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Pablo Picasso: Lebenslauf / Biografie Leben und Werk des spanischen Malers in Kurzbiografie und Chronologie

Pablo Picasso

Pablo Picasso

Pablo Picasso (1881–1973) war ein spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer. Er gilt als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts, dessen Produktivität ein Gesamtwerk von mehr als 15.000 Gemälden hervorbrachte. Picasso kam als Sohn des Malers und Zeichenlehrers José Ruiz Blasco und dessen Ehefrau Maria Picasso y Lopez in Malága zur Welt. Ab 1901 nutzte er den aus Italien stammenden Namen seiner Mutter als Künstlernamen, da ihn die zwei „S“ faszinierten und er ihn für wohlklingender hielt. Der Ruhm Picassos ist mit der Erfindung des Kubismus – gemeinsam mit George Braques – verknüpft. Sein Gemälde „Les Demoiselles d‘Avignon“ (März–Juli 1907, MoMA) avancierte in den 1920er Jahren zur Ikone der Moderne.

Der frühreife Künstler löste sich 1901 vom Akademismus und den Avantgarden in Barcelona und Paris (→ Pablo Picasso und Henri de Toulouse-Lautrec). Er entwickelte nach dem Selbstmord seines Freundes Casagemas die sogenannte Blaue Periode (→ Pablo Picasso: Blaue Periode), der 1906 die Rosa Periode (→ Pablo Picasso: Rosa Periode) folgte. Wählte Picasso in der Blauen Periode Bettler, Mütter mit Kindern (aus dem Gefängnis St. Lazare), Absinthtrinker als Motive seiner Bilder, so wandte er sich ab 1906 Gauklern, Harlekinen zu. Die charakteristische blaue bzw. rosa Färbung der Werke wird als Ausdruck von Melancholie und Hoffnung gedeutet. Im Sommer 1906 verbrachte Pablo Picasso mit Fernande Olivier einige Wochen im katalonischen Gosol, wo er sich der Aktmalerei zuwandte und zu voluminösen Körpern gelangte. Die Gemälde „Das Leben“ und „Die Gauklerfamilie“ sind die Hauptwerke dieser ersten beiden Stilphasen im Werk von Pablo Picasso.

Das Schlüsselwerk der Moderne ist Picassos Gemälde „Les Demoiselles d’Avignon“ (1907), auf dem er erstmals Figuren aus verschiedenen Perspektiven gleichzeitig zeigte. Damit legte er einen Grundstein für den ab 1908 gemeinsam mit Georges Braque entwickelten Kubismus. Ausgehend von den Überlegungen Paul Cézannes und afrikanischer Plastik, zerlegten Picasso und Braque die Bildgegenstände in Facetten und quaderförmige Strukturen. Volumen und Rhythmus wurden wichtiger als die Farbigkeit, die zugunsten einer nahezu monochromer Farbgebung reduziert wurde. Dem analytischen Kubismus folgte ab 1912 der synthetische, für den die beiden Maler die Methode des Collagierens in ihren Gemälden einsetzten. Mit ihren Experimenten lösten Picasso und Braque eine Welle an Begeisterung aus – zumindest in einer kleinen Gruppe Pariser Avantgardisten. Zu den Kubisten (zweiten Ranges) zählen Juan Gris, Robert Delaunay und Fernand Léger, die auch als die „Salonkubisten“ bekannt wurden (→ Kubismus).

Ab 1917 löste sich Pablo Picasso vom Kubismus und wandte sich dem Klassizismus von Ingres zu. Auslöser waren die erste öffentliche Präsentation von „Les Demoiselles d’Avignon“ und seine Arbeit für das Ballett „Parade“ für die Truppe von Sergei Diaghilev. Picasso gestaltete Bühnenbild, Kostüme und Vorhang – und traf seine erste Ehefrau Olga. Nach der Hochzeit 1918 und dem Ende des Ersten Weltkriegs war Picasso – neben Henri Matisse – zum führenden Maler Frankreichs avanciert. Auch seine internationale Reputation war während der 1910er Jahre enorm gestiegen. Maurice Raynal publizierte 1921 die erste Monografie über Pablo Picasso in München. 1923 erschien in der Zeitschrift „The Arts“ das erste bedeutende Interview von Picasso. Christian Zervos, der Gründer von „Cahiers d’art“ wurde ab 1932 der Herausgeber des Werkkatalogs.

1922 lernte Picasso die dadaistischen und surrealistischen Dichter André Breton, Louis Aragon und Tristan Tzara kennen, wobei Breton nicht nur „Les Demoiselles d’Avignon“ an einen Gönner verkaufte, sondern Picasso auch für die Bewegung des Surrealismus anzuheuern versuchte. Der ältere Maler hatte bereits 1921 Besuch seines jüngeren Landsmannes Joan Miró erhalten. Pablo Picasso setzte sich in seiner Kunst mit dem Surrealismus auseinander und stellte mit der Gruppe aus, ohne sich je zur Gruppierung zugehörig zu fühlen.

Das Liebesleben von Picasso war lebenslang von seiner überbordenden Männlichkeit geprägt, wobei sich der Maler durchaus darin gefiel, wenn sich zwei Frauen um ihn im wahrsten Sinn des Wortes prügelten. 1927 traf er die damals 15-jährige Marie-Thérèse Walter (1909–1977), die zuerst sein Modell und dann seine Geliebte wurde. Als sie 1935 ihre gemeinsame Tochter María de la Concepción, genannt Maya, zur Welt brachte, ließ sich die Affäre nicht mehr verheimlichen, und Olga verließ mit Paulo Picasso. Zwischen 1936 und 1943 hatte er eine Beziehung mit Dora Maar, dann folgten Françoise Gilot (1943–1953) und Jacqueline Roque, die Picasso nach Olgas Tod am 2. März 1961 heiratete.

Die nationale wie internationale Bekanntheit des Malers aus Spanien war Anfang der 1930er Jahre so gestiegen, dass er 1932 zwei selbst kuratierte Einzelausstellungen ausgerichtet bekam: Der ersten Retrospektive in der Galerie Georges Petit in Paris (16.6.–30.7.) folgte eine zweite im Kunsthaus Zürich (11.9.–13.11. → Picasso. Die erste Museumsausstellung 1932). Diese Erfolge wurden vom Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs 1936 überschattet. Zum Direktor des Prado ernannt, beauftragte ihn die republikanische Regierung mit dem Gemälde „Guernica“ für den spanischen Weltausstellungspavillon 1937 (→ Picasso: Guernica). Während des Zweiten Weltkriegs hielt sich Picasso in Südfrankreich auf und trat am 5. Oktober 1944 der Kommunistischen Partei Frankreichs bei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zählte Pablo Picasso zu den berühmtesten lebenden Künstlern seiner Zeit. Er nahm mehrfach an Weltfriedenskongressen teil (1948, 1950). Für jenen in Sheffield 1950 entwarf er die Lithografie „Fliegende Taube“, die als Friedenstaube zum Symbol des Friedens schlechthin wurde (→ Picasso: die Erfindung der Friedenstaube / Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube). Ab 1953 wurde der Jahrhundertmaler in unzähligen Retrospektiven geehrt. Daraufhin beschäftigte er sich in seinem Spätwerk mit berühmten Bildern aus der Kunstgeschichte wie „Die Frauen von Algier“ von Delacroix, „Las Meninas” von Diego Vélazquez, „Der Raub der Sabinerinnen“ nach Poussin und David oder „Frühstück im Freien“ nach Edouard Manet (→ Picasso. Malen gegen die Zeit). Auch seine zweite Ehefrau, Jacqueline Roque, stand im Zentrum von Picassos Schaffen und wurde unzählige Male porträtiert.

Bis heute weithin sichtbares Zeichen von Picassos Bedeutung sind die drei Museen in seinem Namen: 1960 machte das Museu Picasso in Barcelona den Anfang (Eröffnung 1963), gefolgt vom Musée Picasso Antibes 1966 und dem Musée Picasso Paris 1985. Als Pablo Picasso am 8. April 1973 in Mougins verstarb, war er 1971 der erste lebende Künstler, dem die Ehre zuteilwurde im Louvre auszustellen: Anlässlich seines 90. Geburtstags wurden die Werke des Altmeisters in der Großen Galerie des Musée du Louvre präsentiert.

 

Pablo Picassos Frauen: Ehefrauen und Freundinnen

  • Fernande Olivier (1881–1966): Pablo Picasso und die geschiedene Pariserin Fernande Olivier lernten einander im Herbst 1904 kennen. Bis 1911 führten sie eine Beziehung und lebten miteinander.
  • Eva Gouel (geb. Marcelle Humbert, 1885–1915): 1911–1915
  • Olga Chochlowa (1891–1955): 1. ⚭ 1918, russische Tänzerin und Mutter von Paulo Picasso; 1937 trennte sich Pablo Picasso von ihr und lebte mit Marie-Thérèse Walter und ihrer gemeinsamen Tochter zusammen. Dennoch ließ er sich nie von Olga scheiden. → Picassos erste Frau: Olga Picasso
  • Marie-Thérèse Walter (1909–1977): 1926–1936; erste Begegnung am 8. Januar 1927 vor den Galeries Lafayette, Modell und Mutter von María de la Concepción, genannt Maya Picasso (* 5. Oktober 1935)
  • Dora Maar (1907–1997): 1936–1943, Fotografin und Malerin, Surrealistin und Kommunistin. Dora Maar dukomentierte die Arbeit an „Guernica“.
  • Françoise Gilot (* 1921): 1943–1953, französische Malerin und Grafikerin. Gilot lebte ab 1948 mit Picasso in Vallauris in Südfrankreich. Sie ist die Mutter von Paloma und Claude Picasso.
  • Jacqueline Roque (1927–1986): 2. ⚭ 2. März 1961, Als Jacqueline Picasso kennenlernte, war sie 46 Jahre jünger als der Malerstar und Keramikverkäuferin bei Madoura in Vallauris, in dessen Atelier Picasso seit 1946 keramische Arbeiten schuf. → Museum Barberini: Picasso. Das späte Werk. Aus der Sammlung Jacqueline Picasso

 

Kinder

  • Paulo Picasso (1921–1975)
  • María de la Concepción, genannt Maya Picasso (* 5.10.1935)
  • Claude Picasso (* 15.5.1947)
  • Paloma Picasso (* 19.4.1949)

 

Biografie von Pablo Picasso (1881–1976)

  • 1881

    Am 25. Oktober 1881 wurde Pablo Diego José Francisco de Paula Juan Nepomuceno Crispin Crispiniano Maria de los Remedios de la Santísima Trinidad Ruiz Picasso an der Palaza de la Merced 36 in Málaga (Andalusien) geboren. Der Vater, José Ruiz Blasco (1838–1913), war Maler und Zeichenlehrer. Von seiner Mutter, María Picasso y López (1855–1938), nahm er 1901 seinen Künstlernamen an. Am 10. November wurde das Kind in der Kirche von Santiago getauft.
  • 1884

    Geburt seiner Schwester Lola.
  • 1887

    Geburt seiner Schwester Maria de la Conceptión, genannt Conchita.
  • 1888

    Als 7-jähriger begann Pablo Picasso zu malen.
  • 1891

    Der Vater nahm eine Stelle als Zeichenlehrer am Gymnasium von La Coruña an (Galizien). Die Familie verließ Málaga im Oktober.
  • 1892

    Picasso schrieb sich im September an der Escuela de Bellas Artes ein, wo er die Klasse für ornamentales Zeichnen belegte.
  • 1893

    Pablo Picasso wurde zum Aktstudium zugelassen.
  • 1894

    Pablo Picasso belegte die Fächer Figurenzeichnen (Abteilung Gips), Gipsabdruck und Malerei sowie Kopie der Natur. Er legte aber nur in Figurenzeichnen (Akt) eine Prüfung ab.
  • 1895

    Tod von Conchita an Diphterie (Januar). Angeblich hatte der erst 13-jährige seine erste Ausstellung in einem Schirmgeschäft. Übersiedlung der Familie nach Barcelona, wohin der Vater im April an die Akademie der Schönen Künste „La Lonja“ berufen worden war (Sommer). Im Juli besuchte der aufstrebende Maler wohl gemeinsam mit seinem Vater zum ersten Mal den Prado in Madrid. Picasso wurde Ende September in die höhere Zeichenklasse der Akademie in Barcelona, in die Escuela de Pintura, Escultura y Grabado der Escuale Provincial de Bellas Artes, aufgenommen. Von September 1895 bis April 1904 hatte er in Barcelona seinen festen Wohnsitz, auch wenn er immer wieder nach Madrid oder Paris reiste. Am 5. Oktober beantragte er eine Genehmigung zum Kopieren der Werke im Museo de la Academia Provincial de Bellas Artes, die ihm bis Ende Januar des folgenden Jahres ausgestellt wurde.
  • 1896

    „Die Erste Kommunion“ (Museu Picasso, Barcelona), Picassos erste akademische Komposition, wurde in der Ausstellung für Kunst und Kunstgewerbe in Barcelona gezeigt.
  • 1897

    Für „Wissenschaft und Barmherzigkeit“ (Museu Picasso, Barcelona) erhielt er auf der Nationalen Kunstausstellung in Madrid eine ehrenvolle Erwähnung (Juni). Später gewann Picasso damit eine Goldmedaille in einer Ausstellung in Málaga. Im September reiste Picasso nach Madrid, um dort das Kunststudium an der Amademia de San Fernando fortzusetzen. Ein Monat später bestand er die Aufnahmeprüfung an der Real Academia de San Fernando. Bereits im Winter langweilte ihn der Unterricht, so dass er sich dort kaum blicken ließ. Er ging zum Studium in den Prado und zeichnete Straßenszenen.
  • 1898

    Erkrankung an Scharlach, wodurch er sechs Monate bettlägerig war. Mitte Juni Rückkehr nach Barcelona. Ende Juni Reise mit seinem Freund Manuel Pallarès nach Horta de Ebro in der Provinz Tarragona, wo sie Plein-air malten und bis Februar 1899 blieben.
  • 1899

    Im Februar Rückkehr aus Horta nach Barcelona. Pablo Picasso war Stammgast im Kabarett-Café „Els Quatre Gats [Die vier Kater]“ (12.6.1897–Juli 1903), dem Treffpunkt der literarischen und künstlerischen Avantgarde in Barcelona. Lernte Jaime Sabartès, Manolo Hugué, Santiago Rusiñol, Ramón Casas, Miguel Utrillo, Isidre Nonell, Angel und Mateu Fernández de Soto, Sebastiàn und Carles Junyer Vidal, Ramon und Jacint Raventós und Ramon Pitxot kennen. Er arbeitete im Atelier seines Freundes Carlés Casagema, der auch Modell und Geldgeber war – sein Vater war Konsul der Vereinigten Staaten in Barcelona. Erste Radierung „El Zurdo“.
  • 1900

    Picasso hatte zwei Ausstellungen im „Els Quatre Gats“ (Februar & Juli).
  • Oktober 1900 Paris

    Picasso und Carlos Casagemas fuhren nach Paris, um Picassos Bild „Letzte Augenblicke [Les derniers moments]“ im spanischen Pavillon auf der Weltausstellung zu sehen (Oktober). Sie wohnten im Atelier von Isidre Nonell am Montmartre, Rue Gabirelle 49. Lernte seinen ersten Kunsthändler Pere Mañach und die junge Kunsthändlerin Berthe Weill kennen. Ende des Jahres kehrte Picasso wieder nach Barcelona zurück und feierte Weihnachten bei seiner Familie. Sein Werk hatte sich in diesem Jahr vom anekdotischen Realismus zur Moderne mit Vorbilder wie Edvard Munch und Henri de Toulouse-Lautrec gewandelt.
  • Mitte Januar–Anfang Juni 1901 Madrid

    Mitte Januar reiste Pablo Picasso nach Madrid, um dort ein neues Zentrum des „Modernismus“ zu gründen. Picasso übernahm die künstlerische Leitung der Zeitschrift „Arte Joven“ in Madrid, die er auch illustrierte (10.3.–1.6.). Ab nun signierte Pablo Ruiz Picasso mit dem Familiennamen seiner Mutter: Picasso. Casagemas beging am 17. Februar in Paris aus unglücklicher Liebe zu Germaine Selbstmord. Der Tod des Freundes erschütterte Picasso zutiefst. Ende April wurde sein Bild „Dame in Blau“ für die Nationale Kunstausstellung in Madrid angenommen.
  • Mitte Mai 1901

    Pablo Picasso reiste in Begleitung des Malers Jaume Andreu Bonsom nach Paris und blieb bis zum Ende des Jahres. Wiederum arbeitete er im Atelier Casagemas am Boulevard de Clichy 130. Ausstellung bei Ambroise Vollard (25.6.–14.7.). Freundschaft mit Max Jacob, der sich als Kunstkritiker betätigte. Im Herbst entstanden die ersten Bilder der Blauen Periode: „Evokation – Das Begräbnis Casagemas‘“, „Das blaue Zimmer – Picassos Atelier, Boulevard de Clichy“.
  • 1902

    Im Januar kehrte Picasso wieder nach Barcelona zurück, wo er bei seinen Eltern wohnte. Ausstellung in der Galerie von Berthe Weill (1.–15.4.). Im Herbst erhielt er ein militärisches Aufgebot, schaffte es aber, sich freistellen zu lassen. Fertigte seine erste Plastik „Sitzende Frau“. Ab Oktober hielt sich Picasso wieder in Paris auf. Seine finanzielle Situation verschlechterte sich zunehmend.
  • 1903

    Rückkehr nach Barcelona (Januar), wo er in Casagemas altem Atelier gemeinsam mit Angel Fernández de Soto arbeitete. In den folgenden vierzehn Monaten entstanden dort an die 50 Gemälde in den charakteristischen Blau-Grün-Tönen, in denen Picasso u.a. Gemälde von El Greco verarbeitete. Mit der Schließung des Cafés „Els Quatre Gats“ zerstreute sich der Freundeskreis. „Das Leben“
  • 1904

    Umzug in sein letztes Atelier in Barcelona und danach endgültig nach Paris (12.4.), hier wohnte er im Atelierhaus in der 13, rue Ravignan, das sein Freund, der Poet Max Jacob als Bateau-Lavoir bezeichnet hatte, am Montmartre (Wohnung bis Herbst 1909, Atelier bis 1912). Im August lernte er Fernand Olivier kennen, mit der ihn bis 1911 eine Beziehung verband und mit der er b 1905 zusammenlebte. Begegnung mit Guillaume Apollinaire. Schuf seine zweite Radierung „Le Repas Frugal [Das karge Mahl]“.
  • 1905

    Beginn der Rosa Periode, deren erste Phase auch als Zirkus Periode bezeichnet wird, weil Picasso in seinen Gemälden und Druckgrafikan häufig Zirkusartisten als Motive wählte. Neben der Ätzradierung arbeitete Picasso auch mit der Technik der Kaltnadelradierung. Eugène Delâtre fertigte wenige Abzüge der unverstählten Platten an. Ausstellung in den Galeries Serrurier in Paris (26.2.–6.3.) Sechswöchiger Aufenthalt in Schoorl, in der Nähe von Alkmar, auf Einladung des Schriftstellers Tom Schilperrot (Holland, Mitte Juni–Anfang Juli). Im Herbst lernte er die Geschwister Leo und Gertrude Stein kennen; Leo Stein hatte „Fillette à la corbeille fleurie [Junges Mädchen mit dem Blumenkorb]“ (Herbst 1905) bei Clovis Sagot erworben.
  • 1906

    Gemeinsam mit Fernande Olivier Aufenthalt in Gosol (Spanien/Katalonien Ende Mai–Mitte August). Aufgrund einer Typhusepidemie verließen die beiden das Dorf fluchtartig und kehrten auf direktem Weg nach Paris zurück. Erste Begegnung mit Henri Matisse bei den Stein, der ihm eine afrikanische Holzskulptur zeigte (Winter). „Porträt von Gertrude Stein“.
  • 1907

    „Les Demoiselles d‘Avignon“ (März–Juli 1907, MoMA) oder „Die Mädchen vom Carrer d’Avinyo“. Im Mai oder Juni besuchte Picasso das Musée du Trocadéro. Bekanntschaft mit Daniel-Henry Kahnweiler, seinem zweiten Kunsthändler. Über André Derain Bekanntschaft mit Georges Braque. Besuch der Retrospektive von Paul Cézanne, die ein Jahr nach dessen Tod im Salon d’Automne ausgerichtet worden war. Picasso erwarb eine kleine Handpresse, um eigenständig Abzüge seiner Druckplatten herstellen zu können.
  • 1908

    Wohnte mit Fernande in La Rue des Bois in der Nähe nördlich von Paris (August–Anfang Herbst). Braque verbrachte den Sommer in L’Estaque. Als die beiden Maler im Herbst ihre Bilder miteinander verglichen, ähnelten sich diese erstaunlich. Festessen zu Ehren von Henri Rousseau in Picassos Atelier im Bateau-Lavoir anlässlich seines Kaufs eines lebensgroßen „Frauenporträts [Yadwigha]“. Picasso präsentierte Erwerbung vor seiner eigenen „La bouteille de Bass“ (1912–1914). Zu den Gästen zählten Apollinaire, Marie Laurencin und Max Weber, die amerikanischen Sammler Leo und Gertrude Stein, Hélène Jastrebzoff, sowie Max Jacob, Georges Braque und Maurice Utrillo. (November). Juan Gris zog ins Bateau-Lavoir und wurde Picassos Ateliernachbar. Der Begriff Kubismus wurde in der Ausstellungskritik über Braque erfunden (14.11.). Beginn der kubistischen Phase (bis 1917).
  • 1909

    Im Mai reiste Pablo Picasso in Begleitung von Fernande nach Spanien. Nach einem kurzen Aufenthalt in Barcelona reisten sie weiter nach Horta de Sant Joan, wo sie den Sommer verbrachten. Im Herbst war am Salon d’Automne eine Retrospektive zu Corot zu sehen, die Picasso sehr beeindruckte. Im September begann sich Picassos finanzielle Lage zu verbessern: Er verkaufte an Schukine, Uhde, Vollard und die Geschwister Stein. Konnte in den Boulevard Clichy 11 umziehen. Erste Ausstellung in Deutschland.
  • 1910

    Sommer in Barcelona gemeinsam mit Fernande, André Derain und dessen Ehefrau. Ramon Pichot und Germaine luden Picasso für zwei Monate nach Cadaqués ein. Rückkehr nach Paris im September. Seine Werke wurden in Deutschland auf der Ausstellung der Neuen Künstlervereinigung München und in London in der Schau „Manet and the Post-Impressionists“ (November) gezeigt.
  • 1911

    Picasso verbrachte den Juliin Céret im Haus von Manolo Hugué. Im August kamen Georges Braque, Fernande Olivier und Max Jacob nach. Braque und Picasso arbeiteten gleichzeitig an Studien. Am 1. Oktober 1911 wurde in Paris der Salon d’Automne eröffnet mit einem Kubismus-Saal. Obwohl Picasso nicht vertreten war, erkannte ihn die Presse als Anführer der Bewegung. Im Herbst lernte Picasso den polnischen Maler Louis Markus, genannt Marcoussis, und Eva Gouel (Marcelle Humbert) kennen. Die Beziehung zu Fernande Olivier kühlte ab. Ausstellungsbeteiligungen: Erste Ausstellung in Amerika, in Alfred Stiegliz‘ Galerie 291.
  • 1912

    Im Mai traf er Ramon Pichot, Germain und Manolo Hugué in Céret, machte dann Station in Avignon, wo er sich mit Braque traf. Danach im Juni in Sorgues-sur-l’Ouvèze. Aufenthalt in Paris (Anfang September), Wohnungswechsel in den Boulevard Raspail 242. Am 13. September erneut in Sorgues. Erste Collagen und Assemblagen. Beziehungsende mit Fernande Olivier. Picasso begann eine Beziehung mit Eva Gouel, die bis zu ihrem Tod 1915 dauerte. Am 18. Dezember unterschrieb er einen Dreijahresvertrag mit Kahnweiler. Ausstellungen: Sonderbund-Ausstellung in Köln; in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm in Berlin; zweite Ausstellung des Blauen Reiter in der Münchner Galerie Goltz; in London und Moskau.
  • 1913

    Mitte März in Céret, wohin er Eva mitnahm. Tod des Vaters (2.5.), Picasso reiste zu dessen Beerdigung nach Barcelona. Bevor er im Juli wieder nach Céret zurückkam, hielt er sich kurz in Paris auf. Im September war Picasso wieder in Paris und zog in die Rue Schoelcher 5 bis. Ausstellungsbeteiligungen: Heinrich Thannhauser präsentierte eine erste größere Retrospektive Picassos in seiner Modernen Galerie in München; Teilnahme mit acht Arbeiten an der Armory Show in New York. Nachdem sich Picassos internationale Anerkennung gefestigt hatte, veröffentlichte Ambroise Vollard 14 Radierungen aus den Jahren 1904 bis 1905 als Serie „Les Saltimbanques“, gedruckt von Louis Fort.
  • 1914

    Umzug nach Avignon (Juni), die Derains zogen nach Montjavet und die Braques nach Sorgues. Am 2. August brach der Erste Weltkrieg aus: Derain und Braque wurden eingezogen. Picasso als Ausländer blieb vom Krieg verschont. Ende Oktober bis Anfang November hielten sich Picasso und Eva in Paris auf.
  • 1915

    Als Max Jacob zum katholischen Glauben konvertierte, war Pablo Picasso sein Taufpate. Begegnung mit Jean Cocteau (Dezember). Tod von Eva Gouel nach langer Erkrankung an Tuberkulose (14.12.).
  • 1916

    Cocteau stellte Sergej Diaghilew und Eric Satie vor (Mai). Ende Frühjahr hielt sich Pablo Picasso in Montrouge auf, wo er in der Rue Victor Hugo Nr. 22 wohnte. Am 31. Dezember nahm Picasso an einem Festessen zu Ehren von Guillaume Apollinaire im Palais d’Orléans teil; er war auch einer der Organisatoren. Erste öffentliche Präsentation von „Les Demoiselles d’Avignon“.
  • 1917

    Im Januar verbrachte Picasso einige Tage bei seiner Familie in Barcelona, bevor er Ende des Monats nach Paris zurückkehrte. Aufenthalt mit Cocteau in Rom, wo Picasso Bühnenbilder und Kostüme für eine Aufführung des Ballets russes entwarf (17.2. für acht Wochen). Picasso besuchte in den zwei Monaten Neapel, Pompeij und Florenz. Uraufführung von „Parade“ im Theater Châtelet: Vorhang, Bühnenbild und Kostüme stammen von Picasso. Diaghilews Truppe tourte durch Spanien, hierbei lernte Picasso die Tänzerin Olga Koklowa kennen, in die er sich verliebte.
  • 23.6.–Mitte November 1917

    Aufenthalt in Barcelona: Picasso wohnte in der Wohnung seiner Eltern, während sich Olga in der Pension Ranzini einmietete. Festessen zu Ehren des Malers Iturrino, Maeztu und Picasso in den Galeries Laietanes. Festessen zu Ehren von Pablo Picasso im Lyon d’or, das seine Freunde organisierten (12.7.). Einzige Vorstellung von „Parade“ im Teatro Tivoli (10.11.). Mitte November zogen Picasso und Olga nach Montrouge.
  • 1918

    Im Frühjahr lernte Picasso Marcel Proust und James Joyce kennen. Heiratete die russische Tänzerin Olga Koklowa in Paris, die Trauzeugen waren Cocteau, Max Jacob und Guillaume Apollinaire (12.7.). Hochzeitsreise führte das Paas nach Biarritz. Im Herbst zogen sie in die Rue de la Boëtie Nr. 23 in Paris. Paul Rosenberg wurde Picassos neuer
  • 1919

    Im Frühjahr besuchte der junge Joan Miró Picasso in dessen Atelier. Vorhang, Bühnenbild und Kostüme für „Der Dreispitz“ für das Ballets russes. Im Mai hielt sich Picasso daher in London auf. Uraufführung am 22. Juni im Alhambra-Theater. Olga und Picasso lassen sich im August in Saint-Raphael nieder.
  • 1920

    Uraufführung von „Pulcinella“ im Théâtre de l’Opera, für das Picasso Bühnenbild und Kostüme entwarf. Sommeraufenthalt in Juan-les-Pins. Im September erneut in Paris. Beginn der klassischen Periode (bis 1924).
  • 1921

    Geburt des ersten Sohnes Paulo (4.2.) Maurice Raynal publizierte die erste Monografie über Pablo Picasso in München. Uraufführung von „Cuadro Flamenco“, für die Picasso Bühenbild und Kostüme entwarf (22.5.). Sommeraufenthalt in Fontainebleau. „Drei Musikanen“; „Drei Frauen am Brunnen“. Im September Rückkehr nach Paris.
  • 1922

    Aufenthalt in Dinard (Juni–September). Premiere von „Antigone“ von Sophokles in einer Adaption von Jean Cocteau. Picasso und Cocteau entwarfen das Bühnenbild, die Kostüme waren von Coco Chanel. Bekanntschaft mit den Dichtern André Breton, Louis Aragon und Tristan Tzara.
  • 1923

    In der Zeitschrift „The Arts“ erschien das erste bedeutende Interview von Picasso, geführt von Marius de Zayas (19.5.). Sommeraufenthalt in Antibes. Er malte gleichzeitig Bilder im kubistischen und im klassizistischen Stil.
  • 1924

    Uraufführung des Balletts „Mercure“, für das Picasso Vorhang, Ausstattung und Kostüme entwarf (18.6.). Für das Ballett „le train bleu“ von Jean Cocteau wurde das Pastell „Laufende Frauen am Strand“ von 1922 als Vorhangmotiv vergrößert. Sommeraufenthalt in Luan-les-Pins. Pablo Picasso begann sich in seiner Kunst mit dem Surrealismus auseinanderzusetzen, ohne sich je zur Gruppierung zugehörig zu fühlen.
  • 1925

    Für die Dauer des Gastspiels der Ballets Russes wohnte auch Picasso in Monte Carlo (März–April). Erste Reproduktion von „Les Demoiselles d’Avignon“ in Heft 4 von „La Révolution Surréaliste“ (15.6.). Sommeraufenthalt in Juan-les-Pins. Teilnahme an der ersten Surrealisten-Gruppenausstellung in der Galerie Pierre in Paris.
  • 1926

    Sommeraufenthalt in Juan-les-Pins. Im Oktober reiste Picasso kurz nach Barcelona. Der Kunsthistoriker Christian Zervos gründete die „Cahiers d’art“ und widmete mehrere Einzelhefte dem Werk von Pablo Picasso.
  • 1927

    Am 8. Januar 1927 in den Galeries Lafayette Begegnung mit der 15-jährigen Marie-Thérèse Walter (1909–1977), die zuerst sein Modell und dann seine Geliebte wurde. Sommeraufenthalt in Cannes. Erste Radierungen zum Thema „Der Künstler und sein Modell“.
  • 1928

    Picasso begann eine berufliche Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Julio González. Umzug der Familie Picasso nach Dinard. Picasso traf sich heimlich mit Marie-Thérèse Walter.
  • 1929

    Im Frühjahr besuchte Salvador Dalí Picasso. Sommeraufenthalt in Dinard.
  • 1930

    Sommeraufenthalt in Juan-les-Pins. Picasso und seine Familie wohnten in der Rue de la Boëie Nr. 23 – auf Nr. 44 mietete er Marie-Thérèse Walter ein. Kaufte das Schloss Boisgeloup bei Gisors, wo er eine Reihe von Kopfskulpturen in Gips realisierte, denen Marie-Thérèse als Vorlage diente. Erste Radierungen von Frauenakten der späteren „Suite Vollard“.
  • 1931

    Umzug der Familie nach Boisgeloup (Mai). Sommeraufenthalt in Juan-les-Pins.
  • 1932

    Sommeraufenthalt in Boisgeloup, wo Picasso zahlreiche Keramiken schuf. Die Sammlung von Lluis Plandiura, zu der 24 Werke Picassos gehörten, wurde vom Museos de Arte in Barcelona erworben. Erste Retrospektive mit 236 von Pablo Picasso selbst ausgewählten Werken in der Galerie Georges Petit in Paris (16.6.–30.7.). Gemeinsam mit Christian Zervos erarbeitete Picasso eine Referenzpublikation zu dessen Gemälden und Zeichnungen.
  • September 1932

    Ausstellung von Picassos Werk im Kunsthaus Zürich. Abreise von Picasso und Gattin nach Zürich am 7. September; Eröffnung am 11. September, Laufzeit bis 30. Oktober und verlängert bis zum 13. November. Gezeigt wurden 225 Werke, wovon 43 in Paris nicht zu sehen gewesen waren. Viele Gemälde stammten aus Picassos persönlichen Besitz und waren verkäuflich.
  • 1933

    Am 25. Mai erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift „Minotaure“, für die Picasso das Titelblatt entwarf. Sommeraufenthalt in Cannes. Mitte August reiste er nach Barcelona und dann weiter nach Paris. Intensive Beschäftigung mit der Druckgrafik: In einem rauschhaften Schaffen entstehen in wenigen Monaten 40 Platten zum Thema „Das Atelier des Bildhauers“, 11 Platten zum „Minotaurus“ und 5 Platten zum Motiv der „Vergewaltigung“ der „Suite Vollard“.
  • 1934

    Sommeraufenthalt in Spanien: San Sebastián, Madrid, Toledo, Barcelona. Mitte September Rückkehr nach Paris. Beginn der Zusammenarbeit mit Roger Lacourière, der Picasso in das Zuckeraussprengverfahren und die Arbeit mit dem Stichel einführte.
  • 1935

    Geburt von Picassos Tochter María de la Concepción, genannt Maya, der Tochter von Marie-Thérèse Walter (5.10.). Olga trennte sich von Picasso und verließ mit Paulo die eheliche Wohnung, nachdem sich die Beziehung Picassos nicht mehr geheim halten ließ. Die von Olga angestrebte Scheidung zog sich über Jahre und scheiterte schlussendlich an der Aufteilung des Vermögens. Jaime Sabartès wurde der Privatsekretär von Picasso (12.11.). Lernte Paul Eluard kennen. Radierung „Minotauromachie“.
  • 1936

    Hielt sich von März bis Mai mit Marie-Thérèse und Maya in Juan-les-Pins auf. Pablo Picasso lernte die Fotografin Dora Maar kennen. Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs (18.7.); Picasso wurde von der Volksfront-Regierung zum Direktor des Prado ernannt. Bekanntschaft mit der Fotografin und Malerin Dora Maar, die seine Geliebte wurde.
  • 1937

    Abschluss der „Suite Vollard“ mit drei Porträts des Verlegers. Ab dem 8. Januar arbeitete Picasso an der zweiteiligen Radierung „Traum und Lüge Francos“, die er nach Vollendung seines Monumentalwerks „Guernica“ am 7. Juni fertigstellte. Malte im Auftrag der republikanischen Regierung „Guernica“ (Mai–Juni 1937), das im Spanischen Pavillon der Weltausstellung in Paris gezeigt wurde. Sommerferien mit Dora Maar und den Ehepaar Eluard in Mougins. Rückkehr nach Paris im September. Reise in die Schweiz, wo Picasso Paul Klee besuchte (Mitte Oktober). Die New York Times veröffentlichte eine Erklärung Picassos für die Regierung der II. Republik Spanien (19.12.).
  • 1938

    Sommeraufenthalt mit Dora Maar und dem Ehepaar Eluard in Mougins. Picasso schenkte dem Museo de Arte Moderno in Barcelona seine „Minotauromachie“. Besuchte Christian Zervos in Vézelay.
  • 1939

    Tod der Mutter (13.1.). Im Juli und August hielt sich Picasso mit Dora Maar im Haus von Man Ray in Antibes auf. Im September wohnte er mit Dora Maar und Sabartès im Hôtel du Tigre, Marie-Thérèse und Maya zogen in eine nahegelegene Wohnung. Reiste im Oktober und Dezember einige Male nach Paris, wo er von Brassaï fotografiert wurde. Retrospektive im Museum of Modern Art in New York (November). „Nächtlicher Fischfang in Antibes”.
  • 1940

    Bis auf kurze Reisen nach Paris hielt sich Pablo Picasso die erste Hälfte des Jahres in Royan auf. Am 25. August kehrte er nach Paris zurück.
  • 1941

    Verfasste die Komödie n sechs Akten „Wie man Wünschen am Schwanz packt“ (14.–17.1.). Schuf am Jahresende eine Skulptur von Dora Maars Kopf, die 1959 als Denkmal für Apollinaire verwendet wurde.
  • 1943

    Lernte die junge Malerin Françoise Gilot kennen (Mai), mit der Pablo Picasso in den folgenden zehn Jahren eine Beziehung pflegte.
  • 1944

    Private Aufführung der Komödie „Wie man Wünschen am Schanz packt“ unter der Regie von Albert Camus. Es spielten mit: Louise und Michel Leiris, Simone de Beauvoir, Jean Paul Sartre, Dora Maar, Zanie und Jean Aubier, Raymond Queneau, Germaine Hugnet und Jacques-Laurent Bost. Unter den Zuschauern befanden sich außer Picasso noch Braque, Sabartès, Jacques Lacan und Valentine Hugo. Uraufführung von „Andromache“, Picasso entwarf ein Szepter (April). Beitritt zur Kommunistischen Partei Frankreichs (5.10.)
  • 1945

    Konstitution des französisch-spanischen Hilfskommitees für die republikanischen Spanier, dessen Vorsitzender Picasso wurde. Uraufführung des Balletts „Le rendez-vous“, für das Picasso den Vorhang gemalt hatte. Sommeraufenthalt mit Dora Maar in Cap d’Antibes. Im August Rückkehr nach Paris, Pablo Picasso begann zu lithografieren. Beginn der beruflichen Zusammenarbeit mit Fernand Mourlot (2.11.).
  • 1946

    Mitte März traf sich Picasso mit Françoise Gilot in Golfe-Juan; sie besuchten gemeinsam Henri Matisse in Nizza. Rückkehr nach Paris im April. Anfang Juli reisten sie nach Manèbres, im August kerhten sie nach Golfe-Juan zurück. Besuch in Vallauris. Auf Einladung des Direktors Dor de la Souchère arbeitete Pablo Picasso um Musée Grimaldo in Antibes (Oktober). Die etwa 20 dort entstandenen Werke bilden den Grundstock des später nach Picasso benannten Museums. Im November Rückkehr nach Paris.
  • 1947

    Auf Vorschlag von Jean Cassou stiftete Picasso zehn Werke an das Musée d’Art Moderne in Paris (Mai). Geburt von Picassos drittem Kind, Claude (15.5.). Er ist der Sohn von Françoise Gilot. Zog mit seiner neuen Familie nach Golfe-Juan (Juni). Begann keramische Arbeiten in der Töpferei „Madoura“ von Georges Ramié in Vallauris zu fertigen. Schuf das Bühnenbild für die Sophokles-Tragödie „König Ödipus“ (Dezember).
  • 1948

    Erhielt die Médaille de Reconnaissance Française verliehen (24.8.). Teilnahme am Friedenskongress der Intellektuellen in Breslau/Polen (25.8.). Picasso besuchte Warschau und Krakau. Auszeichnung vom polnischen Staatspräsidenten (2.9.). Mitte September hielt sich Picasso in der Villa La Galloise in Vallauris an der Côte d‘Azur auf, wo er sich 1949 niederließ.
  • 1949

    Louis Aragon besuchte Picasso in dessen Atelier und wählte die Lithografie „Die Taube“ für sein Plakat zum Friedenskongress in der Pariser Salle Pleyel aus (Februar). Geburt von Paloma Picasso (19.4.), die nach der Taube für den Weltfriedenskongress benannt wurde. Im Frühjahr erwarb Picasso das Atelier Fournas in Vallauris, in dem er von 1949 an arbeitete.
  • 1950

    Erhielt die Ehrenbürgerwürde der Stadt Vallauris (Februar). Einweihung der Skulptur „Mann mit Lamm“ auf dem Marktplatz von Callauris (6.8.). Picasso erhielt den Lenin-Friedenspreis (November). Besuchte London und nahm am Weltfriedenskongress in Sheffield teil. Für das Plakat hatte er die Lithografie „Fliegende Taube“ geschaffen.
  • 1951

    Picasso wurde im Sommer aus der Wohnung in der Rue de la Boëtie hinausgeworfen und kaufte sich eine neue in der Rue Gay Lussac 7.
  • 1952

    Schrieb sein zweites Theaterstück „Die vier kleinen Mädchen“. Begann an den Wandbildern „Der Krieg“ und „Der Frieden“ für die Kapelle von Vallauris. Verbrachte dort den Sommer und teilweise den Herbst. Picasso und Matisse unterschrieben einen Friedensaufruf, der in Nizza als Pamphlet herausgegeben wurde (10.10.). Lernte die 25-jährige Jacqueline Roque in Vallauris kennen, wo sie in der Galerie Madoura als Keramikverkäuferin tätig war.
  • 1953

    Picassos Porträt von Stalin wird anlässlich dessen Tod am 12. Mai in der Zeitung „Lettres Française“ veröffentlicht. Daraufhin kam es zu einem erbitterten Streit zwischen Gegnern und Anhängern von Picassos Kunst. Verbrachte den Sommer in Vallauris. Françoise Gilot verließ Picasso und kehrte mit den beiden Kindern nach Paris zurück. Picasso reiste mit seiner Tochter Maya nach Perpignan, wo er Jacqueline Roque kennenlernte (Mitte August). Retrospektiven in Rom, Mailand, Lyon und São Paulo.
  • 1954

    Anfang des Jahres ging Picasso eine Beziehung mit Jacqueline Roque ein. Im Juni malte er drei Porträts von ihr, von denen er „Madame Z“ in einer Ausstellung im Maison de la Pensée Francaise in Paris ausstellte. Erste Skizzen zu „Das Frühstück im Grünen nach Manet“, Erster Linolschnitt (von fast 200). Den Sommer verbrachten Picasso gemeinsam mit seinen Kindern Paulo und Maya in Perpignan. Jacqueline Roque und ihre Tochter aus erster Ehe, Catherine, stpießen später dazu, genauso wie Francoise Gilot mit den Kindern Claude und Paloma. Picasso lernte den Drucker Hidalgo Arnéra kennen. Der Linolschnitt beherrschte daraufhin Pcassos druckgrafisches Schaffen bis 1964.
  • Herbst/Winter 1954

    Im September kehrten Picasso und Jacqueline Roque gemeinsam nach Paris zurück. Arbeitete an der Serie „Frauen von Algier“ nach einem Werk von Delacroix (13.12.1954-14.2.1955), die auch von Matisse' Odaliskendarstellungen beeinflusst sind (Matisse starb am 3.11. des Jahres). Entwarf das Bühnenbild für „Canto fûnebre por Ignacio Sánchez Mejías“, wofür er zwei Stierkampfszenen aus den Jahren 1951/52 verwendete. 15 Versionen von „Die Frauen von Algier“ nach Delacroix.
  • 1955

    Picasso erhielt den Auftrag für ein Wandbild im neuen Sitz der UNESCO in Paris. Tod von Olga, Picassos erster Ehefrau (11.2.). Erwarb die Villa „La Californie“ in Cannes, die er mit Roque bezog (Juni). Retrospektive in Paris, München, Köln und Hamburg: „Picasso. Peintures 1900–1955“; Juni-Oktober). Sommer: Der Regisseur Henri-Georges Clouzot filmte Picasso für seine Dokumentation „Le Mystère Picasso“. Im Herbst gestaltete Picasso Porträts seiner Freundin, in denen er sich an Werke der Kunstgeschichte anlehnte.
  • 1956

    Picasso lernte den Photographen David Douglas Duncan kennen, der ihn in La Californie besuchte (8.2.). Ausstellung von „Guernica“ (1937) im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (Mai–November). Schuf „Die Badenden“ (Staatsgalerie Stuttgart) aus Holzfundstücken. Verurteilte den Einmarsch der Sowjetunion in Ungarn in einem Protestbrief an die Kommunistische Partei, der in „Le Monde“ abgedruckt wurde (22.11.).
  • 1957

    Malte die Serie „Las Meninas” (August–Dezember). Begann das Gedicht „Die Beerdigung des Grafen Orgaz“ (1959 vollendet). Große Retrospektive in New York, Museum of Modern Art, Chicago und Philadelphia. Serie von „Las Meninas” nach Diego Vélazquez (17.8.–30.12.).
  • 1958

    Tod von Picassos Schwester Dolores, genannt Lola. Ausstellung von Keramiken im Maison de la Pensée Française in Paris (8.3.–30.6.). Zwischen April und Juni schuf Picasso weitere, von den Innenräumen seines Ateliers in La Californie inspirierte Gemälde. Kaufte das Schloss Vauvenargues in der Nähe von Aix-en-Provence (September).
  • 1959

    Umzug nach Vauvenargues (Februar). Picassos bronzenes Portrait seiner früheren Lebensgefährtin Dora Maar wurde in Paris als ein Denkmal für Guillaume Apollinaire eingeweiht (5.6.). Sommer in La Californie. Im Herbst Weiterarbeit an der Serie zum Frühstück im Grünen. Teilnahme Picassos an den Dreharbeiten zu Jean Cocteaus Film Le Testament d’Orphée. Ausstellung im Musée Cantini in Marseille (11.5.–31.7.);
  • 1960

    Gründung des Museu Picasso in Barcelona, das zu den bereits vorhandenen zehn Werken von Picasso as dem Museo de Arte Moderno noch die Sammlung von Jaime Sabartès gestiftet bekam. Retrospektive in der Tate Gallery, London (6.7.–18.9.); Ausstellung in der Galerie Louise Leiris in Paris mit neuen Zeichnungen zum Thema Stierkampf (30.11.–31.12.).
  • 1961

    Erste Skizzen zu „Der Raub der Sabinerinnen“ nach Werken von Nicolas Poussin und Jacques-Louis David (27.1.). Heiratete Jacqueline Roque in Vallauris (2.3.). Das Ehepaar Picasso zog in die Villa Nôtre-Dame-de-Vie in Mougins (Juni) Der 80. Geburtstag von Pabli Picasso wurde am 25. Oktober in zahlreichen Städten weltweit gefeiert. Picasso entwarf eine Illustration für das Buch Djamila Boupacha von Simone de Beauvoir und Gisèle Halimi, das die Verbrechen der französischen Armee in Algerien verurteilte.
  • 1962

    In diesem Jahrs chuf Pablo Picasso nahezu 70 Porträts von seiner Frau Jacqueline. Im April wurde das Wandbild für die Architektenschule in Barcelona eingeweiht. Zum zweiten Mal wurde ihm der Lenin-Friedenspreis verliehen (1.5.). „Der Raub der Sabinerinnen“ (November). Uraufführung des Stückes „Icare“, für das Picasso Vorhang und Bühnenbild schuf. Picasso spendete das Gemälde „Frau mit Hund“ zugunsten der Überschwemmungsopfer in El Vallés (Provinz Barcelona). Als niemand das Werk kaufen wollte, erwarb es Picasso.
  • 1963

    Beginn der Arbeit an der Serie „Maler und Modell“. Eröffnung des Picasso Museums in Barcelona. Die Sammlung beruht auf einer Schenkung von Picassos langjährigem Sekretär Jaime Sabartés. (9.3.). Picasso zeichnete nach Rembrandts „Bathseba im Bade“. Tod von Georges Braque (31.8.) und Jean Cocteau (11.10.).
  • 1964

    Picasso fertigte mehrere Gemälde zum Thema „Frau mit Katze“. Retrospektiven in Kanada (11.1.-16.2.) und Japan (Mai-August). Manets Olympia inspirierte Picasso zu einer Serie von Werken (Januar–Mai).
  • 1966

    Picasso widmete sich, inspiriert von der spanischen Malerei des Goldenen Zeitalters, in den folgenden Jahren dem Thema der Musketiere (Frühjahr). Eröffnung der bislang größten Ausstellung „Hommage à Picasso“ mit 700 Exponaten in Paris (18.11.1966-12.2.1967). Das Schloss Grimaldi in Antibes wurde in Musée Picasso Antibes umbenannt (27.12.).
  • 1967

    Picasso verweigerte die Annahme des französischen Verdienstordens der Ehrenlegion, möglicherweise als Reaktion darauf, dass Frankreich ihm 1944 die Staatsbürgerschaft verweigert hatte. Ausstellung Picasso. Sculpture, Ceramics, Graphic Works in der Tate Gallery in London und anschließend im Museum of Modern Art in New York (9.6.–13.8.). Enthüllung einer monumentalen Stahlskulptur am Civic Center in Chicago (15.8.), für deren Konzeption er sich am Motiv des Frauenkopfs (1962) orientierte. Picasso schenkte die Skulptur der Stadt Chicago. Das Kunstmuseum Basel erwarb zwei Werke Picassos aus der Sammlung Staechlin; Pablo PIcasso schenkte weitere vier Arbeiten an das Museum. zum Geschenk.
  • 1968

    Tod von Jaime Sabartès (16.2.). Picasso arbeitete an den Graphikserien Suite 347 (16.3.–5.10.) und Suite 156 (24.10.1968–25.3.1972). Picasso erhielt den „Premio de la Critica“ von der Spanischen Kunstkritikervereinigung (19.12.).
  • 1969

    Picasso malte in diesem Jahr 175 Gemälde.
  • 1970

    Im Januar stiftete Pablo Picasso dem Museu Picasso in Barcelona insgesamt 921 Werke, die in der Wohnung seiner Familie in Barcelona aufbewahrt worden waren. Die Ausstellung „Pablo Picasso 1969–1970” im Papstpalast in Avignon präsentierte fast 200 neue Werke (1.5.-1.10.), darunter Zwei Männer. Die neue, unfertig wirkende Ästhetik seiner Bilder und die vielfachen sexuellen Anspielungen stießen beim Publikum und der Kunstkritik auf Unverständnis und wurden als „Schmierereien“ bezeichnet. Im Dezember wurden die neuen Räume eingeweiht. Schuf 247 Radierungen in Mougins.
  • 1971

    Anlässlich seines 90. Geburtstags wurde eine Auswahl von acht Gemälden in der Grand Galerie du Louvre gezeigt (21.-31.10.). Picasso war der erste lebende Künstler, dem diese Ehre zuteil wurde. Der Künstler schenkte dem Museum of Modern Art in New York sein Werk „Gitarre“ von 1914, seine erste Skulptur aus Metall.
  • 1. Juni 1972

    Am 1. Juni malte Pablo Picasso mit „Die Umarmung” sein letztes Bild. Bis zu seinem Lebensende zeichnete er noch etwa 300 Blätter: Selbstportraits mit starrem Blick und erotisch aufgeladenen liegenden Akten.
  • 1973

    Am 8. April 1973 verstarb Pablo Picasso im Alter von 91 Jahren an einem Herzinfarkt in Mougins. Auf der Staffelei des Künstlers befand sich das Gemälde „Figuren”, ein unvollendet gebliebenes Werk. Picasso wurde am 10. April im Garten seines Schlosses in Vauvenargues beigesetzt. Sein Grab ziert die Bronzeplastik „Frau mit Vase” von 1933. Die Ausstellung „Pablo Picasso 1970–1972” im Papstpalast in Avignon präsentierte eine noch vom Künstler getroffenen Werkauswahl (23.5.-30.9.).
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.