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Andy Warhol: Biografie Lebenslauf des US-Künstlers, der die Kunst kommerzialisiert hat

Andy Warhol Biografie

Andy Warhol Biografie

Andy Warhol (1928–1987) war ein amerikanischer Künstler, einer der Hauptvertreter der amerikanischen Pop Art. In der von ihm gegründeten „Factory“ waren Mitarbeiter und Freunde damit beschäftigt, ihm bei der Produktion seiner Kunst zu helfen. Der Erfolg Andy Warhols, der sich ab den frühen 1960ern mit Medienbildern von Superstars beschäftigte, führte dazu, dass Sammler und Geldadel sich von ihm porträtieren ließen. Darüber hinaus schuf er experimentelle Filme, gründete die Zeitschrift „Interview“ und war der Musikproduzent der Rockband „Velvet Underground“. Als Andy Warhol im Alter von 58 verstarb hinterließ er ein umfangreiches Gesamtwerk, das von einfachen Werbegrafiken bis zu Gemälden, Objekten, Filmen und Büchern reicht.

 

Vom Werbegrafiker zum Galeriekünstler

Der als Gebrauchsgrafiker ausgebildete und in den 1950er Jahren äußerst erfolgreiche Werbegrafiker, wechselte 1960 in die freie Kunst und beschäftigte sich anfangs mit Emblemen der Konsum- und Mediengesellschaft. Er entwickelte und schuf Werbungen für die „Vogue“, „Glamour“, „Harper’s Bazaar“ und „LIFE“. Für Truman Capote illustrierte er Kurzgeschichten. Schon 1952/53 stellte er diese frühen Werke in seiner ersten Galerieausstellung und 1956 in seiner Ausstellungsbeteiligung im Museum of Modern Art aus. Während einer Europa- und Asienreise 1956 begann Warhol, Kunst zu sammeln.

1960 wandte sich Andy Warhol der Malerei zu und arbeitete an Gemälden wie „Saturday’s Popeye“ und „Superman“. Allerdings musste er feststellen, dass Roy Lichtenstein bereits mit diesen Motiven den Galeriemarkt beherrschte. Im folgenden Jahr wandte sich Andy Warhol daher wieder der Konsumwelt zu und wählte als erstes Dosenmotiv eine „Del Monte“-Konserve mit Pfirsichhälften. Ab Dezember 1961 arbeitete er an der berühmten Serie „Campbell’s Soup Can“, einer 32-fachen Wiederholung der frontalen Darstellung einer Suppendose mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, wie die Beschriftung verrät. Warhol zitierte aus der Konsumgüterwerbung, die er zuvor mit seinen verheißungsvollen Bildern selbst mitgeprägt hatte. Mit Hilfe eines Projektors konnte er die Werbesujets vergrößert auf die Leinwand projizieren und freihändig nachmalen; seriell hergestellte Werke wurden mit Schablonen angefertigt. Gleichzeitig fertigte er Karton- und Holzskulpturen, die in Größe und Bemalung an kommerzielle Verpackungen von Alltagsprodukten zum Verwechseln ähnlichsehen.

Gemeinsam mit Roy Lichtenstein reagierte er auf das absehbare Ende des Abstrakten Expressionismus, das mit dem tragischen Tod von Jackson Pollock 1956 eingeleitet wurde. Nachdem Andy Warhol als Pop Art Maler und Galeriekünstler erfolgreich geworden war, versteckte er seine Werbekunst der 1940er und 1950er Jahre auf eine höchst neurotische Art. Wie er in „POPism“ freimütig gesteht, versuchte der Mittdreißiger bewusst sich eine neue Identität für eine neue Karriere zuzulegen. Warhol schätzte den Markt der Kunstgalerien einfach „schicker“ ein als den für Werbegrafiker. Dafür vermischte er „commercial art“ [Werbegrafik] mit „real art“ [Kunst] und umgekehrt.

Erste Ausstellungen in Los Angeles (1962), Paris bei Ileana Sonnabend (1964) und 1965 seine erste Museumsausstellung am Institute of Contemporary Art in Philadelphia begründeten Warhols Ruhm als Maler. Noch im gleichen Jahr, 1965, hörte er auf zu malen und wandte sich gänzlich den Medien Siebdruck, Fotografie und Film zu.

 

Marilyn Monroe und Jacky Kennedy: Erfindung der Pop Art

Durchschlagenden Erfolg hatte Andy Warhol, als er sich in den frühen 1960ern den Medienbildern von Filmstars und Pop-Ikonen wie Marilyn Monroe, Elvis Presley, Liz Taylor zuwandte. Mit der Idee ausgestattet, dass zehn Bilder von diesen Persönlichkeiten mehr wären als nur eines, vervielfältigte Warhol die Fotografien (ab 1967 mit Hilfe des Siebdrucks). Poppige Farben akzentuieren, verfälschen und verfremden gleichermaßen die Porträts. Warhol gelang, den ausgeprägten Starkult um Filmschauspieler, Politikergattinnen und Rockmusiker über die unverwechselbare Stilisierung ihrer Porträts auf sich selbst zu übertragen. Damit konnte er als Künstler nicht nur soziale Grenzen überwinden, sondern sogar zum Popstar werden.

Das Attentat auf Präsident John F. Kennedy erschütterte Warhol und löste eine Beschäftigung mit dessen Witwe Jacky Kennedy aus. In acht Sujets arbeitete der Künstler ihre Rolle in den Medienberichten auf: die lachende Präsidentengattin, die geschockte Ehefrau, die trauernde Witwe – alles über TV und Fotografie so direkt wie noch nie zuvor in der Geschichte im Wohnzimmer mitzuerleben.

Die Schattenseiten des amerikanischen Lebenstraums fand er in Bildern von Autounfällen („Death and Disaster Series“) sowie dem Elektrischen Stuhl („Electric Chair“). Im Verfahren des Siebdrucks, das als reproduktiv und daher unkünstlerisch galt, und mit Acrylfarbe fertigte Andy Warhol Kompositionen, für die er als Vorlagen Pressefotos von tragischen Unfällen oder Flugzeugabstürzen und ähnlichem verwendete. Er bemalte die Leinwände, bevor er sie mit Siebdrucken nach Fotografien bedruckte. Weitere Bemalung hebt einzelne Partien der Darstellung weiter hervor. Zudem interessierte sich Andy Warhol für die Reproduktion und Variation der Drucke, die auch ohne sein Zutun von Mitarbeitern hergestellt werden konnten.

 

Porträtist der New Yorker Gesellschaft

Andy Warhols Kunst wurde in den 1960er Jahren so populär, dass die 70er von Auftragsarbeiten geprägt wurden. Das leicht wiedererkennbare Konzept machte die Bilder zu „blue-chips“ an den Wohnzimmerwänden. War die Avantgarde-Szene mit neuen Medien (Fotografie, Film), Feminismus, Happening und Performance aber vor allem Minimal Art und Konzeptkunst beschäftigt, residierte Andy Warhol in seiner Factory. Hier schuf er Selbstporträts und Serien von Bildnissen von Mao Tse Tung. Die Phase der Selbstreflexion führte zu zwei bedeutenden autobiografischen Schriften: „The Philosophy of Andy Warhol“ (1975) und „POPism – The Warhol 60s“ (1980).

 

 

„With silkscreening, you pick a photograph, blow it up, transfer it in glue onto silk, and then roll ink across it so the ink goes through the silk, but not through the glue. That way you get the same image, but slightly different each time. It was all so simple – quick and chancy. I was thrilled with it. My first experiments with screens were heads of Troy Donahue and Warren Beatty, and then when Marilyn Monroe happened to die that month, I got the idea to make screens of her beautiful face […]. These subjects in fact reflect photography’s dual capacity to capture a moment within action […] and to register a subject’s features […] at close range.“ (Andy Warhol)

 

Weitere Beiträge zu Andy Warhol

 

Literatur zu Andy Warhol

  • Andy Warhol (Hg.), The Philosophy of Andy Warhol (1975), London 2007), S. 113–114.
  • Carl Haenlein (Hg.), Andy Warhol. Bilder 1961–1981 (Ausstellungskatalog, Städtische Galerie im Lenbachhaus München), Hannover 1981.
  • Robert Rosenblum, Andy Warhol: Hofmaler der 70er Jahre, in: Carl Haenlein (Hg.), Andy Warhol. Bilder 1961–1981 (Ausstellungskatalog, Städtische Galerie im Lenbachhaus München), Hannover 1981, S. 103–110.
  • David Bourdon, Andy Warhol und der Amerikanische Traum, in: Jacob Baal-Teshuva (Hg.), Andy Warhol (Ausstellungskatalog Kunsthaus Wien), München 1993, S. 9–12.
  • Georg Frei, Neil Printz, The Andy Warhol Catalogue Raisonné, New York.
    • Bd. 1: Andy Warhol. Paintings and Sculptures 1961–1963, New York 2002.
    • Bd. 2A/2B: Andy Warhol. Paintings and Sculptures 1964–1969, New York 2004.
    • Bd. 3: Andy Warhol. Paintings and Sculptures 1970–1974, New York 2010.
    • Bd. 4: Andy Warhol. Paintings and Sculptures late 1974–1976, New York 2014.

 

Lebenslauf von Andy Warhol (1928–1987)

  • 6.8.1928

    Am 6. August 1928 wurde Andy Warhol als Sohn von Ondrej Varhola (1888–1942) und Julia Justyna (geb. Zavacka; 1892–1972) in der 73 Orr Street in Pittsburgh, Pennsylvania, geboren und auf den Namen Andrew Warhola ruthenisch griechisch-katholisch getauft. Die Familie hatte russinische Wurzeln und stammte aus aus dem Dorf Miková bei Medzilaborce in den Karpaten, im Nordosten der heutigen Slowakei (damals: Königreich Ungarn). in ärmlichen Verhältnissen lebt.
  • 1936

    Andy Warhol erkankte an Veitstanz und einer seltenen Pigmentstörung, so dass man ihn lange für einen Albino hielt. Aufgrund langer Bettlägrigkeit entwickelte Warhol eine Vorliebe für Comics und Kinofilme. Außerdem geht die enge Bildung an seine Mutter auf diese Erfahrung zurück.
  • 1942

    Tod des Vaters. Die finanzielle Situation der Familie spitzt sich noch mehr zu. Andy Warhol lernte Schaufensterdekoration.
  • 1945–1949

    Andy Warhol studierte Gebrauchsgrafik am Carnegie Institute of Technology (heute: Carnegie Mellon University) in Pittsburgh, genauer Pictorial Design, Kunstgeschichte, Soziologie und Psychologie.
  • 1949

    Gemeinsam mit seinem Studienkollegen Philip Pearlstein Umzug nach New York, um dort als Werbegrafiker tätig zu werden. Ab diesem Zeitpunkt nannte er sich Andy Warhol. Viele seiner frühen Entwürfe beschäftigen sich mit Schuhen, da er in einer Schuhfabrik arbeitete.
  • 1950

    Warhol lebte von Gelegenheitsarbeiten als Werbegrafiker und Schaufensterdekorateur oder verkaufte Obst und Gemüse auf der Straße.
  • Februar 1950

    Die Zeitschrift „Mademoiselle“ veröffentlichte Zeichnungen, die mit „Andy Warhol“ signiert waren.
  • 1952

    Erste Einzelausstellung in der New Yorker Hugo Gallery, wo er seine Illustrationen für die Bücher Truman Capotes präsentierte: „Andy Warhol: Fifteen Drawings Based on the Writings of Truman Capote“. Den Leiter der Galerie, Alexander Iolas, hatte er bereits 1945 kennengelernt.
  • 1955–1957

    Andy Warhol arbeitete als der Designer für die Schuhmanufaktur I. Miller. Er zeichnete jede Woche neue Werbung für die New York Times.
  • 1955

    „À la recherche du shoe perdu“ basiert auf den frühen Schuh-Zeichnungen. Warhol lud seine Freunde zu „Coloring Parties“ ein, währenddessen die Blätter koloriert wurden. Seine Mutter oder Freunde, die ihre Handschrift imitierten, beschrifteten sie.
  • 1956

    Andy Warhol begab sich auf eine ausgedehnte Weltreise (Europa und Asien), während dieser er zu sammeln begann. Erste Teilnahme an einer Ausstellung im Museum of Modern Art – allerdings als Grafiker und noch nicht als Maler bzw. freischaffender Künstler.
  • 1957

    Andy Warhol erhielt die Medaille des Art Directors Club für seine Schuhzeichnungen In jener Zeit erntete Warhol darüber hinaus für seine aufsehenerregenden Schaufensterdekorationen Anerkennung. Aus diesen Jahren stammt auch eine kleine, außerordentlich reizvolle Arbeit, ein Stillleben, das er als Collage aus Papier und Blattgold ausgeführt hat. Still Life zeugt von Warhols beeindruckenden handwerklichen und technischen Fähigkeiten. Erste Illustrationen für das Magazin „Life“.
  • 1959

    Gemeinsam mit der Designerin Suzie Frankfurt gestaltete Warhol das Kochbuch „Wild Raspberries“. Ende der 1950er Jahre zählte Andy Warhol zu den bestbezahlten Werbegrafikern in New York. Umzug in die 1342 Lexington Avenue.
  • 1960

    Andy Warhol begann an Gemälden zu arbeiten, die massenproduzierte Bilder und gewöhnliche Konsumgüter wie Campbell’s Suppendosen und die Coca-Cola-Flasche zum Inhalt haben. Er zeigte sie im Schaufenster des Kaufhauses Bonwitt Teller, New York (April).
  • 1961

    Andy Warhol schuf seine ersten künstlerischen Arbeiten, mit denen auch der Catalogue raisonné beginnt. Diese erste Serie von Werken beruhte auf Werbeillustrationen aus Zeitschriften. Im September lernte er Roy Lichtenstein kennen.
  • Dezember 1961–März 1962

    Warhol begann sich intensiv mit der frühen Werkgruppe der „Cans“ (Suppendosen) auseinanderzusetzen. Anfangs malte er aber immer nur einzelne Dosen, zunehmend entdeckte er den optischen Reiz der Reihung und Kombination. „Group of Five Campbell’s Soup Cans“ (1961, Heidi Horten Collection)
  • Sommer 1962

    Erste Einzelausstellung als Künstler: Warhol stellte seine „Campbell’s Soup Cans“ auf Einladung von Irving Blum, damals Partner von Walter Hopps, in der Ferus Gallery in Los Angeles aus (9.7.–4.8.1962). Er fertigte 32 fast identische Bilder, weil es die Suppenkonserve in 32 verschiedenen Geschmacksrichtungen gab. Einzig der Inhalt variiert, was jedoch die äußere Erscheinung des Massenprodukts nicht verrät. Die 32 „Campbell’s Soup Cans“ waren in der Galerie in einer Reihe und nicht im Raster gehängt bzw. auf einem Regal wie im Supermarkt aufgestellt. Welche Reihenfolge Wahrol bevorzugte, ist nicht überliefert. Weiters präsentierte Warhol noch Zeichnungen und Illustrationen aus den 1950er Jahren. Fünf Käufer, darunter Dennis Hopper, wollten einzelne Bilder aus der Serie erwerben und dafür je 100 Dollar zahlen. Irving Blum entschied sich dafür, die gesamte Serie zusammenzuhalten und zahlte dem Künstler 1.000 Dollar in monatlichen Raten von 100 Dollar dafür. 1996 verkaufte er sie für 15 Millionen Dollar an das Museum of Modern Art.
  • 1962

    Andy Warhol richtete in einer Feuerwache in der East 87th Street sein Atelier, die sogenannte „Factory“, ein. Mitarbeiter und Freunde arbeiteten an der „Produktion“ von Kunst mit.
  • Herbst 1962

    Andy Warhol machte zunehmend Ikonen seiner Zeit zum Gegenstand seiner Porträts: Er schuf eine umfangreiche Serie zu Marilyn Monroe („Marilyn Diptych“, MoMA – nach einem Standbild aus dem Film „Niagara“), Elizabeth Taylor („Liz as Cleopatra“, 1962 – nach einer Aufnahme der Schauspielerin aus dem Magazin „Life“ vom 13. April 1962), Elvis Presley, James Dean. Für die Umsetzung nutzte Andy Warhol erstmals Fotosiebdrucke.
  • 31.10.-31.12.1962 „The New Realists“

    Teilnahme an der Ausstellung „The New Realists“ in der Sidney Janis Gallery in New York: Bei dieser ersten großen Ausstellung der Pop Art waren Werke von Roy Lichtenstein, Andy Warhol, Claes Oldenburg, James Rosenquist, George Segal neben Kunstwerken europäischer Künstler zu sehen. Warhol war mit „200 Campbell's Soup Cans“ vertreten (31.10.-31.12.).
  • Frühjahr 1963

    Die Sammlerin Ethel Scull ließ sich von Andy Warhol im Stil der Marilyn-Porträts porträtierten. Der Künstler begleitete Ethel Scull zu einem Fotoautomaten am Times Square und ließ sie etwa 300 Aufnahmen von sich selbst machen. Dabei erzählte er ihr Witze. Das Werk „Ethel Scull Thirty-Six Times“ (Siebdruck und Acryl auf Leinwand, Whitney Museum of american Art/Metropolitan Museum of Art) ist Warhols erste Auftragsarbeit als Künstler und das erste Auftragsporträt, dem etwa 1.000 weitere vor allem während der 1970er Jahre folgten.
  • Juli 1963

    Warhol drehte seinen ersten Film: „Sleep“ auf 16mm-Film (311 Minuten, Premiere am 17. Januar 1964 durch die Film-maker’s Cooperative im Gramercy Arts Theater in Manhattan): Der S/W-Stummfilm zeigt den Beat-Poeten John Giorno, wie er 5 Stunden und 21 Minuten lang schläft. Während des Schneidens beschäftigte er sich mit John Cage und La Monte Young.
  • Oktober 1963

    Andy Warhol fuhr mit dem Auto von New York nach Los Angeles, um die USA kennenzulernen und an der Westküste erstmals seine „Elvis“-Serie in einer Galerie zu präsentieren.
  • 22.11.1963

    Attentat auf den US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. Andy Warhol arbeitete an diesem Tag zu Hause und wurde über den Fernseher zum Zeugen des Anschlags. In der Folge beschäftigte sich Andy Warhol intensiv mit Jackie Kennedy – und ihren Medienbildern, die er sammelte.
  • Anfang 1964–Februar 1968

    Die „Silver Factory“ übersiedelte an die Adresse 231 East 47th Street zwischen der 2nd und 3rd Avenue im Stadtteil Manhattan. Hier befand sie sich zwischen der Great Central Terminal und dem Sitz der Vereinten Nationen. Die Gestaltung der „Silver Factory“ ging auf eine Idee des Mitarbeiters und Fotografen Billy Linich zurück: Das Loft wurde mit Alufolie ausgekleidet und mit silberner Farbe besprüht. Die großen Fenster zur Straßenseite waren mit Silberfolie bedeckt, so dass Tag und Nacht bei künstlicher Beleuchtung nicht mehr voneinander zu unterscheiden waren.
  • 1964

    In acht Sujets reflektierte er das Attentat und das Begräbnis mit Blick auf Jackie Kennedy, der ermordete Präsident ist nie zu sehen: „Smiling Gold Jackie“ (1964), „Blue Jackie“ vom Begräbnis (1964)
  • Sommer 1964

    Andy Warhol kündigte die Zusammenarbeit mit der Stable Gallery auf, um Ende September bei Leo Castelli auszustellen. Er stieß in einer Ausgabe der Zeitschrift „Modern Photography“ (Juni 1964) auf die Aufnahme der Blumen, die ihn zur Serie „Flowers“ anregte. Für die Schau bei Leo Castelli stellte er sie in drei unterschiedlichen Größen her (82, 48 und 24 Inches / 208.28, 121.92 und 60.96 Zentimetern).
  • 1965

    „Andy Warhol: Flowers“ bei Ileana Sonnabend, Paris.
  • 1966

    Andy Warhol arbeitete an Nachtclub-Shows mit der Rockband „Velvet Underground“. Warhol drehte den Experimentalfilm „Chelsea Girls“.
  • 1966/1967

    Warhol organisierte und konzipierte die Multimedia-Events „Exploding Plastic Inevitable“.
  • 1967

    Teilnahme an der Expo ‚67 in Montreal. „Thirteen Most Wanted Men“ Februar 1968 Die „Silver Factory“ übersiedelte nach 33 Union Square West.
  • Juli 1968

    Attentat auf Andy Warhol: Die Frauenrechtlerin und Wahrol-Schauspielerin Valerie Solana schoss ihn in der Factory an und verletzte ihn dabei lebensgefährlich, weil er sich geweigert hatte, ein Drehbuch zu ihrem Manifest der „Society for Cutting Up Men (SCUM)“ zu verfilmen. Damit fand die Ära der Factory ein frühzeitiges Ende.
  • 1970

    Erste große Retrospektive im Pasadena Art Museum, die in der Folge in den USA und Europa zu sehen war.
  • 1971

    Andy Warhol veröffentlichte seine Autobiografie „The Philosophy of Andy Warhol“
  • 1972

    Warhol schuf die Porträt-Serie zu „Mao Tse Tung“ und stellte sie als „Andy Warhol: Mao“ im Musée Galliera, Paris, erstmals aus.
  • 1976 Der Württembergische Kunstverein in Stuttgart präsentierte „Andy Warhol. Das zeichnerische Werk“. „Self Portrait“
  • 1977

    Ausstellungen in der Galerie Templon, Paris, und dem Museum Folkwang in Essen.
  • 1978

    Retrospektive zu Andy Warhol im Kunsthaus Zürich.
  • 1979

    Ausstellungen in der Heiner Friedrich Gallery, New York, und im Wadsworth Atheneum, Hartford. „Warhol: Portraits of the 70s“ wurde im Whitney Museum of American Art, New York, gezeigt.
  • 1980

    „Andy Warhol: Exposures” im Stedelijk Museum, Amsterdam.
  • 1981

    „Warhol ’80: Reversal Serie” im Museum Moderner Kunst Wien (heute: mumok)
  • 1982

    „Warhol: Portrait Screenprints 1965–80“ im Dover Museum
  • 1983

    „Andy Warhol in the 1980s“ im Aldrich Museum, Ridgefield
  • 1984–1985

    Andy Warhol arbeitete gemeinsam mit Jean-Michel Basquiat an gemeinschaftlich gemalten Bildern (an den ersten 15 Werken arbeitete zudem noch Francesco Clemente mit). Insgesamt entstanden über 120 Werke. „Collaborations: Basquiat, Clemente, Warhol“ in der Galerie Bruno Bischofberger in Zürich (1984)
  • 1985

    „Andy Warhol: Paintings 1962–1985“ in der Galerie Paul Maenz in Köln
  • 1986

    „Statue of Liberty“: Über die Statue of Liberty ist ein Camouflagemuster gelegt, links unten im Eck das Logo einer Keksfirma platziert.
  • 1987

    „Cars“ im Auftrag des Kunsthändlers Hans Mayer anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Erfindung des Automobils. Anfang Januar waren die ersten acht Bilder abgeschlossen, zwei zusätzliche Großformate stellte Warhol zwei Wochen vor seinem Tod fertig. Wenige Monate vor seinem Tod vollendete er auch die Lenin-Serie, die zum ersten Mal zwei Tage nach seinem Ableben in einer Münchner Galerie ausgestellt wurden.
  • 22.2.1987

    Am 22. Februar 1987 starb Andy Warhol nach einer Gallenblasenoperation im Alter von 58 Jahren in Manhattan, New York.
  • 1994

    Gründung des Andy Warhol Museum in Pittsburgh, das mehr als 12.000 Werke des Künstler verwahrt.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.