Broncia Koller-Pinell: österr. Malerin der Moderne | ARTinWORDS

Broncia Koller-Pinell

Wer war Broncia Koller-Pinell?

Broncia Koller-Pinell (Sanok am San 23.2.1863–26.4.1934 Wien) war eine österreichische Malerin und Druckgrafikerin der Wiener Moderne. Ausgebildet in München und Wien zählte Koller-Pinell ab 1896 zum Kreis rund um Gustav Klimt, Carl Moll und Joseph Hoffmann.

„Sie [Broncia Koller-Pinell] kam über den großen dekorativen Impuls, der von Klimt ausgegangen ist, zu der architektonischen Hervorhebung eines Umrisses; zu der Suche nach einer Gesamtwirkung, die Einzelheiten der Naturvorlage opfert, um zur dekorativen Wirkung zu gelangen.“1 (Berta Zuckerkandl über Broncia Koller-Pinell, 1911)

Kindheit

Broncia Koller-Pinell wurde am 23. Februar 1863 als Bronislawa Pineles in Sanok am San (ehemals k. u. k. Österreichischen Galizien, heute: Polen) geboren. Ihr Vater Saul Pineles (1834–1903) kam aus einer alten galizisch-jüdischen Familie und war als Fortifikationsingenieur in der Festung in Przemyśl tätig. Ihre Mutter Klara Pineles (geb. Herzig, 1835–1910) stammte aus der Bukowina. Broncia Koller-Pinell hatte vier Geschwister: Markus (1853–1931), Stanislaus (1857–1921), Etka (1859–1936) und Friedrich, genannt Zemek (1868–1936).2 Die Kinder wurden von deutschen Hauslehrern unterrichtet und besuchten Schulen in Breslau. Markus folgte seinem Vater als Teyxtilkaufmann nach, während Stanislaus und Friedrich universitäre Karrieren in Vergleichendem Recht und Medizin anstrebten.

Broncias Vater war als Bauingenieur erfolgreich und errichtete das Kreisgericht. Nach Auseinandersetzungen mit dem Festungskommando in Przemyśl, die auch antisemitische Züge trugen, verkaufte Saul Pineles 1873 seinen Gutsbesitz und übersiedelte mit seiner Familie nach Wien. Sie mieteten eine Wohnung in der Novaragasse 44 im 2. Bezirk. Saul trat anfangs wieder als Bauunternehmer in Erscheinung, 1879 übernahm er eine Kunstwollfabrik im 9. Bezirk. Vier Jahre später, 1883, erwarb er die Oberwaltersdorfer Papiermühle (1882) in Niederösterreich, in der er 1884 eine Textilfabrik eröffnete.

Von 1884 bis 1886 war Sigmund Freud jedes Jahr in Oberwaltersdorf zu Gast. Freud war Schul- und Studienfreund Josef Herzigs, eines Halbbruders von Klara Pineles. Der spätere Psychoanalytiker bezeichnete Broncia als „Prachtmädel“. Sie sei

„interessant, mit ständig wechselndem Gesichtsausdruck, rede ständig, lauter originelle Dinge, die zeigten, dass sie scharf beobachte. Sie sei bestimmt ein sehr begabtes Mädchen, ihre Malerei habe große Fortschritte gezeigt.“3

Ausbildung

Im Jahr 1881 erhielt Broncia ersten Zeichenunterricht beim Bildhauerstudenten Robert Raab. Broncia Pineles eignetet sich die Ölmalerei selbstständig an. Ihr erstes Ölgemälde, „Heuernte“ (1883, Privatsammlung), ist eine kleine Genreszene, Schnitter:innen beim Beladen eines Heuwagens. Damit stellte sie sich dem Maler und Akademieprofessor Leopold Carl Müller vor, der ihr Alois Delug empfahl. Der gab ihr privaten Malunterricht. Im Alter von 18 Jahren entschloss sich Broncia Pineles, eine Laufbahn als Künstlerin einzuschlagen – und sich fortan Pinell zu nennen.

Ein Artikel in „Die Kunst für Alle“4 von 1888 erwähnt Broncia Pinell als talentierte Künstlerin. Sie wechselte danach als Schülerin an die Münchner Damenakademie bei Ludwig Herterich (1888–1890).

Im Kreis der Wiener Moderne

Broncia Pinell kehrte 1890 nach Wien zurück. Sie arbeitete in einem Atelier in der Piaristengasse 34 im 8. Wiener Gemeindebezirk und stellte „Nachmittag bei der Großmutter“ (Landessammlungen Niederösterreich) auf der „XIX. Jahresausstellung“ im Wiener Künstlerhaus sowie der „Jahresausstellung“ im Münchner Glaspalast aus. Weitere Teilnahmen an den Jahresausstellungen in Wien sind in den Jahren 18925, 18936, 18957 belegt. In München war Pinell noch ein weiteres Mal im Jahr 18938 vertreten.

Die frühesten Werke von Broncia Pinell zeigen den stilistischen Einfluss der Münchner Malerschule, allen voran am dunklen Kolorit zu erkennen. In Werken wie „Mädchen vor einem Park“ ist ihre Kenntnis der deutschen Realisten und Impressionisten wie Fritz von Uhde oder Max Liebermann auszumachen.

Die junge Malerin schloss in Wien Bekanntschaft mit Marie Lang (Holzschnitt) und Rosa Mayreder (Porträt), sie wurde auch Teil des Kreises der Bruckner-Freunde um Friedrich Eckstein9 den sie 1923 porträtiert. Zu diesem informellen Kreis gehörten auch Gustav Klimt (ab 1892), Carl Moll, der Theosoph Rudolf Steiner und der Komponist Hugo Wolf. Hier lernte sie ihren späteren Ehemann Hugo Koller (23.12.1867–18.10.1949), einen Elektrochemiker und studierten Mediziner, kennen. Außerdem war Broncia mit dem Direktor des k. u. k. Burgtheaters Adolf von Wilbrandt und seiner Frau, der Schauspielerin Auguste Wilbrandt (geb. Baudius), sowie mit ihrem Sohn Robert Wilbrandt bekannt.

Ludwig Hevesi besprach Pinells Gemälde „Adagio“ im „Wiener Fremdenblatt“ (13.12.1893); das Gemälde zeigt eine junge Frau beim Geigenspiel und dürfte Sigmund Freud gehört haben. Im Jahr 1893 nahm Broncia Pinell auch an der „Weltausstellung“ in Chicago teil. Ein Jahr später waren Werke von ihr auf der „Münchner Secession und Freie Vereinigung Düsseldorfer Künstler“ (1894) im Künstlerhaus, Wien, und im Kunstverein Leipzig zu sehen.

Im Salon von Rosa Mayreder lernten Pinell und ihr Bruder Friedrich 1895 die Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé kennen. Friedrich arbeitete damals als Assistenzarzt im Allgemeinen Krankenhaus und absolvierte gerade ein Seminar zur Theorie der Neurose bei Sigmund Freud. Er begann eine romantische Beziehung mit der sieben Jahre älteren, verheirateten Andreas-Salomé, die viele Jahre dauerte. Broncia porträtierte sie mehrmals. Auch nach den Umzügen Koller-Pinells nach Hallein und Nürnberg blieb der Kontakt zu Andreas-Salomé aufrecht. Die Schriftstellerin verarbeitete ihre Beziehung zu Friedrich Pineles in ihrem Roman „Das Haus“.

Familie

Broncia Pinell und Hugo Koller heirateten am 7. April 1896. Das Paar übersiedelte nach Golling bei Hallein. Dort kam Mitte November ihr Sohnes Rupert (14.11.1896–19.10.1976) zur Welt.

Zwei Jahre später (1898) zog die Familie Koller nach Nürnberg, da Hugo Koller dort eine leitende Stellung bei den Schuckertwerken angenommen hatte. Die Schuckertwerke waren einer der international größten Hersteller elektromechanischer Anlagen und wurden in die Elektrizitätsaktiengesellschaft (E.-AG) umgewandelt.

Ende August 1898 kam ihre Tochter Silvia (26.8.1898–22.9.1966) zur Welt. Hugo Koller veranlasste den Einbau eines Wasserkraftwerks im Haus von Saul Pineles in Oberwaltersdorf durch die Schuckertwerke. Schon 1898 wurde die Mühle damit zu einem Kraftwerk zur Erzeugung elektrischer Energie umgebaut. Es war die erste Anlage zur Stromgewinnung durch Wasserkraft in Niederösterreich.10

1899 verfasste Paul Rée – ein Freund von Lou Andreas-Salomé –eine ausführliche Besprechung zu Koller-Pinells Ausstellung in der Nürnberger Albrecht-Dürer-Gesellschaft. Die Beziehung zwischen der Familie Koller und jener des Großindustriellen Alexander Wacker entwickelte sich zu einer sehr persönlichen Freundschaft, dokumentiert im intensiven Briefwechsel Koller-Pinells mit Alexander Wacker, seiner Frau Elisabeth und deren Söhnen bis in den Ersten Weltkrieg.

Lisbeth Koller, die Schwester von Pinells späterem Ehemann, heiratete 1899 Robert Wilbrandt. Lisbeths und Roberts Sohn Hans wurde von Koller-Pinell in einem Holzschnitt als Kleinkind und in zwei Gemälden 1914 und etwa 1920 als Jugendlicher porträtiert. Er wurde Agrarökonom und war im Zweiten Weltkrieg in der Emigration in der Türkei Kontaktmann des deutschen Widerstandes und der amerikanischen Regierung.

Elektrizität

Im Dezember 1901 wurde Hugo Koller unter anderem zum Direktor der Bosnischen Elektricitäts-Gesellschaft, kurz „Elektrobosna“,11 in Jajce und der ebenfalls dort befindlichen Bosnischen Holzverwerthungs-Actiengesellschaft12 bestellt. Die Familie Koller-Pinell kehrte 1902 nach Wien zurück. Sie bezog eine Wohnung in der Linken Wienzeile 6 (bis 1905 Magdalenenstraße 8, 6. Wiener Gemeindebezirk). Das neuerrichtete vierstöckige Miethaus entstand nach Plänen von Fellner & Helmer an der Stelle des Vorderhauses des Theaters an der Wien.

Zurück in Wien

Dass die Beziehungen der Familie Koller zu den Mitgliedern der Wiener Secession auch während ihrer Abwesenheit nicht abgerissen sind, belegt der 1901 vorgenommene Umbau und die Einrichtung der Koller’schen Wohnung durch Josef Hoffmann und Koloman „Kolo“ Moser13. Außerdem erwarb das Ehepaar Koller Gustav Klimts „Blumige Wiese“ (vermutlich das um 1904/05 entstandene Gemälde „Blumenwiese“14, Privatbesitz) und später das unvollendete Werk „Dame in Weiß“.

„Im Café Museum war der Tisch der Großen, an dem Klimt, Baurat Wagner, Kolo Moser, Architekt Hoffmann, Koller usw. saßen und sich oft Hodler, Amiet, Munch und weitere ausländische Gäste zeigten […].“15

Als Saul Pineles 1903 verstarb, beauftragte die Familie Koloman Moser mit der Gestaltung des Grabsteins für die Familiengrabstelle auf dem jüdischen Teil des Zentralfriedhofs, schließlich von Josef Hoffmann gestalterisch betreut und als geometrisch-ornamentale Skulptur ausgeführt.16 Hugo Koller erwarb aus dem Nachlass von Saul Pineles die Liegenschaft in Oberwaltersdorf (1904).17 Das Elektrizitätswerk wurde zu einer Erwerbsquelle der Familie Koller ausgebaut.

Werke

Druckgrafik

Ludwig Kühn unterrichtete Broncia Koller-Pinell 1900 in Drucktechniken; die Künstlerin setzte sich intensiv Radierung und Holzschnitt auseinander.

Die Ausstellungen von Emil Orlik 1902 – zuerst in der Galerie Pisko und anschließend in der Secession, an deren XIII. Ausstellung Orlik mit 16 Holzschnitten beteiligt war, die in Japan entstanden waren (→ Emil Orlik in Japan) – wirkten nachhaltig auf Koller-Pinell. Ihre intensive Beschäftigung mit dem Holzschnitt dürfte davon ausgelöst worden sein. Der Secessionist Friedrich König lobte ihre Holzschnitte ausdrücklich.18

Malerei

Das Gemälde „Orangenhain an der französischen Riviera“ (Belvedere, Wien) von 1903 dürfte unter dem Eindruck der „XVI. Ausstellung“ der Secession entstanden sein. Die epochale Schau trug den Titel „Die Entwicklung des Impressionismus in Malerei und Plastik“ und stellte zwischen Jänner und Februar 1903 die impressionistische Kunst in die kunsthistorische Tradition. Impressionismus war in Wien keine Revolution in Maltechnik oder Themenwahl, sondern eine Fortführung der virtuosen Malweise seit Velázquez und Frans Hals. Broncia Koller-Pinell nähert sich in ihrem Bild der impressionistischen Maltechnik an, ohne die leuchtende Buntfarbigkeit divisionistischer beziehungsweise pointillistischer Malerei zu übernehmen, mit der die Ausstellung endete. Auffallend neben dem extrem quergelagerten Format ist die Darstellung von drei fliegenden Genien, mit denen sie sich u.U. auf Klimts „Beethoven“-Fries und Theorien der theosophischen Gesellschaft bezogen haben kann (→ Gustav Klimts Gold für das Paradies).

1906 lernte Hugo Koller während einer Zugfahrt den jungen Maler Heinrich Schröder kennen. Das Ehepaar unterstützte den Künstler großzügig und ermöglichte ihm Studienreisen. Hieraus erwuchsen sowohl eine langjährige Freundschaft als auch eine Ateliergemeinschaft mit Broncia Koller-Pinell. So porträtierten sich Schröder und Koller-Pinell 1907 gegenseitig. Beide Werke wurden in der „Kunstschau 1908“ gezeigt. Dennoch nahm Koller-Pinell Unterricht bei Adolf Boehm an der Kunstschule für Frauen und Mädchen. 1907 stellte Koller-Pinell in der Galerie Arnold in Dresden aus. In diesem Jahr arbeitete Koller-Pinell u.a. an dem Gemälde „Sitzende (Marietta)“ (1907, Sammlung Eisenberger, Wien), das die Malerin als Anhängerin des Wiener Secessionisstils ausweist. Sie nutzt in dem Bild Flächigkeit, Goldauflage und Stilisierung, ohne dass der Frauenakt dabei seine Individualität verliert. So präsentierte sie sich als Nachfolgerin von Gustav Klimt und gleichzeitig lehnte sie doch dessen voyeuristischen Blick auf die Frau ab.

Broncia Koller-Pinell schloss 1908 Freundschaft mit Hilde Exner und deren Cousine Nora von Zumbusch-Exner; letztere beauftragte Koller-Pinell ihre Tochter Silvia in einer Halbfigur zu verewigen. Die Malerin selbst nahm mit sechs Werken erfolgreich an der „Kunstschau 1908“ teil, darunter „Die Mutter der Künstlerin [Meine Mutter]“, „Frühmarkt“, „Blumentöpfe“ und „Esther Strömberg-Großmann (Mädchen mit roten Haaren)“, weiters neun Holzschnitte. Außerdem war die Malerin als Porträtierte von Heinrich Schröder präsent. Koller-Pinell freute sich wie ein Kind über die Ausstellung und ihre Beteiligung.19 Auch Koller-Pinells Nichte, die Kunstgewerblerin Bettina Pineles (Wien 1880–1942 Vernichtungslager Chełmno), war in der Kunstschau vertreten. Sie war Mitglied des Österreichischen Werkbunds und des Wiener Kunstgewerbevereins.

Koller-Pinell stellte drei Gemälde und drei Holzschnitte in der „Internationalen Kunstschau 1909“ aus (→ Wien | Belvedere: Internationale Kunstschau Wien 1909). Unter den ausgestellten Werken war auch „Silvia vor dem Vogelkäfig“, und das Bild „Die Ernte“ wurde im Katalog abgebildet. Weiters nahm Koller-Pinell an der „X. Internationale Kunstschau“ im Münchner Glaspalast teil. Wenige Jahre später urteilte die Doyenne der Wiener Moderne, Berta Zuckerkandl, über die Kunst Broncia Koller-Pinells.

„Eng vertraut mit allen Problemen und errungenen Erkenntnissen der Stilgesetze, welche Klimt, die Wiener Werkstätte und die Kunstgewerbeschule umschließen, wurde in ihr die Anschauung der Sinneswelt zu einem immer stark auf Natureindruck beruhenden, aber ornamental gegliederten Erlebnis des Auges.“20

Umbau des Anwesens in Oberwaltersdorf durch Josef Hoffmann (1912–1914). Die Wiener Werkstätte ergänzte die Inneneinrichtung mit Möbeln.21 Broncia Koller-Pinell hielt den neuen Taubenschlag, die neue Diele (ehemals die Küche) aber auch die renovierte Fassade von Josef Hoffmann in ihren Bildern fest. Josef Hoffmann zählte zu den besonders von den Kollers geförderten Künstlern. So vermittelte Koller Hoffmann zeitgleich mit dem Umbau von Oberwaltersdorf den Auftrag für das Betriebskrankenhaus der Elektrobosna in Jajce.22 Und der Hauptaktionär der Elektrobosna, Alexander Wacker, ließ seine neue zentrale Fabrik in Burghausen von Hoffmann entwerfen.

Die Familie Koller-Pinell zog 1913 in die Alleegasse 26/7 (ab 1921 Argentinierstraße, 4. Wiener Gemeindebezirk). Die Malerin wurden durch dessen Präsidenten Gustav Klimt zum Mitglied des neu gegründeten „Bundes österreichischer Künstler“, kurz „BÖK“, ernannt (13.1.1913). Sie stellte gemeinsam mit dem BÖK in Budapest aus. Weiters war sie auf der „Internationalen Kunstausstellung“ in Brüssel vertreten.

Schröder porträtierte Koller-Pinell 1914 erneut. Aber auch Adolf Boehm schuf ein aquarelliertes Bleistift-Porträt von ihr.

Im Jahr 1915 nahm Koller-Pinell Briefkontakt mit dem Komponisten und Dichter Julius Bittner auf, dessen Frau, die Sängerin Emilie (geb. Werner) Koller-Pinell 1911 porträtiert hatte.

Vom Salon der Schwestern Flöge aus beobachteten die Kollers 1916 die Überführung des Leichnams Kaiser Franz Josephs von Schloss Schönbrunn in die Hofburg. Den Leichenzug am Ring verfolgten sie vom Salon der Sängerin Caroline von Gomperz-Bettelheim aus. Freundschaft mit Alma Mahler-Gropius.

Förderin von Schiele, Faistauer, Zülow, Gütersloh

Wie sehr sich das Ehepaar Koller-Pinell mit der jungen zeitgenössischen Kunst in Wien auseinandersetzte, belegt der Erwerb von drei Werken Anton Faistauers im Jahr 1917. Broncia Koller-Pinell ließ sich von Faistauer auch sogleich porträtieren. Anton Hanaks Marmorskulptur „Die Verklärte“ wurde noch vor der Fertigstellung 1918 vom Ehepaar Koller angekauft und angezahlt.23 Im Jahr 1920 soll der Künstler eine Büste der Malerin angefertigt haben,24 über deren Verbleib nichts bekannt ist.25

Die Gründung der von Egon Schiele angestoßenen „Neuen Secession Wien“ fand im Frühjahr 1918 in der Wiener Wohnung der Kollers statt. Silvia Koller notierte in ihrem Merkbüchlein dazu:

„Er [Schiele] brachte Gütersloh zu uns, Faistauer war auch da, von uns Mutter, Schröder und ich. Es war ein kleines Festmahl, es wurde Schampus auf den neuen Bund getrunken. Die drei Freunde hatten am Nachmittag vorher die ersten Beschlüsse gefasst, Mutter und Schröder waren Mitglieder […] uns allen [war] schon damals klar, daß Schiele der Träger dieser neuen Welle war.“26

Nach dem Ankauf seines Gemäldes „Einzelne Häuser (Häuser mit Bergen)“ (1915, Privatbesitz) in der „XLIX. Ausstellung“ der Secession (März 1918) wurde Schiele mit dem „Porträt Hugo Koller“ (Belvedere, Wien) beauftragt. Schiele zeigt den Unternehmer in einem Lehnstuhl sitzend und umgeben von Stapeln in Leder gebundener Bücher als bücherliebenden Intellektuellen. Egon und Edith Schiele besuchten das Paar im August 1918 zwei Mal in Oberwaltersdorf. Dort gab er Silvia Koller Zeichenunterricht. Später erinnerte sich Broncia Koller-Pinell, dass Schiele in ihrer Bibliothek in Oberwaltersdorf gerne in den Büchern geschmökert habe.27 Als Schiele und seine Ehefrau Ende Oktober an der Spanischen Grippe verstarben, fühlte sich Broncia Koller-Pinell schuldig, dem befreundeten Paar nicht genug Lebensmittel zur Verfügung gestellt zu haben. Das von ihr ausgeführte Doppelporträt von Egon und Edith Schiele dürfte nach Fotografien posthum entstanden sein.

1919 wurde Franz von Zülow von der Familie Koller aufgenommen, um seine Malariaerkrankung auszukurieren. Koller-Pinell war Mitbegründerin des Sonderbundes. Sie stellte 1919 in der Künstlervereinigung Wassermann, Salzburg, und der „Ausstellung im Haus der jungen Künstlerschaft, Sonderbund“ aus. Koller-Pinell war außerdem im Arbeitsausschusses der Ausstellung involviert.

Am 2. November 1920 heirateten Rupert Koller und Anna Mahler. Die Ehe war unglücklich und scheiterte nach knapp einem halben Jahr 1921. Franz Werfel (1890–1945) – Lebenspartner Alma Mahlers (seit 1920 von Gropius geschieden) – beschrieb in seinem Drama „Bocksgesang“ (1921).

Franz von Zülow, der Architekt Wilhelm Jonasch sowie die Bildhauer Ferdinand Opitz und Anton Hanak, der eine Büste von Koller-Pinell anfertigen soll, kamen 1921 zu Besuch. Auch Musiker waren gern gesehene Gäste, so die Komponisten Adolf Busch, Ernst von Dohnányi und Paul Hindemith. Das Ehepaar Koller kaufte Werke von Karl Hofer und hängte sie in der neugestalteten Bibliothek auf. Der Bibliotheksraum war von dem Hoffmann-Schüler Wilhelm Jonasch gestaltet worden.

Karl Hofer und Koller-Pinell trafen einander erstmals 1924. Während Koller-Pinell Hofers Porträt in einem kleinformatigen Bild festhielt, entstand vermutlich Hofers großformatiges Bildnis der Künstlerin. Koller-Pinell beschäftigte sich mit der Kunst von Erika Giovanna Klien (→ Wiener Schule des Kinetismus). Franz von Zülow, Wilhelm Bernatzik und der Architekt Max Fellerer feierten im Hause Koller; der Komponist Paul Hindemith und der Maler Rudolf Heinisch kamen zu Besuch. Der Maler Josef Eberz machte einen Reisestopp bei Kollers in Wien. Auch Persönlichkeiten wie der Psychiater, Hirnforscher, Entomologe, Philosoph und Sozialreformer Auguste Forel waren Gäste im Hause Koller.

Am 31. Januar 1925 luden die Kollers zu einem Maskenball in die Argentinierstraße 26/7. Besuche von Albert Paris Gütersloh, Michael Powolny und Maximilian Lenz sind im Jahr 1926 dokumentiert. Gütersloh porträtierte Koller-Pinell an der Staffelei in Oberwaltersdorf. Die Künstlerin nahm Kontakt mit Mäda Primavesi auf bezüglich der wirtschaftlichen Turbulenzen der Wiener Werkstätte.

Aufgrund der Zurückweisung von zwei Bildern Koller-Pinells bei der „Internationalen Ausstellung“ (1927) des Münchner Glaspalasts entstanden Spannungen mit Anton Faistauer. Aufenthalt von Blanche Hardy Schlick, der Frau des Philosophen und Physikers Moritz von Schlick, in Oberwaltersdorf.

Zum 76. Geburtstag von Rosa Mayreder schenkte Koller-Pinell der Jubilarin – zu beider Vergnügen – ein noch zu malendes Porträt, das sie ein Jahr später, 1929, begann. Besuch von Franz von Zülow.

Die Besuche des Jahres 1929 umfassten Faistauer, Siegfried Charoux und seine Frau; im Jahr 1930 sind Besuche von Robin Christian Andersen belegt. Charoux begann mit der Arbeit an einer Porträtbüste Koller-Pinells. Ein Brief von Ludwig Gallia, dem Neffen von Moritz Gallia, zur Überschuldung eines Betriebs von Hugo Koller belegt dessen Rat, diesen baldmöglichst zu liquidieren und entstandene Schulden beim Bruder Hermann Koller zu begleichen.

Die Kollers trafen sich 1931 mit dem Architekten und Designer Oskar Strnad. Der Architekt Eduard Wimmer und Albert Paris Gütersloh übernachteten im Hause Koller. Die Kollers beabsichtigen, die Wohnung in Wien zu verkaufen und Oberwaltersdorf mit einer Hypothek zu belegen.

Im Juli 1932 wurde die Auflösung der Kunstschaugruppe bekannt gegeben. Koller-Pinell verlor dadurch ihr wichtigstes künstlerisches Netzwerk. Ihr Porträt des „Wunderhornisten“ Karl Stiegler entstand. Umzug in die Prinz Eugen-Straße 12/6 im 4. Wiener Gemeindebezirk.

Besuche von Margarethe und Siegfried Charoux sowie von Robin Christian Andersen 1933.

Ausstellungen

  • 1890: „XIX. Jahresausstellung“, Künstlerhaus, Wien
  • 1890: „Jahresausstellung“, Glaspalast, München
  • 1892: „XXI. Jahresausstellung“, Künstlerhaus, Wien
  • 1893: „XXII. Jahresausstellung“ und „Weihnachtsausstellung“, Künstlerhaus, Wien
  • 1893: „Jahresausstellung“, Glaspalast, München
  • 1895: „XXIII. Jahresausstellung“, Künstlerhaus, Wien
  • 1899: Albrecht-Dürer-Gesellschaft, Nürnberg
  • 1907: Galerie Arnold, Dresden
  • 1908: Kunstschau Wien 1908, Wien
  • 1909: „Internationale Kunstschau 1909“, Wien. Koller-Pinell stellte drei Gemälde und drei Holzschnitte aus, darunter „Silvia vor dem Vogelkäfig“, und das Bild „Die Ernte“ wurde im Katalog abgebildet.
  • 1909: „X. Internationale Kunstschau“, Glaspalast, München
  • 1910: 1. Internationale Jagdausstellung, Kunstpavillon, Wien, als Teil der Kunstschaugruppe
  • 1910: Große Berliner Kunstausstellung
  • 1911: Ausstellung mit Heinrich Schröder, Galerie Miethke, Wien.
  • 1912: Große Kunstausstellung, Dresden
  • 1914: Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik, Leipzig
  • 1914: Seconda Esposizione Internationale d’Arte „Della Secessione“
  • 1915: Ausstellung des Wirtschaftsverbandes bildender Künstler Österreichs, Räume des Künstlerbundes Hagen, Wien
  • 1916: Wiener Kunstschau, Berliner Secession
  • 1918: Neue Secession Wien, Rudolphinum, Prag
  • 1920: Kunstschau, Österreichisches Museum für Kunst und Industrie, Wien
  • 1920: Gemäldeausstellung österreichischer Maler, Sonderbund, Winterthur
  • 1921: Kunstschau, Künstlerhaus, Wien
  • 1924: Österreichische Kunstausstellung, Künstlerhaus, Wien
  • 1925: 6. Kunstschau des BÖK, Künstlerhaus, Wien
  • 1925: Österreichische Kunstausstellung, Altes Verkehrsmuseum und Kunsthalle am Marientor, Nürnberg
  • 1925: Ausstellung des Wirtschaftsverbandes bildender Künstler Österreichs, Zedlitzhalle, Wien
  • 1925: Osztrák Representativ Képzömüviszeti Kiállitas, Nemzeti Szalon, Budapest, als Teil der Kunstschaugruppe
  • 1926: XLVII. Jahresausstellung, Künstlerhaus Wien - Erste Allgemeine Kunst-Ausstellung, Glaspalast, München, als Teil der Münchener Künstlergenossenschaft
  • 1927: Österreichisches Museum für Kunst und Industrie, Wien, als Teil der Kunstschaugruppe
  • 1927: Erste Ausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen. Wiener Frauenkunst, Österreichisches Museum für Kunst und Industrie, Wien
  • 1927: Oostenrijksche schilderijen en kunstnijverheid, 1900–1927, Museum für moderne Kunst, Den Haag, Kunstkring, Rotterdam, Städtisches Museum, Amsterdam
  • 1930: CXII. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession
  • 1930: Kunstausstellung, Glaspalast, München, im Ausstellungsbereich der Münchner Secession
  • 1930: Ausstellung in der Galerie Würthle
  • 1930: Wystawa Współczesnej Sztuki Austrjackiej, Österreichische Ausstellung in Warschau, veranstaltet von Künstlerhaus, Hagenbund, Secession und Kunstschau
  • 1932: Kunstausstellung, Glaspalast, München, im Ausstellungsbereich der Münchner Secession; beim großen Brand am 6. Juni wurde Koller-Pinells Stillleben „Blaues Geschirr“ zerstört.
  • 1932: Kunstausstellung, Kunsthalle Bern - 5. Ausstellung des Verbandes bildender Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen. Wiener Frauenkunst, Hagenbund, Wien
  • 1933: Ausstellung in der Galerie Würthle, Wien

Tod

Am 26. April 1934 erlag Broncia Koller-Pinell einem Krebsleiden. Die Beisetzung erfolgte auf dem Döblinger Friedhof.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 gab Hugo Koller im Mai die Wiener Wohnung auf und zog ganz nach Oberwaltersdorf. Hugo Koller, sein Sohn Rupert und seine Tochter Silvia, die selbst nach den Nürnberger Rassengesetzen als „Mischlinge 1. Grades“ galten, versteckten ihre Bekannte Eleonora Kurz in Oberwaltersdorf, um die Jüdin vor der Deportation in ein Konzentrationslager zu bewahren. Sie überlebten Krieg und Holocaust. Die in Wien verbliebenen nächsten Angehörigen wurden im nationalsozialistischen Terrorregime ermordet.

Allerdings führten die finanziellen Engpässe der Familie 1948 zum Verkauf von Werken aus ihrer Kunstsammlung. Die Österreichische Galerie erwarb über die Galerie Welz Egon Schieles „Porträt von Hugo Koller“ und Gustav Klimts unvollendetes Gemälde „Dame in Weiß“.

Hugo Koller starb am 18. Oktober 1949 in Oberwaltersdorf. Seine Tochter Silvia hatte ihn nach einem Schlaganfall, durch den er gesundheitlich schwer angeschlagen war, gepflegt.

Im Jahr 1961 richtete Silvia Koller in den bescheidenen Räumen der Staatsdruckerei in der Wollzeile in Wien die erste Retrospektive für ihre bereits 1934 verstorbene Mutter aus. Diese Werkschau hatte den ersten Ankauf für die Österreichische Galerie zur Folge – Koller-Pinells Hauptwerk „Die Ernte“ ist seitdem im Belvedere.28

Literatur zu Broncia Koller-Pinell

  • Broncia Koller-Pinell. Eine Künstlerin und ihr Netzwerk, hg. v. Stella Rollig, Katharina Lovecky und Alexander Klee (Ausst.-Kat. Unteres Belvedere, Wien, 15.3.–8.9.2024), Wien 2024.
  • Boris Manner (Hg.), Broncia Koller, Wien 2006.
  • Sieglinde Baumgartner, Broncia Koller-Pinell. 1863–1934. Eine österreichische Malerin zwischen Dilettantismus und Profession. Monographie und Werkverzeichnis, Diss. Universität Salzburg 1989.
  • Die Malerin Broncia Koller. 1863–1934 (Ausst.-Kat. Niederösterreichisches Landesmuseum, Wien), Wien 1980.

Beiträge zu Broncia Koller-Pinell

15. März 2024
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  1. Berta Zuckerkandl, Broncia Koller-Pinell, in: Wiener Allgemeine Zeitung, 8.4.1911 (Ausstellungsbericht anlässlich ihrer Personale in der Galerie Miethke), zitiert nach: Broncia Koller-Pinell. Eine Künstlerin und ihr Netzwerk, hg. v. Stella Rollig, Katharina Lovecky und Alexander Klee (Ausst.-Kat. Unteres Belvedere, Wien, 15.3.–8.9.2024), Wien 2024, S. 124.
  2. Die Biografien der Familie sind aufgearbeitet in: Wolfgang Krug, Geisteselite im Wien der Jahrhundertwende. Die Familie Pineles, in: Broncia Koller-Pinell. Eine Künstlerin und ihr Netzwerk, hg. v. Stella Rollig, Katharina Lovecky und Alexander Klee (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien, 15.3.–8.9.2024), Wien 2024, S. 13–23.
  3. Albrecht Hirschmüller, Sigmund Freud und Broncia Koller-Pinell. Eine Spurensuche, in: Boris Manner (Hg.), Broncia Koller, Wien 2006, S. 110; zitiert nach Broncia Koller-Pinell, S. 15.
  4. Die Kunst für Alle, III. Jg., Heft 8 (15.1.1888), S. 129.
  5. „XXI. Jahresausstellung“, Künstlerhaus, Wien.
  6. „XXII. Jahresausstellung“ und „Weihnachtsausstellung“, Künstlerhaus, Wien.
  7. „XXIII. Jahresausstellung“, Künstlerhaus, Wien.
  8. „Jahresausstellung 1893“, Glaspalast, München.
  9. Friedrich Eckstein (Perchtoldsdorf 17.2.1861–10.11.1939 Wien), „Philosoph der Ringstraße“ genannt, Universalgelehrter, Sanskritforscher, Vegetarier, befreundet mit Hugo Wolf, Schüler und Privatsekretär von Anton Bruckner.
  10. Alexander Klee, Durchdrungen von Kunst. Broncia Koller-Pinell im Spannungsfeld von Secession und Wiener Werkstätte, in: Broncia Koller-Pinell 2024, S. 25–35, hier S. 26.
  11. Siehe: Neue Freie Presse, Nr. 13403, 18.12.1901, S. 12.
  12. Anonym, Der vorsichtige Kapitalist. Drei Millionen Kronen verloren, in: Illustrirtes Wiener Extrablatt, Nr. 347, 18.12.1901, S. 10.
  13. Abbildungen der Wohnungseinrichtung finden sich in Innendekoration, XVI. Jg. (Juli 1905), S. 184, 185.
  14. Wann der Ankauf erfolgte, ist nicht überliefert. Das Ehepaar besaß die Gemälde jedenfalls im Jahr 1928, als zum 10. Todestag Klimts eine Gedächtnisausstellung in der Wiener Secession organisiert wurde. Es haben sich zwei Lieferscheine erhalten. Siehe: Gustav Klimt Database, https://gkdb.link/2793-1622.
  15. Walter Beyer, Wer war Broncia Koller? Zum Werk einer bedeutenden Künstlerin, in: Die Malerin Broncia Koller. 1863–1934 (Ausst.-Kat. Niederösterreichisches Landesmuseum, Wien), Wien 1980, S. 15.
  16. Wiener Zentralfriedhof (1. Tor, Gruppe 51-8-8); siehe: Joseph August Lux, Ein Grabmal. Ausgeführt von Prof. K. Moser, in: Der Architekt, X. Jg. (1904), S. 44 (mit Abbildungen); Eduard F. Sekler, Josef Hoffmann. Das architektonische Werk, Salzburg/Wien 1982, S. 387, WV 241/1922.
  17. Siehe: Silvia Koller, Vorwort, in: Broncia Koller. 1863–1934. Gedächtnisausstellung (Ausst.-Kat. Staatsdruckerei, Wien), Wien 1961, S. 5.
  18. Siehe: Brief von Broncia Koller-Pinell an Hugo Koller, 1904, abgedruckt in: Sieglinde Baumgartner, Broncia Koller-Pinell. 1863–1934. Eine österreichische Malerin zwischen Dilettantismus und Profession. Monographie und Werkverzeichnis, Diss. Universität Salzburg 1989, Textband S. 26.
  19. Brief von Broncia Koller-Pinell an Hugo Koller, 30.5.1908 (Exzerptbuch, Museum Oberwaltersdorf), zitiert nach: Katharina Lovecky, Broncia Koller-Pinell und ihr künstlerisches Netzwerk. Die Kunstschaugruppe, in: Broncia Koller-Pinell 2024, S. 36–52, hier S. 36.
  20. Berta Zuckerkandl über Broncia Koller-Pinell anlässlich ihrer Personale in der Galerie Miethke, in: Wiener Allgemeine Zeitung, 8.4.1911.
  21. Eduard F. Sekler, Josef Hoffmann. Das architektonische Werk, Salzburg/Wien 1986, WV 172.
  22. Sekler 1986, WV 173.
  23. Sieglinde Baumgartner, Broncia Koller-Pinell. 1863–1934. Eine österreichische Malerin zwischen Dilettantismus und Profession. Monographie und Werkverzeichnis, Diss. Universität Salzburg 1989, Textband, S. 63f.
  24. 18
  25. Lovecky, S. 41.
  26. 23
  27. In einem Brief von Broncia Koller-Pinell an den Maler Anton Peschka, Schieles Schwager, am 5. November 1918 verriet sie diesem, dass die Familie Koller-Pinell Schiele mit einem Wandbild für die Bibliothek beauftragt hatte, das er nicht mehr vollenden konnte. In diesem Schreiben bat die Malerin Peschka außerdem um Fotografien und Zeichnungen. Siehe: Lovecky, S. 44.
  28. Katharina Lovecky, Der lange Weg ins Belvedere. Erwerbungen von Künstlerinnen in der Modernen Galerie und ihren Nachfolgeinstitutionen, in: Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien 1900–1938, hg. v. Stella Rollig und Sabine Fellner (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München 2018, S. 205–209.