ihre Ehe dauerte von 1982 bis 1993 Gerhard Richter

Wer ist Gerhard Richter?

Gerhard Richter (* 1932) ist ein deutscher Maler, der zu den bekanntesten Künstlern der Gegenwart gehört. Sein vielschichtiges Werk umfasst mehr als 3 000 einzelne Arbeiten, darunter figurative wie abstrakte Malerei, übermalte Fotografien, Editionen, Objekte. Richter lebt und arbeitet in Köln.

Wandmaler in Dresden

Der 1932 in Dresden (DDR) geborene Richter wurde zum Wandmaler ausgebildet. Nach der Schulzeit ging Gerhard Richter verschiedenen Tätigkeiten als Fotolaborant, als Reklame-, Bühnen- und Betriebsmaler nach. Bis zum 31. Juli 1956 absolvierte er ein Studium an der Dresdner Hochschule für Bildende Kunst. Für das Deutschen Hygiene-Museum, Dresden, schuf er 1956 die Wandmalerei „Lebensfreude“.

Am 4. und 5. August 1959 hatte er die documenta II in Kassel besucht und intensiv auf Werke von Ernst Wilhelm Nay, Jackson Pollock, Lucio Fontana, Jean Fautrier reagiert.

Flucht in den Westen

„Mir ging es ja zum Schluss relativ gut in der DDR. Mit der Berufsbezeichnung ‚Wandmaler‘ war ich nicht so den Formalismus-Vorwürfen ausgesetzt wie die Tafelmaler, und ich bekam Aufträge für Wandgestaltungen, d. h. ich hätte davon leben können und wäre auch leidlich unbehelligt von dem System geblieben. Aber das war eine unbefriedigende Aussicht, vor allem deshalb, weil die Bilder, die ich wie gewohnt nebenher machte und die ja mein eigentliches Anliegen waren, immer schlechter wurden, unfreier und unechter.“1

Die Entscheidung für den Weggang aus der DDR fällte Gerhard Richter trotz einer relativen Akzeptanz und Sicherheit. Das einzige Schlupfloch in den Westen war 1961 noch Westberlin, wo der Zug von Moskau nach Dresden hielt. Daher reiste Richter im März 1961 nach Moskau und Leningrad (heute. St. Petersburg), verstaute auf der Rückreise seine Koffer in Westberlin und holte danach seine Frau Ema in Dresden ab. Die Flucht nach Westdeutschland gelang Gerhard Richter am 30. März 1961 problemlos, die künstlerische Flucht aus dem „Idealismus“ des Sozialismus gestaltete sich als Tour de Force.

Düsseldorf 1961/62

Im April 1961 ging Gerhard Richter in das künstlerische aufstrebende und tolerante Düsseldorf, wo er bei Reinhard Graner wohnen konnte. Sein erster künstlerischer Kontakt war der informelle Maler Peter Brüning, dem er seine Mappe zeigte. Dieser lobte allerdings wider Erwarten nicht die abstrakten Experimente Richters, sondern dessen figurative Bilder. Um einen Arbeitsplatz und Anregungen zu erhalten, bewarb sich Richter an der Düsseldorfer Akademie bei Ferdinand Macketanz, wo er am 17. Mai 1961 zugelassen wurde. Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig, denn:

„Bis zum Semesterrundgang im Februar 1962 hatte ich so viel gemalt, dass ich Aufsehen erregte. Ich hatte praktisch den gesamten Klassenraum für mich und bis zur Decke mit Bildern zugepflastert.“

Die frühesten informellen Bilder Richters zeigen, dass er sich den Ausdruck innerer Befindlichkeiten rasch erarbeitet hat. Zu seinen wichtigsten Anregern zählten in dieser Zeit Jean Dubuffet, Jean Fautrier, Lucio Fontana und Francis Bacon. Letzterer lässt sich auch im Motiv der Sitzenden leicht benennen. Vorübergehend wandte sich Gerhard Richter ausschließlich der abstrakten Malerei zu, wobei er sich intensiv mit dem Material und der Oberfläche auseinandersetzte. Wie Fontana attackierte Richter die Leinwände und durchbohrte sie. Heute gelten die Werke dieser Phase als künstlerischer Befreiungsschlag, zeigen sie doch die ungebremste Energie und Emotionalität ihres Schöpfers. Als Gerhard Richter diese Werke zum Semesterabschluss im Februar 1962 erstmals präsentierte, fiel er damit auf. Bei dieser Gelegenheit lernte er Konrad Lueg und Alfred Kuttner kennen, und Lueg überredete ihn in die Klasse von Karl Otto Götz zu wechseln.

„Ich erinnere mich an den Rundgang im Februar 1962, da hingen seine informellen Bilder auf dem dunklen unteren Flur der Akademie. Aber bald malte er Signalbilder. Als der Maler Gaul mich in der Akademie besuchte und einen Blick in meine Klasse warf, war er überrascht, dass u.a. Signalbilder an der Wand hingen. Gaul malte damals auch Signalbilder und schimpfte: ‚Kaum taucht etwas Neues im Kunstbetrieb auf, und schon wird es an der Akademie praktiziert.‘“ (Karl Otto Götz)

Vom 8. bis 30. September 1962 stellte Gerhard Richter 20 im Jahr 1962 entstandene Ölgemälden, vier Textilarbeiten, vier Objekte (ohne nähere Angaben), neun Lackarbeiten sowie zwei Konvolute von 26 weißen und 23 gelben Zeichnungen seiner informellen Werkphase in der Galerie Junge Kunst in Fulda aus. In der Ausstellung lief ein von Gerhard Richter besprochenes Tonband mit dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ ab, das allerdings mit der Empfehlung schloss, das Kind müsste bestraft werden, weil es von Kunst nichts verstand. Die Präsentation bestritt er gemeinsam mit Manfred Kuttner; sie wurde initiierte von Franz Erhard Walther. Den affirmativen Titeln – „Exzeß“, „Narbe“, „Resection“, „Verwundung“ oder „Aggression“ – fügte Richter bereits Werknummern hinzu, aus denen hervorgeht, dass der Maler mehr als 80 Werke geschaffen haben musste. Der Katalogtext ist die erste kunstkritische Bewertung von Richters neuen Bildern:

„Richters Arbeiten sind emotionaler Natur. Er lässt ein Ereignis seines Innern sich abspielen in einem Bildraum oder nimmt es aus der Fläche heraus vor einen Hintergrund. Die Sparsamkeit der Mittel macht diesen Vorgang nur noch eindringlicher und erhöht seinen Ernst, mag es sich um eine Gestaltung in schwarz, grau, weiß oder grün handeln, wobei die Verlagerung des ‚Horizonts‘ eine erlösende oder erdrückende Wirkung ausübt.“2 (Alexander Delsenroth)

Nach der Präsentation löste sich Gerhard Richter vom Informel. Bisher galt, dass er alle Bilder verbrannt hätte, um einen Neuanfang zu wagen.3 In der Folge setzte er sich mit der amerikanischen Pop Art auseinander und begann im Herbst 1962 nach Medienbildern zu malen.

Kapitalistier Realismus

Während seines Studiums an der Düsseldorfer Akademie lernte Gerhard Richter die Kommilitonen Konrad Lueg, Sigmar Polke und Blinky Palermo kennen. Bereits 1962 begann er Medienbilder in seine Gemälde zu integrieren, die er in privaten Fotoalben, Zeitungen, Zeitschriften, Werbeprospekten und Bildbänden fand. „Tisch“ (1962, Harvard Art Museum, Boston [Leihgabe]) ist das erste Fotobild, die Vorlage dazu fand er in der italienischen Zeitschrift „domus“ von August 1956. Gerhard Richter gefiel sein erstes Fotobild nach eigener Aussage „dann doch nicht so recht […], deshalb habe ich es so verschmiert“.4 Ziel war, „aus etwas Kunstlosem kunstlose Kunst zu kreieren“5. Die neuartigen, auf Vorlagen beruhenden Fotobilder stellte Gerhard Richter erstmals im Februar 1963 auf dem Semesterrundgang der Akademie aus.

Ab 1963 experimentierte Gerhard Richter Richter mit monochromer Malerei, Unschärfe, verwischten Porträts, um gegen die Innovationslust der Moderne anzumalen. Der Künstler zeigt sich auch heute noch sicher, dass, „wenn die Effekte des Verwischens die nebensächlichen Details verschwinden lassen, das Dargestellte eindeutiger, gleichzeitig aber auch geheimnisvoller erscheint“6. Zu ergänzen ist noch die Flüchtigkeit der Wahrnehmung und der Erinnerung. Mit dem Begriff Kapitalistischer Realismus, den er gemeinsam mit Kuttner, Lueg und Polke für eine Ausstellung in der Kaiserstraße 31A entwickelt hatte, regaierte er auf die amerikanische Pop Art und den Sozialistischen Realismus. Zwar bewunderte Gerhard Richter die Radikalität der Pop-Art Künstler, doch betrachtete er deren Werke auch mit leichtem Unbehagen.

Farbtafeln mit zufälliger Anordnung der Farbflächen (ab 1966), Vorhänge (1965), Stadtbilder (1968), stimmungsvoll- romantisierende Landschaften (1968), die in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre entstanden, zeigen, wie sehr sich Gerhard Richter mit Minimal-Art und Konzeptkunst auseinandersetzte und die Ergebnisse auf seine Malerei übertrug. Zehn Jahre nach seiner Flucht nach West-Deutschland und seiner Ankunft in Düsseldorf wurde der Maler aus Dresden als Professor für Malerei an die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf berufen (1971).

1972: 48 Portraits und Landschaften

„Ich war nie ein Bildersturmer gewesen, sonst hatte ich ja auch keine Landschaften, keine Porträts oder Ähnliches gemalt. Rebellentum widerspricht meinem Temperament.“7 (Gerhard Richter im Gespräch mit Götz Adriani, 2017/18)

Das Jahr 1972 erweist sich in der Rückschau als ein intensives und erfolgreiches Ausstellungsjahr für Gerhard Richter: Sein Foto- und Quellenmaterial erhielt den Titel „Atlas“. Er malte für den Deutschen Pavillon der 36. Biennale von Venedig (11.6.-1.10.1972) den Bilderzyklus „48 Portraits (324/1-48)“ (Museum Ludwig, Köln). Danach widmete er sich in Anlehnung an Caspar David Friedrichs „Eismeer [Letzte Hoffnung]“ den Seestücken (→ Caspar David Friedrich: Das Eismeer). Gleichzeitigt wandte er sich von der schwarzweißen Fotomalerei wieder ab und erprobte Landschaften mit überbreiten Pinseln, deren Spuren den Abstraktionsgrad der Gemälde erhöhen und die Abbildungsfunktion der Bilder unterlaufen.

1973 begann Isa Genzken ihr Studium in der Malereiklasse von Gerhard Richter, das sie 1977 abschloss. Von 1982 bis 1993 war das Künstlerpaar verheiratet.

Farbtafeln und gestische Abstraktion

Die Lösung vom abbildhaften Charakter seiner Malerei bestätigte Gerhard Richter auch in den 1973 wieder aufgegriffenen Farbtafeln, in denen er 180 aus den drei Grundfarben und Grau gemischte Farbtöne nach Los verteilte. Zum einen erinnert der Raster an Farbtafeln aus der Farbenindustrie, zum anderen wünschte der den Zufall der Verteilung als Reaktion auf die Ernsthaftigkeit der Neo-Konstruktivisten wie Josef Albers verstanden zu wissen.

„Um alle vorkommenden Farbtöne auf einem Bild darstellen zu können, entwickelte ich ein System, das - ausgehend von den drei Grundfarben plus Grau - in stets gleichmäßigen Sprüngen eine immer weitergehende Aufspaltung (Differenzierung) ermöglichte. 4 x 4 = 16 x 4 = 64 x 4 = 256 x 4 = 1024. Die Zahl 4 als Multiplikator war notwendig, weil ich eine gleichbleibende Proportion von Bildgröße, Feldgröße und Felderanzahl erhalten wollte. Die Verwendung von mehr als 1024 Farbtönen (z.B. 4096) erschien mir sinnlos, da dann die Unterschiede von einer Farbstufe zur nächsten nicht mehr sichtbar wären. Die Anordnung der Farbtöne auf den Feldern erfolgte per Zufall, um eine diffuse, gleichgültige Gesamtwirkung zu erzielen, während das Detail anregend sein kann. Das starre Raster verhindert die Entstehung von Figurationen, obwohl diese mit Anstrengung sichtbar werden.“ (Gerhard Richter 1974)

Im Sommer 1976 führte Gerhard Richter seine Malerei erneut in Richtung gestischer Abstraktion und malte „Konstruktion (389)“. Damit beschritt er einen Weg, der ihn bis heute als einen der wichtigsten Maler der Abstraktion macht. Sie unterscheiden sich von den Abstraktionen der 1980er Jahre durch ihre relativ geringe Größe. Ab 1979 verwendet er die Rakel, um seine über einen langen Zeitraum entstehenden, in Schichten aufgebauten Abstraktionen mit einer Portion Zufall zu entwickeln:

„Etwas entstehen lassen, anstatt kreieren.“ (Gerhard Richter 28.2.1985)

Kerze und Schädel

Gleichsam als Gegensatz zu den Abstrakten Bildern arbeitete Gerhard Richter 1982 und 1983 an Kerzen- und Schädeldarstellungen, die Mitte der 80er Jahre zu seinen Markenzeichen wurden. Immerhin nutzte die amerikanische Rockband Sonic Youth „Kerze“ (1983, WVZ 546-2) als Cover ihres 1988 erschienenen Albums „Daydream Nation“. Die malerisch delikaten Kerzen und Flammen (!) entfalten ob ihres dunklen Hintergrunds nahezu mystische Kraft - und sind meisterhaft fotorealistisch gemalt. Richter arbeitet oft mit Metaphern, so auch mit der Verwendung einer brennenden Kerze, die Besinnlichkeit, Vergänglichkeit und Tod bedeutet. Indem er der Kerze oft noch einen Totenschädel dazu legt, steigert er die Vergänglichkeitsassoziation. „Das oft verwendete Sujet der Kerze wurde aber auch zu einem politischen Symbol, durch die 50 Jahre Feierlichkeiten der Zerstörung Dresdens. Kerzen waren für die DDR immer schon ein wichtiges Symbol, als stille Demonstration gegen das Regime“, begründete Gerard Richter die Entstehung der Kerzenbilder. Dass aus dem diskursiven Zusammenhängen gleichzeitig auch eine populäre Dimension entstand, war Richter zu dem Zeitpunkt nicht bewusst. Richter nennt es aber einen „schönen Nebeneffekt zur Popularisierung“.

Wenn auch die altmeisterlich gemalte brennende Kerze auch heute noch zum populärsten Motiv in Gerhard Richters Werk gehört, so gelang ihm der internationale Durchbruch mit den großen Abstraktionen aus dem Jahr 1984. Die erste Retroepsktive in der Städtischen Kunsthalle Düsseldorf (ab 17.1.1986) präsentierte mit 133 Exponanten die größte Werkschau des Malers und wanderte weiter nach Berlin, Bern und Wien. Der Ausstellungskatalog war als erstes Werkverzeichnis des Künstlers konzipiert.

„Überlieferte, so genannte alte Kunstwerke sind nicht alt, sondern aktuell. Sie werden, solange wir sie im weitesten Sinne „haben“, nie überholt sein, und wir stellen ihnen weder etwas Gleichrangiges zur Seite, noch werden wir ihre Qualität erreichen oder überragen. Ihre permanente Gegenwart macht das Andere erforderlich, das wird heute herstellen, das weder besser noch schlechter ist, sondern deshalb anders sein muss, weil wir gestern den Isenheimer Altar gemalt haben.“8 (Gerhard Richter 1983)

Deutscher Herbst: 18. Oktober 1977 vs. Betty

Der 15-teilige Bilderzyklus „18. Oktober 1977“ (Museum of Modern Art, New York) enstand zwischen März und November 1988 zu den Selbstmorden der RAF-Mitglieder in Stammheim und dem Kulminationspunkt des Deutschen Herbstes. Richter recherchierte in den Archiven von Stern und Spiegel in Hamburg. Der Zyklus hat unterschiedlichste Deutung erfahren und gilt heute u.a. als Schlusspunkt der Beschäftigung des Künstlers mit dem Historienbild mit dem Ziel, traumatisch kollektive Erlebnisse offenzulegen. Wie der Künstler selbst festhielt, beendete der Zyklus „18. Oktober 1977“ seine Beschäftigung mit den Bildern nach Schwarz-Weiß Fotos der 1960er Jahre. Seit 1993 wird das Bild „Betty (663-5)“ (1988, Saint Louis Art Museum), das Gerhard Richter als Rückenansicht nach einem Schnappschuss seiner gleichnamigen Tochter aus erster Ehe malte, als positives Gegenstück zum RAF-Zyklus gedeutet.

„So gesehen, versuche ich doch mit einem Bild nichts anderes, als das Unterschiedlichste und Widersprüchlichste in möglichster Freiheit lebendig und lebensfähig zusammenzubringen. Keine Paradiese.“9 (Gerhard Richter, 1986)

Gerhard Richter im Kölner Dom

Gerhard Richter ist aus der evangelischen Kirche ausgetretener Atheist. Seinen „Hang zum Katholizismus“ konnte er 2006 im Glasfenster der Südquerhausfassade des Kölner Doms unter Beweis stellen. Das 106 m² große Glasgemälde Fenster besteht aus 11.263 mundgeblasenen Echt-Antik-Glas-Quadraten in der Größe von 9,6 mal 9,6 Zentimetern und in 72 unterschiedlichen Farben. Die abstrakte Farbfeld-Komposition geht konzeptuell auf das Bild „4096 Farben“ aus dem Jahr 1974 zurück. Der Kölner Künstler schenkte sein Werk dem Dom, die Herstellungskosten von Derix Glasstudios beliefen sich auf 370.000 EURO Spendengeld. Nach der Einweihung am 25. August 2007 wurden sowohl positive wie kritische Stimmen laut.

Grund für die gespaltene Aufnahme war die Genese von Richters Domfenster. Die Verglasung aus dem Jahr 1863, ein Geschenk des preussischen Königshauses, war während des 2. Weltkriegs gemeinsam mit den Entwürfen zerstört worden. Das Kölner Domkapitel plante in der Folge an Märtyrer des 20. Jahrhunderts (Edith Stein, Maximilian Kolbe) und den Holocaust zu erinnern. Die Dombaumeisterin bat persönlich Gerhard Richter um einen weiteren Entwurf. Dieser überzeugte das Kapitel mehr als die figurativen Entwürfe von Egbert Verbeek und Manfred Hürlimann, die sich allerdings an den Vorgaben orientierten.

Gerhard Richter hatte für seinen abstrakten Entwurf eine Fotografie des Bildes „4096 Farben“ zerschnitten und hinter die Maßwerkfenster geklebt. Der Kölner Maler erhielt 2005 den Auftrag an diesem Konzept weiterzuarbeiten und wurde 2006 schlussendlich mit dem Werk beauftragt. Richter wählte aus einer Palette von 800 Farben 72 Farbtöne aus, die auch in Fenstern des 19. Jahrhunderts eingesetzt wurden. Ein Zufallsgenerator übernahm die Reihung, wobei sich die Bahnen allerdings spiegeln (1-3, 2-5, 4-6). Richter griff nur korrigierend ein, wenn die Farbtafeln zufällig eine Form ergaben. Die die Farbtafeln mit Silikon auf eine Trägerscheibe angebracht sind, konnte Richter ohne Bleiruten arbeiten.

Beiträge zu Gerhard Richter

7. September 2020
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23. August 2020
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Ausstellung zur 100-jährigen Erdölmoderne in Wolfsburg: zeitgenössische Kunst reflektiert Naturwissenschaft, Technik, Politik und Alltagsleben (Sommer 2021)
4. Juni 2020
Gerhard Richter, 12.1.18, Detail, 2018, Bleistift und Farbstift auf Papier, 14,2 x 20,2 cm, Gerhard Richter Archiv, Staatliche Kunstsammlungen Dresden © Gerhard Richter 2020 (08022020)

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Gerhard Richter. Bilder einer Epoche

Das Hamburger Bucerius Kunstforum hat sich für seine erste Präsentation eines lebenden Künstlers niemand geringeren als Gerhard Richter (* 1932) ausgesucht. Uwe M. Schneede zeigt unter dem Titel „Gerhard Richter. Bilder einer Epoche“ die berühmten, unscharfen Photogemälde (1962 – 1967) und dazu passend den Zyklus „18. Oktober 1977“ (1988). 1961 entschied sich Richter entgegen internationalen Entwicklungen für die Malerei und für Motive aus westdeutschen Illustrierten, die er variantenreich in Grautönen und ab 1964 mit Verwischungen in Gemälde verwandelte, oder wie der Künstler es formulierte „mit anderen Mitteln realisierte“.
  1. Zit. n. Dietmar Elger, Gerhard Richter. Maler, Köln 2008, S. 39.
  2. Alexander Delsenroth, Zur Ausstellung, in: M. Kuttner, G. richter (Ausst.-Kat. Galerie Junge Kunst, Fulda, 8.–30.9.1962), Düsseldorf 1962, o.S.
  3. Siehe: Elger 2008, S. 49.
  4. Stuttgart/Hamburg 2019, S. 98.
  5. Ebenda, S. 100.
  6. Ebenda, S. 104.
  7. Zit. n. Gerhard Richter 1962 bis 1969, in: Die jungen Jahre der Alten Meister. Baselitz – Richter – Polke – Kiefer, hg. v. Staatsgalerie Stuttgart, Deichtorhallen Hamburg (Ausst.-Kat. Staatsgalerie Stuttgart, 12.4.–11.8.2019; Deichtorhallen Hamburg, 13.9.2019–5.1.2020), Dresden 2019, S. 93.
  8. Zit. nach: Notizen 1983, zit. nach: Gerhard Richter, Text 1961–2007. Schriften, Interviews, Briefe, hg. von Dietmar Elger und Hans-Ulrich Obrist, Köln 2008, S. 129.
  9. Gerhard Richter im Interview mit Benjamin H. Buchloh, in: Gerhard Richter. Text 1961 bis 2007. Schriften, Interview, Briefe, hg. von Dietmar Elger und Hans Ulrich Obrist, Köln 2008, S. 189.