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Georg Baselitz Biografie Leben und Werk des deutschen Malers und Bildhauers

Handshake zwischen Georg Baselitz und Karlheinz Essl bei der Pressekonferenz 2013 im Essl Museum, Foto: Alexandra Matzner.

Handshake zwischen Georg Baselitz und Karlheinz Essl bei der Pressekonferenz 2013 im Essl Museum, Foto: Alexandra Matzner.

Der Maler, Bildhauer und Grafiker Georg Baselitz (* 1938) wurde in Deutschbaselitz einem Ortsteil von Kamentz in Sachsen geboren und 1957 aufgrund „gesellschaftspolitischer Unreife“ von der Hochschule für bildende Künste in Berlin-Weißensee (Ost-Berlin) verwiesen. Er studierte in der Folge in West-Berlin, wohin er 1958 auch übersiedelte. Wie seine Zeitgenossen Sigmar Polke und Gerhard Richter wandte sich Georg Baselitz einer figurativen Bildsprache zu, als Abstraktion (Informel) bzw. Fotografie, Happening die westeuropäische und amerikanische Avantgarde prägten. Bis heute beteuert Baselitz, dass er immer als ein Maler auftreten wollte, bei dem man sieht, „von wo er kommt“. Zu ergänzen wäre, dass er sich nie einer Doktrin schloss und die selbst gewählte Isolation bis heute als essentiell hält. Die neoexpressionistische Stilwahl in Ergänzung zur Figuration lassen ihn als Verehrer von Francis BaconLucian Freud und Frank Auerbach erkennen.

„Ich bin in eine zerstörte Ordnung hineingeboren worden, in eine zerstörte Landschaft, in ein zerstörtes Volk, in eine zerstörte Gesellschaft“ (Baselitz 1995)

 

Anfang der 1960er Jahre provozierte Georg Baselitz mit Darstellungen von Phalloi einen Kunstskandal und einen Gerichtsprozess, bei dem er schlussendlich freigesprochen wurde. Besondere Berühmtheit haben seine „Helden“ (1965/66) errungen, die er während des Aufenthalts in Florenz schuf. Mitte der 60er Jahre entdeckte er auch die manieristische Druckgrafik, allen voran den Farbholzschnitt, den er seither sammelt und als Inspirationsquelle für seine eigene Druckgrafik nutzte. Seine große Begeisterung für Maler wie Jacopo da Pontormo, Agnolo Bronzino oder Rosso Fiorentino formuliert Baselitz erstmals 1962 in seinem Pandämonischen Manifest: „In mir ist eine Sackgasse, der Wunsch nach griechischen Säulen, die Sucht nach Exzess, die manieristische Sucht nach Exzess, ein Gewirr von Ranken und Kunstgriffen, Kälte und Hingabe - es ist immer erzwungene Liebe.“ So wandte sich der deutsche Maler nicht dem vielerorts eingesetzten Siebdruck oder dem Linolschnitt zu, sondern er erlernte den Holzschnitt und die Radierung.

Seit 1969 malte Georg Baselitz seine Motive auf dem Kopf stehend, was besondere Kontrolle und Aufmerksamkeit von ihm verlangte. Das Konzentrieren auf die Malerei und Ausschalten des banalen Motivs verhalfen ihm zum Durchbruch und machen seine Werke bis heute unverkennbar. Dem „Wald auf dem Kopf“ folgten großformatige Akte in Fingermalerei. Seit Ende der 1980er Jahre malt Baselitz auf dem Boden, was er als mit dem Schauen „in die Hölle“ vergleicht.

Anfang der 1980er Jahre wandte er sich auch der Skulptur zu, die Baselitz mit der Motorsäge aus Holzblöcken schneidet und bemalt. Auf der Biennale von Venedig präsentierte er „Modell für eine Skulptur“. In ihm – wie auch seinen Gemälden der 80er Jahre – beschäftigte er sich mit dem Erbe des deutschen Expressionismus, den Holzskulpturen von Ernst Ludwig Kirchner. Verglichen mit den großformatigen Akten des vorangegangenen Jahrzehnts fällt die wilde, gestische Malerei auf, die ihn als „Vater“ der Jungen Wilden erscheinen ließ.

Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 und der Öffnung des Ostens wurde Georg Baselitz‘ Kunst leichter, seine Aquarelle duftiger. Ende der 2000er Jahre schuf er mit der „Remix“-Serie eine neue, sich selbst aufarbeitende Motivwahl. Damit warf er einen Blick zurück auf die eigene Biografie, das eigene Werk. Die aktuellen Bilder der 2010er Jahre zeigen sich auflösende, geheimnisvoll schimmernde Körper vor dunkelblauem Grund. In ihnen beschäftigt sich Baselitz - einmal mehr - mit der eigenen Körperlichkeit und dem Verhältnis zu seiner Frau. Reminiszenzen an Marcel Duchamp, Pablo Picasso und Otto Dix sind geschickt eingebaut und verorten den Maler in der Tradition der europäischen, figurativen Malerei, wie er im Gespräch im Musée Unterlinen in Comar freimütig gesteht (→ Corpus Baselitz in Colmar).

Georg Baselitz lebt und arbeitet in Basel, in Salzburg, am Ammersee und in Imperia.1

 

Ehefrau

  • Johanna Elke (geb. Kretzschmar)

 

Kinder

  • Daniel Blau (* 1966)
  • Anton Kern (* 1967)

 

Weitere Beiträge zur Georg Baselitz

 

Biografie von Georg Baselitz (* 1938)

  • 1938

    Am 23. Januar 1938 wurde Georg Baselitz in Deutschbaselitz, einem Ortsteil von Kamenz in Sachsen, als Sohn eines Lehrers geboren. Er wurde auf den Namen Hans-Georg Bruno Kern getauft. Kindheit und Schule verbrachte Georg Kern in der Oberlausitz.
  • 1950

    Übersiedelung der Familie nach Kamenz.
  • 1956

    Studium der Malerei an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee (Ost-Berlin) bei den Professoren Herbert Behrens-Hangeler und Walter Womacka, einem Hauptvertreter des Sozialistischen Realismus.
  • 1957

    Baselitz weigerte sich, in den Semesterferien in ein Kombinat zum Arbeitsdienst zu gehen. Stattdessen malte er nach Picasso. Am Ende der Semesterferien flog das auf, worauf Baselitz verpflichtet worden ist, für ein Jahr in einem Kombinat, der sogenannten Braunen Pumpe im Braunkohletagebau, sich gesellschaftlich bewährt. Daraufhin erhielt er keine Essensmarken mehr. Nach nur zwei Semestern wurde Baselitz wegen „gesellschaftspolitischer Unreife“ von der Hochschule verwiesen. Fortsetzung des Studiums an der Hochschule für Bildende Künste in West-Berlin bei den informellen Professoren Hann Trier in West-Berlin (bis 1963).
  • 1958

    Umzug nach West-Berlin. Besuch der Ausstellung „Die neue amerikanische Malerei“ und der Retrospektive zum Werk Jackson Pollocks (September). Auseinandersetzung mit den Theorien von Wassily Kandinsky, Ernst Wilhelm Nay und Kasimir Malewitsch, Antonin Artaud, Jean Dubuffet und der Kunst von „Geisteskranken“ wie der Sammlung Prinzhorn sowie dessen Publikation „Bildnerei der Geisteskranken“ (1922). Georg Baselitz war weder mit dem „Sozialistischen Realismus“ noch mit dem Tachismus (Informel) einverstanden und bildete sich in völliger Isolation weiter.
  • 1960

    Mit den sogenannten „Rayski-Porträts“ entstanden erste gültige Werke. Aufenthalt in Paris, wo er die Malerei von Gaston Chaissac und Jean Fautrier kennenlernte. Reise nach Amsterdam.
  • 1961

    Hans-Georg Kern nahm den Künstlernamen Georg Baselitz an, angelehnt an seinen Geburtsort. Gemeinsam mit seinem Kollegen Eugen Schönebeck gestaltete er eine Ausstellung in Berlin und veröffentlichte (später so genannte) „Erstes Pandämonisches Manifest. Reise nach Paris (Juli).
  • 1962

    Veröffentlichung des eigentlichen „Pandämonium (2. Pandämonisches Manifest)“. Heirat mit Johanna Elke, geborene Kretzschmar. Geburt des Sohnes Daniel.
  • 1963

    Baselitz‘ figurative Bilder „Die große Nacht im Eimer“ (1962/63) und „Der nackte Mann“ (1962) waren auf seiner ersten Einzelausstellung in der Berliner Galerie Werner & Katz Gegenstand eines gezielt inszenierten Skandals, der erst nachträglich zur Beschlagnahmung der Werke durch die Staatsanwaltschaft führte (siehe: Berliner Nacht-Depesche, 4.10. „Galerie musste Bilder entfernen. Der Staatsanwalt kam persönlich“). Ein mit dem Galeristen befreundeter Kunstkritiker soll diese initiiert haben.
  • 1964

    Nach einem ersten Schuldspruch wurde er in der Revision freigesprochen. Der Prozess endete erst 1965 mit der Rückgabe der Bilder. Erste Radierungen entstanden in der Druckerei auf Schloss Wolfsburg in Niedersachsen. Auf der „Großen Berliner Kunstausstellung des Deutschen Künstlerbundes“ war Georg Baselitz unter anderem mit dem Gemälde „Das Kreuz“ vertreten. Hiermit konnte er einige Jurymitglieder für das Stipendium in der Villa Romana in Florenz für sich gewinnen.
  • 1965

    Im Frühjahr war Georg Baselitz Stipendiat der Villa Romana in Florenz und blieb für ein Jahr unbelastet gegen die Vorwürfe und erstmalig ohne finanzielle Sorgen. Dort malte die „Helden“-Serie (bis Mitte 1966) und „Neue Typen“. Ausstellung in der Galerie Friedrich & Dahlem in München.
  • 1966

    Baselitz publizierte in Berlin „Warum das Bild „Die großen Freunde“ ein gutes Bild ist!“ (Manifest und Plakat). Seine „Helden“ werden in der Galerie Springer in Berlin gezeigt, zu dieser Zeit der bedeutendste Ort der Berliner Kunstszene. Umzug nach Osthofen bei Worms.
  • 1967

    Geburt des zweiten Sohnes, Anton Kern.
  • 1968

    Ars-viva-Preis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft & Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie.
  • 1969

    Baselitz malte mit „Der Wald auf dem Kopf“ sein erstes Bild in konsequenter Motivumkehr. Damit führte er den eingeschlagenen Weg weiter, „die erzählerischen Suggestionen der Motive einzudämmen, ohne gänzlich auf sie zu verzichten“ (Walter Grasskamp). Zugleich werden Baselitz’ Arbeiten intimer und geben erstmals Einblick in die private Welt des Künstlers.
  • 1970

    Baselitz stellte in der Kölner Galerie Franz Dahlem erstmals ausschließlich „kopfstehende“ Bilder aus; parallel zum Kölner Kunstmarkt. Seine erste Museumsausstellung fand im Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel. Dieter Koepplin, Leiter des Kupferstichkabinetts, zeigt im Kunstmuseum Basel über 120 Zeichnungen von Baselitz und initiiert erste Erwerbungen für die Sammlung.
  • 1971

    Umzug nach Forst an der Weinstraße (Pfalz).
  • 1972

    Teilnahme an der „documenta 5“ in Kassel. Atelier in Musbach, Baden-Württemberg. Die Staatliche Graphische Sammlung in München zeigt Zeichnungen und Druckgraphik.
  • 1975

    Georg Baselitz kaufte das denkmalgeschützte Schloss Derneburg bei Hildesheim. Erste Reise nach New York und Teilnahme an der XIII. Biennale von São Paulo.
  • 1976

    Georg Baselitz wurde erstmals in Retrospektiven in der Kunsthalle Bern, der Staatsgalerie moderner Kunst in München und der Kunsthalle Köln vorgestellt. Bis 1981 unterhielt er ein zusätzliches Atelier in Florenz.
  • 1977

    Baselitz wurde zum Professor an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe berufen (bis 1983). Georg Baselitz zog seine Bilder von der „documenta 6“ in Kassel wegen der Teilnahme „offizieller Repräsentanten der DDR-Malerei“ zurück. Er schuf erste großformatige Linolschnitte.
  • 1979

    Ausstellung „Bilder 1977–1978“ im Van Abbemuseum in Eindhoven. Georg Baselitz trug „Vier Wände und Oberlicht oder besser kein Bild an die Wand“ im Rahmen der Dortmunder Architekturtage zum Thema Museumsbauten vor.
  • 1980

    Georg Baselitz begann er auch Skulptur zu arbeiten: „Modell für eine Skulptur“. Vollendet den 18-teiligen Zyklus „Straßenbild“. Im deutschen Pavillon der Biennale von Venedig präsentierte Georg Baselitz parallel zu Anselm Kiefer seine erste aus Holz gehauene und farbig gefasste Bildhauerarbeit: „Modell für eine Skulptur“, 1979/80, mit der er einen ungeheuren kulpturpolitischen Skandal auslöste. Der ausgestreckte rechte Arm der Figur wurde als Hitlergruss gedeutet und Baselitz daraufhin bezichtigt, eine faschistoide Skulptur für den 938 von den Nationalsozialisten umgebauten deutschen Biennale-Pavillon geschaffen zu haben (1.6.– 28.9.1980).
  • 1981

    Teilnahme an den Ausstellungen „A New Spirit in Painting in der Royal Academy of Arts“ in London und „Westkunst“ in den Kölner Messehallen. Serie der „Orangenesser“- und „Trinker“-Bilder. Bis 1987 mietete Baselitz ein zusätzliches Atelier in Castiglion Fiorentino bei Arezzo. Erste Ausstellung in New York bei Xavier Fourcade.
  • 1982

    Teilnahme an der „documenta 7“ in Kassel und der Ausstellung „Zeitgeist“ im Martin-Gropius-Bau, Berlin. Intensivierte Arbeit an Skulpturen.
  • 1983

    Baselitz lehrte an der Hochschule der Künste in West-Berlin – bis 1988 und von 1992 bis 2003 (seit 2001 Universität der Künste Berlin). Er malte „Nachtessen in Dresden“ und „Der Brückechor“. Teilnahme an der Ausstellung „Expressions: New Art from Germany“, die vom Saint Louis Art Museum aus durch die USA wanderte. Retrospektive in der Whitechapel Art Gallery in London, die anschließend im Stedelijk Museum in Amsterdam und in der Kunsthalle Basel gezeigt wurde.
  • 1984–1992

    Mitglied der Akademie der Künste (Berlin).
  • 1984

    Retrospektive mit 285 Zeichnungen aus den Jahren 1958 bis 1983 im Kunstmuseum Basel, organisiert von Dieter Koepplin (Übernahme in Eindhoven, Bonn, Nürnberg, Hannover, Karlsruhe, Berlin 1984/1985) und zugleich in der Kunsthalle Basel, kuratiert von Jean-Christoph Ammann. Die Druckgraphik wurde in der Staatlichen Graphischen Sammlung in München und im Cabinet des Estampes in Genf gezeigt.
  • 1985

    Die Bibliothèque nationale in Paris zeigte die von der Staatlichen Graphischen Sammlung in München übernommene Grafik-Retrospektive, erweitert durch eine Werkübersicht der bis dahin entstandenen Skulpturen. Georg Baselitz verfasste das Manifest „Das Rüstzeug der Maler“.
  • 1986

    Erhielt den Goslaer Kaiserring und den Kunstpreis der Norddeutschen Landesbank, Hannover. Ausstellung in der Galerie Beyeler, Basel.
  • 1987

    Baselitz erhielt die französische Auszeichnung eines Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres. Zusätzliches Atelier in Imperia an der italienischen Riviera. Werkübersicht der Skulpturen und begleitenden Zeichnungen in der Kestner-Gesellschaft, Hannover.
  • 1988

    Vollendete die Komposition „Das Malerbild“.
  • 1989

    Teilnahme an der Ausstellung „Bilderstreit“ in Köln. Baselitz vollendete das 20-teilige Bild „’45“ und begann die monumentale Skulpturenfolge „Dresdner Frauen“. Anlässlich der Erwerbung des 12-teiligen Zeichnungsblocks „Kampfmotive II“ (1986) zeigte Dieter Koepplin im Erdgeschoss des Kunstmuseums Basel Zeichnungen und druckgraphische Werke, weitere Stationen in Berlin, Amsterdam und Wien.
  • 1990

    Das Kunsthaus Zürich und Harald Szeemann organisierten die bis dato umfangreichste Retrospektive der Gemälde von Georg Baselitz, die danach in der Kunsthalle Düsseldorf gezeigt wurde. Michael Werner verlegte das Künstlerbuch „Malelade“ mit Gedichten und 41 Radierungen von Baselitz.
  • 1991

    Georg Baselitz arbeite an der 39 Bilder umfassenden Serie „Bildübereins“ (bis 1995).
  • 1992

    Baselitz gestaltete das Etikette für den 89er-Bordeaux „Château Mouton Rothschild“. Erhielt die französische Auszeichnung eines Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres. Baselitz hielt den Vortrag „Purzelbäume sind auch Bewegung und noch dazu macht es Spaß“ am Münchner Podium in den Kammerspielen zum Thema Reden über Deutschland. Retrospektive in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München, der Scottish National Gallery of Modern Art in Edinburgh und dem Museum für Moderne Kunst Frankfurt a. M., Stiftung Ludwig in Wien; Ausstellung in der Galerie Beyeler, Basel.
  • 1993

    Baselitz entwarf für De Nederlandse Opera in Amsterdam das Bühnenbild für Harrison Birtwistle’s Oper „Punch and Judy“.
  • 1994

    Schrieb das Manifest „Malen aus dem Kopf, auf dem Kopf oder aus dem Topf“. Baselitz vollendete die mit Stoff überzogene Skulptur „Armalamor“, die 1996 in der Eingangshalle des Neubaus der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main aufgestellt wird.
  • 1995

    Die erste große Retrospektive Georg Baselitz in den USA wurde im Solomon R. Guggenheim Museum in New York gezeigt, danach im Los Angeles County Museum of Art, im Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington, D.C., und in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Begann mit einer Reihe von Familienporträts nach alten Fotos.
  • 1996

    Vollendete die Skulpturen „Sentimental Holland“ und „Mutter der Girlande“. Umfangreiche Retrospektive im Musée d’Art moderne de la Ville de Paris.
  • 1997

    Beginn der Ausstellungstournee „Portraits of Elke“ im Modern Art Museum of Fort Worth, danach im North Carolina Museum of Art, Raleigh, im Carnegie Museum of Art, Pittsburgh, und im Museo de Arte Contemporáneo de Monterrey, Mexiko. Die Deutsche Bank stellte ihre Baselitz-Sammlung in der Staatlichen Kunsthalle, Kleine Manege, in Moskau aus, danach in den Städtischen Kunstsammlungen Chemnitz und der Johannesburg Art Gallery. Baselitz schuf die Skulptur „Mondrians Schwester“.
  • 1998

    Das Museo Rufino Tamayo präsentierte die erste Übersicht des Werks in Mexiko-Citys. Baselitz vollendete für den Reichstag in Berlin die großformatigen Gemälde „Friedrichs Frau am Abgrund“ und „Friedrichs Melancholie“.
  • 1998–2005

    Baselitz malte mehr als 60 „Russenbilder“, in denen er die ihm aus der Jugendzeit in der DDR bekannten Bilder des sozialistischen Realismus verfremdete (ausgestellt 2007/2008 in den Hamburger Deichtorhallen).
  • 1999

    Ehrenmitglied der Royal Academy of Arts London und Rhenus-Kunstpreis Mönchengladbach. „Reise in die Niederlande 1972– 1999“ war der Titel einer Ausstellung im Stedelijk Museum, Amsterdam. „Gravures monumentales 1977–1999“ im Musée Rath, Genf.
  • 2000

    Ehrenprofessur an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau. „Im Walde von Blainville. Malerei 1996– 2000“, Ausstellung in der Sammlung Essl – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg bei Wien.
  • 2001

    Erster Preisträger des Julio González International Prize und Ausstellung „Escultura frente a pintura“ im IVAM, Centre Julio González in Valencia.
  • 2002

    Erhielt die französische Auszeichnung eines Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres. Georg Baselitz schuf die Serie monumentaler Linolschnitte „Belle Haleine“.
  • 2003

    Niedersächsischer Staatspreis. „Die monumentalen Aquarelle / Aquarelles monumentales“, Ausstellung in der Albertina in Wien, danach im Frac Picardie in Amiens. Vollendete sein Selbstporträt „Meine neue Mütze“ als überlebensgroße Skulptur. Baselitz erhielt den Preis für das beste Werk auf der Ersten Internationalen Kunstbiennale von Peking.
  • 2004

    Georg Baselitz vollendete die überlebensgroße Skulptur „Frau Ultramarin“, ein Porträt seiner Frau. Retrospektive in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Praemium Imperiale und Ehrenprofessur an der Accademia di Belle Arti Florenz. Arbeite an den Serien „Negativ“-Porträts, „Spaziergang ohne Stock“ und „Ekely“.
  • 2005

    Georg Baselitz erhielt das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. „Attori a rovescio“, Ausstellung mit Benjamin Katz in der Villa Faravelli in Imperia, Italien. Beginn der „Remix“-Serie.
  • 2006

    Baselitz verkaufte Schloss Derneburg an den US-amerikanischen Finanzinvestor und Kunstsammler Andrew J. Hall und zog nach Buch, einem Ortsteil von Inning am Ammersee in Oberbayern. Retrospektiven im Louisiana Museum of Modern Art bei Kopenhagen und in der Fondation de l’Hermitage in Lausanne. Die leicht veränderte Retrospektive aus Lausanne wurde im Folgejahr im Museo d’Arte Moderna, Lugano, gezeigt. „Remix“-Ausstellung in der Pinakothek der Moderne, München; wurde zu Beginn des darauffolgenden Jahres in der Albertina in Wien gezeigt. Ehrenbürger der Stadt Imperia.
  • 2007

    „Russenbilder“-Ausstellung im Musée d’Art moderne de Saint-Etienne, danach im National Museum of Modern and Contemporary Art, Seoul, und in den Deichtorhallen, Hamburg. Im venezianischen Pavillon der Biennale von Venedig stellte Baselitz im Dialog mit Emilio Vedova aus. Große und bislang bedeutendste Retrospektive in der Royal Academy of Arts in London.
  • 2008

    „23. Januar 1938“-Ausstellung und Feier zum 70. Geburtstag (zusammen mit dem am gleichen Tag geborenen Jonathan Meese) in der Berliner Galerie Contemporary Fine Arts. Retrospektive im MADRE, Museo d’Arte Contemporanea Donna Regina in Neapel. “Baselitz: Top“, Ausstellung in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall. Vollendete die Serie „Mrs. Lenin and the Nightingale“.
  • 2009

    Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und Cologne Fine Art Preis des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Editionen. Fertigte die monumentale Skulptur „Volk Ding Zero – Folk Thing Zero“. Ausstellungen in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Museum Frieder Burda, Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, Museum der Moderne, Salzburg und Rudolfinum, Prag.
  • 2010

    Ausstellungen im Helsinki Art Museum, Tennis Palace, in der Pinacoteca do Estado de São Paulo. Baselitz malte die Serie der „Elke“-Akte, gefolgt von den Serien der „Blauen Adler“ und den Doppelporträts „Seid bereit, immer bereit“. Ehrenbürger der Stadt Castiglion Fiorentino.
  • 2011

    Serie „Herfreud Grüßgott“ und „In London gesucht und nichts gefunden“. Ausstellungen im Kunstverein GL Strand in Kopenhagen, Musée Cantini in Marseille, Arnulf Rainer Museum in Baden bei Wien, Musée d’Art moderne de la Ville de Paris. Georg Baselitz schuf das Skulpturenpaar „Sing Sang Zero“.
  • 2012

    Anfang des Jahres entstanden die großen Formate „Auf dem Weg nach Manchester“ und im Frühjahr die im Farbnegativ gemalten Gemälde. Ausstellungen im Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Stiftung Moritzburg, in Halle. Baselitz vollendete seine aus drei Figuren bestehende Skulptur „BDM Gruppe“. Erhielt die französische Auszeichnung eines Chevalier de la Legion d’Honneur.
  • 2013

    Georg Baselitz arbeitete an weiteren Skulpturen sowie an den Serien der „Schwarzen Adler“ und „Willem raucht nicht mehr“. Umzug von Georg Baselitz nach Salzburg. Ausstellung der „BDM Gruppe“ im Garten des Victoria and Albert Museum in London (Sommer). Ausstellungen zum 75. Geburtstag im Essl Museum, Klosterneuburg bei Wien, im Residenzschloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Musée des Beaux-Arts in Tourcoing, Kirchner Museum Davos.
  • 2014

    Baselitz malte die sehr großformatigen Selbstporträts „Avignon“, die 2015 auf der 56. Biennale in Venedig gezeigt wurden. Ausstellungen im Franz Marc Museum in Kochel am See, Haus der Kunst in München.
  • 2015

    Arbeitete an der Gemäldeserie „Las bum sik“, die im Rahmen des Glyndebourne Musikfestivals gezeigt wurde. Am 27. Mai 2015 erhielt Georg Baselitz für außerordentliche Leistungen für die österreichische Kunst und seine Großzügigkeit gegenüber Österreichs Museen gemeinsam mit seiner Frau Johanna Elke, geborene Kretzschmar, die österreichische Staatsbürgerschaft. Es entstanden die umfangreiche Zeichnungsserie „Besuch von Hokusai“, die Skulpturen „Bündel“ und „Zero Dom“ sowie eine Serie von Gemälden: „Dystopisches Paar“ und „Wir fahren aus“.
  • Juli 2015

    Baselitz wollte aus Protest gegen die geplante Verschärfung des deutschen Kulturgutschutzgesetzes seine Leihgaben aus deutschen Museen zurückziehen. Die Novellierung sah zu diesem Zeitpunkt vor, Museumssammlungen in ihrer Gesamtheit unter einen Ausfuhrschutz zu stellen.
  • 2016

    Georg Baselitz setzte die Gemäldereihe „Abgang mit Marcel“ fort. Ausstellungen im Schloss Dachau bei München, Museum Jorn, Silkeborg; „Die Helden“ waren erstmals im Städel Museum in Frankfurt am Main in Stockholm, Rom und Bilbao zu sehen.
  • 2017

    Ausstellung in der Ungarischen Nationalgalerie, Budapest.
  • 2018

    Anlässlich des 80. Geburtstags von Georg Baselitz findet eine Reihe von Ausstellungen statt: Fondation Beyeler, Riehen/Basel, und im Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington, D.C.; Kunstmuseum Basel; Pinakothek der Moderne, München; Dresden; Colmar.
  1. Die folgende chronologische Biografie wurde mit Hilfe folgender Bücher zusammengestellt: Martin Schwander für die Fondation Beyeler (Hg.), Georg Baselitz (Ausst.-Kat. Fondation Beyeler, Riehen/Basel, 21.1.–29.4.2018; Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Smithsonian Institution, Washington, D.C., 21.6.–16.9.2018), Ostfieldern 2018.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.