Abstrakte Kunst

Was ist Abstrakte Kunst?

Abstraktion kann vom Lateinischen abstrahere für „loslösen“ oder „wegnehmen“ abgeleitet werden. Abstrakte Kunst meint daher eine Ausdrucksform, die sich von der Wiedergabe von Gegenständen löst, deren Ziel nicht mehr die Schilderung greifbarer Objekte und Figuren ist, sondern sich der geistigen Welt, dem Visionären, der logisch-rationalen Farbfeld-Kombination und/oder selbstreflexiven Analysen der Mittel, mit denen Kunst gemacht wird (Farben, Formen), verschreibt.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wandte sich eine Handvoll Künstlerinnen und Künstler von der Gegenständlichkeit ab und erforschten die Möglichkeiten abstrakter Bildwelten. Vielfach ließen sie sich für die Ablehnung der mimetischen Kunsttradition von metaphysischen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Inspirationsquellen leiten. Protagonistinnen und Protagonisten der Klassischen Moderne wie Hilma af Klint, Wassily Kandinsky, Robert Delaunay, Kasimir Malewitsch oder Piet Mondrian stellten sich höchst individuelle Fragen zu einer neuen malerischen Wirklichkeit. Die „Darstellung“ spiritueller oder theosophischer Konzepte, der „inneren Welt“, d.h. der unsichtbaren Gefühlswelt, von Emotionen, „Visionen“ oder Ängsten, der Vergleich mit der immateriellen Musik, aber auch ein selbstreferenzielles Nachdenken über die eigenen Mittel gewann an Bedeutung.

In der europäischen Malerei lassen sich zwei Grundformen der Abstrakten Kunst bestimmen: Abstrakte und Ungegenständliche bzw. Konkrete Kunst. Abstraktion bedeutet in diesem Fall die absolute Reduktion der sichtbaren Welt auf Farb- und Lichteindrücke. Diese Form der abstrakten Kunst kann vom Expressionismus abgeleitet werden, in vielen frühen Werken ist der Bezug zur Natur oder zum Organischen noch immer vorhanden. Entweder lässt er sich aus den Bildinformationen ableitet oder wird im Bildtitel angedeutet. Werke von Robert Delaunay, Hilma af Klint, František Kupka, Paul Klee und Wassily Kandinsky gehören zu dieser Gruppe.

Die zweite Richtung, die ungegenständliche Kunst, entstand in der Nachfolge von Paul Cézanne. Bereits die Kubisten gingen von Cézannes charakteristischen Farbflecken aus und verfestigten sie zu Kuben. In der Malerei und Assemblage der russischen Suprematisten und Konstruktivisten, im deutschen Bauhaus und im holländischen De Stijl lösten Künstler sich gänzlich von einer wie auch immer gearteten Wiedergabe (Mimesis), um aus geometrischen Formen ihre Kompositionen zu bauen.

Hier findest du eine alphabetische Liste mit: Berühmte Künstlerinnen der Abstrakten Kunst

Kandinsky und Malewitsch - Väter der Abstraktion?

Wassily Kandinsky und Kasimir Malewitsch galten in den vergangenen Jahrzehnten als die Väter der Abstraktion - heute ist der Kanon um einige wichtige Leistungen erweitert worden. Beide wussten ihr schriftstellerisches Talent als Kapital geschickt einzusetzen und datieren auch Werke vor, um die Vorreiterrolle zu betonen. Vor allem Kandinskys Verdienst war es, seine Überlegungen zur abstrakten Malerei aufzuschreiben und wie ein Manifest zu veröffentlichen. In seiner 1911 erschienenen Schrift „Über das Geistige in der Kunst“ erklärte er Farben und Formen zu den „eigentlichen Mitteln“ der Malerei, mit denen der Künstler seine innere Welt zum Ausdruck bringen soll.

„Als ich 1913 den verzweifelten Versuch unternahm, die Kunst vom Gewicht der Dinge zu befreien, stellte ich ein Gemälde aus, das nicht mehr war als ein schwarzes Quadrat auf einem weißen Grundfeld. [...] Es war kein leeres Quadrat, das ich ausstellte, sondern vielmehr die Empfindung der Gegenstandslosigkeit. Das Quadrat = Empfindung Das weiße Feld = die Leere hinter dem Quadrat.“ (Kasimir Malewitsch)

Orphismus - Abstaktion im Dienste der „idealen Schönheit“

Der Dichter und Kunstkritiker Guillaume Apollinaire unterschied in einem Vortrag im Jahr 1912 vier verschiedene Strömung innerhalb des Kubismus. Dabei sprach er, angeregt durch die farbenprächtigen Gemälde des Künstlers Robert Delaunay, von einem „orphischen“ Kubismus. Delaunay hingegen lehnte den Begriff für seine Gemälde entschieden ab.
Apollinaire entwickelte seinen Ansatz dennoch zur Idee des Orphismus weiter. Darunter verstand er eine Malerei, die sich von der Wiedergabe der äußeren Realität löste und eine „ideale Schönheit“ zum Ausdruck brachte. Als einer der ersten beschrieb er damit eine vollkommen abstrakte Kunst, in der sich kubistische, futuristische und expressionistische Ansätze verbinden (→ Futurismus). Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs beendete den Versuch, den Orphismus als radikale Avantgarde-Bewegung zu etablieren.

Dennoch waren diese von Paris ausgehenden abstrakten Tendenzen bedeutend für die Entwicklung der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts in Europa. So setzten sich die Maler des Blauen Reiter intensiv mit dem Werk von Robert Delaunay auseinander und rezipierten seine facettierte Wirklichkeitsauffassung. Darunter befanden sich beispielsweise Paul Klee, Franz Marc, August Macke und Heinrich Campendonck, die sich in unterschiedlicher Weise der Abstraktion öffneten.

Rayonismus

Neben Wassily Kandinskys Improvisationen, Frantisek Kupkas Fugen und Kasimir Malewitschs suprematistische Arbeiten bildet die Kunst von Natalja Gontscharowa und Michail Larionow die großen Eckpfeiler der ungegenständlichen Malerei zu Beginn der 1910er Jahre. Die beiden russischen Künstler suchten nach Darstellungsmöglichkeiten des Lichts mit den Mitteln der Malerei. Entscheidende Impulse für die abstrahierenden Tendenzen des Rayonismus gingen von Kubismus, italienischem Futurismus und Orphismus aus. Charakteristisch in diesen Werken ist eine Beschleunigung der Bildsituation, das prismatische Zersplittern und die grafische Verdichtung der Bildfläche. Anfangs unterzogen die Künstler den Gegenstand einer piktorialen Analyse. Die davor in expressivem Gestus und mit unrealistischer Farbgebung gestalteten Menschen, Tiere und Dinge wurden einem kubistischen Dynamisierungsprozess ausgesetzt.

De Stijl: Ungegenständliche Abstraktion in den Niederlanden

Wichtiger Impulsgeber wurde auch die 1917 gegründete Künstlervereinigung De Stijl, einer Gruppe Gleichgesinnter, deren Name sich vom Titel der niederländischen Zeitschrift für bildende Kunst (Oktober 1917–1931) ableitete. Gründungsmitglieder waren Theo van Doesburg (1883–1931), Piet Mondrian (1872–1944), Vilmos Huszár (1884–1960), Georges Vantongerloo (1886–1965) sowie die Architekten Robert van’t Hoff, J. J. P. Oud und Jan Wils, zudem die Maler Vilmos Huszár und Bart van der Leck, sowie der Dichter Antony Kok. 1918 wurden der Architekt Gerrit Thomas Rietveld, 1922 Cornelis van Eesteren und 1924 der Maler Friedrich Vordemberge-Gildewart aufgenommen.

De Stijl propagierte die geometrische Abstraktion (ungegenständliche Kunst) und die Reduktion auf die Grundfarben Rot, Blau und Gelb sowie die Nichtfarben Schwarz, Grau und Weiß als vollkommende Darstellungsformen für Kunst, Architektur und Design. Zudem beschäftigten sie sich mit dem Quadrat als Format und als Grundform der Kompositionen. Kunst sollte nicht abbildend, illustrativ oder erzählend sein, sondern ganz aus sich selbst herausverstehbar. Da De Stijl Künstler geometrische Formen in technisch anmutenden Kompositionen arrangierten, lässt sich die Bewegung in die Kunstrichtung des Konstruktivismus einordnen. Diese auf Rationalität und Objektivität gegründete Kunst sollte helfen, eine neue, ideale Welt zu gestalten. Ihre Werke empfanden die Künstler als Verkörperungen eines idealen Zustandes, als Realisationen idealer Harmonie. Daher beschränkte sich De Stijl nicht auf eine Kunstgattung (wie die Malerei), sondern schloss alle Formen der Lebenswirklichkeit mit ein: Mode, Architektur, Design, Kunsthandwerk.

In der Person des Kunsttheoretikers, Architekten und Malers Theo van Doesburg war De Stijl am Bauhaus in Weimar vertreten. Als umtriebiger Geist gab er den Anstoß für die Gründung der Zeitschrift und war ihr Redakteur bis zum Schluss. De Stijl wurde von Doesburg angetrieben. Gleichzeitig begann sich die Gruppe aufgrund von Meinungsverschiedenheiten aufzulösen. U. a. nahm Van Doesburg Diagonalen in seine Kompositionen auf, was Piet Mondrian kategorisch ablehnte.

„Allmählich wurde mir klar, dass der Kubismus die logischen Konsequenzen seiner eigenen Entdeckungen nicht akzeptierte; er entwickelte die Abstraktion nicht bis zur äußersten Konsequenz, dem Ausdruck der reinen Wirklichkeit.“1 (Piet Mondrian, toward the true vision of reality, 1942)

Konstruktivismus

Sowohl der Supreamtismus als auch die geometrische, ungegenständliche Kunst werden mit dem Überbegriff Konstruktivismus zusammengefasst. Zu den wichtigsten Künstlern zählen Kasimir MalewitschEl Lissitzky und László Moholy-Nagy.

Abstraktion in Paris um 1930: Cercle et Carré / Abstraction-Creation

Die Vorherrschaft des Surrealismus und der Neuen Sachlichkeit animierte die Kunstschaffenden der Abstraktion ihre Kräfte zu bündeln. Um 1930 entstanden in Paris drei Künstlergruppen, von denen „Cercle et Carré [Kreis und Quadrat]“ sowie „Abstraction-Création“ die wichtigsten sind.
Michel Seuphor und Joaquin Torres-Garcia gründeten im März 1929 die Künstlergruppe „Cercle et Carré“, der Theo van Doesburg im Sommer des gleichen Jahres die Gruppe „Art Concret“ entgegenstellte. Da beide Gruppierungen nur kurzlebig waren - ihre Organisatoren Michel Seuphor und Theo van Doesburg waren länger krank - wurde im Februar 1931 die Gruppe „Abstraction-Création“ ins Leben gerufen. Sowohl „Cercle et Carré“ als auch „Abstraction-Création“ versammelten Vertreterinnen und Vertreter der oranisch-abstrhierenden wie auch der geometrisch-gegenstandslosen Kunst, darunter Hans Arp, Sophie Taeuber-Arp, Willi Baumeister, Carl BuchheisterAlexander Calder uvm.

Abstrakter Expressionismus

Abstrakter Expressionismus | Informel

Zu den wichtigsten Formen der Abstrakten Kunst zählt der Amerikanische Abstrakte Expressionismus, dessen Hauptvertreter Lee Krasner, Jackson Pollock, Robert Motherwell u.a. waren.

Informel

Die Malerei des Informel setzte sich diametral von der Kunstdoktrin des Nationalsozialismus und Faschismus ab, womit diese Form der expressiven abstrakten Kunst zur (ebenfalls ideologisch aufgewerteten) "Weltsprache der Kunst" werden konnte. Der Name Informel leitete sich vom Französischen l'informe, dem Unförmigen, ab. Damit bezeichnet man die Formlosigkeit der Farbflecken, Farbschlieren, mit denen die Bilder gestaletet wurden. Zu den wichtigsten Malern des Informel in Deutschland zählte Ernst Wilhelm Nay, der ab den 1950er Jahren als international gefeierter Maler anerkannt wurde.

Die Künstler des Informel mussten lange auf die Wiederentdeckung ihrer Kunst warten. Nach dem Zweiten Weltkrieg galten sie als die „Modernen“. Während der 1960er Jahre wurden einige zu Professoren berufen: Carl Buchheister 1954, Hann Trier 1957, Karl Otto Götz und Thieler 1959, Hoehme 1960, Sonderborg 1965, Schumacher 1966, Dahmen 1967. Dieser Anerkennung ging ihre breitenwirksame Präsentation auf der „II. documenta '59. Kunst nach 1945“ voraus.

Pionierinnen und Pioniere der Abstrakten Kunst im frühen 20. Jahrhundert

Hauptvertreter der Abstrakten Kunst Mitte des 20. Jahrhunderts

Abstrakte Kunst der Nachkriegszeit

  • Colorfield Painting | Farbfeld Malerei
  • Informel | L'art autre
  • Konkrete Kunst
  • Op Art
  • Neo-Geo

Beiträge zur Abstrakten Kunst

20. September 2022
Willi Baumeister, Taru-Turi, 1954, Öl mit Kunstharz und Sand auf Hartfaserplatte, 54 x 65 cm (Kunstsammlungen Chemnitz-Museum Gunzenhauser, Eigentum der Stiftung Gunzenhauser, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/PUNCTUM/Bertram Kober)

Chemnitz | Museum Gunzenhauser: Willi Baumeister und sein Netzwerk Das Kreative geht dem Unbekannten kühn entgegen | 2023/24

Willi Baumeister wird als vielseitiger Akteur vorgestellt, als Künstler, Theoretiker, Lehrer, Kritiker und Sammler, sein Werk, seine Rezeption sowie sein Netzwerk.
16. September 2022
Ernst Wilhelm Nay, Mit roten und schwarzen Punkten, 1954 (Hamburger Kunsthalle. © Hamburger Kunsthalle ⁄ bpk, © Ernst Wilhelm Nay Stiftung, Köln ⁄ VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Elke Walford)

Wiesbaden | Museum Wiesbaden: Ernst Wilhelm Nay Retrospektive | 2022/23

Zu sehen sind nicht nur Ernst Wilhelm Nays berühmte Lofoten-, Scheiben- oder Augenbilder, sondern auch die in der Rhein-Main-Region entstandenen Hekate- und Fugalen Bilder.
28. August 2022
Hilma af Klint - Piet Mondrian

Den Haag | Kunstmuseum: Hilma af Klint – Piet Mondrian Natur und Übersinnliches | 2023/24

Obwohl sich die beiden Kunstschaffenden nie getroffen haben, zeigt die Ausstellung, dass ihre eigenwilligen Stile aus einer gemeinsamen Faszination für die Natur und dem Wunsch entstanden sind, die Kräfte hinter dem irdischen Leben zu verstehen.
28. August 2022
Anni und Josef Albers in Den Haag

Den Haag | Kunstmuseum: Anni und Josef Albers Farbstudien und Textilkunst | 2022

Die Ausstellung zeigt, wie sich Anni Albers zu einer wahren Pionierin der modernen Textilkunst entwickelte und Josef Albers einen künstlerischen Entwicklungsprozess durchlief, der in seiner weltberühmten „Homage to the Square“-Serie gipfelte.
31. Juli 2022
Hilma af Klint, Die zehn Größten, Nr. 1, Das Kindesalter, Detail, Gruppe IV, 1907 © Stiftelsen Hilma af Klints Verk. Foto: Albin Dahlström / Moderna Museet

Stockholm | Moderna Museet: Hilma af Klint Die zehn Größten | 2022

Hilma af Klints Gemäldeserie „The Ten Largest [Die zehn größten]“ sind im Herbst 2022 im Moderna Museet zu sehen.
24. Juli 2022
Etel Adnan, Persian, 1963/64 (Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf © Rechtsnachfolge Etel Adnan / Legal Successors to Etel Adnan, Foto Achim Kukulies

Düsseldorf | K20: Etel Adnan In Arabisch malen | 2023

2023 organisiert das K20 die erste Einzelausstellung der französisch-libanesischen Künstlerin Etel Adnan!
20. Juli 2022
Michel Majerus, Massnahmen..., 1994, Acryl auf Baumwolle, 2-tlg, gesamt 303 x 476 cm (Sprengel Museum Hannover, Leihgabe aus Privatbesitz)

Hannover | Sprengel Museum: Michel Majerus Retrospektive zum 20. Todestag | 2022

Anlässlich der 20. Wiederkehr seines Todestags widmet das Sprengel Museum dem Luxemburger Maler Michel Majerus eine umfassende Retrospektive.
17. Juli 2022
Bruno Munari & Enzo Mari, Espresso-Maschine, Modell Diamante, 1956, Hersteller: La Pavoni, Mailand, Eisen (verchromt), Messing, Perspex (Acryl)

Hagen | Emil Schumacher Museum: Emil Schumacher und die Form seiner Zeit Internationales Design des 20. Jhs | 2022

Emil Schumacher interessierte sich für Formen aller Art, von Treibholz bis zu Design-Klassikern.
12. Juli 2022
Joan Mitchell, Das Große Tal, Detail, 1983, Öl-Lw, 260.4 x 200 cm (Fondation Louis Vuitton, Paris © The Estate of Joan Mitchell © Primae / Louis Bourjac)

Paris | Fondation Louis Vuitton: Joan Mitchell Meisterin des „Abstrakten Impressionismus“ | 2022/23

Die Ausstellung vereint rund 50 großformatige und farbgewaltige Gemälde, in denen sie Erinnerungen, Landschaftseindrücke, Gefühle, Poesie und Musik verarbeitete.
12. Juli 2022
Claude Monet, Der Garten in Giverny, Detail, 1922–1926, Öl-Lw, 93 x 74 cm (Musée Marmottan Monet, Paris © Musée Marmottan Monet, Paris)

Paris | Fondation Louis Vuitton: Claude Monet – Joan Mitchell Dialog über Landschaft, Farbe und Licht | 2022/23

Anhand von etwa 60 emblematischen Werken beider Maler:innen bietet die Ausstellung eine farbintensive Reise, die von bemerkenswerten visuellen und thematischen Korrespondenzen unterbrochen wird.
12. Juli 2022
Joan Mitchell, Ausstellungsansicht The Baltimore Museum of Art, 2022

Baltimore | BMA: Joan Mitchell Abstraktion, inspiriert von Landschaft., Gefühl und Poesie | 2022

70 Werke – von selten gezeigten, frühen Gemälden und Zeichnungen bis hin zu aus mehreren Tafeln bestehenden Hauptwerken – lassen das Publikum in symphonische Farben eintauchen. Zu den Höhepunkten der Schau zählen die Bilder „To the Harbormaster“ (1956) und „South“ (1989).
10. Juli 2022
Sam Francis, Towards Disappearance, 1957 (Los Angeles County Museum of Art, Modern and Contemporary Art Council Fund, © Sam Francis Foundation, California/Artists Rights Society (ARS), New York, photo © Museum Associates/LACMA)

Los Angeles | Broad Contemporary Art Museum: Sam Francis und Japan Überfließende Leere | 2023

Erste Untersuchung zur Arbeit von Sam Francis in Bezug auf „ma“ und andere Aspekte der japanischen Ästhetik.
10. Juli 2022
Hilma af Klint, The Ten Largest [Die zehn Größten], Group IV, No. 3 Youth, 1907, Detail (Courtesy of The Hilma af Klint Foundation)

London | Tate Modern: Hilma af Klint & Piet Mondrian Pionier:innen der Abstraktion | 2023

Eine Ausstellung, die die Beziehung zwischen abstrakter Kunst und der natürlichen Welt untersucht.
7. Juli 2022
Tony Cragg, Deep Early Form, 2003, Bronze patiniert (ALBERTINA, Wien – Familiensammlung Haselsteiner © Bildrecht, Wien, 2021)

Wien | Albertina: Tony Cragg Skulpturen und Zeichnungen des Bildhauers | 2022

Erste Ausstellung des 1949 in Liverpool geborenen und in Wuppertal und Berlin lebenden Bildhauers Tony Cragg in der Albertina Wien.
10. Juni 2022
Frank Stella, Bene come il sale, 1987, Mischtechnik auf Aluminium, 238 x 227 x 157 cm (Sammlung Henkel © Frank Stella / VG Bildkunst, Bonn 2021)

Wiesbaden | Museum Wiesbaden: Frank Stella Alexej von Jawlensky-Preisträger | 2022

Frank Stella (*1936) ist der nächste Alexej von Jawlensky-Preisträger. 2022 wird er daher mit einer großen Ausstellung im Museum Wiesbaden präsentiert.
9. Juni 2022
Georges Seurat, Baumstämme spiegeln sich im Wasser (Hommage an Stéphane Mallarmé), um 1883–1884, Conté Bleistift auf Papier, 22,7 x 31 cm (Villa Flora, Winterthur; Dauerleihgabe der Hahnloser/Jaeggli Foundation, Winterthur)

Bilbao | Guggenheim: Serra / Seurat. Zeichnungen Technische Meisterschaft in Conté-Kreide | 2022

Georges Seurats Zeichnung (1859–1891) wird häufig von seiner Malerei überschattet. Für Richard Serra (* 1938) gehören sie jedoch der herausragendste Aspekt dieses Werks.
4. Juni 2022
Piet Mondrian, Tableau No. I, 1921–1925, Öl auf Leinwand, 75,5 x 65,5 cm (Fondation Beyeler, Riehen / Basel, Sammlung Beyeler © Mondrian / Holtzman Trust, c/o HCR International Warrenton, VA USA, Foto: Robert Bayer, Basel)

Riehen b. Basel | Fondation Beyeler: Mondrian „Evolution“ vom Symbolismus zur Abstraktion | 2022

Die Spätwerke Mondrians aus Sammlung der Fondation Beyeler treffen auf seiner künstlerischen Anfänge als Landschaftsmaleri, seine Entwicklung als Symbolist und "Vater" der ABstraktion bis in die 1920er Jahre.
4. Juni 2022
Hepworth mit dem Gipsmodell von „Single Form (Memorial)“, Palais de Danse, St. Ives, März 1962. Fotostudio St. Ives

Amsterdam | Rijksmuseum Gardens: Barbara Hepworth Überblick über Hepworths Nachkriegswerk

Wichtige öffentliche Werke der britischen Modernistin mit einem Schwerpunkt auf den 1960er und frühen 1970er Jahren.
3. Juni 2022
Mark Rothko, Untitled (Blue, Yellow, Green on Red), 1954 (Museum Barberini, Potsdam)

Potsdam | Museum Barberini: Die Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945 Abstrakter Expressionismus vs. Informel | 2022

Die Ausstellung untersucht das kreative Wechselspiel zwischen Abstraktem Expressionismus und informeller Malerei im transatlantischen Austausch und Dialog von Mitte der 1940er Jahre bis zum Ende des Kalten Kriegs.
25. Mai 2022
Paul Cézanne, Badende (Les Grandes Baigneuses), Detail, um 1894–1905, ÖlLw, 127.2 × 196.1 cm (© National Gallery, London)

London | National Gallery: Cézanne, Klimt, Mondrian, Picasso und die Moderne Europas Radikale Kunst nach dem Impressionismus | 2023

Die National Gallery in London zeigt mit „After Impressionism [Nach dem Impressionismus]“ in acht Räumen, wie moderne Strömungen der Klassischen Moderne fernab von Paris entwickelt wurden.
15. Mai 2022
Julio Le Parc, Lumière en mouvement, 1962–1999, Metall, Licht, Holz, 53 × 153 x 15 cm, Installationsansicht Palais de Tokyo 2013, Paris (© VG Bild-Kunst, Bonn 2021 / Foto: A. Amorin)

Krefeld | Haus Esters: Julio Le Parc Licht und Bewegung | 2022

Erste große institutionelle Einzelausstellung in Deutschland seit 1972 würdigt den Mitbegründer der G.R.A.V.-Künstlergruppe Julio Le Parc.
29. April 2022
Brigitte Kowanz

Linz | Schlossmuseum: Brigitte Kowanz ISTR (I seem to recall) | 2022

Mit Brigitte Kowanz (1957–2022) wird im Schlossmuseum Linz eine der renommiertesten und wichtigsten Künstler:innen Österreichs ausgestellt.
25. April 2022
Mark Rothko, Untitled, 1959, Öl auf Aquarellpapier (Privatsammlung © Kate Rothko Prizel and Christopher Rothko)

Washington | National Gallery of Art: Mark Rothko. Malerei auf Papier Selten gezeigte Werke erweitern den Malerei-Begriff | 2023/24

Diese Ausstellung vereint mehr als 100 von Rothkos überzeugendsten Gemälden auf Papier - bemerkenswerte Werke, die unsere Erwartungen darüber in Frage stellen, was als Malerei „zählt“, sowie populäre Vorstellungen über Rothko und seine Karriere.
23. April 2022
Helen Frankenthaler, Beginnings, Detail, 1994 (© 2022 Helen Frankenthaler Foundation, Inc. / Bildrecht Wien)

Krems | Kunsthalle Krems: Helen Frankenthaler Malerische Konstellationen | 2022

Das reichhaltige malerische Werk auf Papier stellt neben den Gemälden einen gewichtigen und eigenständigen Korpus in Frankenthalers Schaffen dar. Erste Einzelausstellung der New Yorker Künstlerin in Österreich!
3. April 2022
Sean Scully, Windows Pale Yellow, 2021 (© Secan Scully, Foto: Elisabeth Bernstein)

Neuss | Langen Foundation: Sean Scully Song of Colors | 2022

Mehr als 50 Werke von Sean Scully aus verschiedenen Schaffensphasen widmet sich in der Auswahl seiner Beziehung zur Musik.
2. April 2022
Mondrian Moves im Kunstmuseum Den Haag 2022

Den Haag | Kunstmuseum: Mondrian Moves Künstlerischer Austausch und Inspiration | 2022

Anlässlich des 150. Geburtstags von Piet Mondrian (1872–1944) organisiert das Kunstmuseum Den Haag eine inspirierende Ausstellung zu den Folgen seines Werks. Mit Arbeiten von Bridget Riley, Fred Sandback, Rob van Koningsbruggen, Bob Bonies, Isa Genzken und Remy Jungerman.
26. März 2022
Isamu Noguchi, 4.7.1947, Foto: Arnold Newman (© Arnold Newman Collection / Getty Images / INFGM / ARS – DACS)

Köln | Museum Ludwig: Isamu Noguchi Retrospektive zwischen Objektkunst und Design

Erste Retrospektive zu Leben und Werk von Isamu Noguchi zeigt erstmalig mit 150 Arbeiten aller Schaffensphasen und bringt einen experimentierfreudigen und politisch engagierten Künstler zum Vorschein.
25. März 2022
Ernst Wilhelm Nay, Akkord in Rot und Blau, 1958 (Hamburger Kunsthalle, Foto: Elke Walford)

Hamburg | Hamburger Kunsthalle: Ernst Wilhelm Nay Erste Retrospektive seit 30 Jahren

Ernst Wilhelm Nay (1902–1968) ist einer der großen deutschen Maler des 20. Jahrhunderts. Diese erste Retrospektive nach 30 Jahren wirft neues Licht auf Nay als einen prägenden Künstler seiner Zeit.
19. März 2022
Lygia Pape, Divisor (Divider), 1968, Performance im Museu de Arte Moderna, Rio de Janeiro, 1990 © Projeto Lygia Pape

Düsseldorf | K20: Lygia Pape The Skin of All | 2022

Erste Einzelausstellung zum facettenreichen Werk von Lygia Pape in Deutschland: radikale Neukonzeption der konkreten-konstruktivistischen Kunst und Aktivierung des Publikums
24. Februar 2022
Maria Bartuszová, Untitled 1985 (Tate, Presented by the Estate of Maria Bartuszová and Alison Jacques, London, 2018 © The Archive of Maria Bartuszová, Košice. Courtesy of The Estate of Maria Bartuszová, Košice, and Alison Jacques, London)

London | Tate Modern: Maria Bartuszová Delikate Gipsskulpturen mit Naturbezug | 2022

Fragile Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien der slowakischen Künstlerin Maria Bartuszová geben einen Überblick über ihr Werk seit den 1960er Jahren.
18. Februar 2022
Gego in ihrem Atelier, Caracas um 1978

Stuttgart | Kunstmuseum Stuttgart: Gego Die Architektur einer Künstlerin

Die Ausstellung im Frühjahr 2022 beschäftigt sich neben der Studienzeit von Gego in Stuttgart auch mit dem fortdauernden und engen Verhältnis ihres Werkes zur Architektur.
10. Februar 2022
Sonia Delaunay-Terk, Textilentwurfszeichnung, Detail, nach 1929, Ölkreide auf Briefpapier der Firma „Tissus Delaunay“, 31 × 25 cm (Slg. Kunstmuseen Krefeld © Pracusa)

Krefeld | Haus Lange: Sonia Delaunay und das Atelier Simultané Maison Sonia: Skizzen und Textilentwürfe | 2022/23

Erstmals werden die 2019 erworbene Skizzen und Textilentwürfe der russisch-französischen Künstlerin Sonia Delaunay-Terk (1885–1979) im Kontext ihrer Malerei sowie ihrer Interieur- und Modedesigns mit bedeutenden internationalen Leihgaben präsentiert.
10. Februar 2022
Mark Rothko, Untitled (Blue, Yellow, Green on Red), 1954 (Museum Barberini, Potsdam)

Wien | Albertina modern: Die Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945 Pollock. Rothko. Mitchell | 2022

Die Ausstellung untersucht das kreative Wechselspiel zwischen Abstraktem Expressionismus und informeller Malerei im transatlantischen Austausch und Dialog von Mitte der 1940er Jahre bis zum Ende des Kalten Kriegs.
7. Februar 2022
Etel Adnan, Arbres [Bäume], 2015, Wolle, 165 x 220 cm (Sharjah Art Foundation Collection © Etel Adnan)

Hamburg | Halle für Aktuelle Kunst: In The Heart Of Another Country Kunst des Nahen und Mittleren Ostens | 2022/23

Die zeitgenössische Kunst des Nahen und Mittleren Ostens seit den 1960er Jahren steht im Fokus der von Omar Kholeif konzipierten Ausstellung.
2. Februar 2022
Tamara de Lempicka (© Tamara de Lempicka Estate, LLC / Adagp, Paris, 2021 / photo François Fernandez)

Paris | Musée du Luxembourg: Pionierinnen. Künstlerinnen im Paris der 1920er Revolutionen in Kunst und Geschlechterbild | 2022

Künstlerinnen müssen in die Kunstgeschichte der Moderne verankert werden: vom Fauvismus zur Abstraktion, darunter Kubismus, Dadaismus und Surrealismus insbesondere, aber auch in der Welt der Architektur, des Tanzes, des Designs, der Literatur und Mode sowie der wissenschaftlichen Entdeckungen.
2. Februar 2022
Gerhard Richter vor 0165/2021, 2021, Foto David Pinzer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Dresden | Albertinum: Gerhard Richter 2022 Portraits. Glas. Abstraktionen

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Gerhard Richter Archiv ehren mit dieser Ausstellung Gerhard Richter zu seinem 90. Geburtstag.
30. Januar 2022
Imi Knoebel, Anima Mundi 81-3 Ed., 2010/11 (Sammlung Goetz, München (© the artist/VG BILD KUNST Bonn, Foto: Johannes Haslinger)

München | Sammlung Goetz: Imi Knoebel Retrospektive zum 80. Geburtstag | 2022

Gezeigt wird die gesamte Bandbreite seines künstlerischen Schaffens angefangen von den Schwarzweißfotografien aus den 1960er Jahren, über Collagen aus mehrfarbigem Papier, Objekten aus Betonguss bis hin zu seinen jüngsten Malereien in Acryl auf Aluminium.
29. Januar 2022
Dorá Maurer, Quod libet, 1991-2003

Bielefeld | Kunsthalle Bielefeld: Dóra Maurer

Dorá Maurer in Bielefeld umfasst etwa 60 Werke aus fünf Jahrzehnten in den unterschiedlichen Medien Grafik, Film, Fotografie und Malerei.
29. Januar 2022
Bernar Venet, Effondrement of Arcs, 2019, Cortenstahl, Ortsspezifische Abmessungen, Ausstellung: Lieu d’Art et Action Contemporaine (LAAC), Dünkirchen, Frankreich © Bernar Venet und VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Vincent Bijan, LAAC Dünkirchen.

Berlin | Kunsthalle Berlin: Bernar Venet 60 Jahre Performance, Bilder und Skulpturen | 2022

Dem französischen Künstler Bernar Venet (*1941) wird die bisher größte und umfangreichste Retrospektive weltweit gewidmet.
4. Januar 2022
Etel Adnan, Rihla ila Jabal Tamalpais [Voyage au Mont Tamalpais], 2008, Aquarell und Tusche auf japanischem Notizbuch, 30 x 10,5 cm x 54, Seite 30 x 567 cm (Donation Claude & France Lemand. Musée, Institut du monde arabe, Paris. © Etel Adnan. Courtesy Galerie Claude Lemand, Paris)

Metz | Centre Pompidou-Metz: Schreiben ist Zeichnen Worte und Zeichen | 2021/22

Die Ausstellung vereint kostbare alte Manuskripte, die in drei Kabinetten untergebracht sind, mit Werken zeitgenössischer Künstler:innen und Schriftsteller:innen, vor allem aus der Grafikabteilung des Centre Pompidou.
  1. Zitiert nach Hna L. C. Jaffé, De Stijl 1917–1931. Der niederländische Beitrag zur modernen Kunst, Berlin 1965, S. 54.