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Louvre: Leonardo da Vinci Mona Lisa, Felsgrottenmadonna, Belle Ferronnière, Hl. Johannes der Täufer, Hl. Anna selbdritt

Leonardo, La belle Ferronnière, Detail, 1490–1495, Öl auf Holz, 62 x 44 cm (Paris, Musée du Louvre)

Leonardo, La belle Ferronnière, Detail, 1490–1495, Öl auf Holz, 62 x 44 cm (Paris, Musée du Louvre)

Der Louvre besitzt mit fünf Gemälden und 22 Zeichnungen die weltweit größte Sammlung an Werken Leonardo da Vincis: „Felsgrottenmadonna“ (erste Fassung), „Belle Ferronnière“, „Mona Lisa“, „Hl. Johannes der Täufer“ und „Hl. Anna selbdritt“. Das – wie auch die Verbindung Leonardos mit dem französischen König – sind genug Gründe dem Renaissance-Genie anlässlich der 500. Wiederkehr seines Todestags am 2. Mai die größte Ausstellung außerhalb Italiens zu widmen. Wichtige Leihgaben wie der Karton für die „Anna Selbdritt“ aus der National Gallery in London, der „Büßende Hl. Hieronymus“ aus dem Vatikan, der sogenannte „Musiker“ aus Mailand und  ergänzen die hochkarätige Schau, die neben den berühmten Gemälden vor allem Zeichnungen des Meisters präsentiert. Die „Mona Lisa“ wird während der Sonderausstellung in jenem Saal bleiben, in dem sie normalerweise ausgestellt ist. (→ Leonardo da Vinci: Werke)

Leonardo im Louvre 2019

Die Leonardo-Ausstellung konfrontiert die zehn bedeutenden Gemälde und zwei Werkstattarbeiten mit etwa 140 Zeichnungen. Dabei soll gezeigt werden, aus welch einzigartiger Perspektive er an die Malerei heranging, sprach er doch in seinen Schriften von „den Wissenschaften der Malerei“. Leonardos Ziel war nicht mehr und nicht weniger als die Gemälde mit Leben zu erfüllen, was einem alten Topos entspricht (und auch noch bei Caravaggio und Bernini zu finden sein wird → Wien | KHM: Caravaggio & Bernini).

Ausgangspunkt für die Präsentation der „Leonardos“ ist ein zehnjähriges Forschungsprojekt, in dessen Rahmen alle Leonardo-Gemälde des Louvre neu untersucht sowie drei von ihnen restauriert wurden. Dadurch konnte ein besseres Verständnis der künstlerischen Praxis und der Maltechnik von Leonardo da Vinci erzielt werden. Zudem wurden einmal mehr alle Archivalien durchgesehen, um Leonardos Biografie zu klären. Sowohl als Mensch wie auch als Künstler nahm sich der Florentiner außergewöhnlich viele Freiheiten – und sie wurden ihm auch zugestanden.

Der in der Nacht vom 14. zum 15. April 1452 als Sohn des Messire Piero in Vinci geborene Künstler wurde vom Bildhauer Andrea del Verrocchio ausgebildet (→ Leonardo da Vinci: Biografie). Seit 1482 lebte er in Mailand, wo er die „Felsgrottenmadonna“ malte und im Dienst von Ludovico Sforza stand. Zu seinen berühmtesten Werken aus der Frühzeit zählt „Das Abendmahl“. 1500 kehrte der zunehmend als Ingeneur und Wissenschaftler arbeitende Maler nach Florenz zurück. Aus dieser zweiten Florentiner Phase stammt die „Hl. Anna Selbdritt“, die „Mona Lisa“ (ein Porträt der Lisa del Giocondo), die „Anghiari-Schlacht” (nicht erhalten) und der „Hl. Johannes der Täufer“. Bereits 1506 kehrte Leonardo nach Mailand zurück. Nachdem Leo X. Medici zum Papst gewählt worden war, zog da Vinci 1513 nach Rom. 1516 kehrte er auf Einladung des französischen Königs Franz I. dem heutigen Italien endgültig den Rücken und verbrachte seine letzten Jahre bis 1519 an den Ufern der Loire.

 

 

Ausbildung in der Werkstatt Andrea del Verrocchios – frühe Porträts

Ab 1464 war Leonardo da Vinci Schüler des wichtigsten Bildhauers in Florenz: Andrea del Verrocchio.1 Von diesem lernte er nicht nur den Umgang mit Raum und Materie, sondern vor allem auch das Zeichnen. Die Zeichnungen von Andrea del Verrocchio beschreiben nicht nur die Körper aus dem Blickwinkel eines skulptural arbeitenden Künstlers, sondern schlossen erstmals Bewegung und Realismus mit ein. Als Grundlage für die Erzählung nutzte Verrocchio bereits das Helldunkel, oder wie es der Louvre poetisch formuliert, „das Schauspiel von Schatten und Licht“.

Um die Licht-Schatten-Wirkung in der Leonardo-Ausstellung zu vermitteln, steht der „Ungläubige Thomas“ (1467–1483). Verrocchio schuf den monumentalen Bronzeguss für die Florentiner Kirche von Orsanmichele, von wo die Leihgabe in den Louvre kam. Zu den revolutionären Erkenntnissen der 1460er und 1470er Jahre zählte, dass Raum und Form durch Licht erzeugt werden. Die eindrucksvollen Draperiestudien der frühen Leonardo zeigen, wie er sich mühte, mit Hilfe von Licht und Schatten die räumliche Entwicklung der Kleidung in zwei Dimensionen illusionistisch darzustellen. Rund um die Bronzegruppe sind daher Draperiestudien von Andrea del Verrocchio, dessen Werkstatt und Leonardo ausgestellt. Den Höhepunkt bildet die „Draperie Saint-Morys“ (um 1475–1482) aus dem Louvre, welche so plastisch gestaltet ist, dass eine dreidimensionale Rekonstruktion in Gips möglich ist.

 

 

Erste Schritte in der Malerei

In der Werkstatt des angesehenen Meisters erlernte Leonardo allerdings auch das Malen. So sind die frühesten Gemälde Leonardos Werkstattarbeiten, in denen er einzelne Teile der Komposition ausführte bzw. er seine Kompositionen stark an die Errungenschaften Verrocchios anlehnte. Dass Leonardo da Vinci in der Bildhauer-Werkstatt zum Maler ausgebildet wurde, hängt damit zusammen, dass Florentiner Werkstätten generell nicht nur auf ein Medium beschränkt waren, sondern ganze Altäre, bemalte Hochzeitstruhen usw. umzusetzen hatten. Neben Andrea del Verrocchio übten vor allem die rivalisierenden Brüder Pollaiuolo einen wichtigen Einfluss auf den sich formierenden Künstler aus. Die Brüder Piero und Antonio Pollaiuolo brachten die Erfindungen der niederländischen Malerei nach Florenz: das Dreiviertelporträt und die Technik der Ölmalerei.2

Ein Andrea del Verrocchio zugeschriebenes Marmorrelief mit der Darstellung von „Publius Cornelius Scipio“ (um 1464–1469, Louvre), eine „Verkündigung“ und ein „Wunder des hl. Donatus“ von Lorenzo di Credi (zg., beide um 1480–1485, Worcester), ein Männerporträt von Hans Memling (um 1471–1474, Antwerpen) bilden den Kontext zu Leonardos Studien aus den 1460er und 1470er Jahren.

Um Leonardos Hinwendung zur Malerei zu zeigen, wären die frühe „Verkündigung“ aus den Uffizien oder das Porträt der „Ginevra Benci“ aus Washington nötig gewesen, die beide nicht nach Paris entliehen wurden. Stattdessen entschieden sich die Kuratoren, schwarz-weiße Infrarotreflektografien der Werke in Originalgröße aufzuhängen. Diese zeigen die Untermalungen der Bilder und bilden damit die eigenhändige Basis der Kompositionen. Der Vergleich zu den Entwurfszeichnungen und Studien Leonardos bildet die Grundlage für Zuschreibungsfragen und Überlegungen zum Werkprozess. Auffallend ist, dass die Zeichnungen Leonardos von sehr kleinen Skizzen bis zu doppelseitigen Musterbuchblättern reichen. Dass sich der Florentiner Künstler der heimischen Landschaft hingab und die erste realistische Landschaftszeichnung der Neuzeit schuf, soll hier nur kurz erwähnt werden (→ Leonardo, Landschaft von Arno und Flusstal, datiert 5. August 1473). Immerhin konnten sich die Uffizien von diesem kostbaren Stück trennen.

 

 

Leonardo in Mailand

Der Herzog von Mailand, Ludovico Sforza, genannt il Moro, berief Leonardo als Spezialist für höfische Unterhaltung und Festungsbau. Leonardo entwarf zudem Embleme und Devisen für die Familie. In Erinnerung an Francesco Sforza wollte er eine monumentale Reiterstatute schaffen. Das malerische Werk Leonardos kreist in Mailand um das „Abendmahl“, allerdings malte er dort auch die „Felsgrottenmadonna“ (um 1483–1494), den sogenannten „Musiker“ (um 1483–1490) und die „Belle Ferronnière“ (um 1490–1497). Vor allem das Frauenporträt wird durch die Drehung des Kopfes verlebendigt und damit erstmals zu einem Dokument auch der Psyche der Dargestellten. Wer immer diese Hofdame auch gewesen sein mag, Leonardo machte sie unsterblich.

 

 

Der Louvre besitzt die erste Fassung der „Felsgrottenmadonna“ (1483–1484), welche die Bruderschaft der Unbefleckten Empfängnis Mariens in Mailand für eine Kapelle in der Kirche San Francesco Grande zu Mailand bestellt haben. Leonardos Werk sollte eigentlich die Mitteltafel eines Altarretabels bilden und stellt die Madonna mit Kind, den Johannesknaben und dessen Begleiter, vermutlich den Erzengel Uriel, dar. Ambrogio de Predis schuf zwei Bilder von musizierenden Engeln (The National Gallery, London), welche die Pala Leonardos flankieren sollten. Am 25. April 1483 unterzeichnete Leonardo den Vertrag, der ihn band, das Bild bis zum 8. Dezember des gleichen Jahres (oder wahrscheinlicher 1484) zu vollenden. Leonardo sollte 800 Lire (200 Dukaten) erhalten, was bis zum Ende Dezember 1484 mit 730 Lire auch geschehen ist. Die erste Fassung der „Felsgrottenmadonna“ lässt sich aufgrund dieses reichen Materials gut datieren.

Weshalb die Auftraggeber mit der Leistung Leonardos nicht einverstanden waren, lässt sich aus den widersprüchlichen und nur lückenhaft erhaltenen Dokumenten nicht schlüssig eruieren. Etwa fünf Jahre später bitten Ambrogio de Predis und Leonardo den Herrscher Mailands (bei einer Datierung des Briefes auf 1491 bis 1493 wäre das Ludovico il Moro), sich für ihre Belange einzusetzen. Die Bruderschaft hatte für eine Weiterführung des Auftrags nur 25 Dukaten geboten. Die Künstler verlangten zwei externe Experten zur Schätzung der geleisteten Arbeit und zumindest eine Erhöhung des Salärs auf 100 Dukaten. Im Frühjahr 1503 wiederholten die Künstler ihre Bitte, da bis zu diesem Zeitpunkt keine Lösung gefunden worden war. Gesichert ist, dass Leonardo am 23. Oktober 1508 eine Abschlusszahlung erhielt. Wie auch immer die Quellen gedeutet werden, Leonardo malte eine zweite Fassung für die Bruderschaft.

 

 

Leonardo, der Wissenschaftler

Leonardo war nicht „nur“ Künstler, sondern wagte sich auch dezidiert in den Bereich der Wissenschaft vor. Die Genialität des Florentiners ließ ihn einen gänzlich neuen Blick auf die Welt entwickeln. Da er Latein nur bruchstückhaft verstand und sich nicht an die traditionellen Quellen halten wollte, analysierte er mittels Beobachtung die Beziehungen zwischen Formen (als Künstler) und zwischen Dingen (als Wissenschaftler). Das Zeichnen diente Leonardo als Reflexionsmedium wie als Kommunikationsmethode: für Beobachtungen, Forschungen, Experimente, Überlegungen, das Aufstellen von Theorien. Dies zeigt sich im Louvre anhand vieler Seiten aus Notizbüchern, die sowohl Schrift (Leonardos berühmte Spiegelschrift) wie auch Bilder zeigen. Die Themen sind vielfältig und reichen von Astronomie, Meteorologie, Zoologie (Ornithologie), Botanik, Mathematik, Anatomie bis zu Studien zu Befestigungsanlagen. Der Universalgelehrte Leonardo wurde allerdings von den Gelehrten am Hof des Sforza-Herzogs nicht so respektiert, wie er es eigentlich verdient hätte.

Dass die künstlerische Produktion nicht vom wissenschaftlichen Interesse Leonardo da Vincis zu trennen ist, zeigt das „Abendmahl“ in Mailand. Darin verarbeitete der selbstbewusste Künstler seine Studien zum Verhältnis von Köpfen und Charakteren, also der Physiognomielehre (→ /leonardo-im-teylers-museum/). Marco d’Oggionos frühe Kopie des „Abendmahls“ (1506–1509, Louvre) gibt das ursprüngliche Aussehen wohl genauer wieder als das schlecht erhaltene Original in Mailand. Daneben zeigt der Louvre den berühmten „Vitruvschen Menschen“ (um 1489–1490, Galleria dell’Accademia, Venedig).

 

Florentiner Experimente

1500 kehrte Leonardo wieder nach Florenz zurück, wo er mit seinen Porträts, Madonnen und den Studien für die „Schlacht von Anghiari“ in die Konkurrenz mit dem jungen Michelangelo trat - und die noch jüngere Generation wie Raffael tief beeindruckte. Zwei Madonnen aus Privatsammlungen sind in dieser Zeit im Atelier von Leonardo entstanden: „Madonna Lansdowne“ (um 1501–1510?) und „Madonna Buccleuch“ (um 1501–1510?) zeigen beide die gleiche Komposition in der gleichen Größe. Die Infrarotreflektografien belegen die gleichen Veränderungen an der Landschaft, wo ursprünglich die Flucht nach Ägypten (rechts) und die Kindheit Jesu (links) gezeigt werden hätte sollen.

Da das Schlachtenbild nicht erhalten ist (oder nie an der Wand realisiert wurde), sind Zeichnungen die wichtigsten Quellen für die langjährige Beschäftigung Leonardos mit diesem Thema. Ausdrucksstarke Kopfstudien belegen das Interesse des Künstlers für Emotionen und Affektdarstellung.

 

Hl. Anna Selbdritt

Die „Hl. Anna Selbdritt“ (um 1503–1519) ist auf vier vertikal zusammengefügten Pappelholzbretter gemalt. In einigen Partien ist es noch unvollendet. Bis vor wenigen Jahren hatte ein dunkler Firnis das gesamte Bild überzogen und dem Bild seine Brillanz genommen. Die jüngste Restaurierung brachte die originale Farbigkeit wieder zum Vorschein. Zu den qualitativ besten Bereichen der Malerei gehören die Figuren, die von Leonardo selbst gemalt worden sein dürften. Leonardo da Vinci hatte es in seinem Atelier in Cloux stehen, wo es Antonio de Beatis 1517 sah. Da es eine Rechnung über einen hochpreisigen Bildverkauf an den französischen König aus dem Jahr 1518 gibt, könnte das Gemälde zu diesem Zeitpunkt den Besitzer gewechselt haben (allerdings gab es auch ein Annenbild im Nachlassinventar Salais in Mailand 1525). Welche Nachricht sich auf das Gemälde oder den Annen-Karton (1499–1501) aus der National Gallery in London bezieht, ist ungewiss. Der Karton gilt als die erste Fassung des Motivs. Die Louvre-Ausstellung bringt erstmals seit Jahrzehnten den Karton und das Ölgemälde zusammen. Die Bedeutung des Werks ist unbestritten, gilt es doch als ein Hauptwerk der italienischen Hochrenaissance. Vor allem Raffael zeigte sich höchst empfänglich für Leonardos Dreieckskomposition, die er in seinen frühen Florentiner Jahren studierte und in seine eigenen Werke übernahm.

Der „Johannes der Täufer“ (um1508–1519, Louvre) zeigt den Heiligen als idealschöne Halbfigur. Das Original überzeugt mit dem betonten Sfumato, den weichen, malerischen Übergängen. Im Vergleich dazu wirkt der „Salvator Mundi“ (Version Ganay, um 1505–1515, Privatsammlung) aus der Werkstatt des Leonardo bei allem Detailreichtum wie hölzern.

 

 

Mona Lisa

Das berühmteste Werk Leonardos, ja der Weltkunst ist die „Mona Lisa“. Im Gegensatz zu vielen Bildern Leonardos befindet sich die „Mona Lisa“ in einem verhältnismäßig guten Zustand. Der Malrand ist völlig intakt erhalten, wobei eine Vielzahl von dünnen Farbschichten auf eine lange Bearbeitungszeit des Bildnisses schließen lassen. In der „Mona Lisa“ zeigt Leonardo, wie perfekt gemalt werden kann. Er erzielte den Eindruck von Unschärfe, indem er extrem mittelreiche, transparente Lasuren übereinanderlegte. Die „Weichzeichnung“ wird durch den gelblichen Firnis noch verstärkt, wodurch die Kleidung dunkel wirkt. Die Malerei darunter ist nachweislich ins Blau gehend (Himmel, Kleidung).

Die wichtigste zeitgenössische Quelle bietet einmal mehr Antonio de Beatis, der am 10. Oktober 1517 Leonardos Werkstatt in Cloux besuchte, und es dort sah. Nach dem Ableben des Künstlers und Universalgenies vermachte er es Salai – oder dieser verkaufte es bereits 1518 an den französischen König. Giorgio Vasari sah das Bild vor 1547 in Schloss Fontainebleau, wo es in der Nachbarschaft der „Leda“, der „Belle Ferroniere“ und dem „Johannes dem Täufer“ in den Wohnräumen von König Franz I. hing. In den folgenden Jahrhunderten wanderte die „Mona Lisa“ von Versailles in das Schlafzimmer von Napoleon I. und danach in den Louvre. Als die berühmte „Mona Lisa“ am 21. August 1911 gestohlen wurde, ging der Raub des Anstreichers Vincenzo Perugia durch die weltweiten Medien. Bis Mitte der 1970er Jahre wurde die „Mona Lisa“ nur für zwei Ausstellungen ins Ausland verliehen. Heute ist sie nahezu unverrückbares Inventar der Louvre-Sammlung.

Leonardo da Vinci malte die „Mona Lisa” für den Florentiner Seidenhändler Francesco del Giocondo (1460–1531). Er dürfte das Bild von seiner Ehefrau Lisa Gherardini (1479–nach 1551?) im Frühjahr 1503 bestellt aber nie vom Künstler übergeben bekommen haben. Leonardo setzte die „Mona Lisa“ hinter eine Brüstung, auf der die Hand aufruht, und zwischen zwei Säulen, von denen hauptsächlich die Basen zu sehen sind. Oberkörper und Kopf sind mittels eines dunklen Schleiers miteinander verbunden, sodass der Eindruck einer stringenten Dreieckskomposition entsteht. Eine von phantasievollen Bergen durchsetzte Landschaft erstreckt sich im Hintergrund der Dargestellten, wobei rechts von Mona Lisa eine Brücke in die unwirtliche Region führt.

Für die 3-D-Vitual-Reality Erfahrung zur „Mona Lisa“ muss man sich anmelden! Auf unterhaltsame Weise wird das Gemälde zum digitalen Leben erweckt und einige Informationen darüber anschaulich gemacht. Die sechsminütige Tour durch das Bild ist äußerst unterhaltend und wartet mit einem überraschenden Ende auf!

Kuratiert von Vincent Delieuvin, Chefkurator Malerei, und Louis Frank, Chefkurator Grafik, Musée du Louvre.

 

 

Louvre: Leonardo da Vinci: Bilder

  • Leonardo da Vinci, Felsgrottenmadonna, erste Fassung, 1483–1486, Öl/Holz/Lw, 199 x 122 cm (Louvre, Inv.-Nr. 777)
  • Leonardo da Vinci, La Belle Ferronnière, 1495–1499, Öl/Holz, 63 x 45 cm (Louvre, Inv.-Nr. 778)
  • Leonardo da Vinci, Mona Lisa, Porträt von Lisa Gherardini, Ehefrau von Francesco del Giocondo, um 1503–1519, 77 x 53 cm (Louvre, Inv.-Nr. 779)
  • Leonardo da Vinci, Hl. Anna Selbdritt, um 1503–1519, Öl/Holz, 168 x 130 cm (Louvre, Inv.-Nr. 776)
  • Leonardo da Vinci, Hl. Johannes der Täufer,

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  1. Bevor Andrea del Verrocchio 1483 nach Venedig ging, war er der bedeutendste Bildhauer in Florenz. Leonardo folgte bereits ein Jahr vorher, 1482, dem Ruf nach Mailand.
  2. Beides verband Leonardo da Vinci in der „Madonna mit der Nelke“ und dem Porträt der „Ginevra Benci“ (National Gallery of Art, Washington).
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.