Wiener Werkstätte

Was war die Wiener Werkstätte?

Wiener Werkstätte (19.5.1903–14.10.1932) war eine Wiener Kooperative von Designer:innen und Kunsthandwerker:innen, die Alltagsgegenstände im Sinne des Gesamtkunstwerks mit höchsten Qualitätsanforderungen an Material, Verarbeitung und Ästhetik herstellten. Wichtig für die Wiener Werkstätte war eine enge Verbindung mit der Secession und deren Ausstellungen, auf denen die Raumkunst experimentell erprobt wurde. Gegründet von Josef Hoffmann und Koloman "Kolo" Moser, war die Wiener Werkstätte in ihrer Frühzeit dem Jugendstil verpflichtet.

Vorgeschichte

Koloman Moser hatte ab 1899 begonnen für Firmen wie Bakalowitz & Söhne, J. Kohn zu entwerfen: Gläser, Stoffmuster, Möbel und Bucheinbände. Kurze Zeit später hatte sich der Jugendstil durchgesetzt und die Secession war in Mode gekommen. Daraufhin mussten Moser und Hoffmann zunehmend Konkurrenz durch schlechte Kopien hinnehmen.

Spätherbst 1900: Die von Josef Hoffmann initiierte „VIII. Ausstellung“ der Wiener Secession stellte das neue Wiener Interieur vor. Unter den zahlreichen Designs befanden sich z.B. der intarsierte Schrank „Der reiche Fischzug“ von Moser sowie Vorbilder aus Frankreich und Großbritannien.
In Westeuropa hatte sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts ein neues Denken durchgesetzt: Julius Meier-Graefes Pariser Galerie „La Maison moderne“ stellte Werke von Henry van de Velde aus. Charles Robert Ashbees Guild of Handicraft aus London und die Glasgow Four, die Ehepaare Charles Rennie und Margaret MacDonald Mackintosh sowie James Herbert und Francesc MacDonald McNair repräsentierten eine intensive Zusammenarbeit zwischen entwerfenden Künstler:innen und ausführenden Handwerker:innen.

Gründung der Wiener Werkstätte

Die Geburtsstunde der Wiener Werkstätte – so der Mythos, vermittelt durch den Schriftsteller Leopold W. Rochowanski – war 1902 im Café Heinrichshof gegenüber der Wiener Hofoper (heute: Staatsoper). Josef Hoffmann, Koloman Moser und Fritz Waerndorfer trafen einander, und Moser hätte verlautbart, dass er schon wüsste, was er mit 500 Kronen anfangen sollte. Waerndorfer soll daraufhin den Betrag auf den Tisch geblättert haben. In den Erinnerungen von Josef Hoffman kann man allerdings nachlesen, dass dieser Betrag nur für das Anmieten einer Werkstatt und den Kauf erster Möbel gereicht hätte. Nach nur einem Tag musste das Trio bei Waerndorfers Mutter um Erhöhung der Subvention bitten.

Die Gründung der WW fand am 19. Mai 1903 statt. An diesem Tag wurde die Firma in das Handelsregister eingetragen und begann ihre Arbeit. Das Logo in Form einer streng stilisierten Rose könnte ein Entwurf von Koloman Moser sein (oder Josef Hoffmann). Es ergänzt das doppelte, ineinander versetzte W ebenfalls von Moser. Als Übergangslösung zog die WW in der Heumühlgasse 6, 1040 Wien, ein. Dort entstanden als erstes dekorative Metallarbeiten wie Vasen und Tischaufsätze.

Ende 1903 zog die Wiener Werkstätte in die Neustiftgasse 32–34, 1070 Wien, wo sie bis 1932 ansässig war. Auf drei Etagen richteten Hoffmann und Moser Werkstätten für die Bearbeitung von Metall (Silber, Gold) und Leder ein, eine Tischlerei, eine Buchbinderei, eine Lackiererei, Zeichensäle, Maschinenräume und ein Baubüro, da Josef Hoffmann sein Architekturbüro in der WW inkorporiert hatte. Dazu kamen repräsentative Ausstellungs- und Empfangsräume.

Ziel der Wiener Werkstätte

Erst im Jahr 1905 veröffentlichte Hoffmann das Programm der WW. Der Qualitätsbegriff von Hoffmann und Moser erschöpfte sich nicht nur bei erstklassigen Entwürfen, sondern erstreckte sich auch auf die Ausführung durch fähige Handwerker in hochwertigen Materialien. Es ging den Designern um die perfekte Beziehung zwischen Raum und Interieur.

Als Arbeitgeberin legte die WW Wert auf saubere und helle Arbeitsräume mit englischen Toiletten und Waschräumen. Um die Gleichwertigkeit von Entwerfer:innen und Handwerker:innen zu unterstreichen, durften beide ihre Signaturen (Monogramme) an den Kunstobjekten anbringen. Die Designer:innen hatten Monogramme in Quadraten und die Handwerker:innen in Kreisen.

Grundlegendes Formenvokabular der Wiener Werkstätte sind Einfachheit und Funktionalität, gepaart mit Materialgerechtigkeit. Dazu kamen das durchbrochene quadratische Metallgitter und Reduktion der Farbigkeit auf Schwarz Weiß bzw. Blau Weiß. Daneben etablierten die Künstler:innen der Wiener Werkstätte aber auch höchst luxuriöse Techniken wie die Intarsie (besser Marketerie), um mit Hilfe verschiedener Holzarten Figuren und Muster zu legen.

Kund:innen der Wiener Werkstätte

Das Klientel der Wiener Werkstätte bestand aus einigen wenigen prominenten Familien Wiens – v.a. aus der assimilierten Haute Juiverie. Die durch persönliche Anfertigungen stellten sie das Grundkapital für die Produktion bereit: Es finden sich unter den Käufer:innen so bekannte Namen wie Knips, Koller, Lederer, Loew-Eisler, Primavesi, Wittgenstein, Viktor Zuckerkandl (Sanatorium Purkersdorf, 1904), Adolphe Stoclet (1903–1911 – mit dem Geld wurde die Realisierung des Kabarett Fledermaus finanziert!). Dass sich hier eine große Schnittmenge mit den Auftraggeber:innen und Sammler:innen von Gemälden Gustav Klimts zeigt, belegt dessen Verbundenheit auf freundschaftlicher und formaler Ebene mit der Wiener Werkstätte.

Geschichte der Wiener Werkstätte

Im Herbst 1904 trat die Wiener Werkstätte erstmals an die Öffentlichkeit: Die Designer nutzten ihre internationale Vernetzung und stellten im Hohenzollern-Kunstgewerbehaus, Berlin, ihre neuesten Entwürfe vor. Das Projekt begann enorm erfolgreich!

Ab 1905 konnte man bei der WW handbemalte oder bedruckte Stoffe in fantasiereichen, innovativen Designs erhalten. Die Galerie H. O. Miethke am Wiener Graben 17 setzte mit einer Ausstellung im Dezember 1905 fort. Neben Josef Hoffmann und Koloman Moser stellten sich neue Mitarbeiter dem Wiener Publikum vor: Richard Luksch und Elena Luksch-Makowsky sowie Carl Otto Czeschka waren für Publikationen und Bucheinbände verantwortlich.

Die Ausstellungen „Der gedeckte Tisch“ oder auch „Die Gartenkunst“ (1906/07) führten Franz Lebisch und Karl Bräuer als Entwerfer ein. Hatte Koloman Moser bereits vor 1900 mit seinen Glasserien für Furore am Jugendstil-Tisch gesorgt, führte die WW diese Tradition nun weiter aus. Ab 1907 druckte die WW auch Postkarten, die unter anderem Bereits von Schüler:innen der Kunstgewerbeschule entworfen worden waren. Damit ermöglichte die WW den jungen Kunstschaffenden den Schritt in die angewandte Kunst und eine Erwerbstätigkeit. Als das Kabarett Fledermaus und die erste von insgesamt drei Verkaufsstellen in der Wiener Innenstadt eröffnete, hatte sich die Wiener Moderne bereits durchgesetzt. Um den Umsatz zu steigern, verkaufte die WW in ihren Innenstadtlokalen auch Fremdarbeiten (Kommissionsware).

Kunstschau Wien 1908

Durch den Austritt der so genannten „Klimt-Gruppe“ aus der „Wiener Secession“ 1905 war den Kunstschaffenden ein wichtiger Ausstellungsort verloren gegangen. Dies kompensierten die Künstler, indem sie die „Kunstschau Wien 1908“ organisierten.

In einem von Josef Hoffmann entworfenen Ausstellunggelände an der Stelle des heutigen Konzerthaus und Eislaufvereins fand im Sommer 1908 eine Leistungsschau der Wiener Moderne statt. Es sollten alle Bereiche des Lebens durch die Künstler:innen abgedeckt werden, vom Musterhaus bis zum Friedhof, vom Theater bis zum „Raum für einen Kunstliebhaber“. Ein Saal war den Arbeiten der WW gewidmet, darunter Arbeiten von Josef Hoffmann, Koloman Moser, Carl Otto Czeschka, Bertold Löffler, Michael Powolny, Otto Prutscher, Karl Witzmann. Oskar Kokoschkas Kinderbuch „Träumende Knaben“, gedruckt von der Wiener Werkstätte, zeigt, welch bedeutenden Einfluss der Jugendstil auf die Entwicklung der folgenden Generation hatte. Die „Kunstschau 1908“ war ein finanzielles Desaster – und wurde auch deshalb durch die „Kunstschau 1909“ fortgeführt.

Zweite Phase der Wiener Werkstätte

Mit den neuen Mitarbeiter:innen, die bereits an der Kunstgewerbeschule ausgebildet worden waren, konnten neue Bereiche abgedeckt werden. So wurde 1910 die Modeabteilung gegründete, die später über 80 Mitarbeiter:innen beschäftigte. Im Jahr 1912 wurde Dagobert Peche als freier Mitarbeiter angestellt –1915 übernahm er gemeinsam mit Josef Hoffmann die künstlerische Leitung der WW.

Auf der „Deutschen Werkbund“-Ausstellung feierte die Wiener Werkstätte 1912 einen wahren Triumph, gleichzeitig schlitterten Josef Hoffmann und Fritz Waerndorfer in den finanziellen Ruin. Auf Druck seiner Familie emigrierte Fritz Waerndorfer daraufhin in die USA.

Die Einrichtung von Künstlerwerkstätten 1913, in denen man Künstlern Raum, Arbeitsmaterial und produktionstechnische Infrastruktur unentgeltlich zur Verfügung stellte. Das ermöglichte den Weg zum Stilpluralismus der Zwanziger Jahre.

Dritte Phase der Wiener Werkstätte

Die 1920er Jahre waren sowohl von großen wirtschaftlichen Problemen wie auch großen künstlerischen Erfolgen geprägt. Die WW wurde liquidiert und in eine neue Gesellschaft überführt, die sukzessive von Otto und Eugenia „Mäda“ Primavesi übernommen wurde.

Dass im „Roten Wien“ die hochqualitative und daher kostspielige Produktion beibehalten wurde (während sich gleichzeitig das Bauhaus stärker in Richtung Industrie und „Massenprodukt“ ausrichtete), kam nicht überall gleich gut an: 1920 wurden die Produkte der WW auf der „Kunstschau 1920“ vernichtend rezensiert. Hingegen feierte Josef Hoffmann 1925 in Paris einen großen Erfolg.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der WW fand am 31. Mai 1928 noch ein großer Empfang im Musensaal der Albertina statt. Die Wirtschaftskrise setzte allerdings dem Unternehmen stark zu.

Im 1931 kündigten die neuen Financiers Arbeiter:innen und Künstler:innen. Josef Hoffmann schied aus dem Unternehmen aus. Doch auch diese radikale Veränderung konnte den Niedergang der Wiener Werkstätte nicht stoppen: Anfang September 1932 wurde der Betrieb eingestellt, und das Warenlager versteigert. Auf der Generalversammlung am 14. Oktober 1932 wurde die bereits vollzogene Geschäftsauflösung rechtlich nachvollzogen. Alle Versuche, eine Neue Wiener Werkstätte zu gründen, scheiterten.

Alle Beiträge zur Wiener Werkstätte

5. Oktober 2021
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18. April 2021
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Otto Wagner (1840–1918) gilt als der „intellektuelle Urheber“ der Wiener Moderne, wandelte er sich vom anerkannten Architekten der Ringstraßen-Zeit und des Historismus zum Anführer der Modernen unter der Fahne seines „Nutzstils“. Seine „Nachfolger“ Josef Hoffmann und Adolf Loss konnten nicht unterschiedlicher sein, der eine ein Ästhet, der andere ein Praktiker.
17. Januar 2017
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Wiener Glaskunst des Jugendstil und Art Deco Glasdesign von Hoffmann bis Loos

Wiener Glaskunst des Jugendstil und Art Deco wurde vielfach von Architekten gestaltet, die dem Material völlig neue Qualitäten abringen konnten, bzw. sich bisweilen auch an historischen Glasentwürfen orientierten.
15. Januar 2015
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Josef Hoffmann, Adolf Loos und die Folgen Wege der Moderne

Zwei Schlafzimmer stehen im Zentrum der Ausstellung „Wege der Moderne“, die Christian Witt-Dörring und Matthias Boeckl anlässlich des 150. Geburtstags des MAK kuratierten. Jenes von Josef Hoffmann für Johanna und Dr. Johannes Salzer (1902) und Adolf Loos‘ Entwurf für die eigene Wohnung (1903). Der Sinnlichkeit seines Kontrahenten, der gekonnt mit (erotisch aufgeladenen) Materialien spielte und jedes neuerfundene Ornament ausschloss, hatte Hoffmann perfekt aufeinander abgestimmte Einrichtungsgegenstände entgegenzusetzen.
20. März 2012
Gustav Klimt, Lebensbaum (drei mittlere Zeichnungen), 1910/1911 (© MAK/Georg Mayer)

Gustav Klimt: Lebensbaum – Erwartung – Erfüllung – Ritter Der Mosaikfries für das Palais Stoclet in Brüssel

Lebensbaum – Erwartung – Erfüllung – Ritter sind Figuren aus dem Stoclet-Fries von Gustav Klimt. Der Wiener schuf zwischen Juli 1910 und Juni 1911 neun Entwürfe für den Mosaikfries im Speisesaal des Brüsseler Palais, die heute im Museum für Angewandte Kunst in Wien verwahrt werden.
2. März 2011
Schmetterling-Broschen, um 1910, Entwurf: Gustav Fischmeister Ausführung: Fa. Rozet & Fischmeister, Gelbgold, Fensteremailtechnik, Diamanten, Rubine, Höhe: 5,7 cm, Breite: 4,3 cm, Tiefe: 1 cm, Fa. Rozet & Fischmeister, Wien, Privatbesitz, Foto: Craig Dillon.

Jugendstil-Schmuck aus Europa Glanz einer Epoche

Unter dem Titel „Glanz einer Epoche“ zeigt das Leopold Museum noch bis zum 20. Juni „Jugendstil-Schmuck aus Europa“. Die Preziosen wurden aus dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt, dem Museum für Angewandte Kunst Wien, dem Wien Museum und Wiener Privatbesitz zusammengetragen, um einen Überblick über die revolutionäre Schmuckproduktion der Jugendstildesigner zu ermöglichen. So stellt Kuratorin Patricia Spiegelfeld gleich zu Beginn eine mit Diamanten und Brillanten besetzte Tiara des Wiener Hofjuweliers A.E. Köchert ein elfenbeinernes Diadem von Dagobert Peche für die Wiener Werkstätte gegenüber.
7. Oktober 2008
Klimt, Kuss, Detail, 1907/08, Öl/Lw (Belvedere)

Gustav Klimt und die Kunstschau 1908 Epochale Ausstellung der Jugendstilkünstler Wiens

„Wir sind keine Genossenschaft, keine Vereinigung, kein Bund, sondern haben uns in zwangloser Form eigens zum Zweck dieser Ausstellung zusammengefunden, verbunden einzig durch die Überzeugung, dass kein Gebiet menschlichen Lebens zu unbedeutend und gering ist, um künstlerischen Bestrebungen Raum zu bieten, dass (…) auch das unscheinbarste Ding, wenn es vollkommen ausgeführt wird, die Schönheit dieser Erde vermehren hilft, und dass einzig in der immer weiter fortschreitenden Durchdringung des gesamten Lebens mit künstlerischen Absichten der Fortschritt der Kultur begründet ist.“ (aus der Festrede von Gustav Klimt anlässlich der Eröffnung)