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Bedburg Hau | Museum Schloss Moyland: Expressionistische Holzschnitte Sammlung Joseph Hierling | 2022

Wassily Kandinsky, Zwei Reiter vor Rot, 1911

Wassily Kandinsky, Zwei Reiter vor Rot, 1911

Im Frühjahr 2022 kann das Museum Schloss Moyland eine Weltpremiere feiern: Zwei der drei weltgrößten Sammlungen deutscher expressionistischer Holzschnitte sind – partiell und auf Zeit – in Moyland vereint (→ Expressionismus). Diese drei Größten sind die Moyländer Museumssammlung, die Sammlung Rifkind in Los Angeles/USA und die Sammlung Joseph Hierling, aus der nun eine Auswahl von 135 teils farbigen Blättern zu sehen sein wird. Insgesamt umfasst diese Sammlung mehr als 1000 Werke von 130 Künstlerinnen und Künstlern, bekannte und noch zu entdeckende Namen, darunter zahlreiche Frauen, wie Jacoba van Heemskerck und Maria Uhden, aber auch Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Wilhelm Morgner oder Adolf de Haer.

Für die weite Verbreitung und Popularität des Expressionismus nach dem ersten Weltkrieg und in der Kultur der 1920er Jahre war maßgeblich der Holzschnitt verantwortlich. Er prägte das Bild des Expressionismus und wurde das expressionistische Ausdrucksmedium schlechthin: Seine besonderen Merkmale sind scharf geschnittene Schwarzweiß-Kunst, mit ihrer Zackigkeit, ihrer Neigung zur Deformation sowie ihrem Hang zum Unmittelbaren und Primitiven im Umgang mit den künstlerischen Mitteln. Die Werke führen Betrachter:innen eine große stilistische und thematische Vielfalt vor Augen: Porträt, Akt, Mensch und Natur, Stadtleben, Dorf, Industrie, Varieté, Gesellschaftskritik, Wege zur Abstraktion. Unterschiedliche Stilauffassungen regen zum vergleichenden Sehen und zu Fragen an, was eigentlich den expressionistischen Holzschnitt ausmacht.

Quelle: Museum Schloss Moyland

Weitere Beiträge zur Kunst des Expressionismus

6. März 2022
Franz Marc, Der Panther, 1908, Bronze (posthumer Guss, wohl 1928), 9,5 x 12,2 x 10,3 cm (mit Sockel) (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto: Punctum/Bertram Kober)

Halle (Saale) | Kunstmuseum Moritzburg: Franz Marc Skulptur und Plastik | 2022

Die Kabinettausstellung konzentriert sich erstmalig auf das plastische Werk von Franz Marc und beleuchtet seine Bedeutung für das Schaffen des Künstlers. Besonders die drei Plastiken „Der Panther“ (1908), „Zwei Pferde“ (1908/09) und „Zwei Bären“ (1910), die zum Sammlungsbestand des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) gehören, gaben ihm klärende und richtungsweisende Impulse zu seinem von ihm selbst als „Animalisierung der Kunst“ formulierten Bestreben.
5. März 2022
Franz Marc, Die Blauen Fohlen, Detail, 1913 (Kunsthalle Emden)

Tübingen | Kunsthalle: Herzstücke. Sammlung Kunsthalle Emden Expressiv-figurative Kunst zu Gast

Expressiv-figurative Kunst des 20. Jahrhunderts: Von bekannten Meisterwerken des deutschen Expressionismus mit Künstlern der Künstlergruppen „Die Brücke“ und „Der Blauer Reiter“ über die expressiven Tendenzen der Nachkriegszeit bis in die 1990er Jahre.
8. Februar 2022
Karl Hofer, Tiller Girls, Detail vor 1927 (Kunsthalle Emden)

Emden | Kunsthalle Emden: Expressionismus in Film und Kunst

Die Ausstellung beleuchtet den Expressionismus über herkömmliche Gattungsgrenzen hinweg und zeigt die wechselseitigen Einflüsse zwischen den Künsten Malerei, Grafik und Film auf.

Aktuelle Ausstellungen

16. Mai 2022
Bertha Schrader, Das Innere einer Kirche, Detail, o. J., MdbK

Leipzig | Museum der bildenden Künste Leipzig: Künstlerinnen in Leipzig um 1900 Unterschätzte Künstlerinnen auf der STIGA 1897 | 2022

Zum 125-jährigen Jubiläum der STIGA widmet das MdbK den damals ausgestellten – heute nahezu vergessenen – Künstlerinnen neue Aufmerksamkeit: Marianne Fiedler, Emilie Mediz-Pelikan, Philippine Wolff-Arndt, Ella Hagen, Bertha Schrader und viele mehr.
10. Mai 2022
Johann Ulrich Hurdter, Ringende Nymphen, ca. 1670, Kunsthistorisches Museum Wien

Ulm | Museum Ulm: Barock in Ulm! Geschichte, Kunst und Kultur im 17. Jahrhundert | 2022

Erstmals nimmt das Museum Ulm das 17. Jahrhundert und die Kunst des Barock in den Blick. Das Zeitalter der Extreme sah den Dreißigjährigen Krieg, gelehrte Debatten aber auch kunstvolle Schnitzrereien von David Heschler und Johann Ulrich Hurdter.
6. Mai 2022
Anish Kapoor, Atelier, 2020 ©Anish Kapoor. All rights reserved SIAE, 2021

Venedig | Gallerie dell’Accademia: Anish Kapoor An den Grenzen der Sichtbarkeit | 2022

Große Retrospektive von Anish Kapoor in zwei Ausstellungsorten: Meditationen über Farbe, Sichtbarkeit und Falten. Mit neuen, ortsspezifischen Installation „Mount Moriah at the Gate of the Ghetto“ (2022) im Palazzo Manfrin.

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