Tony Cragg

Wer ist Tony Cragg?

Tony Cragg (* 9.4.1949 in Liverpool) ist ein britischer Bildhauer der Gegenwart (→ Zeitgenössische Kunst).

Tony Cragg lebt und arbeitet seit 1977 in Wuppertal, Deutschland.

Kindheit

Anthony Douglas Cragg wurde am 9. April 1949 in Liverpool, Großbritannien, geboren. Er ist der Sohn eines Luftfahrtingenieurs.

Ausbildung

Nach dem Abitur arbeitete Tony Cragg als Labortechniker in der biochemischen Forschung bei einem Forschungsverband der Gummi-Industrie (National Rubber Producers Research Association). Während dieser zweijährigen Tätigkeit begann Cragg zu zeichnen. Ab 1969 besuchte er das Gloucestershire College of Art and Design und anschließend die Malklasse an der Wimbledon School of Art.

1973 führte ihn sein Kunststudium zum Royal College of Art in London, wo Cragg den Studienschwerpunkt auf Bildhauerei legte. Anregungen aus Minimalismus (→ Minimal Art | Minimalismus) und Land-Art prägten seine künstlerischen Anfänge. Desgleichen auch seine Bekanntschaft mit dem Konzeptkünstler Richard Long. Tony Cragg arbeitete anfangs mit Fundobjekten, bevor er traditionelle Materialien wie Stein, Eisen und Bronze für sich entdeckte.

„Zivilisationsmüll trifft auf natürliche Materialien.“ (Tony Cragg)

Werke

Ab 1977 lebte Tony Cragg zwei Jahre lang völlig zurückgezogen, bevor er sich 1979 mit der Arbeit „New Stones, Newton’s Tones“ – einem Mosaik aus bunten, farblich geordneten und auf dem Boden ausgebreiteten Plastikstücken – in der Kunstszene zurückzumelden.

Mitte der 1980er Jahre zeichnete sich erneut eine Wende in Tony Craggs Werk ab: Objekte seiner Plastik-Ära wurden durch raumgreifende Bronzeplastiken ersetzt. Seit Ende der 1980er Jahre widmet sich Tony Cragg auch der Zeichnung.

Lehre

1976 führte ihn ein Lehrauftrag an die Ecole des Beaux-Arts in Metz. 1978 nahm er seine Lehrtätigkeit an der Kunstakademie Düsseldorf auf, seit 1988 als Professor, bis er 2001 auf einen Lehrstuhl für Bildhauerei an der Akademie der Künste in Berlin wechselte. 2006 kehrte Tony Cragg als Prorektor an die Kunstakademie Düsseldorf zurück, zu deren Rektor er 2009 ernannt wurde. 2014 schied er aus diesem Amt aus.

Ausstellungen

In einer nahezu unüberschaubaren Vielzahl von Ausstellungen präsentiert Tony Cragg seit 1977 sein Werk in renommierten Museen weltweit. Mehrmals war er auf der Biennale von Venedig und der documenta in Kassel sowie auf den Biennalen von Sao Paulo und Sydney vertreten.

Ehrungen

Tony Cragg erhielt in den letzten Jahren viele Ehrungen, Preise und mehrfache Ehrendoktorwürde.

  • 1988: Turner Prize
  • 1989: Von der Heydt-Kulturpreis, Wuppertal
  • 1992: Chevalier des Arts et des Lettres
  • 1994: Mitglied an der Royal Academy of Arts in London
  • 2001: Shakespeare-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F. V. S.
  • 2002: Piepenbrock Preis für Skulptur
  • 2002: Mitglied der Akademie der Künste in Berlin
  • 2003: Ernennung zum Commander of the British Empire
  • 2007: Praemium Imperiale
  • 2008: Ehrenring der Stadt Wuppertal
  • 2009: Mitglied der Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste
  • 2009: Goldene Schwebebahn, Wuppertal
  • 2012: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 2012: Cologne-Fine-Art-Preis
  • 2013: Großer Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland
  • 2014: Ehrenbürger der Stadt Wuppertal
  • 2015: Ehrenmitglied der Kunstakademie Düsseldorf (Februar)
  • 2016: Knight Bachelor
  • 2017: Preis für bildende Künstler 2017, Düsseldorfer Jonges, Laudatio Prof. Markus Lüpertz, Düsseldorf (2. Mai 2017)

Skulpturenpark Waldfrieden

2006 erwarb Tony Cragg verwilderten Park mit der denkmalgeschützten Villa Waldfrieden (auch: bzw. „Villa Herberts“, der ehemalige Wohnsitz des Chemieunternehmers Kurt Herberts, der dort von Ende der 1940er bis zu seinem Tod im Jahr 1989 lebte). Nach einer sanften Sanierung der Gebäude eröffnete der Skulpturenpark Waldfrieden im September 2008. Der Künstler stellte nicht nur – einem englischen Landschaftsgarten oder einem Land-Art-Werk gleich – zahlreiche seiner eigenen Skulpturen dort auf, sondern lädt andere bekannte Künstler:innen ein, ihre Werke zu zeigen. Betrieben wird die als privates Museum geführte Einrichtung von einer seit 2005 bestehenden gemeinnützigen Stiftung, der Cragg Foundation.

Beiträge zu Tony Cragg

17. Dezember 2022
Pablo Picasso, Die orangefarbene Bluse – Dora Maar [Le corsage orange – Dora Maar], 21.04.1940, Öl auf Leinwand, 73 × 60 cm (Sammlung Würth, Foto: Volker Naumann, Schönaich © Succession Picasso/Bildrecht, Wien 2022)

Wien | Leopold Museum: Highlights der Sammlung Würth Amazing | 2023

Hans-Peter Wipplinger stellt eine für das Leopold Museum maßgeschneiderte Auswahl vom Impressionismus bis in die Kunst der Gegenwart zusammen. Obschon Malerei triumphiert wird auch die Skulptur thematisiert werden. Das Publikum darf sich freuen auf Charakteristisches von Max Liebermann, Metamalerei von Gerhard Richter bis Anselm Kiefers Aufarbeitung der Vergangenheit, österreichische Kunst der 1950er bis in die 1980er sowie einige Vertreter der französischen Avantgarde.
7. Juli 2022
Tony Cragg, Deep Early Form, 2003, Bronze patiniert (ALBERTINA, Wien – Familiensammlung Haselsteiner © Bildrecht, Wien, 2021)

Wien | Albertina: Tony Cragg Skulpturen und Zeichnungen des Bildhauers | 2022

Erste Ausstellung des 1949 in Liverpool geborenen und in Wuppertal und Berlin lebenden Bildhauers Tony Cragg in der Albertina Wien.
21. Januar 2022
Bonner Münster Chor mit Tony Cragg, Lost in Thought

Bonn | Bonner Münster: Licht urnd Transparenz

Nach dreijähriger Restaurierung erstrahlt das Bonner Münster wieder in „altem Glanz“ – und öffnet sich bewusst dem Neuen in Form von zeitgenössischer Kunst.
2. Januar 2022
Tony Cragg – Drawing as Continuum, Installationsansicht Haus am Waldsee 2021, Foto: Roman März, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Berlin | Haus am Waldsee: Tony Cragg. Drawing as Continuum Arbeiten auf Papier von den 1980ern bis heute | 2021

16. August 2020
Alex Katz, Beach Stop, Detail, 2001 (ALBERTINA, Wien – The ESSL Collection © Foto: Mischa Nawrata, Bildrecht, Wien, 2020)

Wien | Albertina modern: Now. The Essl Collection Österreichische Kunst im internationalen Kontext

Erstmals wird in der Bundeshauptstadt Wien ein Überblick geboten über die historische Tiefe und geographische Breite der Sammlung Essl, von der amerikanischen bis zur chinesischen Kunst: mit 150 Hauptwerken der berühmtesten Künstlerinnen und Künstler von 1960 bis heute.
3. Februar 2019
David Annesley, Swing Low, 1964, Stahl, bemalt, 128,3 x 175,9 x 36,8 cm (© Tate Images credit, © David Annesley)

PalaisPopulaire: Objects of Wonder – britische Skulptur seit den 1950ern Revolutionäre Neudefinition der Bildhauerei bis zur zeitgenössischen Objektkunst

PalaisPopulaire in Berlin zeigt in Kooperation mit der Tate Britain britische Skulptur seit den 1950ern: Henry Moore, Barbara Hepworth, David Annesley, Gilbert & George, Damien Hirst bis Helen Marten.
15. Oktober 2017
Paul Klee, Blumen in Gläsern, Detail, 1925 bei Dickinson © Galerie, Foto: Eva Pakisch

Frieze Masters 2017: Von Egon Schiele bis zum ägyptischen Sarkophag Kunst aus mehreren Jahrtausenden mit Fokus aber auf dem 20. Jahrhundert

Nicht unbedingt die Alten Meister, sondern die Meister des 20. Jahrhunderts bildeten den Schwerpunkt der Frieze Masters, die in 14 Gehminuten Entfernung zur Schwestermesse ebenfalls im Regent’s Park über die Bühne ging. Der Frieze London-Ableger, der heuer zum sechsten Mal stattfand, zählte 130 Aussteller.
16. Februar 2017
Franz West, Sitzskulptur, 2004, Aluminium lackiert, 87 x 175 x 163 cm (Foto: Archiv des Künstlers © Verein Archiv Franz West, Albertina, Wien: Sammlung Essl)

Sammlung Essl in der ALBERTINA Privatsammlung in Wien bald wieder zugänglich!

Klaus Albrecht Schröder, Karlheinz Essl und Hans Peter Haselsteiner geben heute die Übergabe der Sammlung Essl an die ALBERTINA bekannt. Für 27 Jahre wird die Albertina die Dauerleihgabe für die konservatorische Verwahrung, wissenschaftliche Aufarbeitung und öffentliche Präsentation übernehmen. Der Bund fördert die digitale Aufarbeitung der Sammlung Essl mit einer Million Euro.