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Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube Variationen des Friedenssymbols und seine Rezeption

Pablo Picasso, Fliegende Taube im Regenbogen, 1952, Lithografie (© Succession Picasso, Paris / VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

Pablo Picasso, Fliegende Taube im Regenbogen, 1952, Lithografie (© Succession Picasso, Paris / VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

Pablo Picasso setzte sich in seiner Kunst intensiv mit Krieg und Frieden auseinander. Für den ersten Weltfriedenskongress 1949 entwarf er eine Taube, die sich in der Folgezeit zu einem wirkungsmächtigen Friedenssymbol entwickelte (→ Picasso: die Erfindung der Friedenstaube). Die Ausstellung im Picasso-Museum Münster präsentiert verschiedene Variationen der Taube und thematisiert darüber hinaus die Rezeptionsgeschichte seiner Friedensbilder: von Bertolt Brechts Verwendung der Friedenstaube für das Berliner Ensemble über die ideologische Umdeutung von Picassos Kunst durch die DDR-Propaganda bis hin zu den US-amerikanischen Anti-Vietnamkriegs-Demonstrationen wie dem legendären „March on Washington“ im Jahr 1969, für den Picassos Lithografie „Der Krieg“ als offizielles Plakatmotiv diente.

Wie kaum ein anderer Künstler der Klassischen Moderne versuchte Pablo Picasso, mit seiner Kunst zu einer Befriedung Europas und der Welt beizutragen. Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Plakate, zeigen Picassos künstlerische Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden. Die Schau demonstriert seinen Einsatz für die Ziele der Friedensbewegung, seine Auseinandersetzung mit politischen Parteien und seinen Versuch, die Kriegsschrecken des 20. Jahrhunderts künstlerisch zu überwinden – in der Hoffnung auf die Errichtung eines friedlichen Europas.

 

Picasso politisch – eine Reaktion auf den Spanischen Bürgerkrieg

Picassos Kunst wurde während des Spanischen Bürgerkrieges (1936–1939) politisch. Mit der berühmten Radierfolge „Traum und Lüge Francos“ demonstriert die Ausstellung seine kritische Haltung gegenüber dem Franco-Regime. Auch sein Jahrhundertwerk „Guernica“ entstand in dieser Zeit. Der immense Einfluss seines weltberühmten Gemäldes wird anhand einer zeitgenössischen Arbeit der deutschen Gegenwartskünstlerin Tatjana Doll beleuchtet.

 

 

Einen weiteren Höhepunkt der Ausstellung bildet Picassos berühmte überlebensgroße Skulptur „Mann mit Schaf“, die er während des Zweiten Weltkrieges schuf. Sie symbolisiert seine Hoffnung auf Erlösung der Stadt Paris aus der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

 

Variationen der Friedenstaube

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden Picassos Variationen der Friedenstaube, die er 1949 für den ersten Weltfriedenskongress entwarf und die sich in der Folgezeit zu einem weltweit anerkannten Symbol der Friedensbewegung entwickelte. Sie thematisiert darüber hinaus die Rezeptionsgeschichte von Picassos Friedensbildern: Von Bertolt Brechts Verwendung der Friedenstaube für das Berliner Ensemble über die ideologische Umdeutung von Picassos Kunst durch die DDR-Propaganda bis hin zu US-amerikanischen Anti-Vietnamkrieges-Demonstrationen wie dem legendären „March on Washington“ im Jahr 1969, für den Picassos Werk „Der Krieg“ als offizielles Plakatmotiv diente.

 

 

Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube in Münster

Im Rahmen der Ausstellung „Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube“ präsentiert das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster neben Kunstwerken aus dem eigenen Picasso-Bestand Leihgaben aus weltweit führenden musealen Sammlungen. Die rund 50 Werke zeigen Picassos künstlerische Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden.

 

Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube: Ausstellungskatalog

Markus Müller für das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster (Hg.)
mit Beiträgen von Alexander Gaude, Markus Müller
118 Seiten
ISBN 978-3-95498-384-1
Sandstein Verlag, Dresden

 

Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube: Bilder

  • Pablo Picasso, Mann mit Schaf, 1943, Bronze (Musée Picasso, Paris © Succession Picasso, Paris, VG Bild-Kunst, Bonn 2018)
  • Pablo Picasso, Die Taube im Regenbogen, 1952, Lithografie (© Succession Picasso, Paris / VG Bild-Kunst, Bonn 2018)
  • Pablo Picasso, Fliegende Taube im Regenbogen, 1952, Lithografie (© Succession Picasso, Paris / VG Bild-Kunst, Bonn 2018)
  • Pablo Picasso, Die verschränkten Hände II, 1952, Lithografie © Succession Picasso, Paris  VG Bild-Kunst, Bonn 2018
  • Tatjana Doll, RIP_Im Westen Nichts Neues II, 2009, Lack auf Leinwand (Galerie Lehmann, Dresden, Foto: Bernd Borchardt © Courtesy Galerie Gebr. Lehmann)

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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.