Lyonel Feinigner

Wer war Lyonel Feinigner?

Lyonel Feininger (New York City 17.7.1871–13.1.1956 New York City) war ein amerikanischer Maler und Grafiker, der in Deutschland vom Karikaturisten zum freischaffenden Künstler wurde. Er verdankte dem Kontakt mit Alfred Kubin die Einladung, gemeinsam mit Franz Marc in Berlin auszustellen. Erste Ausstellungserfolge wurden mit der Berufung an das Bauhaus bestätigt, wo er Mitglied der Blauen Vier [Blue Four] wurde. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten zwang den Expressionisten, der sein Lieblingsmotiv in der Kathedrale von Gelmeroda fand, zur Rückkehr in die USA. Hier widmete er sich nach einer Phase der Eingewöhnung der Skyline von New York. Das Nachobenstreben der gotischen Kirche fand er in den Hochhäusern der Neuen Welt wieder.

Kindheit & Ausbildung

Lyonel Feininger wurde am 17. Juli 1871 als erstes Kind des Konzertgeigers Karl (Charles) Feininger und der Sängerin Elizabeth Cecilia geboren.1 Da die Eltern häufig auf Konzertreisen sind, lebte Lyonel mit einen jüngeren Schwestern Helen und Elsa bei einer befreundeten Familie in Connecticut und bei seinen Großeltern in Columbia, South Carolina.

Ab 1880 erhielt Feininger von einem Vater Geigenunterricht. Reisen führten ihn an den St. Lawrence Strom (1883) und an den Niagara (1885). Den Sommer 1886 verbrachte Lyonel Feininger mit seinen Schwestern am Lake George, Washington. Als Kind begeistert sich Léonell für moderne Technik wie Eisenbahnen, Lokomotiven, Dampfern und Brücken. Er baute selbst Schiffsmodelle und zeichnete. Im Jahr 1887 verdiente er an der New Yorker Wallstreet als Laufbursche Geld.

Mit sechzehn Jahren folgte er seinen Eltern nach Europa: Im Oktober reiste Feininger nach Deutschland und wohnte zuerst in Hamburg. Zeichenunterricht in der Hamburger Gewerbeschule. und begann Zeichenunterricht in der Hamburger Gewerbeschule zu nehmen (1887).

Im Jahr 1888 nahm Feininger mit 13 Zeichnungen an der Osterausstellung der Gewerbeschule teil. Mitte des Jahres zog er nach Berlin, wo er die Aufnahmeprüfung an der Königlichen Akademie bestand. Während er die Klasse von Ernst Hancke besuchte, fing Feininger an, Karikaturen zu zeichnen. Im Folgejahr begann er als Karikaturist für die Wochenzeitung „Humoristische Blätter“ zu arbeiten.

Anfang September 1890 schickte ihn der Vater in das Jesuiten-Colleg St. Servais nach Lüttich. Hier und in Brüssel begeisterte sich Lyonel Feininger an der Atmosphäre alter Städte und für Architektur im Allgemeinen. Im Frühsommer 1891 kehrte der Kunststudent nach Berlin zurück. Er setzte sein Studiums in der Kunstschule von Adolf Schlablitz, auch Zeichnen im Freien, fort. Nach der Schließung der Schule kehrte Feininger an die Akademie zurück. Im Jahr 1892 hielt er sich ein halbes Jahr in Paris auf, wo er an der Kunstschule von Filippo Colarossi studierte.

Schon seit dem Jahr 1889 arbeitete Lyonel Feininger als Karikaturist für die Wochenzeitung „Humoristische Blätter“, viele deutsche und amerikanische Illustrierte folgten ab 1893 wie „Harper’s Round Table“, „Harper’s Young People“, „Lustige Blätter“, „Das Narrenschiff“, „Berliner Tagblatt“ und „Ulk“ (ab 1897/98 feste Anstellung) folgten. Feininger hatte sich ab dem Jahr 1895 schnell einen Namen als Zeichner gemacht.

Werke

Lyonel Feininger wurde ab 1900 als Zeichner und Illustrator einem breiten Publikum bekannt. Seine erste Teilnahme an der Ausstellung der Berliner Secession mit Zeichnungen fand 1902 statt, 1903 wurde er wieder eingeladen. Auf der „Großen Berliner Kunstausstellung“ wurden zudem 13 seiner Karikaturen gezeigt.

Soll für die „Chicago Sunday Tribune“ sollte er noch 1906 zwei Comic-Strip Serien zeichnen. Lyonel schuf erste Zeichnungen von Gebäuden in Weimar, Tiefurt und Gelmeroda. Er unternahm seine zweite Reise nach Paris mit Julia, die an der Kunstgewerbeschule in Weimar studierte. Das Paar heiratete in London und zog nach Berlin-Zehlendorf, Königsstraße 32, wo er bis 1919 blieb.

Im Jahr 1907 kündigte Lyonel Feininger seinen Vertrag mit der „Chicago Sunday Tribune“, weil er nicht in die USA übersiedeln wollte. Am 7. April 1907 entstand sein erstes Gemälde, ein Stillleben. Bei Bernheim Jeune sah er Bilder von Vincent van Gogh und Paul Cézanne.

Ein Jahr später reiste Lyonel Feininger nach London, wo er erstmals Gemälde von William Turner sah. Dessen Stiche hatte er schon als Junge bewundert. Erste Grotesken- und Mummenschanz-Bilder entstanden (1908).

Ab 1909 hatte Lyonel Feininger eine Mitgliedschaft bei der Berliner Secession, wo er vier Zeichnungen auf der Ausstellung zeigte. Auf der Jahresausstellung der Berliner Secession 1910 war der Künstler erstmals mit einem Gemälde vertreten.

Feininger und Kubin

Ab 1900 war Feininger in der Berliner Secession vertreten, so auch 1902. Gleichzeitig stellte der Kunst-Salon Paul Cassirer an der Berliner Viktoriastraße Blätter von Alfred Kubin aus, darunter auch Zeichnungen, die im November 1903 in der „Weber-Mappe“ (Faksimile Drucke) vervielfältigt wurden. Ob die beiden schon so früh voneinander Notiz nahmen, ist jedoch nicht bekannt, erscheint aber wahrscheinlich. Eine Verbindung könnte ein Artikel von Georg Hermann hergestellt haben. Unter dem Titel „Ein Maler des Unsichtbaren“ schrieb dieser in der „Berliner Illustrirten Zeitung“ (12, 1903, H. 34) über die „Weber-Mappe“ und bildete die Blätter „Die Symphonie“ und „Die Wahrheit“ ab. In der gleichen Ausgabe waren auch Zeichnungen von Feininger reproduziert. Zudem publizierten sie gleichzeitig in der Wiener Zeitschrift „Der liebe Augustin“ (Feininger ab 1904) sowie in „Licht und Schatten. Wochenschrift für Schwarzweiss-Kunst und Dichtung“. Vor allem „Der liebe Augustin“ war für Feininger wichtig, denn hier konnte er freie Zeichnungen unterbringen, die über die bisherigen Karikaturen hinausgingen.

Auf dem Sprung zum Maler

Ab dem zweiten Halbjahr 1905 lebte Feininger in Zehlendorf bei Berlin. Zwei Jahre zuvor hatte er die Kunststudentin Julia Berg, geborene Lilienfeld, kennengelernt, für die er seine erste Ehefrau Clara Fürst, die Tochter des Malers Gustav Fürst (Heirat 1901) und die Töchter Lore (*1901) und Marianne (*1902) verließ. Im Jahr 1906 kam sein Sohn Andreas, 1909 Laurence und 1910 Theodore Lux zur Welt.

Julia half ihm aus der schöpferischen Krise und unterstützte ihn auf seinem Weg vom Karikaturisten zum freischaffenden Künstler. Im April 1907 hielt sich Feininger in Paris auf und begann, mit Ölfarben zu malen. Es entstanden ein erstes Stillleben und eine Stadtansichten. Zwar befand er sich im Auftrag der „Chicago Sunday Tribune“ in der französischen Metropole, um zwei Comic-Strip Serien zu entwerfen, doch wurde der Aufenthalt für ihn als Maler wichtig. Vor allem seine Teilnahme am Salon des Indépendants 1911, wo er Robert Delaunay und Sonia Delaunay-Terk kennenlernte, sah Feininger erstmals Gemälde des französischen Kubismus, der anfänglich wie eine Offenbarung schien.

Charakteristisch für Feiningers Auffassung ist seine Überzeugung, dass Naturformen mehr in sich bargen als nur ihr Abbild. Atmosphärische Farbphänomene und wechselnde Lichtverhältnisse interessierten den angehenden Maler, der sich über den Impressionismus und Kubismus zum „Prinzip der Monumentalität und Konzentration“2 weiterentwickelte. Indem er von der „Kristallisierung des Gesehenen“ sprach, von der Umwertung in andere Farb- und Helligkeitswerte zu monochromen Erdtönen, erschuf er einen vollkommen neuen Bildraum. Der Klang und die Symbolik seiner Farbwahl, die Transparenz der aufgetragenen Schichten, all das bewirkt eine Steigerung der Bedeutung der zersplitternden Motive.

Erst auf der Jahresausstellung der Berliner Secession 1910 trat Feininger in der Öffentlichkeit als Maler auf und beendete seine ungeliebte Tätigkeit als Karikaturist. Im Frühjahr 1911 nahm Feininger am Salon des Artistes Indépendants in Paris teil und sah dort erstmals Werke des Kubismus, auch der Kontakt zum Ehepaar Delaunay wurde für ihn wichtig. Im gleichen Jahr, in dem Kubin Kontakt zu Feininger aufnahm (1912), vollzog dieser die entscheidende künstlerische Neuausrichtung, auf der sein gesamtes weiteres Werk basierte. Die menschliche Figur, die bislang eine wichtige Rolle in seinen Erzählungen eingenommen hatte, verschwand fast völlig aus seiner Bildwelt. Zudem zergliederte er die dargestellten Objekte, vornehmlich thüringische Dorfkirchen rund um Weimar, die monumental wie gotische Kathedralen wirken.

Feininger und der Expressionismus

Im Jahr 1912 lernte Lyonel Feininger die Künstlervereinigung Die Brücke kennen, der er sich jedoch nicht anschloss. Während er an seinen ersten Architekturkompositionen arbeitete, stand er in ständiger Korrespondenz mit Karl Schmidt-Rottluff.

Gelmeroda

Lyonel Feininger bezog 1913 ein zusätzliches Atelier in Weimar. In der Umgebung liegen u. a. Gelmeroda, Hopfgarten, Tröbsdorf, Mellingen, Niedergrunstedt. Der Maler schuf erste Bilder von der Kirche von Gelmeroda. Er entwarf bemalte Eisenbahnzüge aus Holz für eine Spielzeugfabrik, deren Produktion jedoch durch Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhindert wurde.

Der Sturm und Der Blaue Reiter

Feinigers Teilnahme am „Ersten Deutschen Herbstsalon“ in der Galerie von Herwarth Walden 1913 kam auf die Einladung von Franz Marc zustande, der damit wiederum auf Empfehlung von Alfred Kubin reagierte (20. September-). Der Anschluss Feinigners an die deutsche Avantgarde führte noch im selben Mahr zum Austritt aus der Berliner Secession. Der Kontakt mit Walden intensivierte sich 1916, als ihm dieser eine Ausstellung gemeinsam mit Conrad Felixmüller anbot.

Der Netzwerker Alfred Kubin engagierte sich für Feininger, denn er berichtete im Juli 1913 seinen Künstlerfreunden vom Blauen Reiter in München von ihm. Vermutlich zeigte er ihnen jene Schwarz-Weiß-Fotografien, die Feininger seinen Briefen beigelegt hatte. Schon am 14. Juli lud ihn Franz Marc zur Teilnahme am „Ersten Deutschen Herbstsalon“ in der Galerie Der Sturm in Berlin ein. Mit dieser Gruppenausstellung erlange Feininger erste Anerkennung als Maler und konnte sogar Bilder verkaufen. Der Kontakt zu den süddeutschen Kollegen brachte Lyonel Feininger 1915 auch in Verbindung mit seinem Landsmann Marsden Hartley, der in seinem Werk Abstraktion, Kubismus und expressive Farbigkeit miteinander verband.

Nicht nur der Berliner Sammler Bernhard Koehler, sondern auch der berühmte Pariser Modeschöpfer Paul Poiret interessierte sich für seine Kunst. Den Durchbruch brachte die erste, große Einzelausstellung Feiningers mit mehr als 100 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen in der Galerie Der Sturm 1917. Die Presse äußerte sich mit Achtung, dennoch wurde Feininger zur Stadtinternierung gezwungen. Dies führte dazu, dass er 1918 mit der Arbeit an seinen Holzschnitten begann. Warum sich Feininger nach seinem letzten Brief an Kubin vom 13. März 1919 nicht wieder bei seinem Kollegen gemeldet hat, bleibt auch nach den aktuellsten Recherchen ein Rätsel. Spielte vielleicht sein Engagement am Bauhaus in Weimar eine Rolle, und dass Feininger sich hier persönlich in eine Schar von anerkannten Avantgardisten bewegte?

Dresden

Die Situation nach dem Krieg war für die Familie Feininger besonders schwierig. Sie zog sich 1918 nach Braunlage im Harz zurück. Dort begann Feininger, sich mit der Technik des Holzschnitts zu beschäftigen. In diesem Jahr entstanden über 100 Arbeiten. Für seine Kinder schnitzte er kleine Holzgfiguren.

1919 trat Lyonel Feininger der Dresdner Secession Gruppe 1919 bei. Er unterschrieb das „Programm des Arbeitsrats für Kunst“ und wurde von Walter Gropius an das Bauhaus in Weimar berufen, wo er Meister der Formenlehre in der Druckwerkstatt wurde.

Feininger am Bauhaus und die Rückkehr in die USA

Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Karriere von Feininger so richtig los. Erstmals interessierte sich mit dem Anger-Museum in Erfurt 1920 auch eine Institution für sein Werk. Das Museum stellte ihm 1923 ein Atelier zur Verfügung.

Erste Ausstellungserfolge wurden von seiner Berufung als Meister an das Bauhaus in Weimar bestätigt. Für das Bauhausmanifest fertigte Lyonel Feininger den Titelholzschnitt (1919). Die Berliner Nationalgalerie unter Ludwig Justi erwarb für die Abteilung Moderne Kunst im Kronprinzenpalais „Vollersroda III“, das später gegen „Teltow II“ ausgetauscht wurde. Zudem stellte der Maler in Berlin in der Galerie J. B. Neumann aus. Nach seiner Berufung verbrachte Feininger die Sommermonate 1920 in Thüringen, wo zahlreiche Zeichnungen der Dörfer entstanden.

Als erster „Formmeister der Druckerei“ gab Lyonel Feininger 1921 eine „1. Bauhausmappe“ mit zwölf Holzschnitten heraus. Es handelt sich hierbei um die erste Veröffentlichung des Bauhauses. Die teils schon vor seiner Bauhauszeit entstandenen Kompositionen sind besonders reich an Material- und Papierexperimenten. Noch im gleichen Jahr komponierte er seine erste Fuge, die 1924 erstmals öffentlich aufgeführt wurde. Bis 1928 entstanden weitere zwölf Fugen. Mit dem Detroit Institute of Arts erwarb das erste amerikanische Museum ein Gemälde Feiningers.

Das Bauhaus in Weimar musste 1925 aufgrund von Auseinandersetzungen mit dem Völkischen Rat schließe und und übersiedelte 1926 nach Dessau. Dort wohnten die Meister in Meisterhäusern. Feininger ließ sich von seinen Lehrverpflichtungen befreien. Die Stadt Halle beauftragte ihn 1929, eine Stadtansicht als Geschenk an die Stadt Magdeburg zu malen. Feininger arbeitete in einem Atelier im Turm der Moritzburg. Bis 1931 entstanden elf Gemälde im Turm der Moritzburg; die Stadt Halle erwarb die gesamte Serie und stellte sie im Kuppelsaal der Moritzburg aus.

Den Urlaub 1922 verbrachte Lyonel Feininger gemeinsam mit Gropius und Kandinsky in Timmendorf. Ab 1924 reiste er im Sommer nach Deep (für zwölf Jahre).

Die Blauen Vier

Im November 1924 gründete Lyonel Feininger gemeinsam mit Wassily Kandinsky, Paul Klee und Alexej von Jawlensky die Künstlergruppe „Die blaue Vier“ in Weimar. Ein Jahr später stellten sie erstmals in New York aus.

Jeremy Abbott und Alfred Barr Jr. besuchten Feininger 1927 in Dessau und luden ihn zur Teilnahme an der Ausstellung „19 Living Americans“ (1929) im MoMA ein. Dort wurde Lyonel Feininger erstmals als amerikanischer Künstler bezeichnet!

Erfolg und Emigration

Der künstlerische und wuirtschaftliche Erfolg Lyonel Feiningers gipfelt in mehreren Ausstellungen Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre:

  • 1928 waren 13 Gemälde Feiningers in der Ausstellung „Deutsche Kunst aus Berliner Privatbesitz“ im Kronprinzenpalais zu sehen.
  • 1931 organisierte das Folkwang-Museum in Essen Feiningers erste umfangreiche Retrospektive anlässlich seines 60. Geburtstags. Die Ausstellung mit Gemälden und Zeichnungen wurde von der Nationalgalerie in den Räumen des Kronprinzenpalais verändert übernommen.

Hatte die Berliner Nationalgalerie noch 1931 eine groß angelegte Retrospektive abgehalten, so musste Feininger mit seiner Frau Julia Dessau im März 1933 verlassen. Das Paar zog im Herbst nach Berlin, wo es anfangs bei Freunden wohnte und 1934 eine Wohnung in Berlin-Siemensstadt mietete.

USA

Vermutlich vermittelte Galka Scheyer Lyonel Feininger 1936 einen Sommerkurs am Mills College in Oakland, Kalifornien, den dieser auf Einladung vom Kunsthistoriker Alfred Neumeyer antreten konnte. Feininger brach in Begleitung von Julia nach 49 Jahren erstmals wieder in sein Heimatland auf. Am 6. Mai fuhr das Paar von Hamburg nach New York und weiter nach San Diego, Kalifornien. Neumeyer organisierte Feiningers erste Einzelausstellung in den USA am Mills College und in San Francisco. Das Ehepaar Feininger wohnte bei Galka Scheyer in Los Angeles. Rückreise über Hamburg und Stockholm, Ende des Jahres trafen sie wieder in Berlin ein.

Eine neuerliche Einladung des Mills College bewogen die Feiningers - Julia war jüdischer Abstammung - 1937 nach Amerika auszuwandern. Am 11. Juni verließen sie Europa und kamen am 17. Juni in New York an. Nach dem Sommerkurs übersiedelte Lyonel Feininger nach New York. In Deutschland wurden über 400 Werke aus Museen konfisziert, 19 davon waren auf der Wanderausstellung „Entartete Kunst“ zu sehen. Hermann Klumpp verwahrte einen Teil der Bilder in Quedlinburg. Neumeyer organisierte eine erste Wanderausstellung mit Stationen in Seattle, Santa Barbara, Los Angeles und Portland (Oregon).

1938 zogen Lyonel Feiinger und seine Frau in eine Wohnung in der 235 East 22nd Street, New York City, die sie bis zu seinem Lebensende bewohnten. Im Auftrag für die New Yorker Weltausstellung entwarf er zwei Wandbilder für das Marine Transportation Building und das Masterpieces of Art Building, was ihm über anfängliche finanzielle Schwierigkeiten hinweghalf (1939). Die Sommermonate verbrachten sie - wie meist - auf dem Lande in Falls Village, Connecticut. Die ersten Ölgemälde, die im Herbst 1939 entstanden, sind noch ganz von Erinnerungen deutscher Städte und der Ostsee inspiriert. Jedoch wandte sich der Maler zunehmend den Wolkenkratzer Manhattans zu und machte sie zu seinem neuen Bildmotiv (1940).

Im Jahr 1941 begann die regelmäßige Zusammenarbeit mit der Curt Valentin Gallery in New York. Im Folgejahr nahm Lyonel Feininger an der Ausstellung „Artists for Victory“ im Metropolitan Museum of Art vertreten. Mit „Gelmeroda XIII“ gewann er den Ankaufspreis.

Eine Retrospektive 1944 im Museum of Modern Art in New York - gemeinsam mit Marsden Hartley - festigte Feiningers Ruf als Avantgardisten. In seinen späten Gemälden näherte er sich der Abstraktion an. Ab 1944 führte er einen intensiven Briefwechsel mit Mark Tobey (1890–1976), dem Wegbereiter des Amerikanischen Expressionismus. Auch diese beiden Maler trafen einander nur drei Mal innerhalb von zwölf Jahren, schrieben einander jedoch über 80 Briefe.

Als Lyonel Feininger einen Sommerkurs 1945 am Black Mountain College in North Carolina leitete, traf er Walter Gropius wieder und schloss Freundschaft mit dem Musikwissenschaftler Alfred Einstein, dem Vetter von Albert Einstein.

Die Bedeutung Feiningers lässt sich an seiner Wahl zum Präsidenten der Federation of American Painters and Sculptors 1947 ermessen. Dem folgte 1955 die Wahl zum Ehrenpräsidenten der Federation of American Painters and Sculptors.

Im Jahr 1949 gewann Lyonel Feininger den Preis der International Exhibition des Carnegie Institutes und hatte eine Ausstellung im Institute of Contemporary Art, Boston, gemeinsam mit Jacques Villon. Danach entwarf er für den Passagierdampfer Constitution ein Wandbild (1950). Nun wurden Aquarelle im Verhältnis zu Ölgemälden immer wichtiger.

Tod

Bereits 1948 musste sich Feininger einer schweren Operation unterziehen.

Am 15. Januar 1956 starb Lyonel Feininger in seiner New Yorker Wohnung.

Beiträge zu Lyonel Feininger

13. Januar 2023
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Insgesamt rund 80 Gemälde, Zeichnungen, Graphiken, Fotografien, Videos und Installationen rehabilitieren den Sonnenuntergang in der Kunst von der Romantik bis ins 21. Jahrhundert.
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Lyonel Feininger: Gelmeroda, Seegelboote und die Skyline von New York Werke und Leben des deutsch-amerikanischen Malers

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8. Oktober 2015
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Farbenrausch. Werke des deutschen Expressionismus Einführung in Malerei und Druckgrafik

Die Ausstellung „Farbenrausch. Meisterwerke des deutschen Expressionismus“ (Leopold Museum) bzw. „Radikal subjektiv“ (Barlach Haus Hamburg) präsentiert Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen/Deutschland. Das Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen bezieht sich in seiner Gründungsidee auf den gleichnamigen Sammler und Unterstützer der Moderne und Begründe des Folkwang Museums. Nachdem Karl Ernst Osthaus 1921 verstorben war, verkauften seine Erben Sammlung und Namen jedoch nach Essen. Der Verlust traf die Bürger der Stadt tief: Ab 1927 bauten sie eine neue Museumssammlung auf und gründeten dazu den Karl Ernst Osthaus Bund. Die zeitgenössische Multimedia Installation von Virgil Widrich am Beginn der Wiener Schau berauscht sich an den Farben der expressionistischen Werke.
5. Juli 2015
Stein aus Licht. Kristallvisionen in der Kunst (KERBER, Cover)

Kristallvisionen in der Kunst

Kristalle und Kristallines von der Romantik bis zur Gegenwartskunst interessieren Matthias Frehner und Daniel Spanke vom Kunstmuseum Bern. In sechs Aufsätzen nähern sie sich dem Kristall und seiner Bedeutung für die bildende Kunst, von der Aufklärung im 18. Jahrhundert, der kristallinen Form als Ausgangspunkt architektonischen Denkens bis hin zur Erneuerung der Malerei im Kubismus und Expressionismus.
23. Mai 2015
Feininger / Kubin in der Albertina

Lyonel Feininger / Alfred Kubin Eine Künstlerfreundschaft

Auch wenn Lyonel Feininger und Alfred Kubin einander vermutlich nur ein einziges Mal persönlich getroffen haben, so verband sie doch zwischen dem 25. November 1912 und dem 13. März 1919 eine interessante Brieffreundschaft, die im Austausch von Blättern kulminierte.
10. Februar 2014
Wassily Kandinsky, Murnau, 1908, Ö auf Karton, Merzbacher Kunststiftung.

Expressionismus in Deutschland und Frankreich Was die deutschen Künstlern von ihren französischen Kollegen lernten

Bereits am Cover des umfassenden Katalogs wird deutlich, dass Timothy O. Benson, Kurator am LACMA und Organisator dieser Wanderausstellung, den deutsch-französischen Kunstaustausch über die Farbe definiert. Denn was der Begriff „Expressionismus“ genau beschreibt, das wussten bereits die Zeitgenossen nicht. Von Alfred Döblin bis Oskar Kokoschka reichen die Kommentatoren einer Kunstrichtung , die sich über Innerlichkeit, Mystik, Farbexperimenten und Farbexplosionen (bis ins Unrealistische), dynamischem Pinselduktus, Musikalität, Kubismus-Rezeption, Primitivismus (vom „nordischen“ Nolde, der ägyptisierenden Modersohn-Becker bis zur Rezeption afrikanischer Plastik durch die Fauves und die Brücke Künstler) u.v.m. als neu und zeitgemäß definierte.
  1. Diese Biografie basiert vor allem auf: Ruth Langenberg, Lyonel Feininger - Stationen einer Wanderung, in: Roland März (Hg.), Lyonel Feininger. Von Gelmeroda nach Manhattan. Retrospektive der Gemälde (Ausst.-Kat. Neue Nationalgalerie SMB 3.7.-11.10.1998; Haus der Kunst, München, 1.11.1998-24.1.1999), Berlin 1998, S. 14-24.
  2. Feininger 1913 über seine Kunst. Zitiert nach: Roland März, Lyonel Feininger - Der Maler, in: Roland März (Hg.), Lyonel Feininger. Von Gelmeroda nach Manhattan. Retrospektive der Gemälde (Ausst.-Kat. Neue Nationalgalerie SMB 3.7.-11.10.1998; Haus der Kunst, München, 1.11.1998-24.1.1999), Berlin 1998, S. 27-43, hier S. 33.