Erich Heckel

Erich Heckel (1883–1970) zählt zu den bedeutendsten Malern und Grafikern des deutschen Expressionismus. Der Autodidakt war Mitbegründer der Brücke in Dresden und deren Organisator. Nachdem er gemeinsam mit Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein den Expressionismus in Form des „Brücke-Stils“ (um 1909/10) entwickelt hatte, übersiedelte er 1911 nach Berlin. Mit seinen Gemälden und Druckgrafiken, vor allem Holzschnitten, prägte er die Avantgarde vor dem Ersten Weltkrieg.

Während des Ersten Weltkriegs diente Erich Heckel als freiwilliger Sanitäter in Flandern, meist Ostende. Hier traf er u.a. James Ensor. Da er für den Rücktransport verwundeter Soldaten zuständig war, konnte er die Freizeit nutzen, um zu malen. Im Gegensatz zu Max Beckmann, den er in diesen Jahren traf, setzte Erich Heckel die zerstörte flämische Landschaft als Symbol für den alles vernichtenden Krieg ein. Noch während des Ersten Weltkriegs wurden diese Bilder in Berlin ausgestellt und erhielten regen Zuspruch. Nach dem Kriegsende war Erich Heckel – wie auch seine Mitstreiter der Brücke, des Blauen Reiter und Emil Nolde – zum wichtigsten lebenden Künstler Deutschlands aufgestiegen. Er nutzte seine Position, um Werke seiner Kollegen in der Berliner Nationalgalerie unterzubringen und auf Reisen zu gehen.

Die Machtübernahme Adolf Hitlers begrüßte der Expressionist anfangs, doch schlug die Stimmung rasch um, als er 1937 auf die Liste der „Entarteten Künstler“ gesetzt und seine Bilder aus öffentlichen Sammlungen verbannt wurden. Heckel verbrachte den Zweiten Weltkrieg hauptsächlich in Berlin. 1944 wurde bei einem Bombenangriff sein Atelier samt der dort gelagerten Werke zerstört, im folgenden Jahr verbrannten zudem einige ausgelagerte Gemälde im Bergwerk in Neustaßfurt. Der Maler hatte gegen Kriegsende Zuflucht bei einem Freund in Hemmenhofen am Bodensee gefunden. In der Nachkriegszeit lehrte er an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe (1949–1955) und war Teilnehmer der documenta 1 in Kassel. Der Maler lebte von seiner Emeritierung 1955 bis zu seinem Lebensende 1970 zurückgezogen in Hemmenhofen. Während der 1960er Jahre erschienen erste Werkkataloge zu den Druckgrafiken und Gemälde.

30. Juli 2017
Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Otto Mueller beim Schach, 1913, Öl auf Leinwand, 35,5 × 40,5 cm („Brücke“-Museum, Berlin)

Erich Heckel. Biografie Leben des deutschen Expressionisten

Erich Heckel (1883–1970) zählt zu den bedeutendsten Malern und Grafikern des deutschen Expressionismus. Der Autodidakt war Mitbegründer der Brücke in Dresden und deren Organisator. Nachdem er gemeinsam mit Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein den Expressionismus in Form des „Brücke-Stils“ (um 1909/10) entwickelt hatte, übersiedelte er 1911 nach Berlin. Mit seinen Gemälden und Druckgrafiken, vor allem Holzschnitten, prägte er die Avantgarde vor dem Ersten Weltkrieg.
8. Oktober 2015
Karl Schmidt-Rottluff, Boote am Wasser (Boote im Hafen), 1913 © Courtesy of Osthaus Museum Hagen & Institut für Kulturaustausch, Tübingen.

Farbenrausch. Werke des deutschen Expressionismus Einführung in Malerei und Druckgrafik

Die Ausstellung „Farbenrausch. Meisterwerke des deutschen Expressionismus“ (Leopold Museum) bzw. „Radikal subjektiv“ (Barlach Haus Hamburg) präsentiert Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen/Deutschland. Das Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen bezieht sich in seiner Gründungsidee auf den gleichnamigen Sammler und Unterstützer der Moderne und Begründe des Folkwang Museums. Nachdem Karl Ernst Osthaus 1921 verstorben war, verkauften seine Erben Sammlung und Namen jedoch nach Essen. Der Verlust traf die Bürger der Stadt tief: Ab 1927 bauten sie eine neue Museumssammlung auf und gründeten dazu den Karl Ernst Osthaus Bund. Die zeitgenössische Multimedia Installation von Virgil Widrich am Beginn der Wiener Schau berauscht sich an den Farben der expressionistischen Werke.