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Pieter Bruegel der Ältere: Biografie Lebenslauf des berühmten flämischen Renaissance-Malers

Pieter Bruegel d. Ä., Maler und Kenner, Detail, um 1566, Feder in Braun, 25,5 × 21,5 cm (Wien, Albertina © Albertina, Wien)

Pieter Bruegel d. Ä., Maler und Kenner, Detail, um 1566, Feder in Braun, 25,5 × 21,5 cm (Wien, Albertina © Albertina, Wien)

Pieter Bruegel der Ältere (um 1625/30–1669) gilt heute als der bedeutendste niederländisch-flämische Maler und Zeichner des 16. Jahrhunderts. Bruegel war bereits zu Lebzeiten hochberühmt und seine Bilder von seinem ältesten Sohn, Pieter Brueghel dem Jüngeren kopiert. Der im 18. und 19. Jahrhundert weitgehend vergessene Maler der Renaissance wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt. In den letzten mehr als 100 Jahren hat Pieter Bruegel der Ältere verschiedene Interpretationen erfahren, die sich in Titeln wie „Bosch-Bruegel“ oder „Bauern-Bruegel“ wiederspiegeln. Sein Leben in Antwerpen und Brüssel machen ihn zum flämisch-belgischen Künstler, seine Reise nach Italien und die hohe Qualität seiner Bilder zu einem Maler europäischer Dimension. Deutungen seiner Werke lassen Pieter Bruegel den Älteren aber auch als Moralisten, Humanisten und Gesellschaftskritiker erscheinen.

 

Ausbildung in Flandern und Italien

Pieter Bruegel der Ältere wurde zwischen 1525 und 1530 vermutlich in Breugel oder Antwerpen geboren. Er erhielt wohl eine künstlerische Ausbildung im Antwerpener Atelier des Pieter Coecke van Aelst (Antwerpen und später Brüssel). Dessen Frau Mayken Verhulst bildete ihn auch zum Miniaturmaler aus (um 1545–1550). Ein erstes, nicht erhaltenes Werk, das unter der Mitarbeit von Pieter Bruegel dem Älteren entstand, war das Altargemälde der Handschuhmacher in Mecheln (1550). Seine Anfänge verbrachte Pieter Bruegel d. Ä, in der Werkstatt des Claude Dorizi in Mechelen. 1551 wurde er Freimeister in Antwerpen und in das Zunftregister eingeschrieben. Aus dieser Zeit (1552) datieren auch die frühesten erhaltenen und datierten Zeichnungen der niederländischen Renaissance-Malers.

Zur weiteren Ausbildung reiste Pieter Bruegel der Ältere zwischen 1552 und 1554 nach Italien, was für Künstler seiner Zeit üblich war. Er fuhr wahrscheinlich über Lyon auf die Apenninen-Halbinsel und weiter bis in die Straße von Messina. Seine Reisebegleiter waren vermutlich der Maler Maerten de Vos (1532–1603) und der Bildhauer Jacob Jonghelinck (1530–1567). Für die Jahre 1553/54 ist Bruegels Aufenthalt in Rom dokumentiert, wo er mit Giulio Clovio zusammenarbeitete. Die Reise führte den Niederländer bis in den Süden Italiens, nach Reggio Calabria. Von seiner Überquerung der Alpen zeugen zahlreiche gezeichnete Gebirgsdarstellungen in seinem späteren zeichnerischen, druckgrafischen und malerischen Werk.

 

Entwürfe für Druckgrafiken: Zusammenarbeit mit Hieronymus Cock

Nach seiner Rückkehr nach Antwerpen begann Pieter Bruegel der Ältere 1554 eine intensive Zusammenarbeit mit dem Verleger Hieronymus Cock. Für dessen Verlag „Aux Quatre Vents“ zeichnete er erste Landschaften (sic!), moralisierende Bilder in der Tradition von Hieronymus Bosch und Genrebilder. Zunehmend treten der Mensch und sein Verhältnis zur Gesellschaft ins Zentrum seines Schaffens. In den ersten drei Jahren nach seiner Rückkehr aus Italien war Pieter Bruegel nur als Entwurfszeichner tätig.

In den folgenden Jahren entstanden berühmte druckgrafische Serien und Einzelblätter wie „Die große Fische fressen die kleinen“ (Stecher: Pieter van der Heyden), „Die sieben Todsünden“ (Stecher: Pieter van der Heyden), die Serie von „Zwölf großen Landschaften“ (1555–1558), „Eislauf vor dem Antwerpener St. Georgstor“ (um 1558, Stecher: Frans Huys), 10-teilige Serie „Seeschiffe“ (1561/62, Stecher: Frans Huys).

 

Gemälde

Die Tüchleinmalerei „Die Anbetung der Könige“ (um 1556, Brüssel, Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique) könnte das erste bekannte Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren sein – die Zuschreibung wird allerdings noch kontrovers diskutiert. Die frühesten erhaltenen Gemälde datieren aus dem Jahr 1557.

Der heute bekannte Pieter Bruegel der Ältere begann sich 1559 der Malerei zuzuwenden. In rascher Abfolge entstanden „Die niederländischen Sprichwörter“ (1559, Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie) und „Der Kampf zwischen Karneval und Fasten“ (sign. & dat., Kunsthistorisches Museum, Wien), in denen Bruegels Strategie der „Wimmelbilder“ bereits deutlich zutage tritt. Im folgenden Jahr führte er „Die Kinderspiele“ (sign- & dat. 1560, Kunsthistorisches Museum, Wien) aus.

Erst 1562 widmete sich Pieter Bruegel der Ältere verstärkt dem Medium Malerei. In großformatigen Tafeln zeigte er Tollheiten der Menschen, religiöse Sujets in neuem Gewand und Exotisches: „Der Triumph des Todes“ (vermutlich nach 1562, Prado), „Zwei angekettete Affen“ (Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie), „Der Selbstmord Sauls in der Schlacht auf dem Berg Gilboa“ (Kunsthistorisches Museum Wien), „Der Sturz der gefallenen Engel“ (Brüssel, Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique) sind alle in dieses eine Jahr datiert!

Diesem beruflichen Erfolg schloss 1563 der Umzug Pieter Bruegels nach Brüssel und die Heirat mit Mayken Coecke van Aelst, der Tochter seines vermutlichen Lehrmeisters, an. Hier war der vornehmlich als Maler und weiterhin für Antwerpener Auftraggeber tätig. Zu den bekanntesten Gemälden dieser Zeit zählen „Der Turmbau zu Babel“ (Kunsthistorisches Museum, Wien), „Der Turmbau zu Babel [genannt: Der kleine Turmbau zu Babel]“ (nach 1563?, Rotterdam, Museum Boijmans Van Beuningen), „Die Anbetung der Könige im Schnee“ (Winterthur), „Die Flucht nach Ägypten“ (London, The Samuel Courtauld Trust), aber auch „Der Hafen von Neapel“ (um 1563?, Rom, Galleria Doria Pamphiljj), „Dulle Griet“ (Antwerpen, Museum Mayer van den Bergh)

Im Jahr 1564 wurde Pieter Bruegels erster Sohn, Pieter Brueghel der Jüngere („Höllenbruegel“), geboren. Gleichzeitig dominieren religiöse Sujets sein Werk: „Die Kreuztragung“ (Kunsthistorisches Museum, Wien), „Die Anbetung der Könige“ (London, The National Gallery), „Der Tod Mariens“ (um 1563/65, Banbury, Upton House, The Bearsted Collection). Kurz darauf folgen mit der ursprünglich aus sechs Tafeln zu den „Jahreszeiten“ die einzige nachweislich als Serie konzipierte Abfolge von Monatsdarstellungen. Zunehmend ist im malerischen Werk Pieter Bruegels das Interesse seiner Zeitgenossen an Alltäglichem festzustellen, was das späte Werk des Malers prägen wird.

Das Spätwerk des niederländischen Malers ist von großfigurigen Kompositionen dominiert, die ihm im frühen 20. Jahrhundert den Spitznamen „Bauernbreugel“ eingebracht haben. Ein genauer Blick auf die entstandenen Werke zeigt allerdings, dass das eine Verengung des Renaissance-Malers auf einen kleinen, wenn auch außergewöhnlichen Ausschnitt seines Œuvres bedeutet. Die berühmtesten Bilder der letzten beiden Lebensjahre Bruegels sind: „Bauernhochzeit“ (um 1567, Kunsthistorisches Museum, Wien), „Der Vogeldieb“ (Kunsthistorisches Museum, Wien), „Der Bauerntanz“ (um 1568, Kunsthistorisches Museum, Wien).

Die letzten bekannten Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren zeigen subversiv eine kritische Haltung zur Gesellschaft seiner Zeit. Das kleine, monochrome Bild „Drei Soldaten“ (New York, The Frick Collection,) nimmt Söldner in den Blick. „Die Elster auf dem Galgen“ (Darmstadt, Hessisches Landesmuseum) und „Blindensturz“ (Neapel, Museo Nazionale di Capodimonte) überraschen durch ihre endzeitlich gestimmte Haltung. In der außergewöhnlichen Zeichnung „Die Imker“ (um 1568, Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett) verschwinden die Bauern hinter ihren schützenden Masken und ergeben ein interessantes Bild einer anonymisierten Gesellschaft.

Pieter Bruegel der Ältere starb 1669 in Brüssel und wurde in der Kirche Notre-Dame-de-la-Chapelle begraben. Seine beiden Söhne Pieter Brueghel der Jüngere und Jan Brueghel der Ältere wurden beide Maler, übernahmen die Werkstatt des Vaters und sorgen mit Kopien nach seinen Werken für deren weite Verbreitung. Pieter Bruegel der Ältere erfreut sich bis heute einer anhaltenden Bekanntheit seiner Bilder. Als Stammvater der Bruegel-Malerdynastie prägte er über seine Lebenszeit hinaus die Entwicklung der flämischen Malerei zwischen der Mitte des 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts.

 

Ehefrau

  • Mayken Coecke van Aelst, Tochter von Pieter Bruegels vermutlichem Lehrmeister: ⚭ 1563 in Notre-Dame de la Chapelle / Onze-Lieve-Vrouw-ter-Kapellekerk in Brüssel

Kinder

  • Pieter Brueghel der Jüngere (Zwischen 23.5. und 10.10.1564–März/April 1638), auch Höllenbruegel genannt. Pieter Brueghel der Jüngere kopierte Bilder seines Vaters und stillte die Nachfrage nach dessen Bildfindungen.
  • Jan Brueghel der Ältere (1568–13.1.1625), auch Samtbrueghel oder Blumenbrueghel genannt. Er war guter Freund von Peter Paul Rubens und Vater von Jan Brueghel dem Jüngeren (13.9.1601–1.9.1678)

 

Weitere Beiträge zu Pieter Bruegel dem Älteren

 

Biografie von Pieter Bruegel d. Ä. (1525/30–1569)

  • 1525–1530

    Pieter Bruegel der Ältere wurde zwischen 1525 und 1530 geboren. Der Ort seiner Herkunft ist mit Brueghel oder Breda bereits in der frühesten Kunstliteratur umstritten. Heute nimmt man an, dass er vermutlich in Breugel oder Antwerpen geboren wurde.
  • Um 1545–1550

    Laut Bruegels frühem Biographen Karel van Mander erhielt Bruegel eine künstlerische Ausbildung im Antwerpener Atelier des Pieter Coecke van Aelst (Antwerpen und später Brüssel). Dessen Frau Mayken Verhulst bildete ihn auch zum Miniaturmaler aus.
  • 1550

    Mitarbeit an einem Altargemälde der Handschuhmacher in Mecheln: „Altarstück der Handschuhmacher“ (Mecheln, Außenflügel erhalten, Retabel verschwunden) in der Werkstatt des Claude Dorizi in Mechelen dokumentiert.
  • 1551

    Pieter Bruegel wurde Freimeister in Antwerpen und in das Zunftregister eingeschrieben. „Fest der Narren“ (Brüssel)
  • 1552

    Früheste erhaltene datierte Zeichnungen: „Dorfstraße“ (um 1552, signiert, Universiteit Leiden,)
  • 1552–1554

    Pieter Bruegel der Ältere reiste nach Italien, was für Künstler seiner Zeit üblich war. Er fuhr wahrscheinlich über Lyon auf die Apenninen-Halbinsel und weiter bis in die Straße von Messina. Seine Reisebegleiter waren vermutlich der Maler Maerten de Vos und der Bildhauer Jacob Jongelinck.
  • 1553/54

    Aufenthalt in Rom. Erhaltene Briefwechsel lassen vermuten, dass Bruegel gemeinsam mit dem Geographen Abraham Ortelius und dem Maler Marten de Vos reiste. Zusammenarbeit mit Giulio Clovio, Reise in den Süden Italiens bis nach Reggio Calabria. Von seiner Überquerung der Alpen zeugen zahlreiche gezeichnete Gebirgsdarstellungen; „Landschaft mit der Erscheinung Christi am See Tiberias“ (sign. & dat. P. BRUEGHEL 1553), Zeichnung: „Landschaft mit hl. Hieronymus“ (1553 datiert, Washington, National Gallery of Art), „Landschaft mit befestigter Stadt“ (sign- & dat. 1653, London, The British Museum), „Gebirgslandschaft“ (Louvre), „Berglandschaft mit Fluss und Reisenden“ (1553, London, The British Museum)
  • 1554

    Pieter Bruegel der Ältere begann nach seiner Rückkehr nach Antwerpen eine intensive Zusammenarbeit mit dem Verleger Hieronymus Cock, für dessen Verlag „Aux Quatre Vents“ er als Entwurfszeichner tätig wurde. Zunehmend treten der Mensch und sein Verhältnis zur Gesellschaft ins Zentrum seines Schaffens. Zeichnung: „Landschaft nach Campagnola“ (1554, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett), „Waldlandschaft mit Flusstal und Reisenden“ (um 1554, Privatbesitz), „Landschaft mit Vieh und einem Dorf“ (um 1554, Antwerpen, The Phoebus Foundation), „Bären im Wald“ (um 1554, London, The British Museum)
  • 1556

    Bruegel war in Antwerpen tätig. Er fertigte Zeichnungen an, die als Stiche bei Hieronymus Cocks Verlag erschienen. Die Tüchleinmalerei „Die Anbetung der Könige“ (um 1556, Brüssel, Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique) könnte das erste bekannte Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren sein – die Zuschreibung wird allerdings noch kontrovers diskutiert. Druckgrafiken nach Zeichnungen von Pieter Bruegel d. Ä.: „Der Esel in der Schule“, „Die Versuchung des Hl. Antonius“, „Der Geiz – Avarizia“ und „Große Alpenlandschaft“ (1555/56, Stecher: Joannes und Lucas van Doetecum), „Ansicht von Tivoli (Prospectus Tyburtinus)“ (1555/56, Stecher: Joannes und Lucas van Doetecum), „Der belgische Wagen (Plaustrum Belgicum)“, „Ländliche Sorge (Solicitudo Rustica), „Rastende Soldaten (Milites Requiescentes)“, „Waldige Gegend (Pagus Nemorosus)“; Zeichnung: „Ripa Grande in Rom“ (um 1555/56, Chatsworth), „Flusslandschaft mit Booten und einem Fischer am Ufer“ (Louvre), „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“ (um 1555/56, Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett), „Die Versuchung des Hl. Antonius“ (Oxford, The Ashmolean Museum)
  • 1557

    Zeichnungen und Stiche: , „Die große Fische fressen die kleinen“ (Stecher: Pieter van der Heyden), „Zorn [Ira]“ (Z: Wien, Albertina/ Florenz, Galleria degli Uffiz; Stecher: Pieter van der Heyden), „Trägheit [Desidia]“, „Hoffart/Hochmut [Superbia]“ (Z: Paris, Fondation Custodia Collection Frits Lugt; Stecher: Pieter van der Heyden), „Völlerei [Gula]“, „Neid [Invidia]“ (Z: ), „Unkeuschheit/Wollust [Luxuria]“, „Habgier [Avaritia]“; Drei Jahre nach seiner Rückkehr aus Italien schuf Pieter Bruegel der Ältere 1557 sein frühestes erhaltenes und datiertes Gemälde: „Flusslandschaft mit einem Sämann“, gefolgt von „Der Betrunkene, der in den Schweinestall gestoßen wird“ (Privatsammlung)
  • 1555–1558

    Serie von „Zwölf großen Landschaften“
  • 1558

    Zeichnungen und Stiche: „Das Jüngste Gericht“ (Stecher: Pieter van der Heyden), „Jedermann (Elck)“ (Z: London, The British Museum; Stecher: Pieter van der Heyden), „Der Alchemist“ (Z: Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett, Stecher: Philips Galle), „Eislauf vor dem Antwerpener St. Georgstor“ (um 1558, Stecher: Frans Huys)
  • 1559

    Pieter Bruegel der Ältere signierte ab 1558 seine Gemälde in römischen Majuskeln „BRUEGEL“, um den humanistischen Anspruch seiner Kunst hervorzuheben. Zeichnungen und Stiche: „Die Kirmes von Hoboken“ (London, The Samuel Courtauld Trust, The Courtauld Gallery), „Fides [Glaube]“ (Z: Amsterdam, Rijksmuseum; Stecher: Philips Galle), „Spes [Hoffnung]“ (Stecher: Philips Galle), „Caritas [Nächstenliebe]“ (Z: Museum Boijmans Van Beuningen, Stecher: Philips Galle), „Justitia [Gerechtigkeit]“ (Z: Brüssel, Bibliotheque royale de Belgique, Stecher: Philips Galle), „Prudentia [Klugheit]“ (Z: Brüssel, Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique, Stecher: Philips Galle), „Antwerpen von der sturmbewegten Schelde aus gesehen“ (Z); Gemälde: „Die niederländischen Sprichwörter“ (Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie), „Der Kampf zwischen Karneval und Fasten“ (sign. & dat., Kunsthistorisches Museum, Wien)
  • 1560

    Gemälde: „Die Kinderspiele“ (sign- & dat., Kunsthistorisches Museum, Wien); Zeichnungen und Stiche: „Fortitudo [Stärke]“ (Stecher: Philips Galle), „Temperantia [Mäßigung]“ (Z: Rotterdam, Museum Boijmans Van Beuningen; Stecher: Philips Galle), „Die klugen und die törichten Jungfrauen“ (Stich), „Die Hasenjagd“ (Z: Paris, Fondation Custodia, Collection Frits Lugt), „Ansicht von Reggio Calabria“ (um 1560. Rotterdam, Museum Boijmans Van Beuningen)
  • 1561

    Pieter Bruegel wurde in einem Brief von Scipio Fabius an Ortelius erwähnt. Zeichnung und Stich: „Christus in der Vorhölle“, „Seeschlacht in der Straße von Messina“ (Stecher: Frans Huys) und die 10-teilige Serie „Seeschiffe“ (1561/62, Stecher: Frans Huys).
  • 1562

    Pieter Bruegel der Ältere widmete sich verstärkt dem Medium Malerei: „Die Dulle Griet“ (Museum Mayer van den Bergh, Antwerpen), „Der Triumph des Todes“ (vermutlich nach 1562, Prado), „Zwei angekettete Affen“ (Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie). Es entstanden 1562 folgende Zeichnung und Stiche: „Die Auferstehung Christi“ (Z: 1562, Rotterdam, Museum Boijmans Van Beuningen; Stich :1562/63, Stecher: Philips Galle), „Der Hausierer von Affen beraubt“ (Stecher: Pieter van der Heyden); Gemälde: „Der Selbstmord Sauls in der Schlacht auf dem Berg Gilboa“ (Kunsthistorisches Museum Wien), „Der Sturz der gefallenen Engel“ (Brüssel, Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique); Zeichnung: „Blick von einem Hügel auf ein Flusstal“ (1560–um 1562; Rotterdam, Museum Boijmans Van Beuningen)
  • 1563

    Umzug Bruegels nach Brüssel und Heirat mit Mayken Coecke van Aelst, der Tochter seines vermutlichen Lehrmeisters, in Notre-Dame de la Chapelle / Onze-Lieve-Vrouw-ter-Kapellekerk. Pieter Bruegel ließ sich in Brüssel nieder. Hier war der vornehmlich als Maler und weiterhin für Antwerpener Auftraggeber tätig. Stiche: „Der Kampf zwischen Spartöpfen und Schatztruhen“, „Die magere Küche“ und „Die fette Küche“; Gemälde: „Der Turmbau zu Babel“ (Kunsthistorisches Museum, Wien), „Der Turmbau zu Babel [genannt: Der kleine Turmbau zu Babel]“ (nach 1563?, Rotterdam, Museum Boijmans Van Beuningen), „Die Anbetung der Könige im Schnee“ (Winterthur), „Die Flucht nach Ägypten“ (London, The Samuel Courtauld Trust), „Der Hafen von Neapel“ (um 1563?, Rom, Galleria Doria Pamphiljj), „Dulle Griet“ (Antwerpen, Museum Mayer van den Bergh)
  • 1564

    Zwischen 23.5. und 10.10.1564 Geburt des Sohnes Pieter Brueghel (später Pieter Brueghel der Jüngere oder Höllenbruegel genannt), Zeichnung und Stich: „Der Sturz des Magiers Hermogenes“ (Z: Amsterdam, Rijksmuseum); Gemälde: „Die Kreuztragung“ (Kunsthistorisches Museum, Wien), „Die Anbetung der Könige“ (London, The National Gallery), „Der Tod Mariens“ (um 1563/65, Banbury, Upton House, The Bearsted Collection)
  • 1565

    Bruegel wurde ein weiteres Mal in einem Brief von Scipio Fabius an Ortelius erwähnt. Zeichnungen und Stich: „Der Frühling“, „Columnia [Die Verleumdung nach Apelles]“ (Z), „Vier stehende Männer im Gespräch“ (Z), „Der Gänsehirt“ (Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, Kupferstichkabinett), „Maler und Kenner“ (Z), „Der gute Hirte“ (Stich), „Der hl. Jakobus und der Magier Hermogenes“ (Stecher: Pieter van der Heyden), „Der Dudelsackspieler“ (Washington, National Gallery of Art); Gemälde: „Die Heuernte“ (Prag, The Lobkowicz Collections, Palais Lobkowicz, Prager Burg), „Die Kornernte“ (New York, The Metropolitan Museum of Art), „Die Heimkehr der Herde“ (Kunsthistorisches Museum, Wien), „Jäger im Schnee“ (Kunsthistorisches Museum, Wien), „Der düstere Tag“ (Kunsthistorisches Museum, Wien), „Der Bethlehemitische Kindermord“, „Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle“ (Brüssel, Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique), „Christus und die Ehebrecherin“ (London, The Courtauld Gallery)
  • 1566

    Am 21. Februar 1566 verpfändete Nicolaas Jongelinck seine Gemäldesammlung der Stadt Antwerpen, worunter sich sechzehn Werke von Pieter Bruegel befanden. Zeichnung und Drucke: „Die schmutzige Braut [Die Hochzeit von Mopsus]“, „Valentin und Ourson“ (Stich), „Hochzeitstanz im Freien“ (Stich); „Die Volkszählung zu Bethlehem“, „Die Predigt Johannes des Täufers“ (Privatsammlung), „Hochzeitstanz im Freien“; Gemälde: „Volkszählung in Bethlehem“ (Brüssel, Musées royaux des Beaux-Arts de Begique)
  • 1567

    Gemälde: „Bauernhochzeit“ (um 1567, Kunsthistorisches Museum, Wien), „Der Wein zum Fest des hl. Martin“ (1566/67, Prado)
  • 1568

    Geburt des zweiten Sohnes Jan Bruegel (Brueghel) und letzte datierte Werke. Der Umzug in die Residenzstadt brachte den Künstler in die unmittelbare Nähe potentieller Kunden. In seinen letzten Schaffensjahren wird das Bildpersonal seiner Werke zusehends reduziert und das Individuum zum hauptsächlichen Handlungsträger. Gemälde: „Der Vogeldieb“ (Kunsthistorisches Museum, Wien), „Der Bauerntanz“ (um 1568, Kunsthistorisches Museum, Wien), „Drei Soldaten“ (New York, The Frick Collection,), „Die Elster auf dem Galgen“ (Darmstadt, Hessisches Landesmuseum), „Blindensturz“ (Neapel, Museo Nazionale di Capodimonte); Zeichnung: „Die Imker“ (um 1568, Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett).
  • 9. September 1569

    Pieter Bruegel der Ältere starb am 9. September 1569 in Brüssel und wurde in der Kirche Notre-Dame-de-la-Chapelle begraben.
  • Begründer der Bruegel Maler-Dynastie

    Seine Söhne Pieter Brueghel der Jüngere und Jan Brueghel der Ältere wurden beide Maler, übernahmen die Werkstatt des Vaters und sorgen mit Kopien nach seinen Werken für deren weite Verbreitung. Pieter Bruegel der Ältere erfreut sich bis heute einer anhaltenden Bekanntheit seiner Bilder. Als Stammvater der Bruegel-Malerdynastie prägte er über seine Lebenszeit hinaus die Entwicklung der flämischen Malerei zwischen der Mitte des 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.