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Eine interessante Auswahl französischer Druckgrafik aus der Coninx-Stiftung Zürich[1]Werner Coninx (1911–1980) sammelte insgesamt 14.000 Kunstwerke aus verschiedensten Epochen und Bereichen. – von Werken der Impressionisten bis Pablo Picasso – ist derzeit in der Kunstsammlung Jena zu sehen. Wenn auch die Coninx-Stiftung in den letzten Jahren vermehrt durch „Führungsprobleme“ aufgefallen ist, so ist die Ausstellung ein positives Zeichen für den Neustart. Gezeigt werden 77 Druckgrafiken von den Impressionisten, Nabis und der Schule von Paris sowie 46 Werke von Pablo Picasso (1881–1973). Kurator Erik Stephan beleuchtet in seiner Einführung „Das Original in der Serie. Die Druckgrafik der Peintres-graveurs“ (S. 9–13) das neue Selbstverständnis, mit dem Künstler der Druckgrafik ab den 1860er Jahren begegneten. Ihm gelingt eine konzise und erhellende Einführung in das Thema, das noch immer ein Schattendasein neben der Geschichte der Malerei fristet.[2]Die untenstehenden Ausführungen folgen seinem Aufsatz und den nachgestellten Künstlerbiografien des Katalogs! Von der Reproduktion und damit Verbreitung eigner Kompositionen bis zum Experimentierfeld für Techniken und Bildfindungen reichten die Möglichkeiten druckgrafischen Gestaltens. Die Pionierrolle fällt dabei den Impressionisten zu. Pablo Picasso nutzte die Druckgrafik in Serien, um variantenreiche Antworten auf ikonografische aber auch gestalterische Fragen zu gewinnen.

 

Impressionismus und Druckgrafik – eine Wiederentdeckung

 

„Die Radierung ist in Mode.“ (Charles Baudelaire 1862)

Die Rolle der Impressionisten bei der Neubewertung der Druckgrafik kann nicht überschätzt werden. Verbindet man mit den grafischen Künsten im frühen 19. Jahrhundert vor allem die Person Francisco de Goya (1746–1828), so fanden Künstler der Romantik und des Biedermeier seltener und meist literarisch-religiöse Anlässe sich mit der reproduzierenden Kunstform zu beschäftigen. Daher waren es vor allem die Impressionistinnen und Impressionisten, die ab den 1860er Jahren die Druckgrafik – besonders die Radierung und in der Folge die Lithografie – als „künstlerische Druckgrafik“ wiederentdeckten. Darunter verstanden sie von einem Künstler selbst gefertigte und manchmal auch gedruckte Werke. Zustandsdrucke und seltene Abzüge erhielten den Status von Originalwerken. Die Stellung dieser Blätter zwischen Unikat und vervielfältigendem resp. vervielfältigtem Kunstwerk, ihre günstigeren Preise und ihre leichte Verfügbarkeit ließen Sammlerinnen und Sammler zu Originalgrafiken greifen. Dieser Bedeutungswandel lässt sich an den Vertriebswegen der Blätter nachvollziehen wie Erik Stephan herausstreicht: Waren sie anfangs in Buchhandlungen zu erwerben, verkauften zunehmend auch Galerien die Blätter. Wichtige Galeristen wie Ambroise Vollard (1866–1939) wurden sogar zu Herausgebern und Finanziers von Sammelmappen. Schlussendlich wechselten Druckgrafiksammlungen auch ihre Aufbewahrungsorte, da sie zunehmend von Museen und nicht mehr Bibliotheken erworben wurden.

 

 

Zu den gepriesenen Vorteilen der Radierungen zählten, so Charles Baudelaire (1821–1867) in „L’Eau-forte est à la Mode“[3]L’Eau-forte est à la Mode (letzter Aufruf 3.8.2016). (1862), deren persönliche Handschrift und Spontaneität. Die Unterstützung durch den wichtigen Kunstkritiker blieb den Mitgliedern der im Juni 1862 gegründeten Société des Aquafortistes[4]vom Herausgeber Alfred Cadart (1828–1875) und der Drucker Auguste Delâtre (1822–1907) initiiert. Cadart unternahm 1866/67 eine Reise nach New York, Philadelphia und Boston und transportierte mit der Gründung von „Etching clubs“ sein Pariser Erfolgsmodell nach Amerika. Unter dem Namen „Illustration nouvelle“ bis 1881, (1862–1867) auch weiterhin hold, setzte sich der Theoretiker moderner Kunst auch in den folgenden Jahren mit ihren Werken publizistisch auseinander.[5]Maler und Radierer“, in: September 1862 (letzter Aufruf 3.8.2016).. Impulsgeber für Baudelaire waren die Radierungen von James Abbott McNeill Whistler (1834–1903), die der Autor und Kunstkritiker in der Galerie von Louis Martinet gesehen hatte. Der amerikanische Künstler hatte sich ab 1858 intensiv an Radierungen gearbeitet. Baudelaires enge Freundschaft mit den Malern Gustave Courbet (1819–1877) und Henri Fantin-Latour (1836–1904), letzterer gemeinsam mit Edouard Manet ein Mitbegründer der Société des Aquafortistes, bildete einen Nukleus für die Wiederentdeckung der Druckgrafik durch die späteren Impressionist_innen, die sich in den frühen 1860er Jahren noch im Atelier von Charles Gleyre[6]Der aus der Schweiz stammende und von Paul Delaroche ausgebildete Charles Gleyre (1806–1874) arbeitete selbst im idealistischen Stil, zog sich jedoch schon 1849 vom Salon zurück. Er übernahm 1843 das Atelier von Delaroche und war ein außergewöhnlicher Lehrer mit einem Herz für mittellose Studenten. Diese bezahlten ihn nicht für seine Ratschläge, sondern beteiligten sich ausschließlich an den Kosten für Miete von Raum und Modellen. Davon profitierten Claude Monet (1840–1926), Auguste Renoir (1841–1919), Alfred Sisley (1839–1899) und auch Whistler. Charles Gleyre bewunderte schon lange vor Paul Gauguin (1848–1903), Pierre Bonnard (1867–1947) oder Maurice Denis (1870–1943) die flächige Eleganz der japanischen Holzschnittkunst. ausbilden ließen. Nach 1860 nahm die Grafik bei einigen Impressionisten einen wichtigen Stellenwert ein. Die künstlerischen Arbeiten der Vorläufer hatten sich bereits der Handzeichnung angenähert, was die Impressionist_innen noch zu steigern wussten. Dazu kam eine zunehmende Autonomie der Linie, die Themen sind dem Leben abgeschaut. Grafiken von Edouard Manet (→ Edouard Manet, der Salon und der doppelte Blick), Edgar Degas, Pissarro, Cézanne, Pierre-Auguste Renoir aus der Coninx-Sammlung verdeutlichen die stilistische Heterogenität des Impressionismus. Der Einsatz von Farben wurde interessanterweise erst ab den 1890er Jahren – also erst durch die Postimpressionisten (Nabis) – angestoßen.

„Mein lieber Théophile. Es wäre sehr nett von Dir, wenn Du einige freundliche Worte über das Unternehmen der „Radierer“ sagen würdest. Dieses ist ganz bestimmt eine sehr gute Sache, und es gibt in ihrer Sammlung Werke, die Dich bezaubern werden. Man muss wirklich diesen Einsatz zugunsten eines Genres unterstützen, der alle Trottel gegen sich hat.” (Baudelaire an Théophile Gautier)

 

 

 

„Les Nabis“ und die Druckgrafik

Im Jahr 1890 erschien das einflussreiche Kunst- und Literaturmagazin „La Revue blanche“ (1889–1903) mit Beiträgen von Marcel Proust, Stephane Mallarmé und Claude Debussy erstmals in Paris.[7]„La Revue blanche“ wurde von der Brüdern Alexander, Thaddäus und Ludwig-Alfred Natanson, Söhnen des ebenfalls in Paris wohnhaften polnischen Bankiers und Kunstsammlers Adam Natanson, herausgegeben und versammelte die literarische und musikalische Avantgarde um sich. Zu den in den folgenden Jahren wichtigsten bildenden Künstlern zählten Edouard Vuillard (1868–1940), Pierre Bonnard (1867–1947) und Henri de Toulouse-Lautrec (1864–1901), die Illustrationen und Plakate schufen und dabei der Farblithografie einen Siegeszug bescherten. Allein Vuillard hat ab 1893 insgesamt 60 Lithografen geschaffen, quantitativ übertroffen von Henri de Toulouse-Lautrec und seinen 351 Lithografien, darunter 28 Plakaten[8]Götz Adriani. Toulouse-Lautrec. Das graphische Werk. Sammlung Gerstenberg, Köln 2002, S. 11..

„Den Kühnheiten der Impressionisten und Divisionisten fügen wir Neulinge die naive Simplizität der Ausführung und die fast bis zur Karikatur gehende Vereinfachung der Form hinzu.“[9]Zitiert nach Ausst.-Kat., S. 66. (Maurice Denis alias Pierre Louis, Paris 1900)

Im Gegensatz zur Auffassung von Paul Gauguin (→ Paul Gauguin. Gemälde aus der Südsee) und der Schule von Pont-Aven zogen sich die „Nabis“-Künstler nicht aus der Großstadt in eine vermeintlich unberührte, authentische Region – Tahiti und die Bretagne – zurück. Sie fanden in Paris Inspiration und Reibungsfläche für ihre Werke, auch wenn in ihnen, wie man besonders an den Innenraum- und Gartenbildern von Pierre Bonnard sehen kann, das Intime, Zurückgezogene und Private ebenso ein Hauptthema ist (→ Der moderne Garten in der Malerei von Monet bis Matisse). Die „Nabis“ führten die durch die Auseinandersetzung mit japanischen Farbholzschnitten (→ Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan) ausgelöste Tendenz zur Verflächigung weiter. Edouard Vuillards Grafiken erscheinen manchmal so sehr in Mustern aufgelöst, dass die Menschen mit ihrer Umgebung verschwimmen. Im Gegensatz dazu feierte Maurice Denis die „Einfachheit“ der großen Form.

 

 

Ambroise Vollard – Herausgeber von Grafikmappen und illustrierten Büchern

Kurator Erik Stephan vergisst in seinem Text nicht zu erwähnen, wem die Nabis und zum Teil auch die späten Impressionisten ihren Erfolg verdankten: Zu den wichtigsten Unterstützern dieser Künstlergeneration schwang sich Ambroise Vollard (1866–1939) auf. Der promovierte Jurist richtete 1890 in seiner Mansardenwohnung am Montmartre eine Kunsthandlung ein und kaufte Drucke von Félicien Rops (1833–1898), Théophile-Alexandre Steinlen (1859–1923) und Constantin Guys (1802–1892). Schon vier Jahre später lernte er in seiner Galerie in der Rue Lafftte 6 Pierre-Auguste Renoir und Edgar Degas kennen, die er in der Folge vertrat. Neben Paul Durand-Ruel, Georges Petit und Daniel Henry Kahnweiler gehörte Vollard zu den wichtigsten Kunsthändlern der Jahrhundertwende.[10]Zusammen mit Père Tanguy, Durand-Ruel, Georges Petit und – wenig später – Daniel Henry Kahnweiler gehörte Vollard zu den bedeutendsten Kunsthändlern der Pariser Moderne:
1895 Präsentation von Werken Vincent van Goghs; Erste Einzelausstellung Cézannes mit 50 Gemälden (November) → Vincent van Gogh. Gezeichnete Bilder.
1901 Erste Ausstellung von Pablo Picasso.
1904 Erste Ausstellung von Henri Matisse.
1913 Teilnahme an der Armory Show.
1829 Vollard zog in die 10 Rue Martignac 28, wo er Kunsthandlung, Galerie, Verlag und Privatwohnung unter einem Dach vereinte.
Es ging das Gerücht, dass Ambroise Vollard nur mit Gemälden handelte, um Lithografiealben veröffentlichen zu können. So wurde er zum Pionier für aufwändige Grafikeditionen und Buchillustrationen: Pierre Bonnard, Paul Cézanne, Marc Chagall, Maurice Denis, Pierre- Auguste Renoir, Henri de Toulouse-Lautrec und Édouard Vuillard ließen ihre Werke von Vollard vertreiben. Von 1930 bis 1937 schuf Pablo Picasso einen seiner berühmtesten Grafikzyklen, die Suite Vollard, auf Auftrag seines Kunsthändlers.

 

 

Schule von Paris und die Druckgrafik

Autoren wie Walter Koschatzky konstatieren, dass die Druckgrafik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von zwei Künstlern geprägt wurde: Marc Chagall und Pablo Picasso. Wenn auch die beiden durch unglaubliche Produktivität und weite Verbreitung ihrer Kunst unzweifelhaft das Bild der Zeit bestimmten, so vergisst die Kunstsammlung Jena nicht auf die sie „flankierenden“ Künstler der sogenannten École de Paris (Schule von Paris), die sich nicht so stark ins öffentliche Bewusstsein eingebrannt haben.

Dazu zählt u. a. Georges Rouault, dessen schwarze Blätter neben den Werken von Maurice Denis zu den wichtigsten religiösen Kunstwerken der französischen Moderne zählen. Im Jahr 1903 gründete er den Salon d’Automne[11]Gemeinsam mit Frantz Jourdain (1847–1935), Albert Marquet (1875–1947), Édouard Vuillard (1868–1940), Odilon Redon (1840–1916), Paul Cézanne (1839–1906), Eugène Carrière (1849–1906) und Pierre-Auguste Renoir (1841–1919). mit und stand zeitweilig den „Fauves“ (→ Henri Matisse und die Künstler des Fauvismus) nahe. Die grafische Folge „Miserere mei, Deus, secundum magnam misericordiam tuam (Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen)“ (1916/17 und 1920–1927) entstand nach dem 51. (50.) Bußpsalm und ist Rouaults Hauptwerk. Neben den feingliedrigen Drucken von Aristide Maillol, der mit kurzen Strichen Volumen herausgearbeitet, und den Liniengrafiken von Henri Matisse wirken Rouaults Drucke wie düstere, vom Leid des Ersten Weltkriegs gezeichnete Elegien auf das menschliche Leben.

„Es macht mir unsägliche Lust, auf dem Gebiete der Graphik nach einer neuen Methode, nach einer neuen Technik zu suchen, um das, was ich fühle, genau ausdrücken zu können. Dabei kommt mir das Material von überall her zu Hilfe. Was den meisten graphischen Arbeiten fehlt, ist die Stofflichkeit. Ich habe lange geglaubt, dass es so sein müsse, aber es muss nicht so sein! Wenn man sich finden will, muss man sich suchen, aber nicht von einer vorgefassten Idee, sondern vom Stoff, vom Material her. Meine Absicht ist, auch ein graphisches Blatt in einen Gegenstand zu verwandeln, der stoffliche Eigenschaften besitzt und das Gefühl für Stofflichkeit anspricht. Ich fühle, dass ich mich auch darin verwirklichen kann, und das heißt, dass ich auf eine neue Art glücklich sein werde.“[12]Zitiert nach Ausst.-Kat., S. 102. (Georges Braque)

Die in diesem ausführlich wiedergegebenen Ausspruch anklingende Experimentierfreude fand im frühen 20. Jahrhundert in der Bereicherung druckgrafischer Techniken durch die Integration von Collagen, Umdrucken und fotomechanische Reproduktionen ihren Ausdruck. Sie lassen sich bereits für Rouault belegen und auch für Georges Braque und Pablo Picasso als integraler Bestandteil ihrer Arbeitsweisen anführen.

Der vielleicht „begabteste Kolorist“ (Guillaume Apollinaire) unter den Künstlern im Paris der 1910er Jahre ist Marc Chagall aus Witebsk. Vor allem nach seiner Flucht aus der UDSSR (→ Chagall bis Malewitsch. Russische Avantgarden) wurde er einer der beliebtesten Maler der Moderne, dessen Gesamtwerk nicht nur äußerst umfangreich, sondern auch vielseitig ist: rund 1.100 Lithografien, 123 Kupferstiche, Radierungen und Holzschnitte, 114 Bücher, Alben und Kataloge. In den Jahren 1956, 1958 und 1960 illustrierte er die Bibel. Auch für den Druckgrafiker Marc Chagall spielten Kunsthändler, die gleichzeitig Auftrag- und Herausgeber von Grafikeditionen waren, wichtige Rollen. Zu nennen sind Paul Cassirer (1871–1926) in Berlin[13]Radierungen zu einer Buchausgabe von „Mein Leben“. und Ambroise Vollard[14]Illustrationen zu „Die toten Seelen“ von Nikolai Gogol und den Fabeln von Jean de La Fontaine..

Picassos druckgrafisches Werk

Dass Pablo Picasso als Maler wie Grafiker in die Kunstgeschichte eingegangen ist, hat mit der Wandelbarkeit seines Werks zu tun. Picassos druckgrafisches Œuvre umfasst mehr als 2.000 Werke – davon sind 46 Grafiken in der Ausstellung der Kunsthalle Jena zu sehen. Der berühmte Spanier wandte alle Druckverfahren – Holzschnitt über Radierungen bis hin zu Lithografie und Linolschnitt – an und entwickelte darüber hinaus komplexe Mischtechniken.

 

 

Zu den bekanntesten Serien gehören die „Suite des Saltimbanques“ (6 Blätter in der Ausstellung) und die 100 Radierungen der „Suite Vollard“ (24 Blätter zu sehen). Wie auch in seiner Malerei beschäftigte sich Picasso in seinen Grafiken mit Themen wie dem Verhältnis zwischen Künstler, Modell und Kunstwerk, Atelierszenen, dem Kampf der Geschlechter sowie dem Minotaurus-Mythos. In seinen Darstellungen des Stierkampfs folgte er Francisco de Goya. Vor allem in den 1937 entstandenen Radierungen „Traum und Lüge Francos“ (Juni 1937) reagierte er auf den Militärputsch in seiner Heimat, verwob Stierkampf und Minotaurus-Fantasien zu Kommentaren auf den Putschisten. Die beiden Blätter wurden im Spanischen Pavillon der Internationalen Ausstellung gegenüber von „Guernica“ gezeigt und zu einem leistbaren Preis zugunsten der spanischen Republik veräußert. Neben diesem politischen Werk ist es aber vor allem das Verhältnis zum weiblichen Geschlecht, das Picasso Zeit seines Lebens umtrieb.

 

Werke der Sammlung Coninx (Auswahl)

Impressionistische Druckgrafik: Manet, Degas, Pissarro, Renoir, Cézanne – Bilder

  • Édouard Manet, Le philosophe / Der Philosoph, 1865, Radierung und Kaltnadel auf Bütten
  • Édouard Manet, Jeanne (Le printemps) / Jeanne (Der Frühling), 1882, Radierung auf Bütten: Édouard Manet (1832–1883) ließ mit rund vierzig Radierungen fast die Hälfte seiner Radierwerkes in der Société des Aquafortistes drucken. Wie Erik Stephan hervorhebt, nutzte er die Druckgrafik vor allem, um eigene Werke zu reproduzieren. Eines der schönsten Blätter ist zweifellos „Le Printemps“, ein Porträt der aufstrebenden Schauspielerin Jeanne Demarsy als Allegorie des Frühlings.
  • Édouard Manet, Olympia, um 1865/67, Radierung auf Vergé
  • Edgar Degas, E. Degas, par lui-même / Selbstporträt, 1855, Radierung auf Bütten
  • Edgar Degas, Aux Ambassadeurs / Die Botschafter, um 1877/78, Aquatinta, Weichgrundätzung, Radierung und Kaltnadel auf Japan: Edgar Degas gehört neben Camille Pissarro (1830–1903), Mary Cassatt (1844–1926), Pierre-Auguste Renoir (1841–1919) und Félix Braquemond (1833–1914) zu jenen Künstler_innen, die die Grafik mit besonderer Experimentierfreude handhabten und den Umgang mit dieser in die Nähe der Zeichnung rückten. Seine Künstlerdrucke zeichnen sich nicht nur durch eine freie Zeichnung aus, sondern dass er auch den Druck oft selbst ausführte und so noch mehr Möglichkeiten des Ausdrucks fand.
  • Edgar Degas, Au Louvre: La peinture (Mary Cassatt) / Im Louvre: Die Malerei (Mary Cassatt), um 1879/80, Aquatinta, Radierung, und Kaltnadel
  • Pierre-Auguste Renoir, Le chapeau épinglé / Der geschmückte Hut, 1898, Lithografie auf Bütten: Charakteristisch für das Werk von Pierre-Auguste Renoir ab Mitte der 1880er Jahre ist die Auseinandersetzung des Künstlers mit der französischen Malerei des 18. Jahrhunderts, mit an Watteau und Fragonard. Seine großformatige Lithografie „Besteckter Hut“ zählt zum Spätwerk des Künstlers.
  • Camille Pissarro, Gardeuse d’oies / Gänsemagd, 1888, Radierung, Aquatinta auf festem Velin: Camille Pissarro zählt zweifellos zu den produktivsten Radierern seiner Zeit. Im Jahr 1873 arbeitete er Seite an Seite mit Guillaumin und Cézanne. Die drei Impressionisten schlossen sich auch mit Dr. Gachet in Auvers-sur-Oise kurz, der zwar als Arzt von Vincent van Gogh in die Geschichte eingegangen ist, der aber auch ein begeisterter Amateur-Radierer mit eigener Druckerpresse war.
  • Camille Pissarro, Baigneuse près d’un bois / Badende am Wald, um 1896, Lithografie
  • Camille Pissarro, Les deux baigneuses / Zwei Badende, 1895, Radierung
  • Pierre-Auguste Renoir, Enfants jouant à la balle / Kinder spielen mit dem Ball, 1900, Lithografie auf Velin
  • Pierre Auguste Renoir, Trois Esquisses de Maternités / Skizzen zur Mutterschaft, o.J., Radierung, Aquatinta auf Velin
  • Paul Cézanne, Portrait du peintre A. Guillemain / Porträt des Malers A. Guillemain, 1873, Radierung auf Vergé: Paul Cézanne beschäftigte sich nur am Rande mit Druckgrafik. Im Herbst 1872 folgte Cézanne Pissarros Rat und zieht gemeinsam mit Hortense Fiquet, die am 4. Januar 1872 den gemeinsamen Sohn Paul zur Welt gebracht hat, nach Pontoise. Als er sich in der Nähe des bedeutenden Druckgrafikers aufhielt, radierte er fünf Motive auf Kupferplatten, die in der Werkstatt von Gachet abgezogen wurden. Sein „Porträt Armand Guillaumin“ zeigt den zwei Jahre jüngeren Maler (1841– 1927) wohl während eines gemeinsamen Malausfuges. Die Skizze eines Galgens in der linken oberen Ecke bezieht sich auf Cézannes Gemälde „La Maison du pendu“ in Auvers-sur-Oise. Diese 1873 entstandenen fünf Drucke, die in nur wenigen Abzügen gedruckt werden, bleiben die einzigen Radierungen im Werk Cézannes.
  • Paul Cézanne, Paysage à Auvers, entrée de ferme rue Saint-Rémy / Landschaft bei Auvers, Eingang zum Bauernhof an der Rue Saint-Rémy, 1873, Radierung auf Bütten

 


 

Druckgrafik von Paul Gauguin und den „Nabis“ (Vuillard, Bonnard, Denis)

  • Paul Gauguin, Nave Nave Fenua/Herrliches Land, 1893/94, Holzschnitt auf China: Der Holzschnitt „Nave Nave Fenua“ ist ein Blatt der 1893/94 Noa-Noa-Suite, welche die geplante Publikation seiner Autobiografie „Noa-Noa“ illustrieren sollte. Eine autorisierte Version des Buches ist nie erschienen und die Reihenfolge der Arbeiten bis heute unklar. Die ersten Abzüge der Druckstöcke hat Gauguin selbst besorgt, ein Auflage von etwa 30 Abzügen druckt der mit ihm befreundete Louis Roy, weitere Abzüge stammen von Gauguins Sohn. „Nave Nave Fenua“ zeigt eine tahitianische Eva mit einer Blume im Haar im tropischen Garten Eden. Eine Echse stellt den Teufel dar und macht aus der exotischen Frau eine christliche Eva. Der Totempfahl auf der linken Seite des Blattes zeigt eine geheimnisvolle Mischung aus organischen und geometrischen Zeichen, die an ein symbolistisches Alphabet erinnert. Es liegt nahe, im Modell für Eva Gauguins Begleiterin Teha’amana zu vermuten. Ihre Haltung und Gesten sind einem Flachrelief aus dem Tempel von Borobudur angenähert, von dem der Künstler eine Fotografie besaß.
  • Édouard Vuillard, Couverture de L’Album Paysage et Intérieurs/Umschlag des Albums Landschaften und Interieurs, 1899, Lithografie auf China: Die Lithografie „Jeux d’enfants“ von Édouard Vuillard erschien im zweiten „L’Album des Peintres-graveures“, das der Kunsthändler Ambroise Vollard 1897 in einer Mappe von 22 Blättern und in einer Auflage von 100 Exemplaren herausgab.
  • Édouard Vuillard, A travers champs/Querfeldein, 1899, Farblithografie (Pinsel und Schaber) auf China
  • Édouard Vuillard, Maternité/Mutterschaft, 1896, Lithographie auf Japan-Bütten
  • Pierre Bonnard, Affiche pour l’Exposition „Les Peintres-Graveurs“, Galerie Vollard / Plakat für die Ausstellung „Les Peintres-Graveurs“, Galerie Vollard, Paris 1896, Lithografie auf Papier über Gaze: Bereits ein Jahr nach seinem Studienbeginn an der École des Beaux-Arts und der Académie Julian gründete Pierre Bonnard gemeinsam mit Maurice Denis (1870–1943), Paul Sérusier (1864–1927), Édouard Vuillard (1868–1940) sowie Ker-Xavier Roussel (1867–1944) die Künstlergruppe „Nabis“ (Hebräisch: Propheten). Im Gegensatz zum Cloisonnismus und dem Stil der Schule von Pont-Aven begann er, auf die schwarze, alle Farbflächen zusammenfassende Umrisslinie zu verzichten. Wie am Plakat für „La Revue blanche“ (1894) zu sehen ist, konzipierten die Nabis ihre Werke aus Farbflächen, wobei Auslassungen eine große Rolle spielen. Eine Begabung im Bereich Plakatkunst ermöglichte Bonnard ab 1890 sich der Kunst zu widmen: Er hatte für 100 Francs einen Plakatentwurf an „France-Champagne“ verkauft. In Malerei und Grafik widmete sich Bonnard der Schönheit der Welt und durchmischt diese mit zum Teil intimen Einblicken in sein Privatleben.
  • Pierre Bonnard, Affiche de la „La Revue blanche“ / Plakat für „La Revue blanche“, 1894, Lithografie auf Papier über Japan
  • Pierre Bonnard, Femme assise dans son baignoire / Sitzende beim Bad, 1942, Lithografie auf Papier
  • Pierre Bonnard, Port de pêche / Fischereinhafen, um 1942–1946, Lithografie von Jacques Villon nach einer Gouachearbeit von Bonnard Lithografie auf Bütten
  • Maurice Denis, La visitation à la Villa Montrouge, Lithografie: Die Lithografie „La visitation à la Villa Montrouge“ wurde von Auguste Clot (1858–1936) in einer Auflage von 100 Exemplaren gedruckt und von Ambroise Vollard als eines von zehn Blättern in der Suite „L’Album des peintres-graveurs“ verlegt. Denis gilt als bedeutendster Erneurer der religiösen Malerei um 1900. Die nahsichtigen Frauenköpfe stellen häufig Denis‘ Frau dar, die, umgeben von friedvoller Natur in zarten Tönen, die Empfindsamkeit selbst darzustellen scheint.

 

Jules Chéret und Henri de Toulouse-Lautrec

  • Jules Chéret, Folies Bergère – La Loïe Fuller, 1893, Lithografie auf Papier über braunem Papier: → Jules Chéret. Pionier der Plakatkunst
  • Jules Chéret, Théâtre de l’Opéra – Carnaval 1894, 1893, Lithografie auf Vlies
  • Henri de Toulouse-Lautrec, Plakat La Revue blanche, 1895, Lithografie (olivgrüne Zeichnung und Blau, Rot, Schwarz; Tusche, Kreide, Schaber): Die Grafiken und Plakate von Henri de Toulouse-Lautrec beschreiben das Leben der Bohème, der Unterhaltungskünstler_innen und ihrer mehr oder weniger wohlhabenden Kunden am Monmartre. Für das sicher bekannteste Plakat der einflussreichen literarisch-künstlerischen Zeitschrift „La Revue blanche“ porträtierte Toulouse-Lautrec Misia Sert (1872−1950). Sie war die Ehefrau von Thaddäus Natanson, Muse, Freundin und Förderin zahlreicher Künstler (für mehr Informationen siehe: Henri de Toulouse-Lautrec und die Fotografie).

 

Schule von Paris: Rouault, Maillol, Matisse, Chagall, Léger und Braque

  • Georges Rouault, Bella matribus detestata (Horaz/Miserere)/Die von den Müttern verfluchten Kriege (Horaz/Miserere), 1927 Radierung, Rolle, Schleifen, Aquatinta, Kaltnadel, Glättstahl, Schaber auf Velin d’Arches: Im Jahr 1916 wurde Georges Rouault von Ambroise Vollard mit einem Buchprojekt beauftragt. Sie planten unter dem Arbeitstitel „Miserere et Guerre“ zwei Bände mit jeweils fünfzig Radierungen und einem Text des Dichters André Suarès. Das Projekt blieb aus verschiedenen Gründen unvollendet. Bis 1927 hatte Georges Rouault 65 der 100 geplanten Motive in ersten Andrucken vollendet. Aber erst 1948 wurden 58 Sujets in der geplanten Auflage von 450 Exemplaren gedruckt, wobei die Vorlagen fotografisch auf Kupferplatten übertragen wurden. Damit war im frühen 20. Jahrhundert die Variationsbreite der Druckgrafik noch einmal vergrößert worden, Collagetechniken und fotomechanische Reproduktionen ergänzten die Originalzeichnungen. Rouault überarbeitete jede Platte, wodurch bis zu fünfzehn Varianten einzelner Motive entstanden.
  • Aristide Maillol, Femme nue de dos, Bras droit relevé au-dessus de la tête/Akt in Rückenansicht, den rechten Arm über dem Kopf, o. J., Lithografie auf Vergé
  • Henri Matisse, Odalisque couchée (à droite) /liegende Odaliske (nach rechts), 1923, Radierung auf Velin d’Arches: Die Druckgrafik spielt im Werk von Henri Matisse eine wichtige, wenn auch auf wenige Phasen beschränkte Rolle. Zu etwa 8.000 Zeichnungen gesellen sich 800 druckgrafische Werke und 40 illustrierte Bücher, darunter 300 Radierungen, etwa 300 Lithografen und Aquatinten, Monotypien und Linogravuren. In seinen letzten Jahren entstanden bekannte Buchprojekte, während sich der Maler und Konkurrent von Picasso mit vor allem in den Jahren von 1914 bis 1930 mit dem Drucken beschäftigte.
  • Marc Chagall, Quai de Bercy (aus Derrière le miroir/Hinter dem Spiegel), 1954, Lithografie auf Papier
  • Marc Chagall, Moise et le serpent/Moses und die Schlange, 1931–1939 (aus Chagalls Illustrationen zur Bibel), Radierung auf Papier, handkoloriert
  • Fernand Léger, Tête de jeune fille/Kopf eines Mädchens, 1952, Serigrafie auf Velin d’Arches: Das druckgrafische Werk Légers umfasst 150 Lithografien. Seine bedeutendste Arbeit in diesem Genre und zugleich ein Künstlerbuch ist „Cirque“. Die Suite umfasst 34 Original-Farblithografen und 29 Original-Lithografen in schwarz.
  • Georges Braque, Nature morte III (Verre et fruits)/Stillleben III (Glas und Früchte), 1921, Lithografie auf Lithopapier ausgeführt, auf China gedruckt, über Karton: Braques grafisches Werk setzte erst um 1911 ein und umfasst etwa 300 Radierungen, Kupferstiche, Lithografen und Buchillustrationen. Die experimentierfreudigen Arbeiten entstanden periodisch. Im Jahr 1921 wandte sich der frühere Kubist der Lithografie zu, in der er jene malerischen, stofflichen Stillleben auf Stein zeichnete und collagierte, von denen er berichtete.
  • Georges Braque, Fox, 1911, Kaltnadel auf Bütten

 

Pablo Picasso

  • Pablo Picasso, Le saltimbanque au repos/Der Gaukler in Ruhe, 1905 (aus der Folge La Suite des Saltimbanques), Kaltnadel auf Vergé d’Arches
  • Pablo Picasso, Salomé, Paris 1905 (aus der Folge La Suite des Saltimbanques), Kaltnadel auf Velin Van Gelder
  • Pablo Picasso, Femme nue à la jambe pliée/Weiblicher Akt mit angewinkelten Beinen, 1931 (aus der Suite Vollard), Radierung auf Pergament
  • Pablo Picasso, Scène bacchique au minotaure/Trinkszene mit Minotaurus, 1933 (aus der Suite Vollard), Radierung auf Montval-Bütten
  • Pablo Picasso, Rembrandt et femme au voile/Rembrandt und Frau mit Schleier, 1934 (aus der Suite Vollard) Radierung auf Montval-Bütten
  • Pablo Picasso, Rembrandt à la palette/Rembrandt mit Palette, 1934 (aus der Suite Vollard), Kaltnadel, Grabstichel, Ätzwasser auf Pergament
  • Pablo Picasso, Garçon et dormeuse à la chandelle/Junge und schlafende Frau bei Kerzenlicht, 1934 (aus der Suite Vollard), Radierung und Aquatinta auf Pergament
  • Pablo Picasso, Faune dévoilant une femme (Jupiter et Antiope, d’après Rembrandt)/Faun, eine Frau enthüllend (Jupiter und Antiope, nach Rembrandt), 1936 (aus der Suite Vollard), Aquatinta auf Montval-Bütten
  • Pablo Picasso, Sueño y mentira de Franco I/Traum und Lüge Francos I, 1937 Radierung und Aquatinta auf Vergé de Montval
  • Pablo Picasso, Sueño y mentira de Franco II/Traum und Lüge Francos II, 1937 Radierung und Aquatinta auf Montval-Bütten
  • Pablo Picasso, Femme au fauteuil IV (Pismo)/Frau auf dem Stuhl IV (Pismo), 1947 Radierung (Grabstichel) auf Pergament: Ab November 1945 wandte sich Picasso, nach ersten Lithografien in den 1920er-Jahren, in der Werkstatt von Fernand Mourlot in Paris erneut dieser Technik zu. Dabei sind so malerische Blätter wie „Figure composée II“ entstanden, die nicht nur nach Meinung von Erik Stephan zu den späten Höhepunkten in Picassos Werk zählen.
  • Pablo Picasso, La femme au fauteuil/Die Frau auf dem Stuhl, 1947 Lithografie in 6 Farben und Schwarz auf Vélin d’Arches
  • Pablo Picasso, Figure composée II/ Figürliche Komposition II, 1949 Lithografie auf Velin d’Arche

 

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Ausstellungskatalog

Erik Stephan (Hg.)
170 Seiten, 122 Abb.
ISBN 978-3-942176-88-0
Eigenverlag

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1. Werner Coninx (1911–1980) sammelte insgesamt 14.000 Kunstwerke aus verschiedensten Epochen und Bereichen.
2. Die untenstehenden Ausführungen folgen seinem Aufsatz und den nachgestellten Künstlerbiografien des Katalogs!
3. L’Eau-forte est à la Mode (letzter Aufruf 3.8.2016).
4. vom Herausgeber Alfred Cadart (1828–1875) und der Drucker Auguste Delâtre (1822–1907) initiiert. Cadart unternahm 1866/67 eine Reise nach New York, Philadelphia und Boston und transportierte mit der Gründung von „Etching clubs“ sein Pariser Erfolgsmodell nach Amerika. Unter dem Namen „Illustration nouvelle“ bis 1881,
5. Maler und Radierer“, in: September 1862 (letzter Aufruf 3.8.2016).
6. Der aus der Schweiz stammende und von Paul Delaroche ausgebildete Charles Gleyre (1806–1874) arbeitete selbst im idealistischen Stil, zog sich jedoch schon 1849 vom Salon zurück. Er übernahm 1843 das Atelier von Delaroche und war ein außergewöhnlicher Lehrer mit einem Herz für mittellose Studenten. Diese bezahlten ihn nicht für seine Ratschläge, sondern beteiligten sich ausschließlich an den Kosten für Miete von Raum und Modellen. Davon profitierten Claude Monet (1840–1926), Auguste Renoir (1841–1919), Alfred Sisley (1839–1899) und auch Whistler. Charles Gleyre bewunderte schon lange vor Paul Gauguin (1848–1903), Pierre Bonnard (1867–1947) oder Maurice Denis (1870–1943) die flächige Eleganz der japanischen Holzschnittkunst.
7. „La Revue blanche“ wurde von der Brüdern Alexander, Thaddäus und Ludwig-Alfred Natanson, Söhnen des ebenfalls in Paris wohnhaften polnischen Bankiers und Kunstsammlers Adam Natanson, herausgegeben und versammelte die literarische und musikalische Avantgarde um sich.
8. Götz Adriani. Toulouse-Lautrec. Das graphische Werk. Sammlung Gerstenberg, Köln 2002, S. 11.
9. Zitiert nach Ausst.-Kat., S. 66.
10. Zusammen mit Père Tanguy, Durand-Ruel, Georges Petit und – wenig später – Daniel Henry Kahnweiler gehörte Vollard zu den bedeutendsten Kunsthändlern der Pariser Moderne:
1895 Präsentation von Werken Vincent van Goghs; Erste Einzelausstellung Cézannes mit 50 Gemälden (November) → Vincent van Gogh. Gezeichnete Bilder.
1901 Erste Ausstellung von Pablo Picasso.
1904 Erste Ausstellung von Henri Matisse.
1913 Teilnahme an der Armory Show.
1829 Vollard zog in die 10 Rue Martignac 28, wo er Kunsthandlung, Galerie, Verlag und Privatwohnung unter einem Dach vereinte.
11. Gemeinsam mit Frantz Jourdain (1847–1935), Albert Marquet (1875–1947), Édouard Vuillard (1868–1940), Odilon Redon (1840–1916), Paul Cézanne (1839–1906), Eugène Carrière (1849–1906) und Pierre-Auguste Renoir (1841–1919).
12. Zitiert nach Ausst.-Kat., S. 102.
13. Radierungen zu einer Buchausgabe von „Mein Leben“.
14. Illustrationen zu „Die toten Seelen“ von Nikolai Gogol und den Fabeln von Jean de La Fontaine.