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Wien | Leopold Museum: Sammlung Schedlmayer Wiener Moderne von Otto Prutscher bis Broncia Koller-Pinell

Franz Wiegele, Justa (Studie zu Akte im Wald), Detail, um 1910, Öl auf Leinwand, 85 × 62 cm (Sammlung Fritz und Hermi Schedlmayer, Foto: Erich Hussmann, image industries)

Franz Wiegele, Justa (Studie zu Akte im Wald), Detail, um 1910, Öl auf Leinwand, 85 × 62 cm (Sammlung Fritz und Hermi Schedlmayer, Foto: Erich Hussmann, image industries)

Das österreichische Sammlerpaar Hermi (1941–2018) und Fritz Schedlmayer (1939–2013) trug eine hochkarätige Kollektion an kunstgewerblichen Gegenständen und bildender Kunst aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammen. Das Leopold Museum präsentiert im Herbst 2021 erstmals die der breiteren Öffentlichkeit – bis auf die Prutscher Sammlungsbestände – weitgehend noch unbekannte Sammlung Schedlmayer.

Begonnen hat ihre Leidenschaft 1989, als das Ehepaar nach einigen beruflich bedingten Jahren im Ausland nach Österreich zurückkehrte und die Villa Rothberger in Baden bei Wien erwarb. Hermi und Fritz Schedlmayer waren sofort fasziniert von den harmonischen Proportionen und der wohldurchdachten Funktionalität des Hauses, das 1912 vom Architekten Otto Prutscher maßgeblich umgebaut und eingerichtet worden war. Von diesem Zeitpunkt an widmete sich das Ehepaar nebenberuflich einer tiefgreifenden Recherche über das Haus und den damals vergleichsweise noch wenig beachteten Architekten und Designer.

Als Hermi und Fritz Schedlmayer knapp zehn Jahre später eine Einzelausstellung Prutschers besichtigten, setzte ihre intensive Sammlertätigkeit ein, die fast zwei Jahrzehnte dauern sollte. Das Ehepaar erwarb kontinuierlich zahlreiche Werke von Prutscher und seinem Umfeld bei Antiquitätenhändlern und auf Auktionen. Die Villa, in der das Paar wohnte, beherbergte bald eine umfangreiche Sammlung an Objekten der Wiener Werkstätte. Neben Gegenständen und Entwürfen Prutschers rundeten auch Werke von Koloman "Kolo" MoserAdolf Loos und Josef Hoffmann die Sammlung ab. Die Inneneinrichtung der Villa – von den Möbelstücken bis zu den kleinsten Gebrauchsgegenständen – steht in stimmungsvollem Einklang mit der Architektur, wodurch das gesamte Ambiente wie kaum ein anderes die gediegene Wohnkultur des frühen 20. Jahrhunderts erlebbar macht.

Ein weiteres Augenmerk galt der bildenden Kunst. So befinden sich in der Sammlung Schedlmayer herausragende Gemälde von VertreterInnen der österreichischen Moderne wie Broncia Koller-Pinell, Jean Egger, Franz Wiegele oder Anton Faistauer. Neben diesen fanden mit Werken von Karl Hofer, Max Pechstein, Christian Rohlfs oder Ernst Ludwig Kirchner auch wichtige Vertreter des deutschen Expressionismus Eingang in die Kollektion.

Kuratiert von Ivan Ristić.
Quelle: Leopold Musseum, Wien

Sammlung Schedlmayer: Bilder

  • Otto Prutscher, Prunkschrank, 1911 (© Sammlung Fritz und Hermi Schedlmayer, Foto: Birgit & Peter Kainz)
  • Franz Wiegele, Justa (Studie zu Akte im Wald), um 1910, Öl auf Leinwand, 85 × 62 cm (Sammlung Fritz und Hermi Schedlmayer)
  • Christian Rohlfs, Frau mit Spiegel, 1928, Öl auf Leinwand, 79,5 × 60,5 cm (Sammlung Fritz und Hermi Schedlmayer)
  • Karl Hofer, Drei Mädchen am Fenster, 1939, Öl auf Leinwand, 102 × 80 cm (Sammlung Fritz und Hermi Schedlmayer)
  • Broncia Koller-Pinell, Selbstportrait (Bildnis Silvia Koller?), undatiert, Öl auf Leinwand, 65 × 75 cm (Sammlung Fritz und Hermi Schedlmayer)

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