Helene Funke

Wer war Helene Funke?

Helene Funke (Chemnitz 3.9.1869–31.7.1957 Wien) war eine Malerin und Grafikerin der Klassischen Moderne (→ Klassische Moderne). Die in München und Paris ausgebildete Künstlerin war von Japonismus und Fauvismus beeinflusst. Ab 1913 in Wien lebend, zählt sie zu den wichtigen Protagnistinnen des farbigen Expressionismus. Während der 1920er Jahre späte auch die Neue Sachlichkeit eine wichtige Rolle für Helene Funkes Schaffen. Funke beschäftigte sich vornehmlich mit Porträts und Landschaften, schuf aber auch Frauenbilder, die bis heute viele Rätsel aufgeben.

Ab 1904 bis 1938 sind Ausstellungen in München, Berlin, Dresden, Leipzig (BUGRA 1914) und Hamburg dokumentiert; sie war auch Mitglied des Deutschen Künstlerbundes. In Frankreich pflegte sie engen Kontakt zu den Fauves und stellte u. a. mehrfach im Pariser Salon des Indépendants aus. In Wien war sie an Ausstellungen verschiedener Künstlervereinigungen beteiligt.

Kindheit

Helene Maria Funke wurde am 3. September 1869 als zweites Kind des Kaufmanns Hermann Funke und seiner Ehefrau Auguste Amalie Eleonore Helene Maria, geb. Freiin d’Orville von Löwenclau, in Chemnitz (Sachsen) geboren.1 Sie hatte vier Brüder; ihr Vater betrieb sehr erfolgreich ein Strumpfwarengeschäft. Der weitere Lebensweg der Künstlerin liegt im Dunkeln.

Ausbildung

Sicher ist, dass Helene Funke im Alter von 29 Jahren ihr Elternhaus verließ und allein nach München zog. Die Tochter einer begüterten Industriellenfamilie studierte gegen den Willen der Familie ab 1899 an der Münchner Damenakademie Malerei.2 Dort unterrichteten Friedrich Fehr (1893–1899) und Angelo Jank (1899–1901). Im Mitgliederverzeichnis scheint Funke zwischen 1899 und 1902 auf. Während der Münchner Zeit dürfte Helene Funke die Grafikerin Martha Hofrichter (1872–1960) und die Wienerin Louise Fraenkel-Hahn (1878–1939) kennengelernt haben. Zur gleichen Zeit studierten auch Gabriele Münter (1877–1962) und Käthe Kollwitz (1867–1945) an der Münchner Damenakademie; allerdings gibt es keine Hinweise, dass die Künstlerinnen einander gekannt hätten.

Helene Funkes früheste Werke zeigen sie als Anhängerin der Münchner Landschaftsmalerei, einer aufgelockerten Pleinairmalerei. Die zwischen 1903 und 1904 entstandenen Ölgemälde zeigen den Einfluss Friedrich Fehrs. Als Mitglied des Künstlerinnen-Vereins München war Funke nur von 1899 bis 1902 eingeschrieben. Dies und die Tatsache, dass sie zehn Mal die Wohnung in München wechselte (incl. mehrmonatiger Unterbrechungen), lässt sich der Schluss ziehen, dass die Malerin viel umherreiste.

Dass die Malerin bereits zuvor Unterricht genommen haben muss, zeigen ihre schnellen Erfolge: 1903 erwarb der Kunstverein von Chemnitz das Bild „Im Dorfe“ und ein Jahr später das Aquarell „Am Bodensee“ für die jährliche Verlosung. Mit dem Bild „Am Pappelbach“ nahm Funke 1904 an der „Großen Berliner Akademie-Ausstellung“ teil. Ob ihr erstes, mit 1899 datiertes Gemälde, „Haus im Park“, wirklich so früh entstanden ist, ist noch zu verifizieren. Es zeigt vor allem die Kenntnis von Paul Cézanne.

Paris (1906–1913)

Von Juni 1906 bis 1911 und mit Zwischenstationen bis 1913 lebte und arbeitete Helene Funke in Paris, in der Bretagne und Südfrankreich. Eine weitere Ausbildung Funkes ist nicht bekannt. Erstaunlicherweise wird sie von keinem deutschen Kunstschaffenden erwähnt, auch wenn sie mit Hans Purrmann bekannt oder vielleicht sogar befreundet gewesen sein dürfte. Einzig die Wiener Malerin Martha Hofrichter war ihre Freundin und wohnte mit ihr. Beide traten im Dezember 1906 der „Societé des Artistes Indépendants“ bei (1907, 1910 und 1911) und stellten auch gemeinsam am „Salon d’Automne“ aus. Helene Funke war 1908 im Herbstsalon vertreten. Aufenthalte in der Bretagne und in Südfrankreich sind wahrscheinlich und gaben Inspiration für so manches Gemälde; Dokumente fehlen aber auch hierzu.

Funke wohnte von Sommer 1906 bis Herbst 1907 in der Rue des Fleurus 27 im selben Haus wie die legendären Geschwister Leo und Gertrude Stein, die einen literarischen Salon führten, der sich zu einem legendaren Treffpunkt der künstlerischen Avantgarde entwickelt hatte. Gertrude Stein, die „Mutter der Avantgarde“, und ihr Bruder gehörten zu den bedeutendsten Mäzen*innen in Paris. Von Matisse besaßen sie „Lebensfreude“ (1905/06).

Von der französischen Avantgarde lernte Helene Funke insbesondere die Vereinfachungen und die Farbenfreude eines Henri Matisse und des Fauvismus. Mit Henri Matisse soll sie befreundet gewesen sein; vermutlich kannte Funke auch Pablo Picasso. Picassos umstrittenes Meisterwerk „Les Demoiselles d’Avignon“ (Ende 1906 bis Juli 1907) inspirierte Funke zu ihrem Gemälde „Tänzerinnen“ von 1907/08.3 Pierre-Auguste Renoirs berühmtes Werk „La Loge“ und ähnliche Kompositionen von Mary Cassatt finden sich in modernerer Version in Funkes Logenbildern wieder. Ihr Strich erinnert an einem frühfauvistischen Duktus in der Art von André Derain und Maurice de Vlaminck. Ob sie auch Suzanne Valadon, die in dieser Zeit für ihre ungeschönten und direkten Frauen- und Männerakte berühmt wurde, kennenlernte, ist nicht überliefert.

Ausstellungsbeteiligungen zwischen 1909 und 1913 zeigen den (inter-)nationalen Durchbruch Funkes im Kaiserreich Deutschland: Sie war 1909 auf der Eröffnungsausstellung des König-Albert-Museums in Chemnitz vertreten. In den frühen 1910er Jahren stellte sie in Paris (2x), Hamburg (2x), Dresden (3x: 1911), Chemnitz (2x), Wien (3x), Bremen (1912) und Mannheim aus.

Wien (ab 1913)

Seit 1911 hatte Helene Funke eine Wiener Anschrift, reiste aber immer wieder nach Paris. 1913 siedelte sie endgültig nach Wien über, nahm an zahlreichen Ausstellungen teil und wohnte bis zu ihrem Tod in dieser Stadt. In diesem Jahr, 1913, ist auch ein kurzer Aufenthalt in Florenz nachweisbar. Vermutlich animierte Funkes Freundin Martha Hofrichter die Künstlerin, nach Wien zu gehen (endgültig 1913). 1916 bezog die Malerin eine Wohnung in der Papagenogasse, in der sie bis zu ihrem Tode 1957 lebte.

Die Vereinigung bildender Künstlerinnen Osterreichs, kurz VBKÖ, ernannte Helene Funke zum korrespondierenden Mitglied und lud sie bereits 1910 und 1911 zu Ausstellungen ein. 1910 debütierte sie in Wien in der großangelegten Überblicksausstellung „Die Kunst der Frau“ in der Wiener Secession, die sie aus Paris mit den zwei Werken „Kinderporträt“ und „Küstenlandschaft“ beschickte. Die Gruppenausstellung des Jahres 1911 fand in der Zedilitzhalle des Hagenbundes statt. Gezeigt wurden 200 Arbeiten von 60 zeitgenössischen Künstlerinnen, ein Schwerpunkt war dem Werk Helene Funkes gewidmet: Sie zeigte in vier Sälen insgesamt 17 Werke, 13 Ölgemälde und vier Radierungen (15.9.–5.11.1911). Während Kunstkenner sich lobend über das Werk der Wahlwienerin äußerten, spottete die Kunstkritik über die expressionistischen Werke:
Arthur Roessler, bedeutender Kunstschriftsteller, Essayist und Schiele-Freund, lehnte ihre Kunst genauso ab wie der Kunstkritiker Adalbert Franz Seligmann. Letzterer verurteilte Funkes Bilder als „schreckliche Vangoghiade“. Dies könnte dazu geführt haben, dass Helene Funke bis 1918 ihre Werke nicht mehr in Wien präsentierte.

Werke

Helene Funkes bevorzugtes Bildthema ist die emanzipierte, vielfach künstlerisch oder musisch begabte junge Frau. Funkes Frauen ruhen ganz in sich. Sie präsentieren ihre Attribute oder ihren gesellschaftlichen Status wie eine Kostbarkeit, sind oft umgeben von prächtigen Blumen oder üppigen Fruchten. Sie dominieren die Bilder, sprengen sogar den Bildrand, wie beispielsweise die „Drei Frauen“ von 1915 (Lentos Kunstmuseum Linz). Vielleicht hat Helene Funke damit sogar eine Kollegin, die junge Malerin und Sängerin Claudia Ruth Wenger (1897–1994), die zwischen 1924 und 1927, vor Funkes Freundin Ninon, mit Hermann Hesse verheiratet und mit dem Maler und Berliner Akademieprofessor Karl Hofer liiert war, dargestellt, wie Elisabeth Nowak-Taller vermutet?4 Zumindest zeigt sich die Malerin in dem Werk von Gustav Klimts 1905 entstandenem berühmtem Gemälde „Die drei Lebensalter“ inspiriert.

Erster Weltkrieg

Während des Ersten Weltkriegs beteiligte sich Helene Funke an der Ausstellung der „Foreningen Svenska Konstnarinnor“ und der VBKÖ in der Liljevalchs Konsthall im neutralen Stockholm (Januar–Februar 1917). Sie präsentierte einen ganzen Raum voller Gemälde und Aquarelle (zwölf Gemälde, 20 Aquarelle, drei Akte und vier Radierungen, die dicht und teilweise doppelreihig gehängt waren), darunter das Hauptwerk „Drei Frauen“. Dort konnte die Leuchtkraft ihres Kolorits zwar überzeugen, das Stockholms Dagblad vom 31. Janner 1917 verglich ihre Bilder (unpassenderweise) mit den erotischen Werken von Felicien Rops und Henri de Toulouse-Lautrec, während das Göteborgs Handelstidning von einer „fast perversen Betonung der Sinnlichkeit“ (25.1.) und das Stockholmstidningen „einer ausgezeichneten Unanständigkeit der Aquarelle mit den halbnackten Frauen“ (25.1.) zu berichten wussten.

Erfolge in Wien

1918 wurde Helene Funke Mitglied der Wiener Künstlergruppe „Bewegung“, geleitet von Richard Dillenz, Benedikt Fred Dolbin, Friedrich Feigl, Janina Grosmann, Frieda Salvendy, Franz Skala und Katharina Zirner. Auf der ersten Ausstellung in den Raumen des Wiener Auktionshauses Kende in der Kärntner Straße 4 zeigte sie im Juni/Juli 1918 u.a. das quadratische Gemälde „Träume“ von 1913 (Belvedere) und „Früchte“ (Privatbesitz). Benedikt Fred Dolbin war in dieser Zeit mit Ninon Dolbin verheiratet, die später die Ehefrau von Hermann Hesse wurde und in den 1920er Jahren die Kunst von Helene Funke sehr bewunderte.

„Gestern Nachmittag war ich bei Helene Funke, einer Malerin, die ich sehr liebe und verehre. Sie ist ein einsamer Mensch, nicht mehr jung, ganz arm durch die Inflation in Deutschland geworden und malt herrliche Bilder. Es tut mir so leid, dass sie als Mensch so schwach ist, sie, die doch viel starker ist als andere, weil sie selbst Welt erschaffen kann […].“5 (Ninon Dolbin in einem Brief an ihren späteren Ehemann Hermann Hesse, 28.3.1926)

Ein Jahr später, 1919, stellte Funke mit der „Freie Bewegung“ (ehemals „Bewegung“) und mit der „Freien Vereinigung“ (Abspaltung der VBKÖ) in der 54. Secessionsausstellung aus. Dort wurde erstmals ihre Kunst einer breiten Würdigung unterzogen. Verantwortlich für die Anerkennung der Malerin war der Kunsthistoriker Hans Tietze, der „die sinnliche Schönheit der Farben“ hervorhob und die „geistige Spannung hinter jener Ruhe“ betonte. 1920 erwarb der österreichische Staat das so beschriebene Hauptwerk „Musik“ (verschollen). Auch die acht weiteren Bilder, die Funke zu diesem Themenkreis bis 1925 gestaltete, sind nicht aufzufinden.

Der österreichische Maler Oskar Laske (1874–1951) verewigte Helene Funke 1923 in der großformatigen Arbeit „Das Narrenschiff“ (Belvedere, Wien) in grünem Kleid mit Hut und Palette neben Anton Hanak, Egon Schiele, Gustav Klimt, Adolf Loos, aber auch neben Hans Tietze und dessen Ehefrau Erica Tietze-Conrat. Sie steht unter dem ersten Segel auf einem gebeutelten Schiff inmitten der Wiener Kunstprominenz.

Zudem war Helene Funke Ausstellende in der Schau „Wiener Frauenkunst“ im österreichischen Museum für Kunst und Industrie (heute: MAK) (1927/28). 1926 hatten Spannungen zwischen einem konservativen und einem modernistischen Flügel innerhalb der VBKÖ schließlich unter Fanny Harlfinger-Zakucka zur Abspaltung des Verbands bildender Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen Wiener Frauenkunst geführt. Zu den Mitgliedern gehörten neben Funke u. a. Broncia Koller-Pinell, Helene von Taussig (1879–1942), Maria Cyrenius, Luise Merkel-Romée und Stephanie Hollenstein. Die von den führenden Expressionistinnen Wiens gemeinsam organisierte Ausstellung war mit an die 30 Arbeiten die umfangreichste von Helene Funke in den 1920er Jahren. Hans Ankwicz-Kleehoven wüdigte die Malerin, sie hätte

„ein wahres Farbenfeuerwerk abgebrannt, dessen pointillistischer Sprühregen sich in gleicher Weise über figurale Kompositionen, Porträts und Stillleben ergie0t und sich nur in den Landschaften zu größeren Flächen verdichtet. Man mag diese etwas aufdringliche Technik manieriert nennen, in jedem Fall ist sie persönlich und von größter Lebendigkeit, zwei Eigenschaften, die gerade bei Frauen nicht allzu häufig sind“.6

Im Jahr 1928 erhielt die Malerin für „Tobias und der Engel“ (1927) den mit 1.000 Schilling dotierten Österreichischen Staatspreis. Sie war die einzige Künstlerin unter 54 Kandidaten und einzige Frau unter den zehn Preisträgern. 1929 erwarben die Kunstsammlungen Chemnitz das Werk. Im Archiv der Kunstsammlungen Chemnitz ist ein Brief von Hans Tietze erhalten, in dem er die Malerin zu diesem Erfolg gratuliert. Die Verleihung des Staatspreises bot

„die Gelegenheit […], ein durch Schweigen begangenes Unrecht gut zu machen. […] ihr Tobias mit dem Engel [sic] […] ist in seiner dramatischen Farbstimmung die Konfession einer Frau, deren Leben ein erstaunliches Ringen um die Kunst ist. Etwas Außerordentliches, das aber nicht durch Zufall erhascht, sondern durch konzessionslose Konsequenz bezwungen ist, gibt dem farbenstarken Bild das Feierliche eines venezianischen Altmeisters; aber noch strahlender ist darin die tröstliche Selbstgewissheit – die uns so selten aus einem Kunstwerk unserer Tage anweht –, dass diese unsägliche Mühe und Undankbarkeit des Künstlerdaseins doch nicht umsonst war.“7

Helene Funke diagnostizierte selbst als Antrieb ihres Schaffens:

„Immer wachsende Probleme, in voller Hingabe zu lösen, Form, Linie, Colorismus u. noch dazu die Stärke der Innerlichkeit, der Beseeltheit, das ist das Ziel, dem ich nachgehe, zu dem aber die eiserne Kraft der Einsamkeit und Konzentration notwendig ist.“8 (Helene Funke in einem Brief an den Direktor der Kunstsammlungen Chemnitz, 22.12.1928)

Helene Funke konnte nachweislich mit Geld schlecht umgehen. Sie war, obwohl aus gut situiertem Hause stammend, nach der Inflation verarmt und lebte unter dem Existenzminimum in einem beengten Wohnraum, der zugleich ihr Atelier war. Bereits 1936 musste sich die betagte Malerin als Putzkraft ihren Lebensunterhalt verdienen. Obendrein trug Funke durch ihr sehr zurückgezogenes Leben selbst dazu bei, dass sie in Vergessenheit geriet. Spärliche Ankaufe von Sammlerinnen und Sammlern und wenige Auftragsarbeiten reichten kaum für das tägliche Überleben. So war ein Dasein in Zurückgezogenheit, Armut und Bescheidenheit vorgezeichnet. Aus den wenigen Aussagen, die uns vom Salzburger Kunstkritiker und Mentor der Künstlerin Jorg Lampe überliefert sind, wissen wir, dass Funke, die als eigensinnig galt, das einsame Leben einer Nomadin vorzog.

Zweiter Weltkrieg

Helene Funke ging in der NS-Zeit und während des Zweiten Weltkriegs in die innere Emigration, auch wenn sie Freundinnen gegenüber sich als Sympathisantin des Nationalsozialismus outete. Dieses zurückgezogene Leben verstärkte ihre „Unbekanntheit“. Zudem malte sie nur noch sehr wenig. Erstaunlich ist das Faktum, dass Helene Funkt trotz ihres avantgardistischen Malstils nicht als „entartete Künstlerin“ diffamiert wurde.

Späte Jahre und Tod

1946 erwarb die hochbetagte Helene Funke die österreichische Staatsbürgerschaft. Die Galerie Welz (bzw. Galerie Würthle, 1948) und das Wiener Konzerthaus (1949) organisierten eine Einzel- und eine umfassende Kollektivausstellung zu Helene Funke in Wien. In einer Galerie in Zell am See stellte sie etwas 104 Bilder aus. 1955 erhielt sie den Professorentitel.

Am 31. Juli 1957 starb Helene Funke im Alter von 88 Jahren.

Wiederentdeckung von Helene Funke

Eine Wiederentdeckung Helene Funkes nahm 1998 im Wiener Kunsthandel Hieke ihren Anfang. Begleitend zu dieser Retrospektive entstand auch der erste Katalog zu Funkes Œuvre, eine weitere wichtige Quelle ist die ausstellungsbegleitende Publikation zur Funke-Ausstellung im Lentos, Linz (3.5.–11.9.2007). Im Jahr 2018 fand die erste Retrospektive in Deutschland, in ihrer Geburtsstadt Chemnitz in den Kunstsammlungen Chemnitz, statt (4.11.2018–13.1.2019).

Helene Funkes Werk gelangt durch museale Anerkennung zusehends wieder in die öffentliche Wahrnehmung. Ihre Verdienste um den Frühexpressionismus halten Einzug in den kunsthistorischen Kanon. Anfang 2016 waren Werke von ihr in der Gemeinschaftsausstellung „Einfühlung und Abstraktion. Die Moderne der Frauen in Deutschland“ in der Kunsthalle Bielefeld zu sehen. Bei der Ausstellung „Stadt der Frauen“ 2019 im Belvedere Wien wurde ihr Werk ebenfalls umfangreich präsentiert .

Literatur zu Helene Funke

  • Elisabeth Nowak-Thaller, Helene Funke. Emanzipation und Ekstase, in: Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien 1900–1938, hg. v. Stella Rollig und Sabine Fellner (Ausst.-Kat. Unteres Belvedere, Wien, 25.1.–19.5.2019), München 2019, S. 125–129.
  • Helene Funke (1869–1957), hg. Lentos (Ausst.-Kat. Lentos Kunstmuseum Linz, 4.5.–11.9.2007), Nürnberg 2007.

Beiträge zu Helene Funke

15. Mai 2021
ARTE, Lost Women Art

ARTE | LOST WOMEN ART. Ein vergessenes Stück Kunstgeschichte Erstausstrahlung am 9. Juni 2021 im TV

Zweiteilige Dokumentationsreihe von Susanne Radelhof zu Künstlerinnen des späten 19. und 20. Jahrhunderts. Hier findest du Einführungen zu allen Künstlerinnen.
26. März 2019
Helene Funke, Träume, Detail (© Belvedere, Wien)

Künstlerinnen in Wien von 1900 bis 1938. Stadt der Frauen Belvedere zeigt weibliches Kunstschaffen von der Wiener Moderne bis Neuer Sachlichkeit

Im Kanon der Kunstgeschichte werden sie bis heute kaum genannt. Jene Künstlerinnen, die zur Zeit der Wiener Moderne und der Ersten Republik in Österreich mit ihren Werken einen wesentlichen Beitrag zum Kunstgeschehen geleistet haben, wie z.B. Elena Luksch-Makowsky, Broncia Koller-Pinell, Helene Funke oder Erika Giovanna Klien.
4. November 2018
Helene Funke, Drei Frauen (Drei Mädchen), Detail, 1915, Öl/Lw, 98 x 81 cm (Lentos Kunstnumseum Linz)

Chemnitz | Kunstsammlungen am Theaterplatz: Helene Funke Erste Ausstellung der Expressionistin in Deutschland

Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentierten die erste Einzelausstellung mit Werken der in Chemnitz geborenen Malerin Helene Funke (1869–1957) in Deutschland. Einige der etwa 60 Gemälde, Grafiken und Zeichnungen galten als verschollen und wurden erstmals weltweit öffentlich gezeigt.
31. Oktober 2015
Dora Hitz, Kirschenernte, Detail

Bielefeld | Kunsthalle Bielefeld: Künstlerinnen der Moderne in Deutschland Einfühlung und Abstraktion. Die Moderne der Frauen

Unter dem Titel „Einfühlung und Abstraktion. Die Moderne der Frauen in Deutschland“ präsentierte die Kunsthalle Bielefeld malerische Werke von Künstlerinnen seit Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre und führte in ausgewählten Positionen bis zur Malerei der Gegenwart.
24. Februar 2014
Franz Lerch, Mädchen mit Hut, 1929, Öl auf Leinwand, 80 x 60 cm © Belvedere, Wien.

Kunst in Wien und Berlin (1900-1935) Kunst zweier Metropolen

Gemeinsam mit der Berlinischen Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur erarbeitete das Belvedere die reiche Schau „Wien – Berlin. Kunst zweier Metropolen“. Der zeitliche Horizont spannt sich hierbei von den Secessionsbildungen 1897 in Wien und 1898 in Berlin bis in die frühen 30er-Jahre, d.h. stilistisch vom Jugendstil über den Expressionismus, hin zu Dada, Konstruktivismus und Neue Sachlichkeit.
  1. Biografische Daten siehe: Peter Funke, Die Rätsel im Leben uns Werk der Malerin Helene Funke, in: Helene Funke (1869–1957), hg. Lentos (Ausst.-Kat. Lentos Kunstmuseum Linz, 4.5.–11.9.2007), Nürnberg 2007, S. 23–34.
  2. Als Helene Funke ihr Malereistudium in München begann, gab es dort 192 Mitglieder und 323 außerordentliche Mitglieder. Die außerordentlichen Mitglieder befanden sich noch in Ausbildung. Siehe: Sabine Plakolm-Forthuber, Die Malerin Helene Funke und ihr künstlerisches Umfeld, in: Helene Funke (1869–1957), hg. Lentos (Ausst.-Kat. Lentos Kunstmuseum Linz, 4.5.–11.9.2007), Nürnberg 2007, S. 71–82, hier S. 72.
  3. Tamara Loitfellner, Zu den Frauenbildern Helene Funkes, in: Helene Funke (1869–1957), hg. Lentos (Ausst.-Kat. Lentos Kunstmuseum Linz, 4.5.–11.9.2007), Nürnberg 2007, S. 173–183, hier S. 174.
  4. Elisabeth Nowak-Taller, Helene Funke. Emanzipation und Ekstase, in: Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien 1900–1938, hg. v. Stella Rollig und Sabine Fellner (Ausst.-Kat. Unteres Belvedere, Wien, 25.1.–19.5.2019), S. 131–135, hier S. 126.
  5. Zit. nach Ninon Hesse, Lieber Vogel. Briefe an Hermann Hesse, Frankfurt a. M. 2000, S. 84. Siehe auch: Helene Funke (Ausst.-Kat., LENTOS Kunstmuseum Linz), Linz 2007, S. 34.
  6. Hans Ankwicz-Kleehoven, Wiener Frauenkunst, in: Die Österreicherin, I. Jg. (1928, Nr. 2), S. 4.
  7. Zit. n. S. 32–33.
  8. Zit. nach: Expressiv weiblich. Helene Funke, hg. v. Frederic Busmann und Viola Weigel (Ausst.-Kat., Kunstsammlungen Chemnitz), Chemnitz 2018, S. 10f.