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Düsseldorf | K20 + K21: Ausstellungen 2020 Welche Ausstellungen werden 2020 in den Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalen gezeigt?

Düsseldorf K20-K21, Ausstellungen 2020

Düsseldorf K20-K21, Ausstellungen 2020

Das K20 in Düsseldorf zeigt mit „Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945“ einen Blockbuster im ersten Halbjahr (ab 15.2.), dem im Sommer im K21 Personalen von Thomas Ruff und Simon Denny sowie im Herbst eine Retrospektive von Hito Steyerl folgen werden. Pablo Picasso wurde während der deutschen Besetzung von Frankreich zwar nicht persönlich verfolgt, musste jedoch die Diffamierung seines Werks miterleben. Bereits vor Ausbruch des 2. Weltkriegs war er mit „Guernica“ (1937) zu einem Aufruf gegen den Krieg aufgefallen. Als bekennender Kommunist blieben ihm nur wenige Motive, darunter Stillleben, in denen er sich mit dem zeitgenössischen Geschehen in symbolischer Form auseinandersetzen konnte.

Mit der minimalistischen Bildhauerin Charlotte Posenenske (1930–1985) begibt sich das K20 auf die Spurensuche einer der bedeutendsten Künstlerinnen der 1960er Jahre in Deutschland, deren Einfluss auf die folgende Generation noch immer zu wenig öffentlich ist.

Die in Europa kaum bekannte Malerin Amrita Sher-Gil (1913–1941) gilt heute als eine Begründerin der modernen Malerei in Indien, verband sie doch die westliche Tradition mit der indischen Kultur. Die 1913 in Budapest geborene Künstlerin studierte bis 1933 an der Ecole des-Beaux-Arts in Paris und errang mit ihren frühen Werken bereits beachtliche Erfolge. In den folgenden acht Jahren reiste sie zwischen Paris und Indien, wo sie das Leben der armen indischen Bevölkerung in Bildern thematisierte. Im Alter von nur 28 Jahren starb Amrita Sher-Gil wohl an den Folgen einer Abtreibung. Ihr Nachlass bildet den Grundstock für die National Gallery of Modern Art in Neu-Delhi.

Ab 10. Oktober öffnet das K20 die Grabbe Halle, um mit dem OPEN SPACE Besucher und Besucherinnen einen offenen, freien Raum zur Verfügung zu stellen. Dort lässt es sich gut treffen, kreativ arbeiten, spielen, lesen oder an Diskussionsveranstaltungen
teils kostenlos teilnehmen.

Das K21 widmet den bedeutenden Künstlerinnen Eleanor Antin, Lee Lozano, Adrian Piper, Mierle Laderman Ukeles eine Gruppenausstellung unter dem Titel „I’M NOT A NICE GIRL!“ (ab 18.1.). Ihnen folgen der Fotograf Thomas Ruff (ab 9.5.), Simon Denny (ab Juni) und die Medienkünstlerin Hito Steyerl (ab 26.9.). Im Frühjahr zeigen die Absolvent_innen der Kunstakademie Düsseldorf 2019 noch, in welche Richtung sie Kunst weitertreiben wollen (ab 8.2.).

Aufgrund der Corona-Krise werden viele Ausstellungen in den Herbst 2020 bzw. ins Jahr 2021 verschoben!

Düsseldorf | K20 + K21: Ausstellungen 2021

K20: Ausstellungen 2020

Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945 (15.2.–14.6.2020)

Düsseldorf | K20: Picasso 1939–1945

Die Ausstellung im K20 zeigt einen Einblick in das Schaffen des Künstlers während des Zweiten Weltkriegs. Mit Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Zeitdokumenten aus den Jahren 1939 bis 1945 wird von dem Menschen Picasso und den Widersprüchen des Alltags in diesen Zeiten erzählt. Unmittelbar vor Kriegsbeginn am 3. September 1939 war Picasso zunächst von Paris aus nach Südfrankreich geflohen, kehrte im August 1940 aber in die von den Deutschen besetzte Hauptstadt zurück. Nach der Befreiung von Paris durch die Alliierten im August 1944 wurde er als Überlebender gefeiert.

Charlotte Posenenske. Work in Progress (3.4.–2.8.2020)

Mit dieser Überblicksausstellung im K20 würdigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen das Werk einer ebenso bemerkenswerten wie radikal konsequenten Künstlerin der deutschen Nachkriegszeit. In den 1960er Jahren, zeitgleich zur amerikanischen Minimal Art und der aufkommenden Konzeptkunst, entwickelte Charlotte Posenenske (1930–1985) innerhalb von nur zwölf Jahren ein beeindruckendes Konvolut von minimalistischen Arbeiten, die ihr innovatives Verständnis von Kunst aufzeigen.

Thomas Ruff (12.9.2020–7.2.2021)

Die umfangreiche Ausstellung von Thomas Ruff (*1958, lebt in Düsseldorf) im Untergeschoss des K21 konzentriert sich auf Fotoserien aus den vergangenen 20 Jahren, bei denen der zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Fotografie zählende Künstler kaum noch selbst eine Kamera zur Hand nahm. Für seine oft großformatigen Bilder verwendete er stattdessen gefundene Fotografien unterschiedlichster Herkunft. Die Ausstellung bietet daher nicht nur einen Überblick über Ruffs Schaffen der vergangenen Jahrzehnte, sondern auch über fast 170 Jahre Fotogeschichte.

Ursprünglich war die Ausstellung für den Sommer 2020 im K21 geplant (9.5.–16.8.2020).

K21: Ausstellungen 2020

I’M NOT A NICE GIRL! Eleanor Antin, Lee Lozano, Adrian Piper, Mierle Laderman Ukeles (18.1.2020–17.5.2020, verlängert bis 28.6.2020)

Die Ausstellung im K21 zeigt Arbeiten von vier US-amerikanischen Konzeptkünstlerinnen der ersten Generation: Eleanor Antin (* 1935), Lee Lozano (1930–1999), Adrian Piper (* 1948) und Mierle Laderman Ukeles (* 1939). Sie beschäftigen sich in ihrem Werk bis heute mit relevanten sozialpolitischen und feministischen Themen wie Institutionskritik, Rassismus, Identitäts- und Genderpolitiken, aber ebenso ökologisch aktivistischen Anliegen.

In order of aapearance. Absolvent_innen der Kunstakademie Düsseldorf 2019 (8.2.–8.3.2020)

Im Februar 2020 geht die Kooperation zwischen der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und der Kunstakademie Düsseldorf in die zweite Runde: Im Untergeschoss des K21 werden die Werke von rund 80 Absolventinnen und Absolventen der renommierten Kunsthochschule zu sehen sein. Alle teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler haben 2019 ihr Studium abgeschlossen und präsentieren nun, etwa ein Jahr danach, neue Kunstwerke im musealen Raum. Zu sehen sind Arbeiten aus dem gesamten Spektrum künstlerischer Ausdrucksformen: Gemälde, Skulpturen, Installationen, Fotografien, Grafiken, Videos und Performances.

Simon Denny (Juni–Oktober 2020)

In seinen vielschichtigen, forschungsbasierten Arbeiten untersucht Simon Denny (* 1982 in Auckland, Neuseeland) wie tiefgreifend sich die Erfahrung und Wahrnehmung von Kultur durch die Rekonfiguration von Technologie und Politik verändert. In der Bel Etage des K21 präsentiert der Künstler eine Gruppe von neuen, in Europa bislang nicht gezeigten Werken. Seine Skulpturen, Wandarbeiten und immersiven Installationen entlarven die politischen und sozialen Konsequenzen des Aufkommens der Datenökonomie, die Transformation und Rekonfiguration von „Arbeit“ und die Wechselwirkung der Menschheit mit nichtmenschlichen Lebensformen und dem Planeten, häufig in Form von „Ressourcen“.

Hito Steyerl (26.9.2020–10.1.2021)

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt die erste Überblicksschau der Künstlerin, Filmemacherin und Autorin Hito Steyerl (* 1966, lebt in Berlin). Steyerl gilt zurzeit als eine der avanciertesten Positionen, was die aktuelle Reflexion der gesellschaftlichen Rolle von Kunst und Museum, die Entwicklung künstlicher Intelligenz sowie das Experimentieren mit medialen Präsentationsformen betrifft. Die Ausstellung setzt mit frühen Arbeiten ein, die exemplarisch für den „documentary turn“ stehen, eine andere Auffassung des Dokumentarischen, dessen Begriffswandel Steyerl maßgeblich mitgedacht, formuliert und praktiziert hat.

Tomás Saraceno – in orbit fortlaufend

Über der Piazza des K21 in mehr als 25 Meter Höhe schwebt die riesige Rauminstallation „in orbit“ des Künstlers Tomás Saraceno. Das begehbare Kunstwerk ist eine Konstruktion aus nahezu transparenten Stahlnetzen, die in drei Ebenen unter der gewaltigen Glaskuppel aufgespannt sind. Innerhalb der 2.500 Quadratmeter umfassenden Netzstruktur sind fünf luftgefüllte ‚Sphären‘ platziert. Die Installation wirkt wie eine surreale Landschaft, ein Wolkenmeer oder wie der Weltraum mit seinen schwerelosen Planeten.

Ausstellungen 2021

OPEN SPACE. Nichts als Zukunft (Frühjahr 2021, K20, Grabbe Halle)

Mit dem OPEN SPACE hat die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen 2018 für drei Monate eine ihrer großen Ausstellungshallen, die Grabbe Halle, zu einem „überdachten öffentlichen Raum“ umfunktioniert. Gemeinsam mit dem interdisziplinär arbeitenden Architektenkollektiv raumlaborberlin wurde mit dem OPEN SPACE ein Ort geschaffen, wo sich die Besucher und Besucherinnen treffen, kreativ arbeiten, spielen, lesen oder an Diskussionsveranstaltungen teils kostenlos teilnehmen konnten.

Die Ausstellung (10.10.2020–7.2.2021) musste aufgrund der Corona-Krise um ein halbes Jahr verschoben werden.

This is me. Die indisch-ungarische Modernistin Amrita Sher-Gil (Herbst 2021)

Die Bilder des frühen 20. Jahrhunderts im K20 stammen ausnahmslos von europäischen Malern. Erst in jüngster Zeit richtet sich der Blick auf künstlerische Bewegungen außerhalb Europas und auf die lange übersehenen Beiträge der Frauen.

Die Ausstellung (12.9.2020–7.2.2021) musste aufgrund der Corona-Krise um ein Jahr verschoben werden.