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Berlin | Gemäldegalerie: Hugo van der Goes

Hugo van der Goes, Monforte-Altar, Detail, um 1470 (Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Dietmar Gunne)

Hugo van der Goes, Monforte-Altar, Detail, um 1470 (Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Dietmar Gunne)

Hugo van der Goes (um 1440–1482) war der wichtigste niederländische Künstler der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Tätig in Gent und Brüssel, gehörte er der zweiten Generation altniederländischer Meister an, die den Pionieren Jan van Eyck und Rogier van der Weyden folgte. Seine Werke wurden von den Zeitgenossen aufs Höchste bewundert und bis ins 17. Jahrhundert hinein vielfach kopiert. Noch Albrecht Dürer nennt ihn 1520, wie nur ganz wenige andere Künstler, einen „großen Meister“. Die Gemäldegalerie Berlin präsentiert 2022 die erste ihm gewidmete Sonderausstellung.

Van der Goes monumentale Tafelbilder

Während in den letzten Jahrzehnten fast alle bedeutenden niederländischen Maler des 15. und 16. Jahrhunderts mit monographischen Ausstellungen bedacht wurden, blieb Hugo van der Goes davon ausgenommen. Das dürfte sowohl an der Seltenheit seiner Werke als auch an deren oft großem Format liegen. Zwei dieser großformatigen Werke des Hugo van der Goes befinden sich in der Gemäldegalerie, weshalb sich diese Sammlung wie keine zweite für eine monographische Ausstellung anbietet. Die beiden monumentalen Berliner Tafelbilder, der „Monforte-Altar“ (um 1470) und die „Geburt Christi“ (um 1480), werden im Zentrum der Präsentation stehen. Beide Werke sind in den vergangenen zwölf Jahren aufwendig restauriert worden und zeigen sich seither in einer zuvor ungeahnten Frische.

Zum ersten Mal zusammen

Um diese beiden Werke werden zahlreiche bedeutende Leihgaben europäischer und amerikanischer Sammlungen gruppiert. Damit wird zum ersten Mal die Gelegenheit geboten, den Großteil der erhaltenen Arbeiten des Meisters miteinander zu vergleichen. Neben Gemälden auf Holz und auf Leinwand werden eine Anzahl von Zeichnungen das Bild vom Schaffen des Künstlers abrunden.

Verlorene Werke

Darüber hinaus werden die eigenhändigen Tafelbilder des Hugo van der Goes um verschiedene Gemälde ergänzt, die einstmals berühmte, im Original jedoch verlorene Kompositionen des Meisters wiedergeben. Das betrifft etwa die verschollenen Flügel des Berliner Monforte-Altars oder die vielfach wiederholten Darstellungen einer Anbetung der Könige und eine Beweinung Christi, von der über 100 Kopien erhalten sind.

Hugos Nachfolge

Eine abschließende Sektion der Ausstellung widmet sich der unmittelbaren Nachfolge des Malers. Sie präsentiert eine Reihe von herausragenden, deutlich von Hugo van der Goes‘ Stil geprägten Werken.

Hugo van der Goes war einer der bedeutendsten europäischen Künstler der Frühen Neuzeit. Die Ausstellung wird viele seiner Werke zum ersten Mal zusammenbringen und damit zu einem beeindruckenden Seherlebnis werden. Zugleich sollen diverse Aspekte zu Künstler und Werk, den sozialen und geistigen Rahmenbedingungen, aber auch zu den technischen Gegebenheiten der Malereien konzise und verständlich vermittelt werden.
Quelle: Staatliche Museen zu Berlin

Hugo van der Goes in Berlin: Bilder

  • Hugo van der Goes, Monforte-Altar, Detail, um 1470 (Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Dietmar Gunne)
  • Hugo van der Goes, Die Geburt Christi, Detail, um 1480(Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Dietmar Gunne)
  • Meister von 1499 (nach Hugo van der Goes?), Die Verkündigung an Maria, Detail, um 1490-1510 (Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders)

Beiträge zur Gotik

10. Dezember 2021
Martin Schongauer, Die Versuchung des heiligen Antonius, Detail, um 1470–1480, Kupferstich auf Vergépapier, 311 x 227 mm (Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum)

Frankfurt | Städel Museum: Der frühe Kupferstich vor Dürer Vom Meister E. S. bis zu Dürer | 2022

Auswahl von besonders qualitätsvollen und seltenen Werken des frühen Kupsterstichs von Meister E. S. bis Albrecht Dürer.
6. Juli 2021
Hugo van der Goes, Marientod, Detail, um 1470 (Groeningemuseum, Brügge)

Brügge | Sint-Janshospitaal: Hugo van der Goes‘ Marientod Ergebnisse der Restaurierung

Der frisch restaurierte „Marientod“ des Hugo van der Goes macht deutlich, wie genial van der Goes Farbe, Komposition und Technik einsetzt. Anhand von sieben Visionen oder sieben Mini-Ausstellungen erfahren die Besucher*innen mehr über dieses außergewöhnliche Gemälde.
21. Mai 2021
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Berlin | Gemäldegalerie: Spätgotik Spätgotische Kunst nach 1430 im deutschsprachigen Raum und das Wechselspiel der Medien

Malerei, Skulptur und Druckgrafik der spätgotischen Kunst in deutschsprachigen Ländern werden im Herbst 2020 in Berlin einander gegenübergestelle, um die medialen Innovationen nach 1430 herauszuarbeiten.

Aktuelle Ausstellungen

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Georgia O’Keeffe, Oriental Poppies [Orientalische Mohnblumen], 1927, Öl auf Leinwand, 76,2 x 101,9 cm (The Collection of the Frederick R. Weisman Art Museum at the University of Minnesota, Minneapolis © 2016 Georgia O’Keeffe Museum/Bildrecht, Wien)

Riehen b. Basel | Fondation Beyeler: Georgia O’Keeffe

„Georgia O’Keeffe“ ist die erste große Retrospektive der Künstlerin in Basel und der erste umfassende Überblick über O’Keeffes Œuvre in der Schweiz seit fast 20 Jahren understreckt sich über nahezu sechs Jahrzehnte ihres Werks.
21. Januar 2022
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Berlin | Haus am Waldsee: Konstantin Grcic New Normals | 2022

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