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László Moholy-Nagy: Biografie Lebenslauf und Chronologie des ungarischen Malers, Fotografen, Objektkünstlers, Filmemachers und Bauhaus-Meisters

László Moholy-Nagy, Militarismus, 1924/1940 (Museum Ludwig, Köln)

László Moholy-Nagy, Militarismus, 1924/1940 (Museum Ludwig, Köln)

László Moholy-Nagy (Bácsborsód 20.7.1895–24.11.1946 Chicago) war ein aus Ungarn stammender Künstler der Klassischen Moderne und des Konstruktivismus (→ Klassische Moderne), der am Bauhaus in Dessau und Weimar unterrichtete und dort bedeutende Werke der Fotografie, der Typografie (Typofoto) und der kinetischen Skulptur schuf. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte Moholy-Nagy in die USA, wo er in Chicago das kurzlebige New Bauhaus eröffnete. Der Konstruktivist verstand sich selbst als Maler, obschon seine Kunst sich in vielen Medien entfaltete. Er verstand es, seine vielgestaltigen Ideen und Konzepte zu publizieren, wobei der in den Büchern erkennbare Eklektizismus zum Erfolg und der Nachwirkung Moholy-Nagys beitrug.

Kindheit und Jugend

László Moholy-Nagy wurde am 20. Juli 1895 als László [Ladislaus] Weisz in Bácsborsód, Bács-Kinskun Ungarn, nahe der Serbischen Grenze geboren. Er stammte aus einer jüdischen Familie. Sein Vater Lipót [Leopold] Weisz, war Landwirt und Pächter, der die Familie kurz nach seiner Geburt verließ und angeblich in Amerika untertauchte. Seine Mutter hieß Károline Weisz, geborene Stern. László hatte insgesamt drei Brüder und zwei Schwestern.
Ab 1909 wurden László und seine Geschwister von seinem Onkel mütterlicherseits, dem christlichen, unverheirateten und einigermaßen vermögenden Anwalt Dr. Gusztáv Nagy [Groß], unterstützt. Er nahm die Familie in seinem Heim in der Stadt Ada, in der Nähe von Mohol, auf. Ihm zu Ehren nahmen die Kinder den Nachnamen Nagy an, so nannte er sich zu diesem Zeitpunkt László Nagy. Später fügte László seinem Namen auch die Stadt Mohol, heute in Serbien, an. Somit nannte er sich ab diesem Zeitpunkt László Moholy-Nagy. Das ruhige Kind genoss die große Bibliothek seines Onkels mit ungarischer, deutscher und französischer Literatur. Er zeichnete und schrieb Gedichte im Stil von Sándor Petöfi oder János Arany.

László Moholy-Nagy ist ein Cousin des Dirigenten Sir Georg Solti (1912–1997), der ursprünglich György Stern hieß. Durch die „Ungarisierung“ in den 20er Jahren, die den deutsch und deutsch-jüdischen Namensträgern nahelegte, ihre Namen zu „ungarisieren“ nannte sich seine Familie anstelle von Stern Solt, nach der Ortschaft, aus der die Familie stammte.

László besuchte bis 1913 das Gymnasium in Szeged. Dort galt sein Interesse vor allem der Literatur und der Kunst. Er schrieb Gedichte und fasste den Entschluss, Schriftsteller zu werden. Bereits 1911 druckte die lokale Zeitung Gedichte von László Moholy-Nagy.

Studium und Erster Weltkrieg

Moholy-Nagy begann 1913 Jus an der Universität von Budapest zu studieren. Zur gleichen Zeit veröffentlichte er in der „Szegedi Napló [Szeged – eine Stadt in Ungarn, Napló - Tagebuch]“, seine Gedichte. Aufgrund des Ausbruchs des 1. Weltkrieges musste er 1914 sein Studium unterbrechen.

Er wurde als Soldat der österreich-ungarischen Armee nach Galizien und an die russische Front geschickt. Zu dieser Zeit entstanden erste Kreide- und Tuschezeichnungen über das tägliche Leben an der Front. Diese Zeichnungen schickte er mit heute noch 400 erhaltenen Kriegspostkarten nach Hause. In den mit lockerer Hand skizzierten galizischen Bauern, Krankenschwestern und Verwundeten und seltenen Kreideskizzen zeigt sich seine Begeisterung für Vincent van Gogh. Im Jahr 1917 wurde Moholy-Nagy schwer verwundet; in der Folge erholte er sich in einem Lazarett und genas in Odessa. In der ungarischen Zeitschrift „Jelenkor [Gegenwart]“, veröffentlichte er erste Erzählungen und Geschichten. Ein programmatisches Gedicht beginnt mit den Worten: „Entdecke die Lichtjahre Deines Lebens“. Weiters besuchte er Abendkurse in Aktzeichnen an der Freien Kunstschule Szeged in Ungarn.

Im Jahr 1918 konvertierte László Moholy-Nagy zur ungarischen reformierten Kirche. Sein Pate war sein römisch-katholischer Freund und Kunstkritiker Ivan Hevesy. Nachdem er im September/Oktober 1918 den Kriegsdient quittiert hatte, setzte er sein Jus Studium in Budapest fort, jedoch ohne die Abschlussprüfung abzulegen.

Autodidaktische Anfänge: Kontakt zu „MA“ – Wien – Berlin

László Moholy-Nagy begann, Abendkurse in Aktzeichnen an der privaten Freien Kunstschule in Budapest zu belegen. Parallel zu seinem Jurastudium setzte er sich mit den Alten Meistern auseinander, vor allem RaffaelMichelangelo Buonarroti und Rembrandt van Rijn.

Moholy-Nagy machte Bekanntschaft mit der revolutionären Künstlergruppe „MA [Heute]“ um Lajos Kassàk (1887–1967), welche eine gleichnamige Zeitschrift herausgab. Dadurch wurde er auf avantgardistische Strömungen, wie Kubismus, Futurismus und Expressionismus aufmerksam. Vor allem der Kunstkritiker und Künstler Alfréd Kémény (1895–1945) sowie der Schriftsteller und Maler Lajos Kassák übten einen großen Einfluss auf ihn aus. Erste Ausstellungsteilnahmen in Ungarn – im Nationalsalon [Nemzeti Salon] in Budapest und in Szeged mit dem Bildhauer Sándor Gergely – bestätigten Moholy-Nagys Entschluss, Künstler zu werden. Ergy Landau [Erzsébet Landau] soll Moholy-Nagy schon 1919 überredet haben, sich eine Ernemann-Kamera 6,5 x 9 cm zu kaufen.1

Nach dem Sturz der ungarischen Räterepublik übersiedelte Moholy-Nagy Ende November 1919 nach Wien. Der junge Künstler war zwar nicht von der Pracht der Stadt, so doch von der Kunst Oskar Kokoschkas begeistert. Bereits nach sechs Wochen Aufenthalt zog Moholy-Nagy im Januar 1920 mittellos und grippekrank weiter nach Berlin.

Berlin: Entdeckung des Lichts

In Berlin lernte László Moholy-Nagy die Dada-Szene um Raoul Hausmann (1886–1971) kennen und fing an, eigene dadaistische Collagen anzufertigen. Zu seinen Freunden zählten unter anderem die Dada-Künstler Kurt Schwitters (1887–1948), Hannah Höch (1889–1978) und der „STURM“-Herausgeber und Galerist Herwarth Walden (1878–1941).
Seinen Gemälde gab Moholy-Nagy in dieser Phase Titel aus Buchstaben und Ziffern, was als Reaktion an die zunehmende Technisierung verstanden wird. Die Oberflächen der Bilder sind so glatt wie möglich gestaltet, um die menschliche Faktur, die Subjektivität des Farbauftrags möglichst zu eliminieren. Moholy-Nagys Interesse am russischen Konstruktivismus führte ihn zur Beschäftigung mit den Werken von Kasimir Malewitsch, El Lissitzky, Alexander Rodtschenko und Wladimir Tatlin. Diese regten ihn zu ersten Materialmontagen an und führten ihn zur Frage der Transparenz. Eine erste Ausstellungsbeteiligung in der Galerie Fritz Gurlitt im Oktober 1920 legt nahe, dass der ungarische Autodidakt äußerst schnell von der Berliner Avantgarde wahr- und aufgenommen wurde. Mit seinen Werken setzte er erste Impulse, die von jüngeren Künstlern wie Carl Buchheister rezipiert wurden.

1921 heiratete László Moholy-Nagy die in Prag geborene Fotografin Lucia Schulz (1894–1989), die unter dem Pseudonym Ulrich Steffen expressionistische Literatur veröffentlichte. Mit ihrem Mann war sie von 1923 bis 1928 am Bauhaus in Weimar und Dessau tätig. Anfang der 1920er Jahre begann László Moholy-Nagy Bilder im Stil des Konstruktivismus zu malen. Gut leben konnte er von seiner Arbeit als freier Künstler nicht. In seinen geometrischen Flächenbildern geht es um die Überschneidung von Raum, Objekt und Tiefe, was von der Berliner Kunstszene offensichtlich rasch als interessante Position gewertet wurde. Den in „De Stijl“ veröffentlichten „Aufruf zur elementaren Kunst – an die Künstler der Welt“ unterzeichnete László Moholy-Nagy neben Theo van Doesburg, Raoul Hausmann, Hans Arp und Ivan Puní.

Moholy-Nagys erste große Aausstellung fand 1922 in der Galerie „DER STURM“ von Herwarth Walden. Moholy-Nagy lernte durch den deutschen Architekten und Architekturkritiker Adolf Behne (1885–1948) den Gründer des Bauhauses, Walter Gropius (1883–1969), kennen. Gropius war von Moholy-Nagys Ausstellung so beeindruckt, dass er dessen Anstellung am Weimarer Bauhaus durchsetzte. László Moholy-Nagy nahm sowohl am „Ersten Internationalen Kongreß für fortschrittliche Künstler“ in Düsseldorf wie auch am „Kongress der Dadaisten und Konstruktivisten“ in Weimar teil. W#hrend eines Sommeraufenthalts mit Lucia Moholy in Rhön beschäftigte er sich erstmals mit der Technik des Fotogramms und machte erste Entwürfe für ein sog. Lichtrequisit, das später als „Licht-Raum-Modulator“ berühmt wurde. In der Zeitschrift „De Stijl“ veröffentlichte er mit dem Aufsatz „Produktion – Reproduktion“ die erste seiner vielen theoretischen Schriften. Darüber hinaus vermittelte er Konzepte Piet Mondrians an das deutsch- und ungarischsprachige Publikum.

Erste Fotogramme

Im Sommer 1922 wandte er sich der Technik der kameralosen Fotografie zu, vermittelt wurde sie ihm von seiner Frau Lucia Moholy. Auch wenn später häufig das Fotogramm mit den berühmten Aufnahmen von László Moholy-Nagy in Verbindung gebracht wurden, so hat er die Technik nicht erfunden. Sie geht zurück auf sogenannte Naturselbstdrucke des späten 18. und 19. Jahrhunderts, die etwas früher von Christian Schad (Schadografien, März 1920 in „Dada“ veröffentlicht) und Man Ray (Rayografien, ab April 1922) aufgegriffen wurde. Auslöser für die Beschäftigung damit könnten Man Rays „Champs Délicieux“ gewesen sein, die Moholy-Nagy von Tristan Tzara auf dem Konstruktivisten-Kongress 1922 in Weimar gezeigt worden sein sollen.2 Aber auch der Besuch einer Reformschule in Rhön wird als Initialzündung genannt. Von Moholy-Nagy stammt allerdings der Begriff Fotogramm, in Anlehnung an das Telegramm (ab 1925). Er begann mit Arbeiten auf einfachem Tageslicht-Auskopierpapier und erweiterte die Technik um die Dunkelkammer, Entwicklungspapier du künstliche Beleuchtung. Heute gelten die Experimente mit Objekten und Licht als Moholy-Nagys „zentrales künstlerisches Anliegen“ (Herbert Molderings).3

Zwischen Herbst 1922 und Frühjahr 1923 schuf László Moholy-Nagy in Berlin die ersten 33 seiner insgesamt 421 dokumentierten Fotogramme. Er arbeitete (noch) mit Sonnenlicht, um seine Kompositionen auf verschiedenen Objekten zu belichten. Im März 1923 druckte die amerikanischer Avantgarde-Zeitschrift „Broom“ (4,4) ein Fotogramm von László Moholy-Nagy, das sich heute im Original im National Museum of American History in Washington D.C. befindet. Der Künstler veröffentlichte zu den Bild den Essay „Light: A Medium of Plastic Expression“, in dem er seine Werke als „Licht-Kompositionen“ ansprach.4 Für ihn war Licht in der Fotografie mit der Farbe in der Malerei gleichzusetzen und somit ein eigenständiges Gestaltungsmedium. Daraus leitete er die Forderung ab, die Kamera nicht zum Festhalten, also Reproduzieren von Objekten und Szenen zu verwenden, sondern „die von uns […] gestaltete Lichterscheinung (Lichtspielmomente) zu empfangen und zu fixieren“.

László Moholy-Nagy am Bauhaus (1923–1928)

Im März 1923 wurde der 27-jährige László Moholy-Nagy an das staatliche Bauhaus berufen. Er kam als Nachfolger von Johannes Itten, wurde Formmeister der Metallwerkstatt und Leiter des Vorkurses am Bauhaus in Weimar; erblieb bis 1928. Bis zum Oktonber 1923 modernisierte er die Metallwerkstatt und reformierte den Vorkurs, unterstützt von Jungmeister Josef Albers. Damit machte er Klees Unterricht „Formenlehre“ zum festen Bestandteil der künstlerischen Grundausbildung. Als Künstler beschäftigte er sich mit konstruktivistischen Wandgestaltungen, Fotografie, Typographie (Herstellung von Druckwerken) und industrieller Formgebung. Mit Marianne Brandt gemeinsam entwickelte er beispielsweise eine Leuchtenkollektion.

Neben den älteren Künstlern Paul Klee (1879–1940), von dem er die Metallwerkstatt übernahm, Wassily Kandinsky (1866–1944), Gerhard Marcks, Lyonel Feininger und Oskar Schlemmer (1888–1943), die ebenfalls am Bauhaus lehrten, wurde Moholy-Nagy zum Innbegriff der Bauhausideologie. Er bildete seine Schülerinnen und Schüler nicht traditionell handwerklich aus, sondern wollte ihre Talente wecken. Die Metallwerkstatt sollte „Geräte herstellen, die die dringende Nachfrage nach guten Modellen für die Massenproduktion befriedigte“, erinnerte sich Xanti Schawinsky.5 Mit jugendlichem Elan leitete László Moholy-Nagy die Wende von der expressiven Handwerksphase des Bauhaus zur konstruktivistischen, frühen Produktionsphase ein (Wulf Herzogenrath).6

Für László Moholy-Nagy war Kunst ein Erziehungsmittel, das helfen sollte, sich in einer sich immer schneller bewegenden Welt, einer immer technologisierten Lebenswirklichkeit zurechtzufinden. Indem Kunst die Sinne schärft, soll die Wahrnehmung der Menschen sensibilisiert werden. Der überkommenden Vorstellung vom Künstler als Genie hielt der Humanist den „totalen Künstler“ entgegen. 1929, im letzten der 14 Bauhausbücher erschien sein „bauhausbuch – von material zu architektur“, formulierte der Künstler sein Credo:

„kunst als indirektes erziehungsmittel, das die sinne des menschen schärft und sie gegen alle möglichen überrumpelungen schützt, und zwar mit intuitiver sicherheit, vorbeugend für einen noch nicht eingetroffenen[,] aber sicher erfolgenden zustand.“7 (László Mooholy-Nagyx)

Dennoch muss betont werden, dass László Moholy-Nagy die Technik nicht nur nicht verteufelte, sondern sie als „Befreierin“ des Menschen titulierte. Allerdings müssten die Individuen zuerst wissen, wozu sie befreit werden wollten. Zu Moholy-Nagys Schülerinnen und Schülern am Bauhaus zählten: Gertrud Arndt, Marianne Brandt, Hin Bredendieck, Florence Henri, T. Lux Feininger und Xanti Schawinsky.

Bauhaus-Typografie

Moholy-Nagy wurde der Assistent von Walter Gropius; manche nannten ihn „Gropius‘ Ministerpräsident“. Gemeinsam gaben sie ab 1924 gemeinsam die sogenannten „Bauhausbücher“ (1925–1930, Albert Langen Verlag) heraus. Hierfür dürften die Kenntnisse seines Frau, Lucia Moholy, von entscheidender Bedeutung gewesen sein. Moholy-Nagys Bedeutung lässt sich auch an seinen typographischen Aktivitäten für das Bauhaus erklären: Bereits Ausstellung und begleitender Katalog zur „Ersten Bauhaus-Ausstellung“ von 1923 trumpften mit moderne Schriftgestaltung und zeitgenössisches Layout auf, die richtungsweisend für den Außenauftritt der „Marke Bauhaus“ wurden. Später erhielt diese Art der serifenlosen Schrift, asymmetrisch gebauten Doppelseiten, der grafischen Elemente zur Akzentsetzung den Namen „Bauhaustypographie“.8

„Er entwickelte eine Fülle neuer Ideen, [ohne dass der Umfang seiner Tätigkeit] die Kräfte des Malers Moholy zersplitterten; nein, alle seine erfolgreichen Bemühungen […] waren letzten Endes nur notwendige Umwege auf seinem Zug zur Eroberung eines neuen Raums in der Malerei. Hierin sehe ich seine führende Bedeutung. Der Malerei gehört seine größte Leidenschaft.“9 (Walter Gropius über László Moholy-Nagy)

Lucia Moholy betonte auf zurückhaltende Weise in „Marginalien zu Moholy-Nagy“ ihren Anteil an der Arbeit. Da László Moholy-Nagy nur unbeholfen Deutsch sprach, war die „symbiotische Arbeitsgemeinschaft“ von Lucia und László Moholy-Nagy nicht mehr unterschlagen werden:

„Das Zusammenwirken von kühner Phantasie und leidenschaftlichem Realisierungsdrang einerseits sowie abwägender Grundhaltung andererseits trug in sich Keime eines Kollektivs, aus dem, von des Künstlers ureigenster Begabung getragen, gemeinsames Denken fruchtbar werden und sich ausweiten könnte. Die sprachliche Formulierung blieb dann meist mir vorbehalten.“10

Fotogramme und Telefonbilder

„Dieses Jahrhundert gehört dem Licht. […] Die Fotografie ist die erste Form der Lichtgestaltung, wenn auch in transponierter – vielleicht gerade dadurch – fast abstrahierter Gestalt.“11 (László Moholy-Nagy 1927)

Während der Bauhaus-Jahre schuf László Moholy-Nagy seine berühmten „Telefonbilder“ und „Fotogramme“. Die „Telefonbilder“ sind in Emailtechnik ausgeführt und industriell gefertigt. Der Legende nach handelt es sich um telefonisch in Auftrag gegebene Kompositionen, die Herwart Walden in der Galerie „DER STURM“ 1924 erstmals präsentierte. Mit diesen reproduzierbaren, industriell gefertigten Werken demonstrierte Moholy-Nagy eine maximale Offenheit gegenüber der Technik und erklärte sowohl die Vorstellung des Künstlergenies wie auch des einzigartigen Kunstwerks für obsolet.

Er verfasste dazu 1925 die Schrift „Malerei Photographie Film“ (8. Band der „bauhausbücher“, 1927 wieder aufgelegt), womit er einen Fotografie-Boom auslöste. Gleichzeitig propagierte er damit die „neue visuelle Literatur“.12 Über das Fotogramm äußerte er sich 1928 in der Zeitschrift „bauhaus“ unter dem Titel „Fotografie ist Lichtgestaltung“. In „Das Deutsche Lichtbild“ erschien 1927 „Die beispiellose Fotografie“, wo er sich vom Neuen Sehen und der Arbeit von Albert Renger-Patzsch (1897–1966) distanzierte und stattdessen die abstrakten Qualitäten zeitgenössischer Fotografie betonte. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre erarbeitete sich László Moholy-Nagy ein fotografisches Werk, das noch nie gewagte Anschnitte im Porträt, steile Auf- und Untersichten, Negativdrucke, Strukturaufnahmen miteinander verbindet. Erst 1930 gab er bei Klinkhardt & Biermann in Berlin den Band „60 Fotos“ heraus, gestaltete von Jan Tschichold und mit einem Vorwort von Franz Roh, in dem er seine Fotografien, Fotogramme, Fotocollagen und Fotomontagen – letztere nannte er Fotoplastiken – nebeneinander vorstellte.

Atelier in Berlin (1928–1934)

László Moholy-Nagy verließ Anfang 1928 das Bauhaus und eröffnete in Berlin sein eigenes Atelier für Typographie und Ausstellungsgestaltung, Grafik, Bühnenbilder, Experimentalfilm, Fotomontage und Fotocollage. In der Fredericiasstraße 27 in Berlin-Charlottenburg wandte sich László Moholy-Nagy der angewandten Kunst zu, wo er von György Kepes und den Bauhaus-Schülern Hannes Neuner, Hajo Rose und Erich Comeriner unterstützt wurde. Um 1930 unternahm László Moholy-Nagy ausgedehnte Reisen nach Schweden, Norwegen und Finnland, zudem intensivierte er seine internationalen Kontakte.

Im folgenden Jahr entwarf Moholy-Nagy Bühnenbilder für die Kroll-Oper, einem Gebäudekomplex in der Nähe des Brandenburger Tores, und die Piscator-Bühne, einem Avantgardetheater in Berlin. Sowie auch Bühnenbilder für „Hoffmanns Erzählungen“ und „Madam Butterfly“. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit Lichtinstallationen. Aus dem „Lichtrequisit“ konnte er das vielbeachtete „Lichtspiel Schwarz-Weiss-Grau“ generieren. Insgesamt sind 25 Filme, Filmteile, Vorschläge oder Filmprojekte für die Berliner Zeit dokumentiert.
Ein weiteres wichtiges Projekt des Jahres 1929 war die Frauenzeitschrift „die neue linie“, die er mit Aplomb startete. In Zusammenarbeit mit Herbert Bayer entwickelte er das typografische Grundkonzept; weiters schuf er zehn, in Collage- und Spritztechnik ausgeführte Cover.

1929 trennten sich Lucia Moholy und László Moholy-Nagy. Kurze Zeit darauf ging der Künstler eine Beziehung mit der österreichischen Tänzerin und Schauspielerin Ellen Frank (1904–1999) ein. Sie war die Schwester der Schriftstellerin und Lektorin Ilse Frank (1897–1983), die ab 1923 mit Walter Gropius verheiratet war und sich ab diesem Zeitpunkt Ise Gropius nannte. Ellen Frank und Moholy-Nagy waren bis Ende 1932 ein Paar. In dieser Zeit schuf László Moholy-Nagy einige beachtliche fotografische Portraits von Ellen Frank.
Ende des Jahres 1931 wurden László Moholy-Nagy und die deutsch-amerikanische Dramaturgin, Schauspielerin und Kunsthistorikerin Sibyl Pietzsch (auch: Peach, 1903–1971) ein Paar. Ein Jahr später heirateten sie. László Moholy-Nagy hatte zwei Töchter: Hattula Moholy-Nagy (* 1933) und Claudia (1936–1971).

Auf der Werkbundausstellung „Film und Foto“ in Stuttgart 1929, war er mit 97 Werken vertreten und konnte sich auch kuratorisch betätigen: Er gestaltete ein Faltblatt zur „FiFo“ und konzipierte den ersten Raum der Ausstellung unter dem Titel: Wohin geht die fotografische Entwicklung? László Moholy-Nagy zeigte erstmals auf der Werkbundausstellung in Paris 1930 seinen „Licht-Raum-Modulator“ von 1922. Dieses heute verlorene Kunstwerk realisierte er mit der AEG. Hierbei vereinte Moholy-Nagy seine Rauminstallation mit Walter Gropius Architekturmodell und Bühnenbildern von Oskar Schlemmer. Ein Jahr später waren seine Beträge in der Ausstellung „Fotomontage“ in der Staatlichen Kunstbibliothek Berlin zu sehen, kuratiert von César Domela (1931). In den USA nahm er an der von Julien Levy 1932 in New York organisierten Schau „Modern European Photography“ teil.

Für den Technologiekonzern Jenaer Glaswerke Schott & Gen entwarf László Moholy-Nagy 1933 eine neue Werbekampagne, für die der deutsche Produktdesigner Wilhelm Wagenfeld (1900–1990) das Hauswirtschaftsglas gestaltete. Vier Jahre lang arbeitete Moholy-Nagy für die Werbeabteilung. Unter Moholy-Nagy entwarf Wagenfeld als Bauhausschüler in der Metallwerkstatt seine zeitlose halbkugelförmige Metallversion MT 8 und seine Glasglocke MT 9, die auch als Bauhaus- oder Wagenfeld-Leuchte bekannt wurde.

Im selben Jahr nahm László Moholy-Nagy in Athen am 4. CIAM [Congrés Internationaux d´architecture moderne- Internationaler Kongress für modernes Bauen] auf dem Schiff zwischen Marseille und Athen (1933) teil. Dort wurde u.a. die sogenannte „Charta von Athen“ beschlossen und über das Thema der funktionellen Stadt debattiert. László Moholy-Nagy drehte ein halbstündiges Film-Tagebuch, welches das Leben und die Arbeit an Bord – u.a mit Le Corbusier, Alvar Aalto, Luis Sert u.v.m. – dokumentiert.

Emigration nach Amsterdam und London

Aufgrund des Berufsverbots nach der Machtergreifung Adolf Hitlers und des NSDAP emigrierte László Mohoy-Nagy im Januar 1934 zunächst nach Amsterdam. Aufträge einer Druckerei sowie einer in Utrecht ansässigen Seidenmanufaktur ermöglichten Moholy-Nagy, Geld zu verdienen. Seine Frau blieb mit der gemeinsamen Tochter noch in Berlin, ehe die gesamte Familie 1935 nach England übersiedelte, wo sie bis 1937 blieb. In dieser Zeit kaufte er sich eine erste Leica, mit der er unbemerkt und schnell Fotos für eine Reihe von fotoillustrierten Büchern schoss: „Street Market of London“ (1936), „Eton Portrait“ (1937), „An Oxford University Chest“ (1938). Darüber hinaus hielt er sich mit Schaufenstern für den exklusiven Herrenausstatter Simpson of Piccadilly, Filmaufträgen, darunter „The New Architecture in the London Zoo“, und Messebau über Wasser; darüber hinaus arbeitete er als Grafikdesigner und Maler. Die neuen Bilder zeigen den Einsatz von transparenten Materialien. Moholy-Nagy stellte zusammen mit der Künstlergruppe „Abstrction-Création“ in Paris aus. In London arbeitete er als Grafikdesigner und Dokumentarfilmer. In München waren einige seiner Werke in der von den Nationalsozialisten initiierten Feme-Ausstellung „Entartete Kunst“ zu sehen.

Während des Aufenthaltes in England wurde seine zweite Tochter Claudia (1936–1971) geboren, und Sibyl Moholy-Nagy schrieb das Buch „Die unvollkommene Frau“ – eine feministisch orientierte Analyse der Stellung der Frau in der Gesellschaft. Der ungarische Filmproduzent Sir Alexander Korda (1893–1956, bürgerlich: Sándor László Kellner) beauftragte Moholy-Nagy die Lichteffekte für den Film „Things to Come [Was kommen wird]“, der auf dem Roman von H. G. Wells (1866–1946) basierte zu entwerfen. Im geschnittenen Film wurden nur 90 Sekunden von seiner Arbeit verwendet.

Moholy-Nagy in Chicago (1937–1946)

Im September 1937 emigrierte László Moholy-Nagy mit seiner Familie nach Chicago, wo er an „the new bauhaus. American School of Design“ (gegr. Oktober 1937) lehrte und die er leitete. Als Lehrer lud er Alexander Archipenko ein. Sibyl Moholy unterrichtete ebenfalls an der Schule und war auch für die Organisation der Sommerkurse verantwortlich. Konflikte um die Ausrichtung der Schule – vor allem eine Kontroverse um die Unvereinbarkeit von freier und angewandter Kunst (aus Sicht einiger Studierender) – und wirtschaftliche Probleme führten zum raschen Ende des „new bauhaus“ in Chicago. In einem Brief vom 8. Juni 1938 an Walter Gropius blickte der Lehrer Moholy-Nagy selbstkritisch zurück:

„Ich bin nämlich überzeugt, dass wir uns ganz besonders ich selbst zwischen 1920 und 1930 die technisch-wissenschaftliche Seite der Erziehung überschgätzt haben und dass die gegenseitige Durchdringung der drei Disziplinen Kunst, Wissenschaft, Technik mehr beobachtet werden muss.“13

Bereits nach einem Jahr musste die Schule aus finanziellen Gründen wieder schließen. Moholy-Nagy gründete im Februar 1939 die „School of Design“ in Chicago, die 1944 zum „Institute of Design“ umbenannt und 1949 in das „Illinois Institute of Technology“ integriert wurde. Heute ist die Gründung von Moholy-Nagy als „IIT Institute of Design“ bekannt. Zu seinen Schülern gehören Nathan Lerner und Arthur Siegel. Trotz der Dominanz des Fotojournalismus und der dokumentarischen Fotografie in den USA dieser Zeit ist ihr Beitrag zum „Neuen Sehen“ in Amerika heute unbestritten.

In der ersten Hälfte der 1940er Jahre hielt László Moholy-Nagy Vorträge, unterrichtete in Sommerkursen (1942 am Frauen College in Denton, Texas) und schrieb sein Buch „Vision in Motion“ (1943). Im April 1946 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Ein Jahr nach seinem Tod erschien „Vision in Motion“ (1947). Sibyl Mohoy hatte es redigiert.

Tod

1945 wurde bei László Moholy-Nagy wurde Leukämie diagnostiziert. Trotz seiner Krankheit unterrichtete er weiterhin und hielt Vorträge. Kurz vor seinem Tod soll er resümiert haben:

„Meiner Bildkunst bin ich mir nicht wirklich sicher, aber auch mein Leben bin ich stolz.“14 (László Moholy-Nagy)

Am 24. November 1946 starb László Mohoy-Nagy im Alter von 52 Jahren an den Folgen der Leukämieerkrankung in Chicago. Er wurde auf dem privaten Friedhof Graceland Cemetery beigesetzt, der im Stil eines englischen Landschaftsgarten 1860 angelegt wurde. Auch der Architekt Ludwig Mies van der Rohe (1886–1969) fand dort seine letzte Ruhe.

Ehefrauen und Lebenspartnerinnen

  • Lucia Moholy (18.1.1894–17.5.1989, geb. Schulz): 1. ⚭ 21.1.1921–1934. Mit ihrem Mann war Lucia Moholy von 1923 bis 1928 am Bauhaus in Weimar und Dessau tätig. Bereits 1919 entstanden ihre ersten Fotografien. Da am Bauhaus erst 1929 eine eigene Abteilung für Fotografie eingerichtet wurde, war Lucia Moholy zwar als bedeutende Fotografin am Bauhaus tätig wurde aber nicht offiziell zum Kollegium gezählt. Mit ihren Fotografien dokumentierte sie nicht nur Architektur und Entwürfe von Bauhaus-Lehrern und Schüler*innen, sondern prägte auch die Ästhetik des Neuen Sehen. Von 1929 bis 1931 unterrichtete Lucia Moholy an Johannes Ittens (1888–1967) Privatkunstschule Fotografie. Seit 1918 arbeitete sie für den Kurt Wolff Verlag, danach für den Hyperion Verlag und schlussendlich für den Rowohlt Verlag.
  • Ellen Frank (1904–1999): Beizehung 1934. Tänzerin und Schauspielerin. Sie war die Schwester der Schriftstellerin und Lektorin Ilse Frank (1897–1983), die ab 1923 mit Walter Gropius verheiratet war und sich ab diesem Zeitpunkt Ise Gropius nannte. Ihre Tanzausbildung machte Frank unter anderem bei Mary Wigman (1886–1973). Ellen Frank und Moholy-Nagy waren bis Ende 1932 ein Paar.
  • Sibyl Pietzsch (auch: Sibyl Peach, 1903–1971): 2. ⚭, 1934–1946, deutsch-amerikanische Dramaturgin, Schauspielerin und Kunsthistorikerin. Ende des Jahres 1931 wurden László Moholy-Nagy und die ein Paar. Ein Jahr später heirateten Moholy-Nagy und Peach. Für beide war es die zweite Ehe.

Kinder

László Moholy-Nagy hatte zwei Töchter mit seiner zweiten Ehefrau.

  • Hattula Moholy-Nagy (geb. 1933, Berlin), Archäologin
  • Christina

Biografie von László Moholy-Nagy (1895–1946)

  • 20.7.1895

    Am 20. Juli 1895 wurde László [Ladislaus] Weisz in Borsod (später: Bácsborsód, Bács-Kinskun Ungarn), einem kleinen Dorf in Südungarn nahe der serbischen Grenze geboren. Er stammte aus einer jüdischen Familie. Sein Vater Lipót [Leopold] Weisz (1859–1917) war Landwirt und Pächter, er verließ die Familie 1897; seine Mutter hieß Károlina Weisz, geborene Stern (1869–1945). László hatte insgesamt drei Brüder und zwei Schwestern.
  • 1898

    László und seine Geschwister wurden von einem Onkel mütterlicherseits, dem christlichen Anwalt Dr. Gusztáv Nagy [Groß], unterstützt. Er nahm die Familie bei sich auf. Ihm zu Ehren nahmen die Kinder den Nachnamen Nagy an, so nannte er sich zu diesem Zeitpunkt László Nagy. Später fügte László seinem Namen auch die Stadt Mohol (heute: Mol, Serbien) an. Somit nannte er sich ab diesem Zeitpunkt László Moholy-Nagy.
  • 1905

    László besuchte das Staatliche Hauptgymnasium in Szeged [Szegedi Állami Fögimnázium]. Dort galt sein Interesse vor allem Literatur und Kunst. Er schrieb Gedichte und fasste den Entschluss, Schriftsteller zu werden.
  • 1909

    László Weisz nahm den Nachnamen seines Onkels an. Erst 1918 stellte er „Moholy“, das er vom Ort Mohol ableitete, diesem voran.
  • 1912

    Die lokale Zeitung „Szegedi Napló“ druckte Gedichte von László Moholy-Nagy.
  • 1913

    Moholy-Nagy begann Jus an der Königlich-Ungarischen Universität in Budapest zu studieren. Zur gleichen Zeit veröffentlichte er in der „Szegedi Napló [Szeged – eine Stadt in Ungarn, Napló - Tagebuch]“, seine Gedichte. Er freundete sich mit Alfréd Kemény an und belegte Abendkurse an der Königlich-Ungarischen Nationalschule für Kunstgewerbe.
  • Mai 1915

    Aufgrund des Ausbruchs des 1. Weltkrieges musste er sein Studium unterbrechen. Er wurde im Mai als Soldat der österreich-ungarischen Armee an die russische Front geschickt. Zu dieser Zeit entstanden erste Kreide- und Tuschezeichnungen über das tägliche Leben an der Front (Landschaften und karikierende Porträts). Diese Zeichnungen schickte er in Form von illustrierten Kriegspostkarten nach Hause.
  • 1917

    Der in der Zwischenzeit zum Leutnant beförderte Moholy-Nagy wurde durch ein Schrapnell am Daumen schwer verwundet. In der ungarischen Zeitschrift „Jelenkor [Gegenwart]“, veröffentlichte er erste Erzählungen und Geschichten. Er besuchte Abendkurse in Aktzeichnen an der Freien Kunstschule Szeged in Ungarn.
  • 1918

    Moholy-Nagy konvertierte zur ungarischen reformierten Kirche. Sein Pate war sein römisch-katholischer Freund und Kunstkritiker Ivan Hevesy. Er nannte sich nun László Moholy-Nagy.
  • September 1918

    Nachdem er den Kriegsdient quittiert hatte, setzte er sein Jus Studium in Budapest lustlos fort, jedoch ohne die Abschlussprüfung abzulegen. Er belegte Abendkurse in Aktzeichnen an der Freien Kunstschule in Budapest und machte Bekanntschaft mit der revolutionären Künstlergruppe „MA [Heute]“, welche eine gleichnamige Zeitschrift herausgab. Dadurch wurde er auf avantgardistische Strömungen, wie Kubismus, Futurismus und Expressionismus, aber auch auf die russische Avantgarde aufmerksam. Vor allem der Kunstkritiker und Künstler Alfréd Kémény (1895–1945) sowie der Schriftsteller und Maler Lajos Kassák (1887–1967) übten einen großen Einfluss auf ihn aus.
  • November 1919: Wien

    Nach dem Sturz der ungarischen Räterepublik übersiedelte Moholy-Nagy nach Wien. Dort blieb er allerdings nur sechs Wochen.
  • Anfang 1920: Berlin

    Moholy-Nagy übersiedelte weiter nach Berlin, wo er völlig mittellos und schwer an Grippe erkrankt eintraf. Dort lernte er die Dada-Szene um Raoul Hausmann (1886–1971) kennen und fing an, eigene dadaistische Collagen anzufertigen. Zu seinen Freunden zählten unter anderem die Dada-Künstler Kurt Schwitters (1887–1948), Hannah Höch (1889–1978) und der „STURM“-Herausgeber Herwarth Walden (1878–1941). Guppenausstellung bei Fritz Gurlitt.
  • 1920: Hinwendung zum Konstruktivismus

    Unter dem Einfluss des russischen Konstruktivismus, vor allem der Arbeiten von El Lissitzky, wandte sich Moholy-Nagy der gegenstandslosen Malerei bzw. der systematischen Erkundung von Raum und Farbe zu. Gut leben konnte er von seiner Arbeit als freier Künstler nicht. Bei seinen Bildern ging es ihm um die Überschneidung von Raum, dem Objekt und der Tiefe. April 1920 László Moholy-Nagy lernte die in Prag geborene Fotografin Lucia Schulz (1894–1989), die unter dem Pseudonym Ulrich Steffen expressionistische Literatur veröffentlichte.
  • 1921

    Moholy-Nagy und Lucia Schulz heirateten am 18. Januar 1921. Mit ihrem Mann war sie von 1923 bis 1928 am Bauhaus in Weimar und Dessau tätig. Moholy-Nagy entwickelte das Filmprojekt „Dynamik der Gross-Stadt“.
  • Oktober 1921

    Gemeinsam mit Raoul Hausmann, Hans Arp und Ivan Puni unterzeichnete Moholy-Nagy den „Aufruf zur elementaren Kunst – an die Künstler der Welt!“, der in der Zeitschrift „De Stijl“ veröffentlicht wurde. Darüber hinaus arbeitete Moholy-Nagy als Berlin-Korrespondent der in Wien erscheinenden Avantgarde-Zeitschrift „MA“.
  • 1922

    Moholy-Nagys erste Einzelausstellung in der Galerie „DER STURM“ von Herwarth Walden. Vier Mal gestaltete er das Titelblatt der gleichnamigen Zeitschrift. Moholy-Nagy lernte durch den deutschen Architekten und Architekturkritiker Adolf Behne (1885–1948) den Gründer des Bauhauses, Walter Gropius (1883–1969), kennen. Im Sommer entdeckte der Künstler das Fotogramm mit Lucia. Herbst/Winter 1922 László Moholy-Nagy nahm am ersten Konstruktivisten Kongress in Weimar teil (September). Der sogenannte „Licht-Raum-Modulator“ entstand. In der Zeitschrift „De Stijl“ veröffentlichte er mit dem Aufsatz „Produktion – Reproduktion“ die erste seiner vielen theoretischen Schriften. Eine erste Ausstellung in einem Kunstmuseum organisierte Ernst Furhmann im Hagener Folkwang Museum.
  • 1923

    Zweite Ausstellung in der Galerie „DER STURM“ (Februar, mit László Péri) mit „Materialkonstruktion in Glas und Nickel“. Veröffentlichung eines theoretischen Textes und eines Fotogramms in „Broom“.
  • März 1923: Bauhaus

    Im März 1923 wurde er an das staatliche Bauhaus berufen und zog nach Weimar um. Er kam als Nachfolger von Johannes Itten, wurde Formmeister der Metallwerkstatt und Leiter des Vorkurses (bis 1928). Ab diesem Zeitpunkt beschäftigte er sich mit konstruktivistischen Wandgestaltungen, Fotografie, Typographie (Entwurf von Druckwerken) und industrieller Formgebung. Moholy-Nagy wurde der Assistent von Walter Gropius. Neben seinen Kollegen wurde Moholy-Nagy zum Innbegriff der Bauhausideologie. Seine berühmten „Telefonbilder“ und „Fotogramme“ entstanden. Die Kestner-Gesellschaft zeigte eine Ausstellung seiner konstruktivistischen Gemälde und Lithografien, vielleicht auch einiger seiner Fotogramme gemeinsam mit Werken von El Lissitzky (Mai-Juni). Die erste Bauhaus-Ausstellung wurde maßgeblich von Moholy-Nagy geprägt; der begleitende Katalog gilt als früher Beleg der Neuen Typografie.
  • 1924

    Dritte Ausstellung in der „STRUM“-Galerie mit den sog. Telefonbildern. Teilnahme an der „Ersten Deutschen Kunstausstellung“ in Moskau.
  • 1925

    Das Bauhaus wich dem politischen Duck und verlegte seinen Sitz nach Dessau. Moholy-Nagy gab mit Gropius gemeinsam die sogenannten „Bauhausbücher“ heraus. Die Buchreihe erschien von 1925 bis 1930 im Albert Langen Verlag. Der Künstler veröffentlichte „Malerei, Photographie, Film“ (Band 8 der Bauhausbücher). Intensive Beschäftigung mit Theater, Tanz, Ballett und Bühnendekoration. Sommer 1925 László Moholy-Nagy lernte den Schweizer Kunsthistoriker Sigfried Giedion kennen, mit dem er lebenslang befreundet blieb und mit dem er einen intellektuellen Austausch pflegte. Während des Urlaubs auf Belle-Îe-en-Mer schoss Moholy-Nagy erste Kamerafotos, die Sibyl Moholy später als einen völlig neuen Anfang empfand. Zu den berühmtesten Aufnahmen zählt eine Fotografie von einem steilen Blick auf eine Hotelterrasse.
  • 1926

    Gemeinsam mit Piet Mondrian, Wassily Kandinsky und weiteren Vertretern der gegenstandslosen Kunst beteiligte sich Moholy-Nagy an der „Großen Berliner Kunstausstellung“ im Kronürinzenpalais. Anfang Dezember erschien die erste Nummer der Zeitschrift „bauhaus“ mit dem Hauptbeitrag „fotografie ist lichtgestaltung“ von Moholy-Nagy.
  • 1927

    Bekanntschaft mit Kasimir Malewitsch in Berlin, dessen Buch „Suprematismus – die gegenstandslose Welt“ in einer gekürzten Fassung als Band 11 er „Bauhausbücher“ erschien. Moholy-Nagy zeigte Werke auf der Mannheimer Ausstellung „Wege und Richtungen der abstrakten Malerei in Europa“. In „Das Deutsche Lichtbild“ erschien „Die beispiellose Fotografie“, wo er sich vom Neuen Sehen und der Arbeit von Albert Renger-Patzsch distanzierte.
  • 1928: Atelier in Berlin

    László Moholy-Nagy verließ das Bauhaus, das Walter Gropius zurücktrat, und eröffnete in Berlin sein eigenes Atelier für Typographie und Ausstellungsgestaltung, Grafik, Bühnenbilder, Experimentalfilm, Fotomontage und Fotocollage. Als Künstler experimentierte er mit neuen Materialien wie Rhodoid, Neolith, Trolith, Galalith, Silverit und Aluminium, wovon ab Mitte der 1930er Jahre seine „Raummodulatoren“ profitierten.
  • 1929

    Moholy-Nagy entwarf Bühnenbilder für die Kroll-Oper – einem Gebäudekomplex in der Nähe des Brandenburger Tores und Bühnenbilder für die Piscator-Bühne, einem Avantgardetheater in Berlin. Sowie auch Bühnenbilder für „Hoffmanns Erzählungen“ (12.2.1929) und „Madam Butterfly“. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit Lichtinstallationen.
  • 1929–1931 „Film und Foto“

    Auf der Werkbundausstellung „Film und Foto“ in Stuttgart (18.5.–7.7.), war er mit 97 Werken vertreten und konnte sich auch kuratorisch betätigen: Er gestaltete ein Faltblatt zur „FiFo“ und konzipierte den ersten Raum der Ausstellung unter dem Titel: „Wohin geht die fotografische Entwicklung?“ Die Ausstellung hatte weitere Stationen in Zürich (28.8. –22.9.1929), Berlin (19.10. –17.11.1929), Danzig (?), Wien (20.2. –31.3.1930), Agram (5. –14.4.1930), Zagreb (?), München (5.6. –7.9.1930), Tokyo (April 1931) und Osaka (1.–7.7.1931).
  • 1929–Ende 1932

    Lucia Moholy und László Moholy-Nagy trennten sich. Kurze Zeit darauf ging er eine Beziehung mit der österreichischen Tänzerin und Schauspielerin Ellen Frank (1904–1999) ein. Sie war die Schwester der Schriftstellerin und Lektorin Ilse Frank (1897–1983), die ab 1923 mit Walter Gropius verheiratet war. Ellen Frank und Moholy-Nagy waren bis Ende 1932 ein Paar. In dieser Zeit schuf László Moholy-Nagy einige beachtliche fotografische Portraits von Ellen Frank. Ihre Tanzausbildung machte Frank unter anderem bei Mary Wigman (1886–1973).
  • September 1929

    Für die ab September erscheinende Frauenzeitschrift „die neue linie“ konzipierte László Moholy-Nagy das typografische Konzept und das erste Cover (von insgesamt zehn, überwiegend in Collage-Technik). Moholy-Nagy lernte Joris Ivens und Dziga Wertow kennen. Er begann sich mit Film zu beschäftigen. 1929 gilt als ein Schlüsseljahr in dieser Hinsicht in seinem Werk.
  • 1930

    Moholy-Nagy zeigte erstmals am 20. „Salon des artistes décorateurs français“ im Pariser Grand Palais seinen seit 1922 entwickeltes „Lichtrequisit einer elektrischen Bühne“, besser bekannt als „Licht-Raum-Modulator“. Hierbei vereinte Moholy-Nagy seine Rauminstallation mit Walter Gropius Architekturmodell und Bühnenbilder von Oskar Schlemmer. In der Folge schuf er den Kurzfilm „lichtspiel schwarz weiss grau“. In der von Franz Roh herausgegebenen Reihe „Fototek“ erschien als erster Band „L. Moholy-Nagy – 60 Fotos“
  • 1931

    Die Delphic Studios in New York präsentierten eine erste Ausstellung von Moholy-Nagys Fotografien in den USA. Beträge waren auch in der Ausstellung „Fotomontage“ in der Staatlichen Kunstbibliothek Berlin zu sehen, kuratiert von César Domela (neben Herbert Bayer, John Heartfield und Karel Teige sowie den Mitgliedern des „Rings neuer Werbegestalter“).
  • Ende 1931

    Ende des Jahres wurden László Moholy-Nagy und die deutsch-amerikanische Dramaturgin, Schauspielerin und Kunsthistorikerin Sibyl Pietzsch/Peach (1903–1971) ein Paar.
  • 1932

    Unter dem Titel „Modern European Photography“ stellte die New Yorker Julien Levy Gallery 20 in Deutschland und Frankreich lebende Fotografen aus, darunter Man Ray, André Kertész, Lee Miller, Helmar Lerski, Ilse Bing, die Bauhäusler László Moholy-Nagy, Walter Peterhans, Herbert Bayer, Florence Henri und Umbo.
  • 1933

    Moholy-Nagy gestaltete für den Technologiekonzern Jenaer Glaswerke Schott & Gen eine komplett neue Werbekampagne, für die der deutsche Produktdesigner Wilhelm Wagenfeld (1900–1990) das Hauswirtschaftsglas gestaltete. Vier Jahre lang arbeitete Moholy-Nagy für die Werbeabteilung. Unter Moholy-Nagy entwarf Wagenfeld als Bauhausschüler in der Metallwerkstatt seine zeitlose halbkugelförmige Metallversion MT 8 und seine Glasglocke MT 9, die auch als Bauhaus- oder Wagenfeld-Leuchte bekannt wurde. Die gemeinsame Tochter, die spätere Archäologin Hattula Moholy-Nagy (* 1933) kam in Berlin auf die Welt.
  • 29.7.–31.8.1933: 4. CIAM

    Teilnahme am 4. CIAM [Congrés Internationaux d´architecture moderne, dt. Internationaler Kongress für modernes Bauen] zum Thema „Die funktionelle Stadt“ an Bord der Patris II von Marseille-Athen und wieder zurück teil. In diesem Jahr wurde auf dem Kongress auch die sogenannte „Charta von Athen“ beschlossen. Moholy-Nagy produzierte einen halbstündigen Stummfilm als Film-Tagebuch. Weitere Teilnehmer waren Sigfried Giedion, Le Corbusier, Luis Sert, Alvar Aalto und viele mehr.
  • Herbst/Winter 1933

    László Moholy-Nagy unternahm erste Versuche in der Farbfotografie. Er stellt diese allerdings zurück, bis mit April 1935 der Kodachrome Dreischichtfarbfilm erschien.
  • 1934: Hochzeit und Amsterdam

    Scheidung von Lucia und Hochzeit mit Sibylle Pietzsch. Für beide war es die zweite Ehe. Aufgrund des Berufsverbots und der Machtergreifung Hitlers emigrierte László Mohoy-Nagy im Januar 1934 zunächst alleine nach Amsterdam, wo er als Art Director der Zeitschrift „International Textiles“ tätig war. Er entwickelte Ideen für einen Messestand der niederländischen Kunstseide-Industrie auf der Jaarbeurs in Utrecht und der Weltausstellung in Brüssel. Ab Ende November stellte er auf Einladung von Willem Sandberg im Stedelijk Museum Amsterdam aus.
  • 1935: London

    Moholy-Nagys Frau blieb mit der gemeinsamen Tochter noch in Berlin, ehe die gesamte Familie 1935 nach England übersiedelte, wo sie bis 1937 blieben. Moholy-Nagy stellte zusammen mit der Künstlergruppe „Abstraction – Création“ in Paris aus. In London arbeitete er als Grafikdesigner und Dokumentarfilmer (Atelier gemeinsam mit György Kepes). Für Simpsons of Piccadilly gestaltete er Schaufenster, entwickelte die CI für Imerial Airways, entwarf Einladungskarten und Plakate sowie einen Ausstellungsstand für die Kunstseidenfabrik Courtaulds. Weiters drehte er Architekturfilme und schoss mit seiner neuen Leica Bildmaterial für drei fotoillustrierte Bücher.
  • 1936

    Geburt der zweiten Tochter Claudia (1936–1971). Während des Aufenthaltes in England schrieb Sibyl Moholy-Nagy das Buch „Die unvollkommene Frau“ – eine feministisch orientierte Analyse der Stellung der Frau in der Gesellschaft. Der ungarische Filmproduzent Sir Alexander Korda (1893–1956), mit bürgerlichem Namen Sándor László Kellner, beauftragte Moholy-Nagy die Lichteffekte für den Film „Things to Come“ [Was kommen wird], der auf dem Roman von H. G. Wells (1866–1946) basierte zu entwerfen. Im endgültigen Film waren es nur 90 Sekunden, die von seiner Arbeit verwendet wurden.
  • 1937: Chicago "the new bauhaus"

    Die Familie emigrierte nach Chicago, wo László Mohoy-Nagy Ende Oktober die Design- und Architekturschule „the new bauhaus. American School of Design“ eröffnete und bis 1938 leitete. Ein Jahr später musste die Schule aus finanziellen Gründen wieder schließen. Moholy-Nagy gründete daraufhin die „School of Design“ in Chicago. 1944 wurde sie zum „Institute of Design“ umbenannt. 1949 wurde diese, Teil des „Illinois Institute of Technology“ und ist heute als „IIT Institute of Design“ bekannt. Sibyl unterrichtete neben ihrem Mann ebenfalls an der Schule und war auch für die Organisation der Sommerkurse verantwortlich. Zumindest eine Arbeiten Moholy-Nagys wurden in München in der von den Nationalsozialisten organisierten Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt.
  • 1938

    Finanzielle Schwierigkeiten sowie die wachsende Unzufriedenheit der Studierenden führten zur Schließung der Schule. Erneut wandte sich Moholy-Nagy kommerziellen Aufträgen zu. Er arbeitete als Grafiker, Desginer und Berater. Eine Bauhaus-Ausstellung im MoMA, New York, etablierte das Bauhaus auch in den USA als „Marke“.
  • 1939: „School of Design“

    Im Februar eröffnete László Moholy-Nagy die private „School of Design“, finanziell unterstützt durch die Container Corporation of America unter Walter P. Paepcke. Er berief György Kepes und Hin Bredendieck als Lehrer. Moholy-Nagy war weiterhin als Maler, Fotograf und Schöpfer von kinetischen Objekten tätig.
  • 1940

    Einzelausstellung in der Katharine Kuh Gallery in Chicago. Mit den Studierenden arbeitet er an 16-mm-Kurzfilmen über den Unterricht an der „School of Design“, die der Selbstdarstellung dienten. In diesem Jahr beteiligte sich Moholy-Nagy an Konferenzen und Symposien. Erste Pläne für „Vision in Motion“.
  • 1942

    Moholy-Nagy hielt einen Sommerkurs am Frauen College in Denton, Texas.
  • 1943

    Beginn der Arbeiten an seinem Buch „Vision in Motion“.
  • 1944: „Institute of Design“

    Die „School of Design“ wurde reorganisiert und erhielt einen Verwaltungsrat wie auch den neuen Namen „Institute of Design“. Umzug in die State Street (Jahreswechsel).
  • 1945: Diagnose Leukämie

    Bei Moholy-Nagy wurde Ende des Jahres Leukämie diagnostiziert. Trotz seiner Krankheit unterrichtete er weiterhin und nahm an Vorträgen teil. Tod der Mutter.
  • 1946

    Im April 1946 erhielt Moholy-Nagy die amerikanische Staatsbürgerschaft. Gemeinsam mit dem Fotografen Arthur Siegel bestritt er ein sechswöchiges Sommersymposium mit dem Titel „New Vision in Photography“. Die englische Übersetzung seines 1929 publizierten Buches „von material zu architktur“ erschien als „the new vision – abstrct of an artist“.
  • 24.11.1946: Tod

    Am 24. November 1946 starb László Mohoy-Nagy im Alter von 52 Jahren an den Folgen der Leukämieerkrankung in Chicago. Er wurde auf dem privaten Friedhof Graceland Cemetery beigesetzt, der im Stil eines englischen Landschaftsgarten 1860 angelegt wurde. Auch der Architekt Ludwig Mies van der Rohe (1886–1969) fand dort seine letzte Ruhe.
  • 1947

    Ein Jahr nach seinem Tod erschien das von László Mohoy-Nagy geschriebene Buch „Vision in Motion“, das Sibyl Mohoy redigierte. Das Solomon R. Guggenheim Foundation organisierte im Museum of Non-Objective Art (heute: Guggenheim Museum) eine Retrospektive.
  • 1951

    Die Wiederentdeckung László Moholy-Nagys setzte 1951 mit dem Prolog der Ausstellung „subjektive fotografie“, kuratiert von Otto Steinert.
  • 2006

    Die ungarische Hochschule für Kunst und Design [Magyar Iparművészeti Egyetem] in Budapest änderte ihren Namen auf Moholy-Nagy-Universität für Kunsthandwerk und Gestaltung [Moholy-Nagy Művészeti Egyetem] – abgekürzt: MOME.
  • 2016

    Das Guggenheim Museum in New York zeigte eine große Retrospektive seiner Arbeiten, darunter Bilder, Filme, Fotografien und Skulpturen.
  1. Hans-Dieter Mück, Auf dem Weg nach Weimar, Utenbach 2009, S. 115.
  2. David 1991, S. 26.
  3. Ute Eskilsen, Alain Sayag, László Moholy-Nagy – Fotogramme 1922–1943, München 1996, S. 12.
  4. László Moholy-Nagy, Light: A Medium of Plastic Expression, in: Broom 4, 4 (März 1923), S. 283–284.
  5. László Moholy-Nagy. Retrospektive, hg. v. Ingrid Pfeiffer und Max Hollein (Ausst. Kat. Schirn Kunsthalle Frankfurt, Frankfurt a. M. 2009), München 2009, S. 18.
  6. Rainer K. Wick. Das Neue Sehen, München 1991, S. 18.
  7. László Moholy-Nagy, Von Material zu Architektur, Berlin 2019 (Reprint der Ausgabe von 1929), S. 15.
  8. Rössler 2018, S. 28.
  9. Zit. n. Gudrun Westing, László Moholy-Nagy, Wiesbaden 2018, S. 8–9.
  10. Lucia Moholy, Marginalien zu Moholy-Nagy, Krefeld 1972, S. 11.
  11. Zit. n. Das Deutsche Lichtbild. Jahresschau 1927, Berlin 1927, S. X–XI.
  12. Manfred Heiting, Roland Jäger (Hg.), Autopsie, Bd. 1, Göttingen 2012, S. 164.
  13. Zit. Hans-Michael Koetzle, László Moholy-Nagy, München 2020, S. 75.n.
  14. Catherine David, László Moholy-Nagy, Ostfildern 1991, S. 9.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.