Oskar Kokoschka

In den Karikaturen beklagt er die Zerstörung von Menschlichkeit, Kultur als Folge von Macht- und Profitgier von politischen Entscheidungsträgern. Mit der von ihm 1953 in Salzburg gegründeten Schule des Sehens wollte er sich direkt an junge Kunstschaffende wenden. Sie sollten das Sehen üben und dadurch ein Verständnis für die Welt und das eigene Tun entwickeln.

Prometheus-Triptychon: Hades und Persephone - Apokalypse - Prometheus-Sage

„Gestern habe ich den letzten Strich (Axthieb mochte ich fast sagen) an meinem Deckengemälde getan, und nun bin ich verzweifelt wie schon viele, viele Jahre nicht. Dass etwas fertig ist, woran man nicht die geringste Kleinigkeit andern kann, kommt einem so wie ein Überfall vor. […] Ein Trost bloß, dass auch ein Uccello, der die Perspektive für die Renaissancewelt erfunden hat aus einer geistigen Not heraus, ebenso wenig verstanden wurde. […] Dies ist vielleicht ein letztes großes Werk, vielleicht mein bestes, und Seilern weis nicht ganz, was er da besitzt.“1 (Oskar Kokoschka in einem Brief an Josef Paul Hodin)

 

„Europäer sein heißt immer wieder, den Barbaren in sich selber bekämpfen, „man ist nicht Mensch, weil man zur Welt kam, Mensch muss man immer wieder erst werden“, so sagte ein griechischer Philosoph. Dies ist der Inhalt meines Bildes. Die Figur der Freiheit wendet sich jedem Beschauer zu, der an dem Bild entlang geht, sie streckt ihm ihre Hand entgegen. […] meine beste Arbeit.“2

Beiträge zu Oskar Kokoschka

5. April 2019
Oskar Kokoschka, Das rote Ei, Detail, 1940–1941, Öl/Lw, 61 x 76 cm (National Gallery in Prague, © Fondation Oskar Kokoschka, Vevey / 2017 ProLitteris, Zürich)

Oskar Kokoschka: Eine Retrospektive Österreichischer „Expressionist. Migrant. Europäer“ auf dem Prüfstand

Oskar Kokoschka (1886–1980) zählt zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein nachhaltiges Erbe für die Kunstproduktion der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart ist unbestritten und dennoch rätselhaft.
30. April 2014
Oskar Kokoschka. Humanist und Rebell, Cover des Ausstellungskatalogs Wolfsburg 2014, HIRMER.

Oskar Kokoschka. Humanist und Rebell Porträts von Mensch und Tier

Noch unter der Herausgeberschaft des jüngst verstorbenen Markus Brüderlin (1958-2014) legt das Kunstmuseum Wolfsburg einen Ausstellungskatalog zu „Oskar Kokoschka. Humanist und Rebell“ vor. Das Haus feiert mit dieser Schau sein 20jähriges Bestehen und beleuchtet in elf Kapiteln Leben und Werk des international gefeierten Expressionisten. Als Rebell der Vorkriegszeit etablierte sich Oskar Kokoschka in Österreich und Deutschland innerhalb der Avantgarde, um nach schwerer Verwundung im Ersten Weltkrieg eine Professur in Dresden anzutreten. Während der Mensch schon immer im Zentrum von Kokoschkas Werk stand, wurden die Kriegserlebnisse zum Auslöser einer besonders offensichtlichen, humanistischen Haltung in den folgenden Jahrzehnten. Kokoschkas Porträts von Mensch und Tier ist diese Schau gewidmet.
4. Oktober 2013
Trude Fleischmann, Oskar Kokoschka und Olda Palkovska, London 1939 © Universität für angewandte Kunst Wien, Oskar Kokoschka-Zentrum

Oskar Kokoschka. Werke und Fotografien Ausstellung "Das Ich im Brennpunkt"

Zirka 230 Fotografien, 30 Gemälde und 50 Arbeiten auf Papier von und mit Oskar Kokoschka (1886–1980), so die Bilanz der Herbstausstellung des Leopold Museums, Wien. Das Kuratorenteam Tobias G. Natter, Franz Smola, Patrick Werkner und Bernadette Reinhold wählten aus den ca. 5.000 erhaltenen Aufnahmen, die Dr. Olda Kokoschka (1915–2004) der Universität für angewandte Kunst in Wien hinterlassen hat, knapp 230 zum Werdegang und zur medialen Wirkung des berühmten Künstlers aus und ergänzten sie durch wichtige Leihgaben aus aller Welt. Der Titel „Kokoschka – Das Ich im Brennpunkt“ fokussiert auf die repräsentative Funktion der Medien: Im Zentrum steht Kokoschka, Fotografien und Kunst gewähren einen Einblick in dessen Leben von seinen Postkartenentwürfen für die Wiener Werkstätte über die berühmten Städteansichten bis zum späten Gemälde „Amor und Psyche“ und der Lithografiefolge „Jerusalem Faces“ (1973).
12. April 2008
Oskar Kokoschka, Das rote Ei, 1940/1941, Öl auf Leinwand © Fondation Oskar Kokoschka/VBK, Wien 2008 (Národní Galerie, Prag)

Oskar Kokoschka. Exil und neue Heimat (1934–1980) Flucht und politische Bilder

Dem „enfant terrible“, dem „Oberwildling“ der Wiener Kunstszene kurz nach 1900 widmet die Albertina eine umfassende Schau, die nicht die epochalen Neuerungen am Beginn seiner Karriere in den Mittelpunkt stellt, sondern das Werk seiner zweiten Lebenshälfte thematisiert. Unter dem Titel „Exil und neue Heimat“ wurden 167 Arbeiten, davon 90 Grafiken aus dem Bestand der Albertina, zusammengetragen, um die künstlerische Position eines der ganz Großen der europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts neu zu bewerten. Fernab der zeitgleichen Auseinandersetzung der internationalen Nachkriegsavantgarde mit den Möglichkeiten der Abstraktion, widmete sich Kokoschka Zeit seines Lebens der figurativen Malerei, dem Malen und Komponieren mit und von Licht per se.
  1. Zit. nach: Oskar Kokoschka, Briefe III. 1934–953, hg. von Olda Kokoschka / Heinz Spielmann, Düsseldorf 1986, S. 241.
  2. zit. n. Cathérine Hug, Kokoschka revisited, in: Oskar Kokoschka – Expressionist, Migrant, Europaer. Eine Retrospektive (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich, 14.12.2018–10.3.2019; Leopold Museum, Wien, 6.4.–8.7.2019), Heidelberg 2018.