Art Nase oder Schweif (?) deuten. Die Ausstellungsstücke lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen:

  • Objekte, die Claes Oldenburg selbst gestaltete hat sowie Fragmente von Werkprozessen
  • Von Claes Oldenburg veränderte Objekte
  • Unveränderte Objekte, die Oldenburg entweder auf der Straße gefunden oder in Geschäften erworben hat. Vor allem Spielzeug aus Hong Kong und Japan findet sich darunter.

Das „Mouse Museum“ ist ein Speicher von Dingen und Erfahrungen des Künstlers und der amerikanischen Gesellschaft. Sowohl selbst gestaltete und geformte Objekte finden Platz – wie auch stereotypische Dinge, welche der Erfahrungswelt der Allgemeinheit zuzurechnen sind. Gleichzeitig offenbart das „Mouse Museum“ einen Prozess, sowohl der Selektion wie auch der Zusammenstellung. Dass Claes Oldenburg gerade die berühmte Mickey Mouse im Kopf hatte, um die amerikanische Gesellschaft, Konsumkultur wie Unterhaltungsindustrie der Nachkriegszeit zu reflektieren, ist fast schon ein Klischee an sich.

 

Was hat Mickey Mouse mit Museum zu tun?

Bereits in den Jahren vor 1965 hatte der Künstler Dinge gesammelt und in seinem Atelier auf weißen Regalen aufgestellt. Mitte der 1960er Jahre reifte in ihm die Idee ein „museum of populare objects“ zu errichten. Es sollte aus zwei Flügeln bestehen, in denen er gefundene und gekaufte Objekte von den selbstgemachten Objekten trennen wollte. Die Ausstellung „As Found“ die vom 5. März bis 10. April 1966 im Institute of Contemporary Art in Bosten gezeigt wurde, inspirierte Oldenburg, 50 seiner gefundenen Objekte zu katalogisieren. Die geometrisch überformte Maus tauchte etwas früher in Skizzen auf und sollte das Cover seiner ersten Retrospektive im Moderna Museet in Stockholm (kuratiert von Kasper König) zieren. Das schwedische Wort für Maus [„mus] ähnelt jenem von Museum [„museet“], was wohl die Idee bestärkte.

Wenn auch die „Strange Mickey Mouse“ nur am Briefkopf Verwendung fand, so löste doch die weitere Beschäftigung mit der Idee aus. Claes Oldenburg schlug sie als alternative Fassade für das neue Museum of Contemporary Art in Chicago vor (1967), stellte die erste große Fassung der Maus in Metall auf seiner Retrospektive im Museum of Modern Art in New York vor (September 1969). Auf der Documenta 5 in Kassel konnte Claes Oldenburg nach jahrelanger Vorbereitung seine Idee eines „Museums der Populärkultur“ endlich umsetzen (30.6.–8.10.1972). Er wählte 367 Objekte aus seiner Sammlung, die Kasper und Ilka König katalogisierten. Da das „Mouse Museum“ in der Neuen Galerie in einen schachtelartigen Raum errichtet wurde, konnte die äußere Form nicht wahrgenommen werden. Nur das Innere war erfahrbar.

Im Jahr 1976 fand das „Mouse Museum“ (3,04 x 9,6 x 10 Meter, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien) seine heutige Form. Coosje van Bruggen hatte die Idee, das „Mouse Museum“ freistehend aufzubauen. Die stabile Außenhülle besteht aus schwarz bemaltem Aluminium, womit Claes Oldenburg auf das erste Filmstudio von Thomas A. Edison, „Black Maria“, anspielen wollte. Das „Mouse Museum“ wurde in einzelnen Sektionen geformt, die transportierfähig sind. Die Nase wurde als Teil der Struktur belassen; Belüftung soll das Raumklima verbessern. Erst im Sommer 1976 entschloss sich das Museum of Contemporary Art in Chicago das „Mouse Museum“ zu finanzieren. Das Projekt konnte nur mit finanzieller Hilfe vom National Endowment for the Arts realisiert werden. Im November 1977 flog Claes Oldenburg, der zwischen Juni 1976 und Januar 1978 in den Niederlanden lebte, nach Chicago, um die Objekte in den Vitrinen aufzustellen. Als letztes Stück brachte er eine Plastikhyazinthe aus den Niederlanden mit. Daher besteht das „Mouse Museum“ aus einem Stück mehr als bei seiner ersten Präsentation auf der Documenta – also aus 385 Objekten.

 

Gigantische Größe und Kunst im öffentlichen Raum

Schon während der 1960er Jahre begann Claes Oldenburg seine Objekte im großen Maßstab zu realisieren. Seine monumentalen Hamburger der frühen 1960er stehen in unmittelbarer Beziehung zu den Hochhäusern in New York City. Der Künstler plante in diesem Jahrzehnt Denkmäler wie einen Teddybär für den Central Park in New York (1965), „Lipsticks in Piccadilly Circus, London“ (1966). Das erste Werk im öffentlichen Raum wurde 1967 von Sam Green in New York realisiert: „Placid Civic Monument“, das als konzeptuelle Performance hinter dem Metropolitan Museum of Art aufgeführt wurde. Einige Totengräber gruben ein 6 mal 3 Foot großes, rechteckiges Loch in den Boden.

Kunstwerke im öffentlichen Raum faszinierten Oldenburg schon in dessen Kindheit. Daher begann er monumentale Skulpturen zu entwerfen, die auf belebten Plätzen aufgestellt werden sollten. Dass seine Träume jemals Realität werden könnten, war noch nicht abzusehen. Im Jahr 1969 sah er diesen Moment kommen: Studenten stellten Oldenburgs „Lipstick (Ascending) on Caterpillar Tracks” am 15. Mai 1969 auf der Beinecke Plaza am Campus der Yale University auf, um gegen den Vietnam-Krieg zu demonstrieren. Architekturstudenten um Stuart Wrede sammelten Geld im Namen der Colossal Keepsake Corporation of Connecticut und arbeiteten mit Oldenburg zusammen. Das Objekt zeigt einen Lippenstift auf einem panzerartigen Unterbau und wurde als Podest bei Anti-Kriegs-Demos eingesetzt. Als im Herbst des Jahres erstmals Studentinnen in Yale zugelassen wurden, erhielt „Lipstick (Ascending) on Caterpillar Tracks” plötzlich einen anderen Kontext, weshalb Claes Oldenburg es im März 1970 entfernte. Heute steht das Werk im Hof des Morse College (Yale University).

 

Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen

Coosje van Bruggen (1942–2009) war eine niederländische Kunsthistorikerin und zweite Ehefrau von Claes Oldenburg. Die beiden lernten einander 1970 kennen, als Van Bruggen Oldenburgs erste Retrospektive im Stedelijk Museum in Amsterdam kuratierte. Der Kunsthistorikerin und begabten Verhandlerin gebührt Aufmerksamkeit, war sie doch eine treibende Kraft bei der Umsetzung von vielen Kunstwerken im öffentlichen Raum. Ab 1976 arbeiteten sie gemeinsam. Sowohl für die technische Realisation der Werke wie auch für die finanziellen und politischen Verhandlungen war Van Bruggens Beitrag unerlässlich.

Oldenburgs erste Ehefrau, Patty Mucha, spielte bereits eine große Rolle im skulpturalen Frühwerk Oldenburgs. Sie nähe die „Soft Sculptures“, mit denen Oldenburg die Geschichte der Bildhauerei und Plastik neu schrieb. Das Paar trennte sich in den frühen 1970er Jahren.

Zwischen 1969 und 1977 führte Claes Oldenburg eine Beziehung mit der feministischen Künstlerin und Plastikerin Hannah Wilke. Sie teilten sich verschiedene Atelier und reisten gemeinsam. Hannah Wilke fotografierte Claes Oldenburg häufig.

 

Oldenburg in Frankreich

Im Jahr 1992 kauften Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen das Château de la Borde im Loire-Tal. Das Paar sah zwar Amerika als seinen Lebensmittelpunkt an, beide waren jedoch in Europa geboren und sozialisiert worden. Um ihre europäischen Wurzeln und amerikanische Identität zusammenzubringen, suchten sie sich ei Refugium in Frankreich.

In den spärlich möblierten Zimmern dieses Loire-Schlösschenes richteten sie eine Sammlung bedeutender Künstler der Moderne ein: kleinformatige Werke von Le Corbusier, Charles und Ray Eames, Alvar Aalto, Frank Gehry, Eileen Gray. Im Garten hingegen stehen großformatige Werke von Claes Oldenburg.

 

Bild

  • Claes Oldenburg, Coosje van Bruggen, Spoonbridge and Cherry, 1985, Walker Art Center’s Minneapolis Sculpture Garden, Minnesota (Foto: m01229, via Flickr)

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  3. Zit. n. Corinna Thierolf, in: Amerika – Europa. Sammlung Sonnabend (Aust.-Kat. Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München), München 1996, S. 56.
  4. Coosje van Bruggen, Claes Oldenburg, in: Kynaston McShine (Hg.), The Museum as Muse. Artists Reflect (Ausst.-Kat. The Museum of Modern Art, New York, 14.3.–1.6.1999), New York 1999, S. 70–75.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.