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Zürich | Kunsthaus Zürich: Ausstellungen 2020 Welche Ausstellungen zeigt das Kunsthaus Zürich im Jahr 2020?

Kunthaus Zürich Ausstellungen 2020

Kunthaus Zürich Ausstellungen 2020

Das Kunstjahr 2020 beginnt im Kunsthaus Zürich mit einer neuen Installation des bedeutenden Künstlers Olafur Eliasson (ab 17.1.), gefolgt von einer Soloausstellung des in Paris geborenen Kader Attia (29.5.–13.9.2020). Beide zählen zu den bekanntesten Kunstschaffenden der Gegenwart.

Der Moderne wird im Kunsthaus Zürich 2020 ebenfalls breiter Raum gegen, wenn mit „Ottilia Giacometti – Ein Porträt. Werke von Giovanni und Alberto Giacometti” (ab 7.2.) erstmals die wenig bekannte Schwester von Alberto und Diego ins Zentrum gerückt wird. Als Modell für Vater und Brüder ist sie in vielen ihrer Werke präsent.

Mit „Schall und Rauch – Die wilden Zwanziger. Von Josephine Baker bis Thomas Ruff“ (ab 24.4.) wird die heterogene Kunstszene der Weimarer Republik – von Bauhaus über Dadaismus, von Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit – in den Kontext ihrer Entstehungszeit gestellt. Genauso „wild“ ging es im 19. Jahrhundert her, wenn man „Im Herzen wild: Schweizer Romantik von Füssli bis Böcklin“ (ab 4.9.) Glauben schenken dar. Mit Ottilie W. Roederstein (ab 4.12.) wird eine vergessene schweizer Porträt- und Stilllebenmalerin seit Jahrzehnten erstmals wieder der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Alten Meister werden im Jahresprogramm 2020 in zwei Ausstellungen gewürdigt: „Die Poesie der Linie. Italienische Meisterzeichnungen“ (ab 31.1.) versammelt Arbeiten auf Papier aus der Renaissance und dem Barock. Die Sommerausstellung „Landschaften – Orte der Malerei“ (ab 4.7.) bringt das fruchtbare Thema Landschaft und Naturausschnitt mit Werken, die vor 1800 entstanden sind, auf den Punkt.

 

Ausstellungen im Kunsthaus Zürich 2020

Olafur Eliasson (17.1.–22.3.2020)

Olafur Eliasson (* 1967) gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern. Für das Kunsthaus Zürich entwickelt er exklusiv eine neue, ortsspezifische Installation, die eine Ausstellungsfläche von rund 1000 m2 einnimmt. Dabei geht es um das Verhältnis von uns Menschen zu den anderen Lebewesen und Spezies auf der Erde. Eliasson plädiert für Symbiose statt Verdrängungskampf und verwandelt den Museumsraum in eine immersive Gesamtinstallation, die alle unsere Sinne anspricht. Es gelingt ihm, diese wichtigen Fragen und sozialen Belange in eine Formensprache umzusetzen, die die Menschen nicht nur rational anspricht, sondern sie auch emotional berührt und körperlich bewegt.

 

Die Poesie der Linie. Italienische Meisterzeichnungen (31.1.–26.4.2020)

Das Kunsthaus Zürich zeigt eine Auswahl seiner kleinen, hochkarätigen Sammlung italienischer Zeichnungen, die in der Zeit zwischen Renaissance und Barock entstanden sind. Neben dem bekannten Juwel, Raffaels Studie für ein Fresko im Vatikanpalast, werden bislang unbekannte Werke von Italienern wie Correggio, Guercino und Carlo Maratti zu sehen sein, die in der Kunstgeschichte Rang und Namen haben. Beim Anblick der virtuos auf das Papier geworfenen Linien ist man der Entstehung eines Kunstwerks so nah wie nur irgend möglich.
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Institut der Universität Zürich.

 

Ottilia Giacometti – Ein Porträt. Werke von Giovanni und Alberto Giacometti (7.2.–3.5.2020)

Die Ausstellung widmet sich Ottilia, der Tochter von Giovanni und Annetta Giacometti, Schwester von Alberto, Diego und Bruno. Sie stellt die am wenigsten bekannte Figur der berühmten Künstler-Familie ins Zentrum, die 1937 bei der Geburt ihres Sohnes Silvio im Alter von nur 33 Jahren starb.

Rund 60 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen von Giovanni und Alberto Giacometti zeigen Ottilia als Kind, als Jugendliche und als junge Frau. Ein Teil der Ausstellung ist den Porträts ihres Sohnes Silvio gewidmet. Im Neffen, der Alberto sehr am Herzen lag, lebte die Erinnerung an Ottilia weiter. Einige Bilder und unveröffentlichte Dokumente beleuchten die starken Familienbande der Giacomettis.

 

Schall und Rauch – Die wilden Zwanziger. Von Josephine Baker bis Thomas Ruff (24.4.–19.7.2020)

Die 1920er Jahre waren ein Jahrzehnt der Aufbrüche und Rückfälle. In keinem Moment des 20. Jahrhunderts war die Sehnsucht der Menschen nach Neuerungen so groß wie damals. Es wurden urbanistische Visionen entworfen, und Städte wuchsen in rasanter Geschwindigkeit. Klassische Rollenbilder wurden hinterfragt und aufgebrochen, benachteiligte und unterdrückte Minderheiten verschafften sich Gehör in Politik und Kultur. An die Seite eines arbeitnehmergerechteren Alltags stellte sich eine wachsende Freizeitindustrie. Der hohe Innovationsgrad fand seinen direkten Niederschlag in der Experimentierfreudigkeit aller Künste.

Erstmals werden in einer Ausstellung Stilrichtungen wie das Bauhaus, Dada, die Neue Sachlichkeit sowie Design- und Architekturikonen des Modernismus gemeinsam betrachtet. Das Kunsthaus zeigt die Stilheterogenität jener Aufbruchsjahre in Malerei, Plastik, Zeichnung, Fotografie, Film und Collage. Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler, die sich explizit mit der Formensprache und den Inhalten der 1920er Jahre befassen, schlagen eine Brücke in die Gegenwart.

 

Kader Attia (29.5.–13.9.2020)

Kader Attia wurde 1970 als Sohn algerischer Eltern in einem Vorort nördlich von Paris geboren. Die Erfahrung eines Lebens in zwei Kulturen nutzt Attia als Ausgangspunkt für seine künstlerische Praxis. Er thematisiert in seinem Werk die koloniale Vergangenheit Europas sowie der westlichen Welt und deren Folgen. Seine Skulpturen, Installationen, Fotos und Videos zeichnen sich durch einen hohen ästhetischen und ethischen Wert aus. Sie widmen sich den Krisen und gesellschaftspolitisch relevanten Fragen unserer Zeit. Im Zentrum steht ein neues monumentales Werk, das der Künstler für das Kunsthaus realisiert.

 

Landschaften – Orte der Malerei (4.7.–8.11.2020)

Die Ausstellung fügt über 50 herausragende Gemälde zu einem Panorama der Landschaftsmalerei zusammen. Es handelt sich um Werke aus den Beständen des Kunsthauses, die zwischen 1500 und 1800 in Flandern, Holland, Italien und Frankreich entstanden sind. Zu den Künstlern zählen u.a. Joachim Patenier, Hendrick Avercamp, Jan van Goyen, Jacob van Ruisdael, Claude Lorrain, Domenichino und Bernardo Bellotto. Neuartig ist die parallele Präsentation frühmoderner Landschaften von Vincent van Gogh, Giovanni Segantini und Claude Monet. Diese Künstler reagierten auf das weite Land, das die Alten Meister auf so prägende Weise gemalt hatten, anders. Die horizontale Inszenierung ihrer Werke erschließt dem Betrachter diese neue Dimension.

 

Im Herzen wild: Schweizer Romantik von Füssli bis Böcklin (4.9.–6.12.2020)

Ob Szenerien der ungebändigten hochalpinen Natur, dramatische Wendepunkte in der Schweizer Geschichte oder aufwühlende Schiffbrüche: Die Ausstellung zur Schweizer Romantik verwandelt das Kunsthaus Zürich in ein Panorama der großen Gefühle. Mit über 150 Werken spannt die Schau einen Bogen von Johann Heinrich Füssli über Alexandre Calame bis zum frühen Arnold Böcklin. Sie führt den eminenten Beitrag der Schweizer Künstler zur Entwicklung der europäischen Landschaftsmalerei vor Augen und lässt die Faszination für das ewige Eis der Gletscher und die erhabene Bergwelt nacherleben. Die Romantik erschließt zudem Erfahrungsbereiche, die jenseits unseres rein rationalen Denkens liegen. Leidenschaft, Hingabe an die Sinne und die Faszination für das Unerklärliche sind zentrale Elemente, die die Kunst dieser Epoche aufruft. Sie spiegeln ein Lebensgefühl wider, das als Alternativentwurf zu unserem durchrationalisierten Lebensalltag derzeit wieder eine Hochkonjunktur erlebt.

 

Ottilie W. Roederstein (4.12.2020–5.4.2021)

Ottilie Wilhelmine Roederstein (1859–1937) war zu ihren Lebzeiten eine erfolgreiche und unabhängige Malerin, die große Anerkennung für ihre Porträts und Stillleben fand. Ab 1883 stellte sie ihre Gemälde mit Erfolg in Paris aus. 1912 vertrat sie die Schweiz als einzige Künstlerin bei der epochalen internationalen Kunstausstellung des Sonderbundes in Köln – neben Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler und Cuno Amiet. Trotz ihrer einst internationalen Wertschätzung ist Roederstein in Vergessenheit geraten. 83 Jahre nach ihrem Tod organisiert das Kunsthaus Zürich die erste monografische Werkschau in der Schweiz. Anhand von 60 Werken wird das stilistisch vielfältige Œuvre der Künstlerin nach langer Zeit wieder zugänglich.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Städel Museum, Frankfurt/Main.

Aktuelle Ausstellungen

17. Oktober 2019
Werner Scholz, Am Bülowbogen, Detail, um 1930, Farblithographie (© Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur. Leihgabe aus Privatbesitz, Hamburg)

Köln | Käthe Kollwitz Museum: Berliner Realismus Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix. Sozialkritik – Satire – Revolution

Rau, ruppig und politisch unbequem: Die Berliner Kunst zur Kaiserzeit besitzt Sprengkraft! „Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix“ zeigt politisch engagierte Kunst zwischen Realismus und Verismus.
14. Oktober 2019
Caravaggio, David mit dem Haupt des Goliath, Detail, um 1600/01, Pappelholz, 91,2 × 116,2 cm (Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie © KHM-Museumsverband)

Wien | KHM: Caravaggio & Bernini Barocke Genies in Wien

Das Kunsthistorische Museum Wien präsentiert erstmals ein visuelles Barockspektakel. Im Zentrum stehen dabei bahnbrechende Werke des Malers Michelangelo Merisi da Caravaggio, genannt Caravaggio (1571–1610), und des Bildhauers Gian Lorenzo Bernini (1598–1680).
10. Oktober 2019
Edvard Munch, Unter den Sternen, Detail, 1900-1905, Öl/Lw, 90 x 129 cm (Munchmuseet Oslo)

K20: Edvard Munch gesehen von Karl Ove Knausgård Schriftsteller zeigt unbekannten Munch

Düsseldorf, Herbst 2019: Der umtrittene norwegische Schriftsteller zeigt den "unbekannten" Munch aus dem Archiv und dem Kunstdepot des Munch Museum in Oslo.
9. Oktober 2019
Pierre Bonnard, Speisezimmer am Land, Detail, 1913, Öl/Lw, 164,5 x 205,7 cm (Minneapolis Institute of Art)

Pierre Bonnard. Die Farbe der Erinnerung Farbenfrohe Moderne mit südfranzösischem Licht

Pierre Bonnards (1867–1947) reifes Werk ab 1909 in leuchtenden Farben, seine Freundschaften mit Vuillard & Matisse und seine Reaktionen auf politisches Zeitgeschehen neu gesehen. Wie zeitgenössisch ist das Werk des französischen Postimpressionisten?
8. Oktober 2019
Mark Dion, The Shipwreck, 2001, Buntstift auf Papier, 27,5 x 34,8 cm (Schenkung der Sammlung Florence und Daniel Guerlain, 2012 | Centre Pompidou – Musée National d’Art Moderne, Paris)

Albertina: Zeichnungen aus der Sammlung Guerlain Zeichnen heute: Internationale Positionen seit 2000

Die Albertina zeigt eine Auswahl an zeitgenössischen Zeichnungen aus der Sammlung von Florence und Daniel Guerlain, Stifter des Prix de dessin, die vor einigen Jahren dem Centre Pompidou 1.200 Arbeiten auf Papier schenkten.
7. Oktober 2019
August Macke, Café am See, Detail, 1913 (Franz Marc Museum, Kochel a. See, Dauerleihgabe aus Privatbesitz)

Kochel am See | Franz Marc Museum: Blauer Reiter – Das Moment der Abstraktion August Mackes „Café am See“ und die Abstraktion im „Blauen Reiter“

Eine neue, bedeutende Dauerleihgabe, das Gemälde August Mackes, „Café am See“ von 1913 ist Anlass, die verschiedenen Abstraktionstendenzen, die die Künstler des „Blauen Reiters“ in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg entwickelten, nebeneinanderzustellen.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.